Kindersendungen in Fernsehzeitschriften


Unterrichtsentwurf, 2005

21 Seiten, Note: 1


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

2. Sachanalyse

3. Bedingungsanalyse
3.1 Situation der Klasse

4. Didaktische Überlegungen und Entscheidungen
4.1 Bezug zum Bildungsplan
4.2 Stellung der Stunde in der Unterrichtseinheit
4.2.1 Mind Map
4.3 Begründung der Inhaltswahl

5. Methodische Überlegungen und Entscheidungen

6. Unterrichtsziele

7. Verlaufsplan

8. Anhang
8.1 Literaturangaben
8.2 Unterrichtsmaterialien

2. Sachanalyse

Medien können wie folgt unterteilt werden: „Primäre Medien sind Mittel des menschlichen Elementarkontaktes, die Kommunikation erlauben, ohne dass dabei Geräte verwendet werden, z.B. Gestik, Mimik und die gesprochene Sprache. Um sekundäre Medien handelt es sich, wo Mitteilungen aufgrund ihrer Tendenz zur zeitlichen Überlieferung durch Bild oder Schrift dauerhaft und damit vermehrbar gemacht werden, z.B. der Buchdruck. Sekundäre Medien erfordern Geräte zur Hervorbringung einer Mitteilung. Beim tertiären Medium steht das Gerät im Mittelpunkt. Um diese Medien verwenden zu können, müssen diese beim Sender und Empfänger installiert sein. Als Beispiel ist zu nennen das Telefon, die Schallplatte, der CD-Player, der Film, das Radio und das Fernsehen.“[1]

Das Fernsehen ist eines der wichtigsten Informations- und Unterhaltungsmedien der Gegenwart. Kinder werden praktisch damit großgezogen. Schon kleine Kinder sind von den bunten, bewegten Bildern des Fernsehens fasziniert. Da Kinder ein Bedürfnis nach Tagträumen haben, macht es ihnen viel Freude, dieses Medium zu nutzen. Zwar könnte ihr Bedürfnis, dem Alltag mit seinen Problemen und Erfordernissen zu entfliehen, auch z.B. durch Vorlesen und Geschichtenerzählen befriedigt werden, das Fernsehen jedoch kann Kinder in einen noch stärkeren Bann ziehen, da es mit Geräuschen, Farben, Musik usw. arbeitet. Das Fernsehen stillt auch das Bedürfnis von Kindern nach Freiheit und Abenteuer, die in unserer modernen Gesellschaft - und das gilt natürlich besonders für Großstädte - kaum erlebbar sind. Der Fernseher fungiert somit als eine Art Ersatzbefriedigung. Spaß und Spannung werden damit aus "zweiter Hand" erlebt. Fernsehen verringert Einsamkeit und Langeweile und ermöglicht den Kindern die Identifikation mit Figuren, die über Eigenschaften wie Stärke und Macht verfügen. Doch das Fernsehen birgt auch viele Risiken, deshalb: Fernsehen will gelernt sein!

Und wo ist dies besser möglich, als in der Schule? Der Deutschunterricht nimmt dabei eine wichtige Rolle ein : In ihm hat das Fernsehen nicht nur eine Vermittlerrolle, der die Verständigung und das Wissen von Lernenden steuert, sondern stellt zugleich auch ein Phänomen des Unterrichts dar, welches die Lehrer und SchülerInnen gleichermaßen reflektieren und analysieren sollen. Damit ist der Deutschunterricht unter allen Schulfächern der Einzige, der Fernsehen sowohl als Gegenstand als auch als direktes Unterrichtsmedium benutzt. Er beschäftigt sich mit den ästhetischen Produkten von Fernsehen, also den einzelnen Fernsehfilmen bzw. Fernsehsendungen und betrachtet damit die Gesamtheit der Fernsehkultur als ganzheitlichen Gegenstandsbereich. Ein Ansatzpunkt kann z.B. sein, dass im Deutschunterricht Sendungen anhand von Fernsehprogrammzeitschriften besprochen und ausgewertet werden und die SchülerInnen dann ihre eigene Programmzeitschrift erstellen.

