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Bilingualer Sachfachunterricht an kaufmännischen Schulen. Eine Bedingungsprüfung

Title: Bilingualer Sachfachunterricht an kaufmännischen Schulen. Eine Bedingungsprüfung

Examination Thesis , 2004 , 150 Pages , Grade: sehr gut (1,0)

Autor:in: Daniel Kramer (Author)

Didactics for the subject English - Pedagogy, Literature Studies
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Summary Excerpt Details

In den letzten Jahren und Jahrzehnten ist die Forderung nach mehr und besseren Fremdsprachenqualifikationen für deutsche Berufsschüler immer lauter und immer dringender geworden, vor allem unter dem Schlagwort der Globalisierung. Hinter diesem vielzitierten Begriff verbergen sich so unterschiedliche Entwicklungen wie die Verschärfung des weltweiten Wettbewerbs um Kapitalzuflüsse und die harte Konkurrenz von weit auseinanderliegenden Standorten um Arbeitsplätze, aber auch der voranschreitende Abbau von Zoll- und Handelschranken innerhalb und außerhalb Europas und die gestiegenen Chancen für persönliche berufliche Mobilität. Sowohl für die volkswirtschaftliche als auch für die persönliche Wettbewerbsfähigkeit auf dem globalen Markt sind fremdsprachliche Kompetenzen entscheidend.

In der vorliegenden Arbeit wird untersucht, wie das an deutschen Schulen des allgemeinbildenden Schulwesens verbreitete Konzept des bilingualen Sachfachunterrichts auf kaufmännische Berufsschulen übertragen werden kann, um während der Berufsausbildung fremdsprachliche Kompetenzen zu fördern. Als zukünftiger Lehrer sowohl der Fremdsprache Englisch als auch der Fachrichtung Wirtschaft an dieser Schulform interessiert mich insbesondere die mögliche Verknüpfung meiner Fakulten im Sinne eines Content and Language Integrated Learning (CLIL), einer noch recht jungen Bezeichnung für die Verwendung von Fremdsprachen in Sachfächern. Die Leitfragen, die sich hier stellen, sind verschiedener Natur. So muss geklärt werden, ob das Konzept überhaupt anwendbar ist und in welcher Ausprägung, in welchem Umfang, mit welchen fachlichen Inhalten und mit Hilfe welcher Materialien es umgesetzt werden kann.

Neben der systematischen Analyse im Rahmen der einzelnen Kapitel habe ich diese Arbeit auch zum Anlass genommen, probeweise eine Unterrichtseinheit bilingual an einer kaufmännischen Berufsschule zu unterrichten. Bei dieser Stunde habe ich einen der in Kapitel fünf analysierten Texte als Unterrichts-material verwendet. Da diese Unterrichtseinheit nicht Grundlage und Gegenstand dieser Arbeit ist, sondern lediglich als Ergänzung zu betrachten ist, ist die Probestunde nur im Anhang 2 kurz dokumentiert. Es wird zwar an einigen Stellen in dieser Arbeit auf Parallelen zwischen theoretischer Darstellung und exemplarischer Umsetzung sowie auf Ergebnisse der Evaluation verwiesen, Schlussfolgerungen können jedoch auf Basis dieser Stichprobe kaum gezogen werden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Anforderungen an berufsbezogene Fremdsprachenkompetenz

