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Homosexualität im Jugendalter

Title: Homosexualität im Jugendalter

Research Paper (undergraduate) , 2005 , 39 Pages , Grade: 1,4

Autor:in: Dipl. Sozialpädagoge Heiko Reinhold (Author)

Pedagogy - Pedagogic Sociology
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„In der Entwicklung von Homosexuellen gibt es eine Gemeinsamkeit, die nahezu alle teilen, nämlich nicht der gesellschaftlichen Norm zu entsprechen.“ (Lühr, 1999)

Das Coming-Out nimmt in der Regel einige Jahre in Anspruch und reicht vom ersten Entdecken gleichgeschlechtlicher Phantasien und Gefühle bis zur endgültigen Akzeptanz und dem bewussten Leben als lesbische Frau, bzw. schwuler Mann. Dieser prozesshafte Vorgang weist bei Homosexuellen viele Gemeinsamkeiten in der Kindheit, Jugend und im Erwachsenenalter aus. Bei allen Gemeinsamkeiten gibt es differierende soziokulturelle und sozialpsychologische Erfahrungen, die das „Herauskommen“ erleichtern oder erschweren und in Einzelfällen auch ein Leben lang verhindern. Ein das Schwulsein akzeptierendes soziales Umfeld (aufgeschlossene Freunde, loyale Familie, Großstadt, etc) machen das Coming-Out leichter. Ein homophobes Elternhaus oder eine Kleinstadt machen es schwieriger. Jedoch ist ein „positives Coming-Out“ (im Sinne von Selbstbestimmung und Selbstakzeptanz) durchaus auch in einer ländlichen Region (durch z.B. ein positives soziales Umfeld) möglich.

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Inhaltsverzeichnis

2. Begründung des Bedarfes an sozialpädagogischer Interaktion

2.1 Coming-Out

2.2 Erläuterung

2.3 Fünf-Phasen-Modell nach Coleman

2.3.1 Prä-Coming-Out

2.3.2 Coming-Out

2.3.3 Explorative Phase

2.3.4 Eingehen erster Beziehungen

2.3.5 Integrationsphase

2.3.6 Kritik am Modell

2.4 Sozialpädagogisch betreute Coming-Out Gruppen

2.4.1 Ein sozialpädagogisches Feld

2.4.2 Gruppendynamische Methoden

2.4.2.1 Fragebogen meiner Person

2.4.2.2 Psychodrama

2.4.3 Die Gruppenanleiterin / der Gruppenanleiter

2.4.3.1 Funktionen

2.4.3.2 Modell nach Carl R. Rogers

2.4.3.3 Modell nach Ruth Cohn

3. Homosexualität und Schule

3.1 Aufklärung in NRW – SchLAu

3.1.1 Exkurs: Zweifelhafte Geschlechterrollen

4. Sexualpädagogische Mädchenarbeit

5. Konzeptionelle Leitlinien für schwul-lesbische Bildungsarbeit nach Kugler

6. Forderungen an PädagogInnen

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Facharbeit untersucht die Bedeutung und Gestaltung sozialpädagogischer Unterstützungsprozesse für Jugendliche während ihres Coming-Out-Prozesses. Ziel ist es, theoretische Modelle der Identitätsentwicklung mit praktischen Ansätzen der Gruppenarbeit und schulischen Aufklärungsarbeit zu verknüpfen, um die Lebenssituation homosexueller Jugendlicher zu verbessern und Diskriminierung abzubauen.

  • Phasenmodelle der Identitätsentwicklung (Coleman)
  • Methodik der sozialpädagogisch begleiteten Coming-Out-Gruppen
  • Rolle und Funktion von Gruppenleitern (Rogers, Cohn)
  • Schulische Aufklärungsprojekte und der Abbau von Geschlechterrollen-Klischees
  • Bedeutung der sexualpädagogischen Mädchenarbeit

Auszug aus dem Buch

2.3.1 Die Prä-Coming-Out-Phase

Diese Phase ist die Zeit von der Geburt eines Menschen bis zu dem bestimmten Zeitpunkt, an dem der Mensch sein „Anderssein“ wahrnimmt. Eltern reagieren in dieser Phase häufig verunsichert, ängstlich und vorurteilsbeladen auf die homosexuelle Neigung ihrer Tochter, bzw. ihres Sohnes. Nicht selten versuchen Eltern das „Anderssein“ ihres Kindes zu verdrängen oder zu verharmlosen, die Gefühle ihrer selbst und die des Kindes nicht ernst zu nehmen und richtig einzuschätzen. Mütter neigen bei schwulen Söhnen dazu, einen vermeintlichen Fehler zu suchen, bpsw. in der Erziehung („zu lasch erzogen“, „verweichlicht“), die Väter dagegen distanzieren sich von ihrem Sohn und machen nicht selten der Mutter Vorwürfe den Sohn „falsch erzogen“ zu haben. Ihre eigene Verantwortung dem Kind gegenüber gerät leider meist aus dem Blick.

