Ferien auf Saltkrokan - Betrachtung des Mädchenbildes unter Berücksichtigung des traditionellen Rollenbildes


Hausarbeit, 2004

20 Seiten, Note: 2


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis:

1. Einleitung
1.1 Gliederung der Werke Astrid Lindgrens
1.2 Merkmale smaländischer Erzählungen

2. Inhaltsangabe zur Handlung

3. Das traditionelle Mädchen- und Frauenbild

4. Eingliederung der Mädchenfiguren

5. Schlusswort

6. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Die folgende Arbeit befasst sich mit dem Astrid Lindgren Werk „Ferien auf Saltkrokan“, das 1962 in Schweden mit dem Titel „Vi Pa Saltkrakan“ auf dem Markt kam.

Nach einer kurzen Gliederung der Gesamtwerke Astrid Lindgrens möchte ich mich mit der Gruppe der smaländischen Erzählungen befassen und erklären, wodurch diese charakterisiert sind. Diesbezüglich möchte ich überprüfen, in wie weit diese Merkmale auf das Buch „Ferien auf Saltkrokan“ zutreffen.

Anschließend folgt eine kurze Übersicht über den Inhalt und die Geschehnisse des Buches.

Im Anschluss werde ich mich genauer mit dem Mädchenbild und den weiblichen Charakteren auseinandersetzen.

Hierzu werde ich genauer auf das traditionelle Mädchenbild eingehen, mit dem sich Malte Dahrendorf befasst hat.

Im Hauptteil dieser Arbeit möchte ich mich auf die auftretenden Mädchenfiguren konzentrieren. Hierzu habe ich mich mit Gabriele Crommes Buch „Astrid Lindgren und die Autarkie der Weiblichkeit“ beschäftigt. Hierin nimmt sie eine Einteilung der Mädchenfiguren aus Astrid Lindgrens Gesamtwerk vor. Diese Mädchen haben gemeinsam, dass sie ähnliche Charakterzüge aufweisen und somit in vier Gruppen untergliedert werden können. Diesbezüglich habe mir die Frage gestellt, nach welchen Kriterien die weiblichen Personen unterschieden werden können. Außerdem möchte ich diese Einteilung etwas genauer hinterfragen.

Abschließend folgt ein kurzer Vergleich, in wie weit das traditionelle Mädchenbild mit dem Rollenbild der Mädchenfiguren dieses Buches übereinstimmt.

Astrid Lindgren wurde am 14. November 1907 als Tochter der Eltern Samuel August und Hanna Ericsson auf Näs, nahe der kleinen Stadt Vimmerby in Schweden geboren. Ihr erstes Buch veröffentlichte sie 1944 im Alter von 34 Jahren.

Die Autorin schrieb zahlreiche Bücher, von denen viele in fast 70 Sprachen übersetzt und mit vielen Preisen ausgezeichnet wurden.

Auch Bilderbücher, wie „Ich will auch in die Schule gehen“, „Tomte und der Fuchs“ oder „Weihnachten in Bullerbü“ und schriftliche Reden, sowie Essays stammen von ihr.

1.1 Gliederung der Werke Astrid Lindgrens:

Die Werke Astrid Lindgrens lassen sich grob verschiedenen Kategorien zuordnen.

Von ihr stammen fantastische Erzählungen, zu denen beispielsweise „Karlsson vom Dach“ und „Pippi Langstrumpf“ zählen.

Des weiteren hat die Autorin Märchen bzw. Märchenromane, wie: „Ronja Räubertochter“ oder „Mio, mein Mio” geschrieben.

Geschichten, wie „Bullerbü“ oder „Kalle Blomquist“ unterscheiden sich von den bereits genannten und gehören zu den smaländischen Erzählungen .

Ebenfalls gehören die früheren Mädchenbücher, wie: die Kati-Trilogie oder „Britt-Mari erleichtert ihr Herz“ zu Astrid Lindgrens Werken.

Neben Foto- und Sachbüchern schrieb die Autorin auch Autobiografien und Reden.

Dieser kurzen Aufstellung der Werke kann man entnehmen, dass Astrid Lindgren zahlreiche Bücher und Geschichten verfasst hat, die sich durch bestimmte Merkmale voneinander unterscheiden.

Das in dieser Hausarbeit behandelte Buch „Ferien auf Saltkrokan“ zählt dieser Einteilung nach zu der dritten Kategorie und gehört somit zu den smaländischen Erzählungen. Weitere Bücher aus dieser Gruppe sind „Michel“, „Madita“ und „Rasmus“.

Die smaländischen Erzählungen folgen bestimmten Merkmalen, die sie von den anderen Geschichten abgrenzen. Diese Merkmale möchte ich anhand des Buches „Ferien auf Saltkrokan“ aufzeigen und mit einigen Zitaten deutlich machen.

1.2 Merkmale smaländischer Erzählungen

Ein besonders wichtiges Merkmal ist die Natur und das damit verbundene idyllische Leben.

Die Landschaft wird hier sehr oft erwähnt und beschrieben, wodurch der Leser sich diese besonders gut vorstellen kann und eventuell mit gesammelten Urlaubserfahrungen verbinden kann.

