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Sachunterricht zwischen Wissenschaftsorientierung, grundlegender Bildung und Kindgemäßheit

Title: Sachunterricht zwischen Wissenschaftsorientierung, grundlegender Bildung und Kindgemäßheit

Seminar Paper , 1999 , 57 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Anonym (Author)

Didactics - Regional History and Geography
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Der Sachunterricht hat im Laufe seiner Entwicklung verschiedene Richtungen eingeschlagen und sich an unterschiedlichen Denkweisen orientiert. Die Heimatkunde, geprägt von der sogenannten "Kindgemäßheit", wurde von der Wissenschaftsorientierung der 70er Jahre abgelöst. Diese großen Akzente der Geschichte des Sachunterrichts, aber auch viele weitere kleinschrittigere Denkrichtungen haben sich auf die Gestaltung des Sachunterrichts bis heute ausgewirkt. Das neueste Schlagwort, das den Sachunterricht der Zukunft sicherlich ebenfalls weitreichend beeinflussen wird, ist die von Walter Köhnlein neu definierte "Grundlegende Bildung". In der folgenden Arbeit sollen die Denkansätze der "Grundlegenden Bildung" und der "Wissenschaftsorientierung" vorgestellt werden. Ausgangspunkt für W. Köhnlein ist "die gesellschaftliche Bedeutung des Bildungsbegriffs". Er versteht die pädagogische Aufgabe der Schule darin, die "Grundzüge einer Kultur" an die Schüler zu vermitteln. Bildung soll sich also auf die "Gemeinsamkeiten in einer Kultur" beziehen. Durch deren Betrachtung und durch den Einblick in ihre Strukturen und Inhalte sollen die Schüler dazu befähigt werden, sich orientieren zu können. Dies scheint ihm besonders wichtig, da sich unsere Gesellschaft als vielschichtig, pluralistisch darstellt mit "durchaus widerstreitende(n) Vorstellungen", die es Kindern heute schwer macht, ihren Standpunkt in ihr zu finden. Daher erhebt er Bildung "zur Leitkategorie für den Aufbau des Weltverständnisses junger Menschen". Zur Beantwortung der Frage, was Kindern nun vermittelt werden soll und nach welchen Prinzipien das geschenhen könnte, zieht W. Köhnlein Tenorth und Heymann heran, die den Begriff "allgemeine Bildung" "als die konkrete (pädagogische) Aufgabe... ein Bildungsminimum für alle zu sichern und zugleich die Kultivierung von Lernfähigkeit zu eröffnen" definiert haben. Dabei zielt der Begriff der allgemeine Bildung auf das Wesentliche unserer Kultur ab, auf die "Grunddimensionen menschlicher Interessen und Fähigkeiten". Denn erst wenn diese als solche erkannt und als Konzepte schematisiert werden konnten, bietet sich dem Schüler die Möglichkeit, sich selbst darin einzuorden, seinen Standpunkt zu diesen Grunddimensionen für sich zu erkennen, zu finden oder auch abzuändern. [...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

I. Theorie

1. Grundlegende Bildung

1. 1 Definition

1. 2 Inhalte und Ziele grundlegender Bildung im Sachunterricht

1. 2. 1 Inhalte grundlegender Bildung

1. 2. 2 Ziele grundlegender Bildung allgemein

1. 2. 3 Ziele grundlegender Bildung im Sachunterricht

1. 2. 3. 1 Erkundung und kulturelle Rekonstruktion von Welt

1. 2. 3. 2 Formale Bildung

1. 3 Gestaltung

1. 3. 1 Das exemplarische Prinzip

1. 3. 2 Das genetische Prinzip

1. 3. 3 Ziele der didaktischen Prinzipien

1. 4 Beispiel eines Planungsmodells

2. Wissenschaftsorientierung

2. 1 Der Bayerische Lehrplan von 1971

2.1. 1 Vorgeschichte

2. 1. 2 Vorgaben der Präambel des Lehrplans von 1971

2. 1. 3 Inhalte und Ziele

2. 1. 4 Kritik am Bayerischen Lehrplan von 1971

2. 1. 5 Umorientierung und Umbennenung von Sachunterricht in Heimat- und Sachkunde