Die Väter sollen nach Coleman – bewusst oder unbewusst – sich von ihren Söhnen distanzieren, da sie befürchten, dass sich ihre Söhne zu eng an sie binden und das der Sohn in einem für sie nicht akzeptablen Maß „anders“ ist. Meiner Meinung nach entsteht die Distanz (sie muss nicht zwangsläufig entstehen) dadurch, dass der (schwule) Sohn eine massive Bedrohung für die eigene Rollenidentität der Väter darstellt.

Zusammenfassung der Kapitel

Begründung des Bedarfes an sozialpädagogischer Interaktion: Dieses Kapitel erläutert die psychologischen Prozesse des Coming-Outs und stellt das Phasenmodell nach Coleman vor, welches die Identitätsentwicklung von der ersten Wahrnehmung bis zur Integration beschreibt.

Sozialpädagogisch betreute Coming-Out Gruppen: Hier werden Methoden der Gruppenarbeit sowie das professionelle Selbstverständnis und die Funktionen von Gruppenleitern auf Basis von Modellen wie denen von Rogers und Cohn dargestellt.

Homosexualität und Schule: Dieses Kapitel thematisiert die Rolle der Schule bei der Aufklärung über sexuelle Orientierungen und kritisiert veraltete Geschlechterrollen in Lehrmaterialien.

Sexualpädagogische Mädchenarbeit: Es wird die historische Entwicklung der Einbindung lesbischer Lebensweisen in die Mädchenarbeit aufgezeigt und deren zunehmende Bedeutung betont.

Konzeptionelle Leitlinien für schwul-lesbische Bildungsarbeit nach Kugler: Kuglers Ansätze für eine gelungene Bildungsarbeit mit Jugendlichen werden als praxisnahe Richtlinien präsentiert.

Forderungen an PädagogInnen: Das abschließende Kapitel formuliert Anforderungen an Lehrkräfte und Pädagogen, Homosexualität fächerübergreifend und wertschätzend in den Bildungsalltag zu integrieren.

Schlüsselwörter

Homosexualität, Coming-Out, Sozialpädagogik, Identitätsentwicklung, Gruppenarbeit, Coleman, Sexualpädagogik, Schule, Geschlechterrollen, SchLAu, Peer Education, Diskriminierung, Bildungsarbeit, Identität, Vorurteilsabbau

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Facharbeit grundsätzlich?

Die Arbeit behandelt die sozialpädagogische Begleitung von homosexuellen Jugendlichen und die Integration von Themen der sexuellen Vielfalt in schulische und außerschulische Kontexte.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Zu den Kernbereichen gehören der Coming-Out-Prozess, gruppendynamische Ansätze für Betroffene sowie die Notwendigkeit von Aufklärungsarbeit und der Reflexion von Geschlechterrollen in Bildungseinrichtungen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, Pädagogen Wege aufzuzeigen, wie Jugendliche in ihrer Identitätsentwicklung unterstützt werden können und wie ein diskriminierungsfreier Umgang mit Homosexualität gefördert werden kann.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine Literaturanalyse bestehender psychologischer und pädagogischer Modelle (u.a. Coleman, Rogers, Cohn) sowie auf die Auswertung praxisnaher Konzepte wie SchLAu.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert das Phasenmodell nach Coleman, verschiedene Methoden der Gruppenanleitung und die praktische Umsetzung der Aufklärungsarbeit in Schulen sowie die geschlechterkritische Analyse von Lehrbüchern.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Coming-Out, Sozialpädagogik, Identitätsentwicklung, Gruppenarbeit und Diskriminierungsprävention geprägt.

Welche Rolle spielt das "Fünf-Phasen-Modell" von Coleman?

Das Modell dient als theoretischer Rahmen, um die verschiedenen Stadien der Identitätsbildung – vom Prä-Coming-Out bis zur Integration – zu verstehen und Ansatzpunkte für pädagogische Hilfestellungen zu identifizieren.

Wie unterscheidet sich Kuglers Konzept von klassischer Sexualerziehung?

Kugler konzentriert sich spezifisch auf den Dialog über gleichgeschlechtliche Lebensweisen und die Reflexion von Standpunkten, anstatt eine allgemeine Sexualerziehung durchzuführen.

Warum wird im Kontext der Schule der Vergleich zu anderen Diskriminierungsformen gezogen?

Der Autor zieht Vergleiche zu rassistischen oder sexistischen Äußerungen, um die gesellschaftliche Tragweite von Beleidigungen wie "Schwule Sau" auf dem Schulhof zu verdeutlichen und die Dringlichkeit pädagogischer Intervention zu unterstreichen.

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Details

Title
Homosexualität im Jugendalter
College
University of Cologne  (Angewandte Sozialwissenschaften)
Course
Methodik
Grade
1,4
Author
Dipl. Sozialpädagoge Heiko Reinhold (Author)
Publication Year
2005
Pages
39
Catalog Number
V39469
ISBN (eBook)
9783638382243
Language
German
Tags
Homosexualität Jugendalter Methodik
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Dipl. Sozialpädagoge Heiko Reinhold (Author), 2005, Homosexualität im Jugendalter, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/39469
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