Man kann von Fidel Castro halten was man will. Die einen sehen in ihm einen Diktator, die anderen einen Befreier oder den letzten Streiter für den Sozialismus. Egal welche Meinung man hat, man muss Kubas Staatschef auf jeden Fall zugestehen, ein Phänomen zu sein. Seit über 40 Jahren im Amt, seit über 40 Jahren ununterbrochen Im Kampf gegen den Kapitalismus. Seine Reden enden regelmäßig mit den Parolen: „Vaterland oder Tod!“ und „Wir werden siegen!“. Siegen über den Kapitalismus, gegen die USA, gegen die Missstände im eigenen Land.
Die Frage, wie es in einem Land aussieht, das sich 40 Jahre im ‚Revolutionszustand’ befindet, soll der rote Faden dieser Hausarbeit sein, die im Rahmen des Seminars „Politik und politische Systeme in Lateinamerika“ unter der Leitung von Prof. Nikolaus Werz entstand.
Es soll untersucht werden, wie die geschichtspolitische Entwicklung hin zu einem der letzten sozialistischen Systeme verlief, weiterhin soll eine „Bestandsaufnahme“ des politischen Systems und der gesellschaftlichen Situation erfolgen. Darüber hinaus soll versucht werden, in die Zukunft zu blicken, um eventuelle Entwicklungen, gerade auch im Hinblick auf den immer näher rückenden Wechsel an der Führungsspitze, der altersbedingt unausweichlich scheint, abzuschätzen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Geschichte Kubas
2.1. Kolonialzeit
2.2. Übergang zur Militärdiktatur
2.3. Die Revolution
2.4. Die Ära des Sozialismus
2.5. Zusammenbruch des Ostblocks
3. Kubas Situation
3.1. Wirtschaftliche Entwicklung in den letzten Jahren
3.2. Politische Entwicklung
3.3. Bevölkerung
4. Fidel Castro
4.1 Familie und Kindheit
4.2 Kuba = Fidel Castro?
5. Ausblick
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht die geschichtspolitische Entwicklung Kubas hin zu einem sozialistischen System, führt eine Bestandsaufnahme der aktuellen politischen und gesellschaftlichen Lage durch und analysiert mögliche Zukunftsszenarien nach einem absehbaren Führungswechsel.
- Historische Entwicklung Kubas von der Kolonialzeit bis zum Zusammenbruch des Ostblocks
- Analyse der wirtschaftlichen Transformation und der Einführung der "período especial"
- Untersuchung des politischen Systems und der Machtkonzentration auf Fidel Castro
- Soziale Auswirkungen der Dual-Währung und der Tourismusentwicklung
- Szenarienanalyse für die Post-Castro-Ära
Auszug aus dem Buch
4.2 Kuba = Fidel Castro?
Die in den Zeiten des bewaffneten Kampfes aufgebaute Popularität und der Mythos Fidel Castro strahlte weit über Kuba auf andere lateinamerikanische Länder aus. Hier wurde sozusagen der Grundstein gelegt, dass sich das System Kubas bisher immer noch gegen alle Widrigkeiten behaupten konnte. Aber kann ein politisches System wirklich nur durch die Ausstrahlung einer einzelnen Person so erfolgreich sein? Die Revolution fand vor über 40 Jahren statt, Fidel Castro ist mittlerweile ein alter Mann, der viel von seiner Vitalität eingebüsst hat. Die umjubelten Sozialreformen liegen lange zurück, und der Lebensstandard der Bevölkerung stagniert, die Schere zwischen arm und reich klafft immer weiter auseinander. Die Gründe für das funktionieren dieses eigentlich überalterten Systems sind vielfältiger Natur.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Arbeit beleuchtet die Rolle Fidel Castros und die Entwicklung Kubas im "Revolutionszustand" unter Berücksichtigung historischer und aktueller wirtschaftlicher Herausforderungen.
2. Geschichte Kubas: Dieses Kapitel zeichnet die historische Entwicklung von der spanischen Kolonialzeit über den Aufstieg Batistas und die Revolution von 1959 bis hin zum Zusammenbruch des Ostblocks nach.
3. Kubas Situation: Hier wird die wirtschaftliche Krise nach 1990 ("período especial"), die politische Machtstruktur sowie die soziale Lage der Bevölkerung in einem dualen Währungssystem analysiert.
4. Fidel Castro: Das Kapitel widmet sich der Biografie des Staatschefs und hinterfragt, inwieweit die Stabilität des kubanischen Systems primär an seine Person und seine Ausstrahlung gebunden ist.
5. Ausblick: Der Autor diskutiert verschiedene Zukunftsszenarien Kubas nach dem Rücktritt Fidel Castros, insbesondere die Möglichkeiten einer kontinuierlichen Entwicklung oder einer Systemtransformation.
Schlüsselwörter
Kuba, Fidel Castro, Sozialismus, Revolution, Wirtschaftsblockade, période especial, Transformation, USA, Planwirtschaft, Tourismus, Dual-Währung, Politik, Lateinamerika, Systemstabilität, Außenhandel.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die historische und aktuelle politische sowie wirtschaftliche Situation Kubas und beleuchtet dabei kritisch die Rolle des Langzeitherrschers Fidel Castro.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Die zentralen Themen umfassen die Geschichte Kubas, die Auswirkungen des Zusammenbruchs des Ostblocks auf die kubanische Wirtschaft, das politische System sowie die Bedeutung der Person Fidel Castro für die Stabilität des Landes.
Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?
Das Ziel ist eine Bestandsaufnahme des politischen und gesellschaftlichen Systems Kubas sowie eine fundierte Einschätzung möglicher zukünftiger Entwicklungen nach dem Ende der Ära Fidel Castro.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Arbeit nutzt eine historisch-analytische Methode, kombiniert mit einer strukturellen Untersuchung des aktuellen politischen Systems und einer szenarienbasierten Prognose für die Zukunft.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die historische Entwicklung, eine Analyse der aktuellen wirtschaftlichen und politischen Lage sowie eine kritische Betrachtung der Biografie und Machtstellung von Fidel Castro.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind unter anderem kubanischer Sozialismus, Embargo, Systemtransformation, US-Dollar-Zweitwährung, politische Lethargie und die "período especial".
Wie hat sich die wirtschaftliche Lage durch die "período especial" verändert?
Die Krise erzwang eine radikale wirtschaftliche Umstrukturierung, staatliche Wirtschaftskontrolle, eine Öffnung für den Tourismus sowie die Legalisierung des US-Dollars als Zweitwährung, um das Überleben des Staates zu sichern.
Welche Rolle spielt die USA bei der aktuellen Entwicklung Kubas?
Die USA prägen durch das Handelsembargo und Gesetze wie den "Helms-Burton-Act" maßgeblich die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und die politischen Entscheidungsspielräume der kubanischen Regierung.
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- MA Thorsten Schankin (Author), 2004, Kuba: Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/39113