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Die Taliban als Produkt des afghanischen Bürgerkrieges - Herkunft, Religion und Politik

Title: Die Taliban als Produkt des afghanischen Bürgerkrieges - Herkunft, Religion und Politik

Term Paper , 2004 , 19 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Marko Tomasini (Author)

Politics - Region: Near East, Near Orient
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Mit den Attentaten des 11. September 2001, meldete sich neben Osama bin Laden auch ein Land zurück auf der Bühne der internationalen Politik, dass lange Zeit fast vergessen war.

Das Gespenst „Taliban“ war nun wieder in aller Munde, obwohl eigentlich niemand so recht wusste, wer diese Taliban sind, was sie mit ihrer Politik bezwecken und woher sie kamen. Taliban wurde all zu oft gleichgesetzt mit internationalem Terrorismus, was so allerdings nicht ganz zutreffend ist und so war der Krieg gegen diesen Terrorismus folglich auch ein Krieg gegen die Taliban. Was jahrelang versäumt wurde sollte nun, Ende 2001, so schnell wie möglich erledigt werden – Veränderung der Umstände in Afghanistan. Jetzt schmiedete man eine weltweite Koalitionen aus den verschiedensten Ländern, die allesamt und gemeinsam gegen diesen Feind der westlichen Zivilisation vorzugehen gedachte, das was man seit spätestens 1996 nicht im Stande war zu vollbringen, geschah nun mit rasender Geschwindigkeit. Wer aber diese Taliban nun tatsächlich sind, wissen immer noch die wenigsten. Bis auf wenige Dinge, wie zum Beispiel die Burqa als Pflichtbekleidung für Frauen, weiß man in der Regel nicht viel über Afghanistan unter der Führung der Taliban. In dieser Arbeit will ich auf diese Dinge eingehen, indem ich versuchen werde, die geistigen Ursprünge zu erläutern, die politische Situation Afghanistans vor den Taliban zu schildern und die Denkweise der Taliban darzulegen. Dabei soll auf zu viele Einzelheiten des afghanischen Bürgerkrieges und Feldzuges der Taliban verzichtet werden. Auch will ich auf die internationale Politik und die Außenpolitik der Taliban nicht weiter eingehen.

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Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die religiösen Ursprünge

2.1 Deobandismus

2.2 Die Rolle der Madrassas in Pakistan

3. Herkunft der Taliban

3.1 Die politischen Umstände 1989 – 1994

3.2 Erstmaliges Auftreten als Kriegspartei

4. Das Verständnis vom Islam

4.1 Die Auslegung der Scharia

4.2 Ursachensuche

5. Resümee

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht die Entstehung und ideologische Ausrichtung der Taliban als direktes Resultat des afghanischen Bürgerkrieges. Ziel ist es, die religiösen Wurzeln, die politischen Rahmenbedingungen in Afghanistan und Pakistan sowie die Beweggründe für die rigide gesellschaftspolitische Auslegung der Scharia durch die Taliban zu analysieren und zu kontextualisieren.

  • Religiöse Fundamente und der Einfluss des Deobandismus
  • Die strategische Rolle pakistanischer Madrassas
  • Politische Instabilität in Afghanistan zwischen 1989 und 1994
  • Gesellschaftliche Auswirkungen der Taliban-Herrschaft
  • Ursachenanalyse der fundamentalistischen Politik

Auszug aus dem Buch

3.2 Erstmaliges Auftreten als Kriegspartei

Die Herkunft des Namens „Taliban“ ist schnell erklärt. Als die Lage in Afghanistan immer unübersichtlicher wurde und eine politische Lösung nicht absehbar war, kam es 1994 zu einem Treffen mehrerer Mullahs in Kandahar. Die Versammlung rund um Mullah Omar war sich durchaus nicht in allen Punkten einig, als man überlegte, wie man einen Ausweg aus der chaotischen Situation finden könnte. Allerdings stand für alle fest, das man mit Hilfe des Islam und der Scharia wieder Frieden herstellen müsse, die Bevölkerung zu entwaffnen ist und der islamische Charakter Afghanistan wieder hergestellt werden muss. Da dieses Treffen aus zumeist ehemaligen Koranschülern bestand, gab man sich den Namen Taliban (talib = Student/ein nach Wissen strebender; taliban = Plural), um so gleich eine Abgrenzung zu den Machthungrigen Mudschaheddin herzustellen.

Tatsächlich kann angenommen werden, dass am Anfang der Bewegung kein Interesse darin bestand, die Führung des Landes zu übernehmen, oder auf andere Art und Weise politisch tätig zu werden. Vielmehr stand für die Taliban im Mittelpunkt der Religion wieder Geltung zu verschaffen, und für Arme, Frauen und Kinder zu kämpfen, also Vorkommnisse wie die Vergewaltigung an Jungen und Mädchen zu rächen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die globale Aufmerksamkeit für die Taliban nach den Ereignissen des 11. September 2001 und skizziert das Forschungsziel, die geistigen und politischen Hintergründe der Bewegung ohne detaillierte Chronologie des gesamten Bürgerkrieges zu erläutern.

2. Die religiösen Ursprünge: Dieses Kapitel verortet die Taliban als Produkt der afghanischen Geschichte seit 1979 und setzt sie in den Kontext der islamischen Welt sowie der afghanischen Tradition.

