In den 90er Jahren entwickelte sich ein Trend in der Manager Fotographie: Mehr und mehr mächtige ließen sich mit dem Rücken zur Kunst abbilden. Diese Arbeit stellt eine kompakte Einführung zu Wolfgang Ullrichs Buch "Mit dem Rücken zur Kunst. Die neuen Statussymbole der Macht. Berlin. 2000. Wagenbach Verlag" dar.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung und Fragestellung
2. Machtgesten
2.1 Kunst als Statussymbol und Einschüchterungsfaktor
3. Markenkunst
3.1 Kunst als Marke und Marken als Kunst
4. Kunstkommunikation
4.1 Kunst als Mittel der internen Kommunikation
Zielsetzung und Themen
Die Arbeit untersucht, wie Unternehmen Kunst nutzen, um ihre Außenrepräsentation, Unternehmenskultur und interne Kommunikation zu beeinflussen, wobei der Fokus auf dem Spannungsfeld zwischen ökonomischer Verwertung und künstlerischer Autonomie liegt.
- Kunst als Instrument für Machtdemonstration und Status
- Die Rolle von Kunst in der Markenidentität
- Kunst als Medium zur internen Unternehmenskulturstärkung
- Das Verhältnis von moderner Kunst zum globalisierten Kapitalismus
- Kritische Reflexion über die Instrumentalisierung von Künstlern
Auszug aus dem Buch
Kunst als Statussymbol und Einschüchterungsfaktor
Kunst ist ein Statussymbol geworden, ein Symbol das die erhabene Stellung des Eigners unterstreichen soll, und tritt damit in die Nachfolge traditioneller Statussymbole. Doch was zeichnet ein Statussymbol aus? Welche Eigenschaften besitzt es, dass es sein Charisma auf den Eigentümer übertragen kann oder zumindest dessen Nimbus zu unterstreichen vermag? Wer sich mit zeitgenössischer Kunst umgibt und in Szene setzt, darf ebenfalls als Vertreter einer heldenhaft-tapferen Avantgarde erscheinen.
Herausragende Merkmale sind die assoziative Verknüpfung des Symbols mit der herrschenden Schicht, seine geringe Verfügbarkeit und der daraus hervorgehende hohe materielle und ideelle Wert.
All diese Erkennungszeichen sind stark Kontext abhängig, daher konnte sich das Telefon ebenso wenig seinen Rang als Statussymbol erhalten wie Reichsapfel und Szepter. Das Telefon ist zum Massenartikel geworden, einzig das Mobiltelefon aus Gold mit Diamantbesatz in arabischen Ländern noch eine Statusfunktion, Reichsapfel und Szepter sind hingegen mit monarchischer Herrschaft verbunden, in einer modernen Gesellschaft haben sie nur noch historischen Wert.
Kunstwerke haben zu allen Zeiten Seltenheitswert, sind stets teurer und je nach Stilrichtung eng mit den Idealen der Herrschaft und den Insignien der Macht verbunden. Ältere Werke zeugen von Traditionsbewusstsein und ein Erbe der Macht, moderne oder zeitgenössische Kunst signalisiert Fortschrittsgeist und intellektuelle Überlegenheit. Letzteres ist in einer Zeit, in der die Regierenden Manager und die Manager politisch vorrausehend sein müssen zur entscheidenden Eigenschaft geworden. Der hohe Wert der (scheinbaren) geistigen Überlegenheit liegt in ihrer Unerreichbarkeit, ein Aufsteiger kann Macht und Geld sammeln, dieses symbolische Kapital, aber nur schwer erlangen.
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung und Fragestellung: Diese Einführung erläutert die zentrale Fragestellung, warum Manager und Politiker zunehmend moderne Kunst nutzen, und definiert den Fokus auf Macht, Markenbildung und interne Kommunikation.
Machtgesten: Dieses Kapitel analysiert die Funktion von Kunst als Statussymbol, das Machtansprüche legitimiert und dem Betrachter durch seine Exklusivität und den Anspruch auf intellektuelle Überlegenheit unterwirft.
Markenkunst: Hier wird untersucht, wie Marken durch Kunst aufgeladen werden und wie Produkte in einer konsumorientierten Welt als inszenierte Objekte fungieren, um sich vom Wettbewerb abzuheben.
Kunstkommunikation: Das letzte Kapitel beleuchtet, wie Kunst als strategisches Instrument in der internen Kommunikation eingesetzt wird, um Unternehmenskultur zu prägen und Identität zu stiften.
Schlüsselwörter
Kunstsoziologie, Statussymbol, Unternehmenskultur, Identität, Markenkunst, Machtgesten, interne Kommunikation, Corporate Collection, Avantgarde, ökonomische Verwertung, Kunstsponsoring, Identitätsbildung, Symbolik, Kapitalismus, Kulturmanagement
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit thematisiert den wachsenden Einsatz von Kunst in Unternehmen und politischen Kontexten als Instrument zur Repräsentation und Kommunikation.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der Machtsymbolik von Kunst, der Markenbildung durch kulturelle Inszenierung und der Nutzung von Kunst zur internen Organisationsentwicklung.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es zu ergründen, welche Wirkung Kunst im unternehmerischen Umfeld erzielt und wie sie zur Steuerung von Außen- und Innenwahrnehmung eingesetzt wird.
Welche wissenschaftliche Methode wurde gewählt?
Es handelt sich um eine literaturgestützte Analyse und soziologische Betrachtung, basierend auf dem theoretischen Rahmen von Wolfgang Ullrich.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von Kunst als Machtinstrument, ihre Bedeutung als Markenbestandteil und ihre Funktion als Kommunikationswerkzeug in Firmen.
Welche Schlüsselbegriffe definieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind hierbei das Statussymbol, die Corporate Collection, die Identitätsstiftung und das Spannungsfeld zwischen Kunstautonomie und Marktwirtschaft.
Wie unterscheidet sich die "Kunstkommunikation" vom klassischen Sponsoring?
Während Sponsoring primär auf Außenwerbung und Marketing abzielt, zielt die Kunstkommunikation nach innen, um die eigene Unternehmenskultur zu festigen und Identität zu stiften.
Welche Rolle spielen Banken und Versicherungen in der Fallbetrachtung?
Diese Branchen werden als Vorreiter im Aufbau umfangreicher Corporate Collections angeführt, um durch Kunst ihre Firmenräume aufzuwerten und intern Werte zu vermitteln.
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- Jens-Florian Groß (Author), 2002, Kunst in Unternehmen - Mit dem Rücken zur Kunst, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/39228