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Das kalte Herz - Ideologie und Orientierung

Title: Das kalte Herz - Ideologie und Orientierung

Term Paper , 2003 , 31 Pages , Grade: sehr gut

Autor:in: Sina Bottke (Author)

Didactics for the subject German - Pedagogy, Linguistics
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Summary Excerpt Details

Seit jeher sind Filme ein geeignetes Medium, um Botschaften zu vermitteln, an denen sich Menschen orientieren können. Dabei sind sie immer abhängig von den äußeren gesellschaftlichen Umständen. Entscheidend für den Erfolg der Vermittlung ist jedoch die geschickte Einbindung der Botschaft in die Filmhandlung. Zu einem Klassiker werden solche Filme dann, wenn sie dem Publikum vertraute und bekannte Situationen darbieten. Dies ermöglicht eine optimale Identifikation mit bestimmten Haltungen, Stimmungen und Personen.
Im Bezug auf den DEFA-Spielfilm „Das Kalte Herz“ von 1950 zeigen sich diese Handlungsmuster zum Beispiel in der Verwendung von zeitgenössischer Musik, Volksdichtung und der Komponente des sog. Heimatfilms. Der Film sollte dem deutschen Publikum trotz der Trümmerlandschaften der Nachkriegszeit Hoffnung auf einen Neuanfang bieten.
Unabhängig von jeglichem gesellschaftlichen System lautet die Botschaft dieses Filmes, dass es besser ist, arm und glücklich zu sein als reich und unglücklich. Betrachtet man jedoch den politischen Hintergrund, könnte man zu der Annahme kommen, dass durch den Film versucht wird, eine gewisse Ideologie zu vermitteln. Resultierend aus den Erfahrungen des durch Kapitalismus und Machtbestrebungen entstandenen Krieges, war es den Filmemachern aus eigener Überzeugung ein Anliegen, den orientierungslosen Menschen den Sozialismus als einen neuen, besseren Lebensweg nahe zu bringen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Situativer Kontext des Films

2.1 Historisch-sozialer Kontext

2.2 DEFA- Märchenfilme

2.3 Ideologie im Fernsehen

3 Die Sendung als Ganzheit

3.1 Inhalt des Märchenfilms „Das Kalte Herz“ (DDR 1950)

3.2 Historische Hintergründe

3.2.1 Hauffs Märchenvorlage

3.2.2 Bezug zur Nachkriegszeit (1950)

3.3 Abweichungen von der Vorlage und ihre Gründe

3.4 Klischees und Stereotypen

3.5 Themenstruktur

3.6 Gattungsmerkmale

3.6.1 Definition von Märchen

4 Makrostrukturen

4.1 Sequenzprotokoll

4.2 Narratives Programm

4.3 Titelbetrachtung: „Das Kalte Herz“

4.4 Präsentation der Personen/Analyse

4.5 Rhetorische Figuren und ihre visuellen Entsprechungen

4.6 Symbole

5 Schluss

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den DEFA-Spielfilm „Das Kalte Herz“ aus dem Jahr 1950 auf seine ideologische Ausrichtung und analysiert, wie der Film als Medium diente, um gesellschaftliche Botschaften in der frühen DDR-Zeit zu vermitteln. Die zentrale Forschungsfrage befasst sich damit, inwieweit die Filmemacher durch die dramaturgische Gestaltung und den Einsatz spezifischer Symbole das Publikum im Sinne sozialistischer Ideale beeinflussen wollten.

  • Analyse des historisch-sozialen Kontextes der DDR-Filmkultur in der Nachkriegszeit.
  • Untersuchung der strukturellen und inhaltlichen Abweichungen von Wilhelm Hauffs literarischer Märchenvorlage.
  • Darstellung der narrativen Strukturen und des „Dualismus“ zwischen Kapitalismus und Sozialismus im Film.
  • Deutung der verwendeten Symbole (z.B. Herz, Stein, Wald) als rhetorische und ideologische Gestaltungsmittel.
  • Erforschung der Identifikationsmöglichkeiten des Zuschauers mit dem Protagonisten Peter Munk.

Auszug aus dem Buch

3.3 Abweichungen von der Vorlage und ihre Gründe

Beim Film „Das Kalte Herz“ wurde die Vorlage von Wilhelm Hauff durch einige Faktoren geschickt verändert, ohne dass diese Änderungen jedoch störend auffällig gewesen wären. Grundlage des Films ist eine direkt zu Beginn startende „Love-Story“ zwischen Peter und Lisbeth. In der Märchenvorlage lernt Peter Lisbeth erst nach Erhalt des Steinherzens kennen. Diese „Love-Story“ ist der „roter Faden“ durch den gesamten Film und soll für Peter als Orientierungshilfe in all seinen schlechten Zeiten dienen. Nur durch die Liebe zu Liesbeth hat sein Leben einen Sinn. Dies ist etwas, was jeden anspricht, da es ein Mythos der Menschheit ist. Nebenbei soll jedoch auch gezeigt werden, dass der Weg, für den sich Peter am Ende entscheidet, nicht nur die Liebe ist sondern auch der Sozialismus. Er gibt nämlich den Reichtum auf und wird ein mittelständischer Holzmann. So gesehen haben die Filmemacher sehr gut vermittelt, dass sie den Sozialismus als Hilfe zum Glück ansehen im Gegensatz zum Kapitalismus, der meist nur Unglück über die Menschen bringt.