3. Bedingungsanalyse

3.1 Situation der Klasse

Die Klasse 5c besteht aus 24 SchülerInnen, die sich aus 10 Schülern und 14 Schülerinnen zusammensetzt. In der Klasse gibt es keine sehr schlechten SchülerInnen, extrem gute SchülerInnen treten aber auch nicht in Erscheinung.

Die SchülerInnen stehen dem Umgang mit offenen Unterrichtsformen und Sozialformen sehr flexibel gegenüber und können sich in der Regel gut in die entsprechende Arbeitsform einfinden, da Einzelarbeit, Partnerarbeit, Gruppenarbeit und das Klassengespräch immer wieder im Wechsel eingesetzt werden. Dennoch ist auffallend, dass manche SchülerInnen kooperatives Lernen schwer fällt, wenn das Arbeitstempo innerhalb der Lerngruppe oder zum Partner divergent ist. Die Klasse arbeitet sehr gut mit. Zu bemängeln ist allerdings, dass die Hausaufgaben sehr oft vergessen werden. Wie in allen Klassen, so auch in dieser, ist es manchmal nötig, die SchülerInnen auf die Verhaltensregeln aufmerksam zu machen und zu ermahnen. Sie sind es gewohnt, über ein akustisches Signal zur Aufmerksamkeit zu gelangen.

Es ist auffallend, dass altersbedingt noch ein verstärktes Desinteresse am anderen Geschlecht bezeichnend ist. Dennoch gehen sie untereinander respektvoll miteinander um. Um diese Kluft etwas zu überwinden, werden bei Gruppenarbeiten meistens Zufallsgruppen gebildet, damit die SchülerInnen lernen, mit jeder einzelnen SchülerInn aus der Gruppe arbeiten zu können. Außerdem wird durch ein Losverfahren die Sitzordnung alle vier Wochen neu bestimmt. Damit wird bezweckt, dass keine Blockbildung entsteht und die SchülerInnen die Change haben sich gegenseitig kennen zu lernen und zu tolerieren.

4. Didaktische Überlegungen und Entscheidungen

4.1 Bezug zum Bildungsplan

Mit der Einführung der neuen Bildungsstandards erhält die Realschule im Deutschunterricht die zentrale Aufgabe sich mit der Wirkungsweise der Medien kritisch auseinander zu setzen und den SchülerInnen zu vermitteln diese selbstverantwortlich zu nutzen. Am Ende der 6. Klasse sollten die SchülerInnen fähig sein ihre Mediengewohnheiten zu reflektieren, und sich kritisch damit auseinander zu setzen.

In dieser Unterrichtseinheit, in einem Zeitrahmen von drei Stunden, sollen sich die SchülerInnen intensiv mit ihren eigenen Mediengewohnheiten, insbesondere mit den Fernsehgewohnheiten anhand eines Beobachtungsbogens, der in einem Zeitraum von drei Tagen auszufüllen ist, auseinander setzen. Sie können dabei die Fähigkeit bzw. die Kompetenz erlangen, sich nur die Sendungen auszusuchen und anzuschauen, die im Moment für sie wichtig sind.

Ebenso können die Schüler innerhalb dieses Themas die Fähigkeit erlangen, sich über Fernsehsendungen anhand des Fernsehprogramms zu informieren und zu anlysieren, wie Kindersendungen in Fernsehprogrammzeitschriften angekündigt werden.