2.1 Allgemeine und berufliche Bildung

2.2 Allgemeine und berufsbezogene Fremdsprachenkompetenz

2.3 Grundfragen des berufsbezogenen Fremdsprachenunterrichts

2.4 Die Berufsschule: Institutioneller Rahmen und Bildungsauftrag

2.4.1 Das duale System als Teil des beruflichen Schulwesens

2.4.2 Bildungsauftrag der Berufsschule im dualen System

2.5 Fremdsprachenkompetenz: Bedarf und Bedürfnisse

2.5.1 Einleitung und Begriffsbestimmung

2.5.2 Bedarf an Fremdsprachenkompetenz: Anforderungen der Wirtschaft

2.5.3 Individuelle Fremdsprachenbedürfnisse

3. Situation der Fremdsprachenausbildung in der Berufsschule

3.1 Quantitative Aspekte

3.1.1 Umfang und Stellung des Fremdsprachenunterrichts

3.1.2 Curriculare Einordnung des Fremdsprachenunterrichts in ausgewählten Berufen

3.2 Qualitative Aspekte

3.2.1 Überblick

3.2.2 Leitprinzipien berufsbezogenen Englischlernens

3.2.3 Lehrpläne und Richtlinien für berufsbezogenen Englischunterricht

3.3 Möglichkeiten zur Verbesserung des Fremdsprachenunterrichts

4. Bilingualer Unterricht: Eine Einführung

4.1 Grundlegendes zu Terminologie und Hintergrund

4.2 Ausgewählte Konzepte

4.2.1 Immersionsunterricht in Kanada

4.2.2 Das deutsche Modell des „bilingualen Sachfachunterrichts“

4.2.3 Das österreichische Modell „Englisch als Arbeitssprache“

4.2.4 Überblick und Versuche zur Kategorisierung

4.3 Ergebnisse und Fundierung des bilingualen Unterrichts

4.3.1 Untersuchungen zur Effektivität

4.3.2 Fremdsprachendidaktische und lernpsychologische Fundierung

4.4 Fragen der Sachfach- und Sprachdidaktik

4.4.1 Content and language integrated learning

4.4.2 Einzelne Fächer und ihre Eignung für CLIL

4.4.3 Die Wirtschaftslehre und ihre Eignung für CLIL

4.5 Methodisch-didaktische Aspekte bilingualen Unterrichts

4.5.1 Sprachbezogene Kognitivierung

4.5.2 Texte und Materialien für bilingualen Unterricht

4.5.3 Lernerzentrierung und Sprachproduktion

4.6 Bilingualer Unterricht an Berufsschulen

5. Bedingungsanalyse zum bilingualen Wirtschaftslehreunterricht bei Industriekaufleuten

5.1 Zur Auswahl des Bildungsgangs und Ausbildungsberufs

5.2 Curriculare und organisatorische Rahmenbedingungen

5.3 Fremdsprachliche Vorbildung und Rahmenbedingungen

5.4 Berufs- und wirtschaftspädagogische Unterrichtsprinzipien

5.5 Exemplarische Skizze eines bilingualen Moduls: Authentische Texte und ihre Eignung

5.5.1 Zur Auswahl des Lernfelds

5.5.2 Zur Auswahl von Unterrichtsmaterialien

5.5.3 Beurteilung der ausgewählten Texte

5.5.3.1 Analyse der inhaltlichen Eignung

5.5.3.2 Darstellung der sprachlichen Analysekriterien

5.5.3.3 Analyse der sprachlichen Eignung

5.5.4 Schlussfolgerungen aus der Analyse der Texte

6. Schlussbemerkungen

6.1 Übertragbarkeit auf andere Bildungsgänge des Berufskollegs

6.2 Übertragbarkeit auf andere Sprachen

6.3 Perspektiven der Umsetzung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Anwendbarkeit des Konzepts des bilingualen Sachfachunterrichts (Content and Language Integrated Learning - CLIL) auf kaufmännische Berufsschulen, um fremdsprachliche Kompetenzen während der Ausbildung zu fördern. Im Zentrum der Forschungsfrage steht die Analyse der Bedingungen unter denen ein solcher Unterricht erfolgreich an Berufsschulen, beispielhaft illustriert am Ausbildungsberuf Industriekaufmann/-frau, implementiert werden kann.