2.2 Der Bayerische Lehrplan für die Grundschule von 1981

2. 2. 1 Merkmale des Bay. LP ‘81

2. 2. 2 Neuerungen des Bay. Lehrplans von 1981 gegenüber dem Bay. Lehrplan von 1971

2. 2. 3 Heimat- und Sachkunde im Bay. Lehrplan von 1981

2. 2. 4 Konsequenzen für den Lehrer

2. 2. 5 Neuerungen im Unterricht

2. 3 Wissenschaftsorientierung im Unterricht

2. 3. 1 Begriff „Wissenschaftsorientierter Unterricht“

2. 3. 2 Merkmale des wissenschaftsorientierten Unterrichts

2. 3. 3 Ziele des wissenschaftsorientierten Unterrichts

2. 4 Geschlossene Curricula

2. 4. 1 „Science Curriculum Improvement Study“ (SCIS)

2. 4. 2 Science – A Process Approach ( S-APA)

2. 5 Offene Curricula

Methodik

II. Methodische Planung, Verlauf und Reflexion der Seminarsitzung

1. Grundlegende Bildung

2. Wissenschaftsorientierung

3. Abschluss

4. Allgemeine Bemerkungen

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die historische und gegenwärtige Entwicklung des Sachunterrichts in der Grundschule und setzt sich kritisch mit den Spannungsfeldern zwischen Wissenschaftsorientierung, grundlegender Bildung und Kindgemäßheit auseinander, um zeitgemäße Gestaltungsmöglichkeiten für den Unterricht zu evaluieren.

  • Grundlegende Bildung als Leitkategorie für den Aufbau von Weltverständnis
  • Didaktische Prinzipien wie das exemplarische und genetische Prinzip
  • Die historische Entwicklung bayerischer Lehrpläne seit 1971
  • Konzepte geschlossener und offener Curricula am Beispiel von SCIS, S-APA und NJSP

Auszug aus dem Buch

1. 3. 2 Das genetische Prinzip

Das genetische Prinzip ist nach W. Köhnlein eng mit dem bereits dargestellten Exemplarischen Prinzip verbunden; inwieweit dies der Fall ist, kann durch die Darstellung der Unterrichtsstruktur eines genetischen Unterrichts ersichtlich werden.

Den Ausgangspunkt bildet ein Ereignis, das den Schülern in seiner Ursache und in seinen Zusammenhängen nicht einsichtig und verständlich ist. Eine Annäherung an das Ereignis, die zu einer "weiterführenden Einsicht"83 führen soll, soll sich "im Gespräch und im erkundenden Handeln"84 vollziehen. Dies schließt "Phasen des ruhigen Anschauens, des Staunens, des Spiels mit Gedanken"85 ein, wobei Schüler ihre Ideen austauschen, Experimente entwickeln und durchführen und die daraus entstandenen Vermutungen überprüfen sollen. W. Köhnlein nennt diesen Abschnitt des Diskurses der Schüler, der "Denken und Handeln verbindet"86, der "Vorstellungen auf(...)baut oder korrigiert (...) Übereinkünfte" trifft oder wieder verwirft und "schließlich Ergebnisse"87 fixiert, "Such- und Erkundungsprozeß"88. Der Lehrer sollte die Schüler dazu zwar anleiten, aber die Schüler arbeiten mit "eigenständigen Mitteln"89 und ohne vom Lehrer "vorgefertigte, angelernte Begriffe"90. Das Wichtige und Entscheidende dabei ist also, dass die Schüler in Verlauf ihres "produktive(n) Austausch(es) (...) immer wieder zu bisher noch nicht Gedachtem und noch nicht Formuliertem vordringen"91.

Hieraus ist das Wesen eines genetischen Unterrichts ersichtlich, nämlich, dass "die Ergebnisse der gemeinsamen Arbeit von ihren Entstehungsprozessen"92 nicht getrennt werden, "d.h. die Art und Weise der Entstehung des Wissens oder eines Produktes gehören zu diesem selbst und sind in den Erkenntnisprozeß eingeschlossen"93.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Theorie: Dieser Abschnitt beleuchtet theoretische Konzepte wie "Grundlegende Bildung" und "Wissenschaftsorientierung" sowie deren Bedeutung für den Sachunterricht.