2.1 Deobandismus: Hier wird die Gründung und Ausrichtung der Deoband-Bewegung als zukunftsorientierte, islamische Schulbewegung analysiert, die als ideologische Basis für das Verständnis der Taliban dient.

2.2 Die Rolle der Madrassas in Pakistan: Das Kapitel untersucht die Entwicklung des Deobandismus in Pakistan zu einer politisch aktiven Bewegung, die insbesondere durch die Ausbildung fundamentalistischer Eliten und logistische Unterstützung für Kämpfer maßgeblich zur Stärkung der Taliban beitrug.

3. Herkunft der Taliban: Es wird dargelegt, dass die Taliban nicht aus einem Vakuum entstanden, sondern als Folge der politischen Instabilität, der sowjetischen Invasion und des anschließenden Bürgerkrieges.

3.1 Die politischen Umstände 1989 – 1994: Eine Analyse der Machtverhältnisse nach dem Rückzug der Sowjetunion, geprägt durch wechselnde Bündnisse, den Zerfall staatlicher Strukturen und den daraus resultierenden unübersichtlichen Bürgerkrieg.

3.2 Erstmaliges Auftreten als Kriegspartei: Beschreibung der Anfänge der Taliban-Bewegung in Kandahar als Gruppe, die primär soziale Ungerechtigkeiten bekämpfen wollte und durch militärische Erfolge gegen lokale Milizen an Bedeutung gewann.

4. Das Verständnis vom Islam: Dieses Kapitel beleuchtet das Fehlen einer formalen Gesetzgebung unter den Taliban und ihre Rückbesinnung auf den Koran sowie ein idealisiertes Gottesbild nach dem Vorbild des frühen Zeitalters Muhammads.

4.1 Die Auslegung der Scharia: Detaillierte Darstellung der restriktiven Verordnungen, insbesondere in Bezug auf Frauenrechte, die Rolle der Religionspolizei und die rigiden Bestrafungsmethoden.

4.2 Ursachensuche: Eine Diskussion theoretischer Lösungsansätze, warum die Taliban eine derart extreme Politik verfolgten, unter Berücksichtigung von Ehre, Machtwahrung und der spezifischen Sozialisation ihrer Kämpfer.

5. Resümee: Die abschließende Betrachtung fasst zusammen, dass die Taliban ein politisiertes Phänomen des islamischen Fundamentalismus sind, das aus der Enttäuschung über das Bürgerkriegschaos und einem extremen Bedürfnis nach Ordnung entstand.

Schlüsselwörter

Taliban, Afghanistan, Bürgerkrieg, Islam, Scharia, Deobandismus, Madrassas, Pakistan, Fundamentalismus, Mullah Omar, Mudschaheddin, Frauenpolitik, Religionspolizei, Machtpolitik, Politische Geschichte

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Herkunft, religiöse Ideologie und die politischen Bedingungen, die zur Entstehung und Machtübernahme der Taliban in Afghanistan geführt haben.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen umfassen die Geschichte des afghanischen Bürgerkrieges, die Rolle der Deobandi-Schulbewegung, die strategische Bedeutung pakistanischer Madrassas sowie die rigorose Interpretation und Umsetzung der Scharia.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, ein besseres Verständnis für die Entstehung der Taliban zu schaffen, indem dargelegt wird, dass diese Gruppe nicht aus einem kulturellen Vakuum, sondern als Produkt einer spezifischen, kriegsgeprägten historischen Entwicklung hervorgegangen ist.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine deskriptiv-analytische Hausarbeit, die auf politikwissenschaftlicher und religionswissenschaftlicher Literatur basiert, um historische Zusammenhänge und ideologische Strömungen zu erläutern.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung religiöser Ursprünge, der politischen Instabilität Afghanistans zwischen 1989 und 1994, des Aufstiegs der Taliban als Akteur sowie eine tiefgehende Analyse ihres Islam-Verständnisses und ihrer Frauenpolitik.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wesentliche Schlüsselbegriffe sind Taliban, Afghanistan, Deobandismus, Scharia, Bürgerkrieg, Madrassas und fundamentalistische Ideologie.

Wie erklärt der Autor die besonders strenge Frauenpolitik der Taliban?

Der Autor führt dies auf eine Kombination aus der patriarchalen Sozialisation der Kämpfer, dem Versuch, die durch den Krieg verletzte männliche Ehre wiederherzustellen, und der Angst der Führungsebene vor Machtverlust durch westlichen kulturellen Einfluss zurück.

Welche Rolle spielten die pakistanischen Madrassas für die Taliban?

Sie dienten als entscheidende Sammelbecken für eine fundamentalistische Elite, boten militärisches Training an und fungierten als logistische Basis, um Kämpfer und finanzielle Mittel für den Konflikt in Afghanistan bereitzustellen.

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Details

Title
Die Taliban als Produkt des afghanischen Bürgerkrieges - Herkunft, Religion und Politik
College
University of Erfurt  (Philosophische Fakultät)
Course
Politischer Islam
Grade
2,0
Author
Marko Tomasini (Author)
Publication Year
2004
Pages
19
Catalog Number
V39055
ISBN (eBook)
9783638379458
ISBN (Book)
9783638824163
Language
German
Tags
Taliban Produkt Bürgerkrieges Herkunft Religion Politik Politischer Islam
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Marko Tomasini (Author), 2004, Die Taliban als Produkt des afghanischen Bürgerkrieges - Herkunft, Religion und Politik, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/39055
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