Die Erklärung von Ostern im Christentum


Essay, 2016
4 Seiten, Note: 5.0 (entspricht 2,0 in D)

Leseprobe

Einleitung

Schokoladenhasen oder auch Eiertütschen gehören zu Ostern. Ein Fest, das von vielen christlichen sowie nichtchristlichen Familien als gefeierter Tag gilt. Auch in der Schweiz ein jährliches Fest, worauf man sich auf verschiedenste Weise vorbereitet. In den Geschäften kann man schon lange vor dem Fest Dekorationen und Schokolade kaufen. Dieselben Geschäfte sind dann am Karfreitag und Ostermontag geschlossen und für die kleineren Kinder ist es selbstverständlich, dass der Osterhase die Eier im Garten versteckt. Doch was steckt hinter dem Symbol des Hasen und der Eier? Weshalb feiern wir Ostern? Hat Ostern heute vermehrt einen kommerziellen als religiösen Zweck? Auf ebengenannte Fragen wird in diesem Essay Antwort gegeben.

Religiös-geschichtlicher Hintergrund zur Ostern

Jesus von Nazareth wurde mit grosser Wahrscheinlichkeit in Nazareth, Jerusalem, geboren. Über seine Kindheit und Jugend gibt es kaum Informationen, eine jüdische Grundausbildung ist aber anzunehmen. Die Evangelien als einzige Quellen geben Aussagen zu Jesu Kreuzigung und seiner Zeit davor in Jerusalem. (Nowak, 2009, S. 13-15)

Jesus, der in seinem kurzen, aber intensiv prägenden öffentlichen Wirken selbst als Prophet auftrat, verkündete, dass das Reich Gottes begonnen hatte – er erfuhr darauf Widerspruch sowie Zustimmung. Oft war er in hitzige Dialoge mit Pharisäern (Angehörige einer altjüdischen Partei) verwickelt und kritisierte nebenbei die Privilegien und Lebensart der Sadduzäer (ehemalige Gruppe des Judentums). Letztere waren es auch, die Jesus verhaften liessen und Pontius Pilatus mit der Klage übergaben, Jesu Absichten seien der Anspruch auf das Königtum Israel. Pilatus verurteilte ihn nach Überlieferung im April 30 n.Z. als politischer Unruhestifter zum Tode am Kreuz. (Bühler, Bühlmann, & Kessler, 2009, S. 183-186)

Karzeit und Ostern

Ostern und die Karwoche gelten im Christentum als wichtige Tage, an denen mit viel Brauchtum dem Tod und der Auferstehung Jesu gedenkt wird. Der Wortteil „Kar“ entstammt dem althochdeutschen Wort „kara“ und bedeutet „Klage“. Die Tage vor Ostern sind also eher klagende oder leidende Tage und haben im traditionellen Gebrauch mehr mit Gedenken als Feiern gemeinsam. Beginnend mit dem Palmsonntag startet die Karwoche. Traditionell und gemäss Überlieferungen zu Jesu feierlicher Ankunft in Jerusalem entsprechend, wird dieser Tag mit dem Brauch der Palmbesen oder Palmbuschen gefeiert, welche in Weihwasser getränkt und nach der Prozession an die gläubigen Zuschauer verteilt werden. Im christlichen Gebrauch dienen diese Palmbesen als Schutz für Wohnung und Bewohner. Als nächster gefeierter Tag tritt der Gründonnerstag auf, welcher dem letzten Abendmahl Jesu mit seinen Aposteln gedenken soll. Etymologisch stammt der Wortteil „Grün“ aus dem mittelhochdeutschen Wort „gronan“, welches weinen bedeutet. Die Fusswaschung ist ein in vielen Pfarreien durchgeführtes gründonnerstags Ritual, welches seinen Ursprung im Johannes-Evangelium findet; Jesus, der seinen Jüngern als Zeichen der Demut die Füsse wusch. An diesen Tag schliesst sich der Karfreitag, der höchste Feiertag des Kirchenjahres. Hier wird an die Passionsgeschichte Jesu erinnert; die Kreuzigung durch die Römer und das Leiden und Sterben Jesu. Darauf folgend zelebriert der gläubige Christ die Osternacht. Hier geht es inhaltlich um die Auferstehung Jesu Christi von den Toten und ist dadurch der traditionell fröhlich gefeierte Tag. (Bühler, Bühlmann, & Kessler, 2009, S. 226-229)