In Hauffs Märchen wird die ausführliche Sage vom Holländer Michel mit all dessen Erlebnissen als Flößer und seine Verwandlung zum kaltherzigen Menschen in die Handlung vom „Kalten Herz“ integriert. Peter reist, nachdem er sein Herz getauscht hat, an dieser Stelle auch nur zwei Jahre durch die Welt und treibt nicht diese dubiosen Geschäfte in Holland. Im Film hingegen wird diese Sage vom Holländer Michel vom jungen Hauptdarsteller Peter Munk selbst durchlebt. Diese inhaltliche Veränderung dient zum einen der Vereinfachung, zum anderen wird so die negative Veränderung Peters Charakters viel deutlicher, als wenn nur eine Sage irgendeines Holländer Michels erzählt würde. Im Film durchlebt der gebrochene Held all die Tiefen eines skrupellosen Geschäftsmannes, damit die Einstellung des Zuschauers durch die Identifikation mit dem Helden gegen den Kapitalismus gerichtet wird. Also hat man die Szene im Film kurzerhand geändert.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Bedeutung des Films als Medium zur Vermittlung gesellschaftlicher Botschaften ein und stellt die These auf, dass der Film den Sozialismus als erstrebenswerten Lebensweg propagiert.

2 Situativer Kontext des Films: Dieses Kapitel erläutert die historisch-sozialen Bedingungen der DDR nach 1949 und die Rolle der DEFA bei der Produktion von antifaschistischen und später ideologisch geprägten Kinderfilmen.

3 Die Sendung als Ganzheit: Hier werden der Inhalt des Märchenfilms, die historischen Hintergründe der Vorlage, thematische Strukturen sowie Abweichungen vom Original untersucht, um die ideologische Intention hinter der filmischen Adaption aufzuzeigen.

4 Makrostrukturen: Dieses Kapitel analysiert das narrative Programm des Films, führt ein Sequenzprotokoll auf und untersucht die Bedeutung von Personen, rhetorischen Figuren sowie zentralen Symbolen für die Gesamtbotschaft.

5 Schluss: Das Fazit fasst zusammen, wie der Film durch die geschickte Verknüpfung von Märchenmotiven und sozialistischer Ideologie zu einem Klassiker wurde, der den Zuschauer zur Entscheidung für ein "gutes" Leben anregt.

Schlüsselwörter

Das Kalte Herz, DEFA, Sozialismus, Kapitalismus, Wilhelm Hauff, Märchenverfilmung, Ideologie, DDR-Film, Peter Munk, Symbolik, Filmanalyse, Gesellschaftskritik, Moral, Identifikation, Ständegesellschaft.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht den DEFA-Film „Das Kalte Herz“ von 1950 und analysiert, wie der Stoff genutzt wurde, um sozialistische Ideale im Gegensatz zu kapitalistischen Werten zu vermitteln.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Zu den zentralen Themen gehören der historisch-soziale Kontext der DEFA, die strukturelle Umgestaltung der literarischen Vorlage und die symbolische Aufladung der Erzählung zur Zuschauerbeeinflussung.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, zu begründen, warum der Film als ein klassisches Beispiel für die ideologische Prägung durch die DEFA angesehen werden kann, und wie er den Zuschauern eine Orientierungshilfe in der damaligen Zeit bot.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine strukturelle Filmanalyse, die narrative Programme untersucht sowie symbolische und rhetorische Mittel (wie Antithese und Klimax) auf ihre Wirkung hin analysiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung des Kontextes, die detaillierte Inhaltsbetrachtung, den Vergleich mit der Vorlage sowie die Analyse von Figurenkonstellationen und Symboliken.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Publikation?

Die Arbeit ist geprägt von Begriffen wie Sozialismus, Kapitalismus, DEFA-Film, Märchenadaption und Ideologiekritik.

Wie verändert der Film den Charakter von Peter Munk im Vergleich zum literarischen Vorbild?

Im Film durchlebt Peter Munk die Sage vom Holländer Michel selbst, was seine moralische Verfehlung und den Prozess der Entfremdung deutlicher hervorhebt als in der ursprünglichen Erzählung.

Warum spielt der Kontrast zwischen den Schauplätzen Amsterdam und dem Schwarzwald eine wichtige Rolle?

Dieser Kontrast wird genutzt, um die Gegensätze zwischen der „kalten“ Geldwelt des Kapitalismus (Amsterdam) und der vermeintlich „warmen“, gerechten Lebenswelt des Sozialismus (Dorf im Schwarzwald) räumlich und visuell darzustellen.

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Details

Title
Das kalte Herz - Ideologie und Orientierung
College
University of Cologne  (Seminar für Deutsche Sprache und ihre Didaktik)
Course
Klassiker des Kinder- und Jugendfilms
Grade
sehr gut
Author
Sina Bottke (Author)
Publication Year
2003
Pages
31
Catalog Number
V39721
ISBN (eBook)
9783638384247
ISBN (Book)
9783638655149
Language
German
Tags
Herz Ideologie Orientierung Klassiker Kinder- Jugendfilms
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Sina Bottke (Author), 2003, Das kalte Herz - Ideologie und Orientierung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/39721
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