  • Bedingungsprüfung für bilingualen Unterricht an kaufmännischen Schulen
  • Anforderungen der Wirtschaft an Fremdsprachenkompetenz
  • Integration von Fachunterricht (Wirtschaftslehre) und Fremdsprache (Englisch)
  • Entwicklung und Analyse geeigneter Unterrichtsmaterialien (CLIL-Module)
  • Didaktische Konzepte für handlungsorientierten Fremdsprachenunterricht

Auszug aus dem Buch

Die Berufsschule: Institutioneller Rahmen und Bildungsauftrag

Die berufliche Erstausbildung vollzieht sich im deutschsprachigen Raum in der Regel im sogenannten dualen System, dessen wesensbildendes Merkmal die parallele Ausbildung an den Lernorten Betrieb und Berufsschule ist. Die Ausbildung am Lernort Betrieb wird in Deutschland durch Bundesrecht im Berufsbildungsgesetz (BBiG) bzw. in der Handwerksordnung (HwO) geregelt und in berufsständischer Selbstverwaltung durch Industrie- und Handelskammern bzw. Handwerkskammern organisiert. Für den Lernort Berufsschule gilt jedoch nach dem föderalen Prinzip die Bildungshoheit der Bundesländer, die sich teilweise in der Kultusministerkonferenz (KMK) abstimmen und ansonsten den Schulbereich autonom regeln. Das duale System ist geprägt durch die besonders laut artikulierte Forderung nach direkter beruflicher Relevanz; die Berufsschule steht somit unter starkem Rechtfertigungszwang ihrer Inhalte und Methoden.

Zur Bedingungsanalyse für bilingualen Unterricht an kaufmännischen Berufsschulen soll nun deren Bildungsauftrag untersucht werden. Laut der Handreichungen für die Erarbeitung von Rahmenlehrplänen [...] hat die Berufsschule „die Aufgabe, den Schülerinnen und Schülern berufliche und allgemeine Lerninhalte unter besonderer Berücksichtigung der Anforderungen der Berufsausbildung zu vermitteln“ (KMK 2000: 8). Dieser doppelte Auftrag wird einerseits widergespiegelt durch die Aufteilung des Unterrichts in einen berufsbezogenen (nach Maßgabe der Handreichungen berufsspezifisch zu gestaltenden) und einen berufsübergreifenden Teil (mit den für alle Berufe verpflichtenden Fächern Deutsch/Kommunikation, Religionslehre, Politik/Gesellschaftslehre und Sport/Gesundheitsförderung), andererseits aber zusammengeführt im Ziel der Entwicklung von Handlungskompetenz.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Notwendigkeit besserer Fremdsprachenqualifikationen für Berufsschüler ein und beschreibt das Ziel, das Konzept des bilingualen Sachfachunterrichts auf kaufmännische Berufsschulen zu übertragen.

2. Anforderungen an berufsbezogene Fremdsprachenkompetenz: Dieses Kapitel untersucht die theoretischen Grundlagen und Erwartungen verschiedener Akteure (Wirtschaft, Pädagogik) an die fremdsprachliche Ausbildung im beruflichen Kontext.

3. Situation der Fremdsprachenausbildung in der Berufsschule: Hier wird der aktuelle Ist-Zustand des Fremdsprachenunterrichts an Berufsschulen, inklusive statistischer Daten und lehrplanmäßiger Einordnungen, detailliert dargestellt.

4. Bilingualer Unterricht: Eine Einführung: Das Kapitel erläutert das Konzept des bilingualen Unterrichts bzw. CLIL, diskutiert verschiedene internationale Modelle und beleuchtet die didaktische und lernpsychologische Fundierung.

5. Bedingungsanalyse zum bilingualen Wirtschaftslehreunterricht bei Industriekaufleuten: Dieses zentrale Kapitel führt eine spezifische Bedingungsanalyse für den Industriekaufmann/-frau durch und evaluiert authentische Unterrichtsmaterialien für ein bilinguales Modul.

6. Schlussbemerkungen: Die Arbeit schließt mit einer zusammenfassenden Bewertung der Umsetzbarkeit und Perspektiven des bilingualen Unterrichts an Berufskollegs sowie seiner Übertragbarkeit auf andere Sprachen und Bildungsgänge.

