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Der Labeling Approach

Title: Der Labeling Approach

Term Paper , 2004 , 23 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Sarikaya Arzu (Author)

Sociology - Methodology and Methods
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Zum ersten Mal begegnete ich der Thematik des abweichenden Verhaltens, als ich mein erstes Praxissemester bei der Bewährungshilfe in Konstanz absolviert habe. In der Arbeit mit Straffälligen wurde ich unmittelbar mit den verschiedensten Formen abweichenden Verhaltens und deren gesetzlichen Auswirkungen konfrontiert. Schon damals interessierte mich die Frage, warum und weshalb bestimmte Menschen in irgendeiner Form von den gesellschaftlich gesetzten Normen abweichen und oft mit der Strafjustiz in Berührung kommen. In meiner Hausarbeit werde ich mich intensiv mit drei wesentlichen Vertretern des sogenannten ,,Labeling Approach“ auseinandersetzen, da ich diese Theorie von abweichendem Verhalten persönlich sehr interessant finde und diese verschiedenen Sichtweisen einen bedeutenden Blick auf verschiedene Etikettierungs- und Zuschreibungsprozesse richtet. Da ich mein zweites Praxissemester voraussichtlich in der Vollzugsanstalt Konstanz machen werde, ist die Beschäftigung und kritische Auseinandersetzung mit dieser Thematik für mich selbst von großer Bedeutung.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

1.1 Motivation zur Themenwahl

1.2 Eingrenzung der Thematik

1.3 Aufbau der Arbeit

2. Definition wesentlicher Begriffe

2.1 Abweichendes Verhalten

2.2 Labeling Approach

3. Howard S. Becker: „Außenseiter“

3.1 Definition des Begriffes „Außenseiter“ nach Becker

3.2 Der Zusammenhang zwischen Außenseitern und abweichendem Verhalten

3.3 Verschiedene Arten abweichenden Verhaltens

3.4 Beispiele abweichenden Verhaltens nach Becker

3.4.1 Der Marihuana – Raucher

3.4.2 Der Tanzmusiker

4. Siegfried Lamnek: Theorien abweichenden Verhaltens

4.1 Die Theorien des „Labeling Approach“

4.2 Abweichendes Verhalten nach Becker

5. Fritz Sack: Die radikale Betrachtungsweise

5.1 Ziele der Analyse abweichenden Verhaltens

5.2 Die Wurzeln der Kriminologie

5.3 Die Pluralität von Normsystemen

6. Persönliche Reflexion

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit setzt sich kritisch mit dem „Labeling Approach“ auseinander, um zu verstehen, warum und wie bestimmte Menschen als abweichend etikettiert werden und welche Rolle dabei gesellschaftliche Definitionsmacht und soziale Kontrolle spielen. Die zentrale Forschungsfrage untersucht, inwiefern abweichendes Verhalten kein inhärentes Merkmal einer Handlung ist, sondern eine Konsequenz gesellschaftlicher Zuschreibungsprozesse darstellt.

  • Grundlagen des Labeling Approach und Definition abweichenden Verhaltens
  • Die Perspektive von Howard S. Becker und das Konzept des „Außenseiters“
  • Siegfried Lamneks Systematisierung von Etikettierungstheorien
  • Fritz Sacks radikaler Ansatz zur Kriminalsoziologie
  • Bedeutung der Erkenntnisse für die soziale Arbeit

Auszug aus dem Buch

3.1 Definition des Begriffes „Außenseiter“ nach Becker

In allen gesellschaftlichen Gruppen werden bestimmte Verhaltensregeln aufgestellt Diese Gruppen versuchen, ihre Regeln zu bestimmten Zeiten und unter gewissen Umständen durchzusetzen. Die Regeln dienen dazu, Handlungen in Situationen als „richtig“ oder als „falsch“ zu definieren. Sie sollen Orientierung und Sicherheit bieten ( vgl. Becker 1973, S.1).

Becker äußert sich hierzu explizit, indem er sagt: „Wenn eine Regel durchgesetzt ist, kann ein Mensch, der in Verdacht steht, sie verletzt zu haben, als besondere Art Mensch angesehen werden, als eine Person, die keine Gewähr dafür bietet, dass sie nach den regeln lebt, auf die sich die Gruppe geeinigt hat. Sie wird als Außenseiter angesehen.“(Becker 1973, S.1).

Der Außenseiter hat jedoch eine andere Ansicht über die Verletzung der Regel, die von der Gesellschaft aufgestellt wurde. Er wird wohl sein verhalten für „richtig“ halten und im Gegenzug seinen Urteilern Kompetenz und Berechtigung absprechen. Somit ergibt sich nach Becker eine zweite Bedeutung des Begriffes „Außenseiter“: „Der Regelverletzer kann seine Richter als Außenseiter empfinden.“ (Becker 1973, S. 1).

