Werte sind eine wesentliche Vorraussetzung für das Funktionieren menschlicher Gesellschaft. Sie dienen als Richtschnur des Zusammenlebens ohne in jedem Augenblick bewusst zu sein. Doch gleichzeitig entstehen und erhalten sie sich nicht aus sich selbst heraus. Sie sind Produkt menschlicher Übereinkunft und Überzeugung. Doch welche Faktoren determinieren die Wertehaltung des einzelnen? Und darf ein demokratischer Staat in Form des Schulwesens darauf Einfluss nehmen? Diese Arbeit geht der Frage nach, ob Werte-Bildung im Politikunterricht in einer moderner pluralistischen Gesellschaft überhaupt legitim ist - und wenn ja, welchen Kräften sie unterliegt und wie sie aussehen kann. Zu diesem Zweck erfolgt zunächst eine Untersuchung zur Notwendigkeit und Legitimität von Wertebildung aus Sicht des Individuums, der Gesellschaft und der Demokratie. Mittels der so gewonnen Erkenntnisse wird dann die Gestalt einer den Ansprüchen moderner Gesellschaften entsprechenden Werte-Bildung ermittelt. Anschließend wird mit der Dilemma-„Methode“ ein Verfahren vorgestellt, mit dessen Hilfe sich diese Zusammenhänge im Unterricht realisieren lassen. Die praktische Umsetzung dieses Verfahrens am Beispiel der Folterandrohung des Polizisten Daschner im Fall der Entführung Jakob von Metzlers bildet dann den Abschluss der Arbeit. Beim Schreiben haben sich vor allem Sibylle Reinhardts „Werte-Bildung und politische Bildung“, Fritz Osers und Wolfgang Althofs „Moralische Selbstbestimmung“ und die Publikationen des Landesinstituts für Schule und Weiterbildung Nordrhein-Westfalen zum Thema als hilfreiche Quellen erwiesen.
Inhaltsverzeichnis
- I. Einleitung.
- II. Theorieteil
- 1. Zur Notwendigkeit und Legitimität von Werte-Bildung
- 1.1 Das Entwicklungspotential und Entwicklungsanrecht des Individuums.
- 1.2 Der Funktionsverlust der Gesellschaft.
- 1.3 Das normative Fundament der Demokratie.
- 2. Zur Gestalt von Werte-Bildung
- 3. Die Dilemma-,,Methode\" in der Theorie
- 1. Zur Notwendigkeit und Legitimität von Werte-Bildung
- III. Praxisteil
- 1. Vorüberlegungen
- 2. Die Dilemma-,,Methode\" am Beispiel der Situation Wolfgang Daschners
- IV. Fazit.
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Arbeit untersucht die Legitimität von Werte-Bildung im Politikunterricht einer modernen, pluralistischen Gesellschaft. Sie analysiert die Notwendigkeit und Legitimität von Wertebildung aus der Perspektive des Individuums, der Gesellschaft und der Demokratie. Anschließend ermittelt die Arbeit die Gestalt einer Werte-Bildung, die den Ansprüchen moderner Gesellschaften gerecht wird. Die Dilemma-,,Methode“ wird als Verfahren vorgestellt, mit dessen Hilfe diese Zusammenhänge im Unterricht realisiert werden können.
- Entwicklungspotenzial und Entwicklungsanrecht des Individuums
- Funktionsverlust der Gesellschaft
- Normatives Fundament der Demokratie
- Gestalt einer Werte-Bildung in modernen Gesellschaften
- Die Dilemma-,,Methode“
Zusammenfassung der Kapitel
- Einleitung: Die Einleitung führt in das Thema der Werte-Bildung im Politikunterricht ein und stellt die Forschungsfrage nach der Legitimität von Werte-Bildung in einer modernen, pluralistischen Gesellschaft.
- Theorieteil: Der Theorieteil untersucht die Notwendigkeit und Legitimität von Werte-Bildung aus der Perspektive des Individuums, der Gesellschaft und der Demokratie. Er beleuchtet die Entwicklungsfähigkeit der Moral des Individuums, den Funktionsverlust der Gesellschaft und das normative Fundament der Demokratie.
- Praxisteil: Der Praxisteil stellt die Dilemma-,,Methode“ als ein Verfahren vor, mit dessen Hilfe die im Theorieteil erarbeiteten Zusammenhänge im Unterricht realisiert werden können. Am Beispiel der Folterandrohung des Polizisten Daschner im Fall der Entführung Jakob von Metzlers wird die praktische Umsetzung dieser Methode veranschaulicht.
Schlüsselwörter
Die zentralen Schlüsselwörter und Fokusthemen dieser Arbeit sind Werte-Bildung, Politikunterricht, Demokratie, Entwicklungspotenzial des Individuums, Funktionsverlust der Gesellschaft, normative Fundamente, Dilemma-,,Methode“ und Praxisbeispiele. Diese Begriffe bilden die Grundlage für die Auseinandersetzung mit der Legitimität und Gestaltung von Werte-Bildung in einer modernen, pluralistischen Gesellschaft.
Häufig gestellte Fragen
Ist Werte-Bildung im Politikunterricht legitim?
Ja, die Arbeit argumentiert, dass Werte-Bildung in einer Demokratie notwendig ist, um das normative Fundament des Staates zu sichern und dem Individuum ein Entwicklungsanrecht auf moralische Selbstbestimmung zu geben.
Was ist die „Dilemma-Methode“?
Die Dilemma-Methode konfrontiert Schüler mit schwierigen Entscheidungssituationen, um deren moralische Urteilsfähigkeit und Diskussionskompetenz zu fördern.
Welches Praxisbeispiel wird für die Dilemma-Methode genutzt?
Es wird der Fall des Polizisten Wolfgang Daschner analysiert, der im Entführungsfall Jakob von Metzler Folter androhte, um das Leben des Kindes zu retten.
Welche Rolle spielt der „Funktionsverlust der Gesellschaft“?
Da traditionelle Institutionen (wie Kirche oder Familie) weniger Werte vermitteln, rückt die Schule als Ort der Werte-Bildung stärker in den Fokus.
Darf der Staat die Wertehaltung einzelner beeinflussen?
Die Arbeit untersucht das Spannungsfeld zwischen staatlichem Erziehungsauftrag und dem Pluralismus einer modernen Gesellschaft und zeigt auf, wie eine neutrale, aber wertorientierte Bildung aussehen kann.
- Quote paper
- Jan Trützschler (Author), 2005, Werte-Bildung in der politischen Bildung: Theorie und Praxis, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/39274