Schlüsselwörter

Bilingualer Sachfachunterricht, CLIL, Berufsschule, Industriekaufleute, Fremdsprachenkompetenz, Handlungsorientierung, Lernfeldkonzept, Fremdsprachendidaktik, Wirtschaftslehre, Authentizität, Berufsbildung, Sprachproduktion, Kompetenzniveau, Fremdsprachenbedarf, duales System

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit?

Die Arbeit untersucht, wie das Konzept des bilingualen Sachfachunterrichts (CLIL) auf die kaufmännische Berufsschule übertragen werden kann, um die Fremdsprachenkompetenz von Auszubildenden gezielt zu fördern.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zu den Schwerpunkten zählen der institutionelle Rahmen des dualen Systems, die Anforderungen der Wirtschaft an Fremdsprachenkenntnisse, didaktische Prinzipien des handlungsorientierten Unterrichts sowie die praktische Analyse von Unterrichtsmaterialien für bilinguale Module.

Welches Ziel verfolgt die Arbeit?

Primäres Ziel ist die Bedingungsanalyse für die Implementierung bilingualen Unterrichts, beispielhaft demonstriert am Ausbildungsberuf Industriekaufmann/-frau, um ein realistisches Umsetzungsszenario für die Berufsschulpraxis zu entwickeln.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Fundierung durch aktuelle Fachdidaktik-Literatur, einer statistischen Analyse des Fremdsprachenbedarfs und -angebots, einer curricularen Analyse sowie einer empirischen Stichprobe durch die Dokumentation einer selbst durchgeführten bilingualen Probestunde.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der berufsbezogenen Anforderungen, die Bestandsaufnahme der derzeitigen Fremdsprachenausbildung, die theoretische Einführung in CLIL sowie die detaillierte Bedingungsanalyse für den Wirtschaftslehreunterricht bei Industriekaufleuten.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind Bilingualer Sachfachunterricht, CLIL, Berufsschule, Handlungsorientierung, Lernfeldkonzept, Fremdsprachendidaktik, Wirtschaftslehre und Authentizität.

Warum wird gerade der Industriekaufmann als Beispiel gewählt?

Dieser Beruf eignet sich als Beispiel besonders gut, da er eine große Spannweite an Unternehmen abdeckt und sein Lehrplan das fachliche Spektrum der Betriebswirtschaftslehre repräsentativ abbildet, was eine gezielte Integration bilingualer Module ermöglicht.

Wie werden die Unterrichtsmaterialien für das bilinguale Modul analysiert?

Die Materialien werden sowohl auf ihre inhaltliche Eignung für das Fach Wirtschaftslehre als auch auf ihre sprachliche Komplexität (semantische und syntaktische Analyse sowie kognitionspsychologische Kriterien) hin überprüft.

Welche Rolle spielt Englisch als "lingua franca"?

Die Arbeit konstatiert die monopolartige Stellung des Englischen als "lingua franca" im beruflichen Kontext, was als Ausgangspunkt für die Ausrichtung des Unterrichts an realistischen, globalen Verwendungssituationen dient.

Excerpt out of 150 pages  - scroll top

Details

Title
Bilingualer Sachfachunterricht an kaufmännischen Schulen. Eine Bedingungsprüfung
College
University of Dortmund  (Institut für Anglistik und Amerikanistik)
Grade
sehr gut (1,0)
Author
Daniel Kramer (Author)
Publication Year
2004
Pages
150
Catalog Number
V39080
ISBN (eBook)
9783638379632
ISBN (Book)
9783638790390
Language
German
Tags
Bilingualer Sachfachunterricht Schulen Eine Bedingungsprüfung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Daniel Kramer (Author), 2004, Bilingualer Sachfachunterricht an kaufmännischen Schulen. Eine Bedingungsprüfung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/39080
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