Osterhase und Ostereier

Dem Hasen wird deutlich eine christliche Bedeutung zugetragen. Bereits in Byzanz, einer Quelle des Christentums, verkörperte der Hase das Tiersymbol für Jesus Christus. Ihre Darstellung zeigte einen Hasen ohne Augenlieder, der dadurch mit offenen Augen schläft. Eine Andeutung auf Jesus, welcher nicht durch den Tod verstorben ist. Weiter verkörperte der Hase die Ängstlichkeit und Schwäche von gejagten Menschen, die sich in Felsen, bei der Kirche und Christus, in Sicherheit brachten. Wie auch in der nichtchristlichen Deutung ist der Hase ein Zeichen für Fruchtbarkeit – er ist zudem das heilige Tier der Fruchtbarkeitsgöttin Ostara. Auch der Bedeutung als Mondtier wird der Hase an Ostern gerecht; der erste Sonntag des Frühlingsvollmondes bestimmt den Feiertag. Als Eierbringer hat sich der Hase durch seine frühjährlichen Futtersuchen in den Dörfern durchgesetzt – eine passende Verbindung zum Osterfest. Das Ei symbolisiert aus christlichem Verständnis die Erneuerung, das Leben und die Auferstehung Jesu von den Toten. Die Bedeutung des Eis als Lebensquelle und symbolisch für die Entstehung geht bis in die vorchristliche Zeit zurück – das Christentum übernahm diese Symbolik für die Zeremonien der Osterzeit. Bereits im 4. Jahrhundert wurden die Ostereier wie auch heute noch bemalt. Ein damaliger fester Bestandteil der christlich-kirchlichen Eierweihe, bei der die Eier an Ostern gesegnet wurden und dadurch Kraft und Fruchtbarkeit erhielten. Schon im 17. Jahrhundert war es Brauch, Ostereier zu verschenken. Um Wohlstand zu symbolisieren oder dem Beschenkten Reichtum zu wünschen, wurden die Eier ausgeblasen. Aber auch das Färben der Eier geht bis in diese Zeit zurück; um die Eier, die man in der Fastenzeit vor Ostern nicht essen durfte, nicht verderben zu lassen, wurden sie zusammen mit Pflanzenteilen gekocht, um sie anschliessend anhand der Farbe von den rohen Eiern unterscheiden zu können. (Kirche, 2016)

Fazit

Obwohl wir noch heute viele Bräuche des traditionellen Osterfests weiterhin umsetzen und bereits im Kindesalter Ostern mit Hasen und Eiern assoziiert wird, ist vielen die religiöse Bedeutung dahinter nicht bekannt. Das traditionelle religiöse Osterfest hat sich in der heutigen Konsumgesellschaft zu einem kommerziellen Fest umgewandelt – das Schenken von Schokolade steht heute im Vordergrund. Die biblische Geschichte, weshalb es das Osterfest gibt, an was erinnert oder gefeiert wird, steht in den meisten Fällen im Hintergrund. Teilweise fehlt das Wissen sogar gänzlich.

Meines Erachtens wäre eine schlussfolgernde Lösung ein fundamentaler und neutraler Religionsunterricht in Schweizerschulen. Da es den Rahmen dieser Arbeit sprengen würde, werde ich nicht näher auf Umsetzungen und genauere Details eingehen. Jedoch ist nennenswert, dass egal ob christlich, jüdisch oder buddhistisch, christlich-gläubig oder –nichtgläubig; das Wissen über die dominierende Religion in der Schweiz und deren gefeierte Bräuche sollte in unserer Gesellschaft besser bekannt sein.

Literaturverzeichnis

Bühler, W., Bühlmann, B., & Kessler, A. (2009). Sachbuch Religionen. Hinduismus, Buddhismus, Judentum, Christentum, Islam. Luzern: db-verlag GmbH.

Bremische Evangelische Kirche. (2016). Ostern – Bräuche. Abgerufen von http://www.kirche-bremen.de/feiern/kirchenjahr/ostern_braeuche.php

Nowak, K. (2009). Das Christentum. Geschichte, Glaube, Ethik. München: Verlag C.H. Beck oHG.

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Ende der Leseprobe aus 4 Seiten

Details

Titel
Die Erklärung von Ostern im Christentum
Hochschule
Berner Fachhochschule Soziale Arbeit
Note
5.0 (entspricht 2,0 in D)
Autor
Jahr
2016
Seiten
4
Katalognummer
V392382
ISBN (eBook)
9783668629578
Dateigröße
451 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Die Note entspricht dem Schweizer Notensystem.
Schlagworte
erklärung, ostern, christentum
Arbeit zitieren
Vera Schmid (Autor), 2016, Die Erklärung von Ostern im Christentum, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/392382

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