Das beginnt schon auf den ersten Seiten, als die Familie Melcherson mit einer Fähre auf die Insel Saltkrokan fährt (Zitat S.5):

“Über weite Fjorde und durch schmale Sunde, an hunderten von grünen Holmen und

tausenden von grauen Schären vorbei steuert sie unverdrossen vorwärts.[...] Hinter

Saltkrokan fängt das offene Meer an mit kahlen Felsinseln und nackten Klippen,

wo niemand wohnt, als die Eidergans und die Möwe und andere Meeresvögel.“

Die Beschreibung der Natur setzt sich auch nach der Ankunft der Familie Melcherson auf der Insel Saltkrokan fort. (Zitat S. 23):

Draußen vor dem Steg kreisten die Möwen, eine stieß ein paar mal schrille Schreie

aus. Sonst aber war nichts als dieses unfassbare Schweigen, das einem gleichsam

in den Ohren sauste. Über dem Wasser lag ein weicher Regenschleier, alles war

von so wehmütiger Schönheit. Von allen Büschen und Bäumen tropfte es, und die

Luft roch noch nach mehr Regen und nach Erde und Salzwasser und nassem Gras.“

In diesem Buch werden oft idyllische Situationen beschrieben, die den Leser zum „Träumen“ verleiten und Sehnsüchte nach Urlaub wecken. Doch es werden nicht nur die schönen Seiten der Insel erwähnt, sondern auch dunkle, kalte Abende, auf die man gerne verzichten würde. (Zitat S: 61):

„Dieser Nebel war unnatürlich. Ein Juninebel, wie man ihn gewohnt war, hätte sich

schon längst lichten müssen; dieser aber lag noch immer da und hielt sie in seinem

grauen, gespenstischen Griff, als ob er sie nie loslassen wollte.“

Es ist leicht zu erkennen, dass die Bedeutung der Natur einen hohen Stellenwert in diesem Buch einnimmt, was bis zu letzten Seite zu erkennen ist. Hier wird in so großem Maße von der Natur geschwärmt, dass man als Leser traurig wird, auf der letzten Seite des Buches angekommen zu sein und die schöne Insel nun „verlassen“ zu müssen. (Zitat S. 269):

„Er wollte alles sehen, die Sonne, die auf dem blanken Wasser glühte, die weißen

Möwen; die grauen Felsen und die Strandschuppen jenseits des Sundes, die sich

so deutlich spiegelten, alles, was ihm lieb war, wollte er sehen. Am liebsten wollte

er die Hand ausstrecken und alles streicheln.“

Ein weiteres Merkmal der smaländischen Erzählungen sind die Feste und das damit verbundene Essen.

In dem hier beschriebenen Buch finden zwar keine Feste statt, aber das Essen spielt auch hier eine große Rolle.

Kurz nach der Ankunft auf Saltkrokan bekommt die Familie Melcherson ein reichhaltiges Essen von der Nachbarin, nachdem sie vergeblich versucht haben, den Ofen instand zu setzen. (Zitat S: 27-30):

„Hinterher in der Küche war die Stimmung ein wenig gedrückt. „Wir müssen eben

solange kalt essen“, sagte Malin. [...] „Ich bringe ihnen hier etwas Frikassee als

Einstandsessen, wenn sie vorlieb nehmen wollen“, sagte Märta Grankvist. [...]

„ ...und bis er das Frikassee erfand“, sagte Niklas und stopfte sich so viel auf ein-

mal in den Mund, dass er nicht mehr sprechen konnte.“

Somit erkennt man schon zu Anfang des Buches, dass das Essen eine sehr große Rolle spielt. Auch dieses Merkmal begegnet dem Leser im gesamten Buch, bis hin zum letzten Kapitel. (Zitat S. 268):

„Sie aßen in ihrer Küche, und sie hatte noch mehr Butterbrote gemacht. Die

besten Butterbrote ihres Lebens, versicherten sowohl Melcher als auch Johann und Niklas. Kam es daher, weil sie seit dem Morgen nichts gegessen hatten oder weil alles plötzlich eine einzige große Seligkeit war, so dass auch die Butter- brote einen himmlischen Glanz erhielten und einen himmlischen Geschmack?“

Anhand dieser zwei Beispiele sollte bereits deutlich geworden sein, dass die Speisen für dieses Buch sehr wichtig sind.

Wie bereits erwähnt, werden keine großen Feste angesprochen, aber wie man besonders dem letzten Zitat entnehmen kann, ist für die Darsteller dieses Buches das Essen etwas so Großartiges, dass sie fast ein kleines Fest daraus machen und ihre Speisen regelrecht genießen.

[...]

Ende der Leseprobe aus 20 Seiten

Details

Titel
Ferien auf Saltkrokan - Betrachtung des Mädchenbildes unter Berücksichtigung des traditionellen Rollenbildes
Hochschule
Universität Duisburg-Essen
Note
2
Autor
Jahr
2004
Seiten
20
Katalognummer
V38988
ISBN (eBook)
9783638378963
Dateigröße
532 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Ferien, Saltkrokan, Betrachtung, Mädchenbildes, Berücksichtigung, Rollenbildes
Arbeit zitieren
Daniela Rusche (Autor), 2004, Ferien auf Saltkrokan - Betrachtung des Mädchenbildes unter Berücksichtigung des traditionellen Rollenbildes, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/38988

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