Howard S. Becker hat somit eine Grundlage geschaffen, um im folgenden Kapitel über den Zusammenhang zwischen Außenseitern und abweichendem Verhalten sprechen zu können.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Autorin begründet ihre Themenwahl durch Erfahrungen in der Bewährungshilfe und skizziert das Ziel, die Theorie des Labeling Approach anhand dreier prominenter Vertreter zu untersuchen.

2. Definition wesentlicher Begriffe: Dieses Kapitel definiert abweichendes Verhalten als Verletzung von Normen und führt den Labeling Approach als einen Ansatz ein, der Devianz als Konsequenz gesellschaftlicher Etikettierungsprozesse versteht.

3. Howard S. Becker: „Außenseiter“: Es wird analysiert, wie Becker abweichendes Verhalten als Ergebnis der Anwendung gesellschaftlicher Regeln beschreibt, illustriert durch die Beispiele der Marihuana-Raucher und Tanzmusiker.

4. Siegfried Lamnek: Theorien abweichenden Verhaltens: Lamnek wird als Systematisierer vorgestellt, der sieben Richtlinien für den Labeling Approach aufstellt und Beckers Thesen kritisch in ein Gesamtmodell einordnet.

5. Fritz Sack: Die radikale Betrachtungsweise: Sack bietet einen marxistisch-interaktionistisch geprägten Blick auf die Kriminologie, der insbesondere die ungleiche Machtverteilung bei der Definition von Normen und die Pluralität von Regelungssystemen hervorhebt.

6. Persönliche Reflexion: Die Autorin reflektiert den Erkenntnisgewinn für ihre künftige sozialarbeiterische Praxis und plädiert für eine ganzheitliche Betrachtung des Individuums jenseits starrer Etikettierungen.

Schlüsselwörter

Labeling Approach, abweichendes Verhalten, Etikettierung, Außenseiter, Howard S. Becker, Siegfried Lamnek, Fritz Sack, soziale Kontrolle, Normsetzung, Devianz, Kriminologie, Zuschreibungsprozess, Stigmatisierung, Sozialarbeit, Interaktionismus

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit befasst sich mit der soziologischen Theorie des Labeling Approach, die abweichendes Verhalten nicht als Eigenschaft eines Individuums, sondern als Ergebnis gesellschaftlicher Zuschreibungsprozesse betrachtet.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Zentrale Themen sind die Definitionen von Devianz, die Rolle sozialer Kontrollinstanzen, die Konzepte von Außenseitern und die Machtstrukturen, die bestimmen, welches Verhalten als abweichend gilt.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die Sichtweisen von Howard S. Becker, Siegfried Lamnek und Fritz Sack auf den Labeling Approach zu analysieren, ihre Unterschiede und Gemeinsamkeiten aufzuzeigen und deren Relevanz für die soziale Arbeit zu reflektieren.

Welche wissenschaftliche Methode liegt der Arbeit zugrunde?

Es handelt sich um eine theoretische Hausarbeit, die auf einer Literaturanalyse der maßgeblichen Werke der genannten Autoren basiert.

Was steht im inhaltlichen Hauptteil im Fokus?

Der Hauptteil gliedert sich in drei Abschnitte, die jeweils einen der Theoretiker (Becker, Lamnek, Sack) und deren spezifische Beiträge zum Verständnis von abweichendem Verhalten detailliert vorstellen.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Etikettierung, Zuschreibungsprozesse, Machtgefüge, soziale Kontrolle und die Dekonstruktion von Normen charakterisiert.

Warum spielt die Unterscheidung von „Außenseitern“ nach Becker eine zentrale Rolle?

Becker verdeutlicht, dass die Bezeichnung als Außenseiter wechselseitig ist; sowohl die Gesellschaft etikettiert den Abweichler, als auch der Abweichler kann die Gesellschaft als fremd und „spießig“ empfinden.

Wie trägt der Ansatz von Fritz Sack zu einer radikaleren Perspektive bei?

Sack erweitert den Fokus von der individuellen Handlung hin zur Analyse politischer Machtstrukturen, die bestimmen, welche Normsysteme in einer kapitalistischen Gesellschaft überhaupt durchgesetzt werden.

Excerpt out of 23 pages  - scroll top

Details

Title
Der Labeling Approach
College
University of Applied Sciences Ravensburg-Weingarten
Course
Soziologie II
Grade
1,0
Author
Sarikaya Arzu (Author)
Publication Year
2004
Pages
23
Catalog Number
V39199
ISBN (eBook)
9783638380430
Language
German
Tags
Labeling Approach Soziologie
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Sarikaya Arzu (Author), 2004, Der Labeling Approach, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/39199
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