4.2 Stellung der Stunde in der Unterrichtseinheit

4.2.1 Mind Map

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

In drei Unterrichtsstunden sollen die SchülerInnen anhand von praktischen Beispielen an eine gezielte und auswählende Nutzung des Fernsehens in Verbindung mit den dazugehörigen Fernsehzeitschriften herangeführt werden. Mit Hilfe von unterschiedlichen Programmzeitschriften werden sie sich mit ihren persönlichen Ansichten bezüglich der Eignung von Sendungen für Kinder auseinander setzen und sie weiterentwickeln. Durch die Gestaltung einer eigenen Programmzeitschriftseite, in der zweiten und dritten Stunde, sollen diese Überlegungen praktisch angewendet und umgesetzt werden, außerdem werden die Mediengewohnheiten der SchülerInnen anhand eines Beobachtungsbogens ausgewertet und diskutiert.

4.3 Begründung der Inhaltsauswahl

„Die gesellschaftliche Einstellung zum Kind als Medienkonsumenten hat sich gewaltig verändert. Das Kinderfernsehen wird zu einem immer stärker umkämpften Marktsektor, in dem die Kinder und Jugendlichen zunehmend von den Fernsehsendern als Zuschauergruppe umworben werden. Kindersendungen sind heutzutage keinesfalls nur in eindeutig erkennbaren Programmblöcken ausfindig zu machen, sondern sind ebenso Bestandteil anderer Bereiche wie z. B. dem sogenannten "Familienprogramm". Definiert man Kindersendungen über die Sehgewohnheiten von Kindern oder als Sendungen, die speziell für Kinder produziert und als "für Kinder geeignet" von den Redaktionen annonciert werden, so wird die Tatsache übersehen, dass die beliebtesten Sendungen der Kinder im Vorabendprogramm platzierte Spiel- und Actionserien sowie "Soaps" sind, die weder von ihrer Sendeform noch von ihrem Inhalt her "ausdrücklich für Kinder angeboten werden, aber diese Zielgruppe eindeutig ansprechen"[2].

Da stellt sich die Frage, wie sich Kinder im heutigen Programmangebot noch zurechtfinden? Das umfangreiche (und häufig unüberschaubare) Fernsehprogramm zwingt Zuschauer mit Vorlieben für bestimmte Sendungen, sich über die zeitlichen Abläufe und Inhalte der zahlreichen unterschiedlichen Fernsehkanäle zu informieren. Betrachtet man die Häufigkeit der Fernsehnutzung bei Kindern, kann davon ausgegangen werden, dass sich Kinder und Jugendliche auf unterschiedliche Art und Weise vorab über die Angebote der Medien informieren. Meiner Ansicht nach wird dabei am wenigsten die Programmzeitschrift zur Auswahl herangezogen, vielmehr Freunde, Klassenkameraden und Familienmitglieder. Jüngere Kinder beziehen indessen ihre Informationen, u. a. aufgrund ihrer begrenzten Lesefähigkeit, eher aus ihrem persönlichen Umfeld (Eltern, Freunde, Internet, usw.).

[...]


[1] Vgl.: Günter Lange, Karl Neumann, Werner Ziesenis : Taschenbuch des Deutschunterrichts. Baltmannsweiler 1998

[2] Eßer, K. / Mattusch, K.: Zur Entwicklung des Kinderfernsehens in der BRD. Fakten und Anmerkungen.In:Deutsches Jugendinstitut (Hrsg.): Handbuch Medienerziehung im Kindergarten. Teil 1: Pädagogische Grundlagen. Opladen 1994, S. 362-371

Ende der Leseprobe aus 21 Seiten

Details

Titel
Kindersendungen in Fernsehzeitschriften
Hochschule
Eberhard-Karls-Universität Tübingen  (Seminar für Lehrerbildung Reutlingen)
Note
1
Autor
Jahr
2005
Seiten
21
Katalognummer
V39378
ISBN (eBook)
9783638381628
Dateigröße
1036 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Kindersendungen, Fernsehzeitschriften
Arbeit zitieren
Wolff Weichselgartner (Autor), 2005, Kindersendungen in Fernsehzeitschriften, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/39378

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