1. Grundlegende Bildung: Hier werden Definitionen und Ziele der grundlegenden Bildung sowie Gestaltungsmöglichkeiten und Planungsmodelle für den Sachunterricht erörtert.

2. Wissenschaftsorientierung: Dieses Kapitel analysiert die Entwicklung der bayerischen Lehrpläne von 1971 bis 1981 und diskutiert verschiedene Curricula-Konzepte.

Methodik: Reflexion über die methodische Durchführung und Planung der wissenschaftlichen Seminarsitzung zu den behandelten Themen.

II. Methodische Planung, Verlauf und Reflexion der Seminarsitzung: Detaillierte Darstellung des Ablaufs der Seminarsitzung, von der Zielsetzung über die Arbeitsschritte bis hin zum Feedback.

III. Literaturverzeichnis: Auflistung aller verwendeten Quellen und Werke für die Seminararbeit.

Schlüsselwörter

Sachunterricht, Grundlegende Bildung, Wissenschaftsorientierung, Kindgemäßheit, Bayerischer Lehrplan, Didaktische Prinzipien, Genetisches Prinzip, Exemplarisches Prinzip, Didaktische Netze, Geschlossene Curricula, Offene Curricula, Problemlösendes Lernen, Entdeckendes Lernen, Kulturaneignung, Unterrichtsplanung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert die historische und didaktische Entwicklung des Sachunterrichts, insbesondere den Wandel von der Heimatkunde hin zu wissenschaftsorientierten Ansätzen.

Welche zentralen Themenfelder stehen im Mittelpunkt?

Zentrale Themen sind die Konzepte der grundlegenden Bildung, die verschiedenen wissenschaftsorientierten Lehrplanmodelle in Bayern und Ansätze für eine innovative Unterrichtsgestaltung.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, den Spagat zwischen wissenschaftlicher Systematik und kindgerechter Welterschließung im Sachunterricht theoretisch aufzuarbeiten.

Welche wissenschaftlichen Methoden finden Anwendung?

Die Arbeit stützt sich primär auf die Analyse didaktischer Fachliteratur, Lehrplanauswertungen und die Reflexion von Unterrichtskonzepten wie dem genetischen und exemplarischen Prinzip.

Was wird im Hauptteil schwerpunktmäßig behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung zur Bildung und Wissenschaftsorientierung sowie eine detaillierte Auseinandersetzung mit verschiedenen Curriculum-Modellen wie SCIS, S-APA und dem Nuffield Junior Science Project.

Welche Schlüsselbegriffe prägen die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind u.a. Grundlegende Bildung, Didaktische Netze, Wissenschaftsorientierung, Problemlösen und Handlungsfähigkeit.

Was unterscheidet das genetische Prinzip vom exemplarischen Prinzip?

Während das exemplarische Prinzip den Fokus auf die Konzentration auf bildungsbedeutsame, essenzielle Inhalte legt, betont das genetische Prinzip die aktive Auseinandersetzung und die Rekonstruktion von Wissen durch die Schüler selbst.

Warum wird im Dokument das Modell der "Didaktischen Netze" eingeführt?

Es dient als Planungsmodell für Lehrer, um die Gratwanderung zwischen einer zu starken Fachorientierung und einer drohenden Trivialisierung des Sachunterrichts zu meistern.

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Details

Title
Sachunterricht zwischen Wissenschaftsorientierung, grundlegender Bildung und Kindgemäßheit
College
University of Bamberg
Grade
2,0
Author
Anonym (Author)
Publication Year
1999
Pages
57
Catalog Number
V39028
ISBN (eBook)
9783638379267
Language
German
Tags
Sachunterricht Wissenschaftsorientierung Bildung Kindgemäßheit
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Anonym (Author), 1999, Sachunterricht zwischen Wissenschaftsorientierung, grundlegender Bildung und Kindgemäßheit, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/39028
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