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Ist Kommunikation zwischen den Geschlechtern interkulturelle Kommunikation? - Eine Kontroverse

Title: Ist Kommunikation zwischen den Geschlechtern interkulturelle Kommunikation? - Eine Kontroverse

Term Paper , 2003 , 13 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Rebecca Blum (Author)

German Studies - Semiotics, Pragmatics, Semantics
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„We argue that […] men and women come from different sociolinguistic subcultures, having learned to do different things with words in a conversation, so that when they attempt to carry on conversations with one another, even if both parties are attempting to treat another as equals, cultural miscommunication results.”

Im Rahmen dieser Arbeit mit dem Titel „Ist Kommunikation zwischen den Geschlechtern interkulturelle Kommunikation? – Eine Kontroverse“ wird die im obigen Zitat zum Ausdruck kommende Annahme des Bestehens einer spezifisch weiblichen und männlichen Gesprächskultur, wie sie unter anderem von Maltz/Borker und Tannen vertreten wird, mit der als Reaktion auf die These der „zwei Kulturen“ erfolgte Gegendarstellung Günthners verglichen.
Der erste Teil der Arbeit beschäftigt sich mit den Anfängen der feministischen Sprachwissenschaft in der Frauenbewegung und dem Beginn der feministisch-linguistischen Diskussion, um den Ursprung der anschließend beschriebenen Kontroverse darzustellen.
Daraufhin wird die Theorie der „zwei Kulturen“ basierend auf Gumperz’ Konzept unterschiedlicher Kontextualisierungskonventionen in interkultureller Kommunikation erörtert. Im Anschluss soll Günthners Kritik an dieser Theorie anhand einiger essentieller Punkte ausgeführt werden. Das Ziel der Schlussbetrachtung wird sein, aufgrund der vorherigen Darlegungen selbst Position zu beziehen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Entstehung und Themen der feministischen Sprachwissenschaft

1.1 Die „Neue Frauenbewegung“ als Ausgangspunkt

1.2 Die Anfänge der feministisch-linguistischen Diskussion

2. Die Theorie der „zwei Kulturen“

2.1 Die Basis: Gumperz’ Konzept der unterschiedlichen

Kontextualisierungskonventionen in der interkulturellen Kommunikation

2.2 Kommunikation zwischen den Geschlechtern als interkulturelle Kommunikation

3. Kritische Auseinandersetzung mit der Theorie divergierender geschlechtsspezifischer

Interaktionssysteme

3.1 Das Aufwachsen der Kinder in getrennten Welten

3.2 Geschlechtsspezifische Stilzuschreibungen

3.3 Die Identitätskategorie „soziales Geschlecht“

Schlussbetrachtung

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die Arbeit untersucht die wissenschaftliche Kontroverse darüber, ob die Kommunikation zwischen den Geschlechtern als eine Form interkultureller Kommunikation betrachtet werden kann, indem sie die Theorie der „zwei Kulturen“ von Maltz/Borker und Tannen den kritischen Einwänden von Susanne Günthner gegenüberstellt.

  • Entstehung und historische Wurzeln der feministischen Sprachwissenschaft.
  • Analyse des Konzepts der „zwei Kulturen“ und dessen Übertragung auf geschlechtsspezifische Kommunikation.
  • Kritische Reflexion der Annahme getrennter weiblicher und männlicher Gesprächswelten.
  • Diskussion der Bedeutung von Identitätsparametern und Kontextualisierung über die Kategorie „Geschlecht“ hinaus.
  • Bewertung des Konzepts „doing gender“ in Bezug auf situatives Gesprächsverhalten.

Auszug aus dem Buch

3.1 Das Aufwachsen der Kinder in getrennten Welten

Susanne Günthner kritisiert in ihrem Aufsatz „Sprache und Geschlecht: Ist Kommunikation zwischen Frauen und Männern interkulturelle Kommunikation?“ die von Maltz/Borker und Tannen aufgestellte These vehement. Einen entscheidenden Aspekt ihrer Kritik bildet dabei die Theorie der zwei Welten, in denen Jungen getrennt von Mädchen durch Abgrenzung von der Peer-Gruppe des anderen Geschlechts unterschiedliche Interaktionsstrategien erlernen. Nach Günthner ist diese Trennung weitaus weniger gravierend als Maltz/Borker sie darstellen. 16

„Die Aktivitäten von Mädchen und Jungen sind weniger in Form eines Modells von ‚zwei verschiedenen Welten’ als in Form von ‚with-then-apart’-Strukturen zu verstehen. Die Kinder sind bei manchen Aktivitäten getrennt-geschlechtlich organisiert und bei anderen kommen sie zusammen, sind Teil derselben Welt.“ 17

Darüber hinaus spielt ihrer Meinung nach das individuelle Verhalten der Kinder eine wichtige Rolle. Es ist zwar durchaus zu konstatieren, dass einige Jungen eine Vorliebe für das als typisch männlich angesehene Verhalten wie aggressives Spiel oder Aufrechterhaltung dominanter Positionen aufweisen, andere Jungen allerdings lehnen dies vollkommen ab. Daher tritt Günthner für ein „flexibleres Verständnis von ‚gender’ mit Raum für individuelle Abweichungen“18 ein.

Des weiteren beruft sie sich auf Studien, die aufzeigen, dass der Erwerb von Interaktionsstrategien bereits in einem Alter einsetzt, in dem die Kinder noch nicht in getrenntgeschlechtlichen Peergruppen organisiert sind. Diese Tatsache widerspricht ihrer Meinung nach der von Maltz/Borker und Tannen vertretenen Theorie der „zwei Kulturen“, denn

„im Gegensatz zu Angehörigen verschiedener Kulturen, die jeweils innerhalb einer kulturellen Umgebung mit den grammatischen und lexikalischen Strukturen der Sprache zugleich auch kulturspezifische Kontextualisierungskonventionen und damit Konventionen zur Signalisierung und Interpretation interaktiver Bedeutung erwerben, läuft bei Mädchen und Jungen der Spracherwerb und damit auch der Erwerb der Bedeutungssignalisierung größtenteils in derselben sprachlichen Umgebung ab.“19

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Umreißt die Fragestellung und den Vergleich zwischen der „zwei Kulturen“-These und Günthners Kritik.

1. Entstehung und Themen der feministischen Sprachwissenschaft: Beschreibt die historische Entwicklung durch die Frauenbewegung und den Beginn der linguistischen Diskussion.

2. Die Theorie der „zwei Kulturen“: Erläutert Gumperz’ Konzept der Kontextualisierung und dessen Anwendung auf geschlechtsspezifische Missverständnisse.

3. Kritische Auseinandersetzung mit der Theorie divergierender geschlechtsspezifischer Interaktionssysteme: Setzt sich differenziert mit der Kritik von Susanne Günthner an der „Zwei-Welten-Theorie“ auseinander.

Schlussbetrachtung: Plädiert für eine differenzierte Betrachtung individuellen Gesprächsverhaltens statt pauschaler Stereotypisierungen.

Schlüsselwörter

Feministische Sprachwissenschaft, zwei Kulturen, Genderlect, interkulturelle Kommunikation, Kontextualisierungskonventionen, Gesprächsanalyse, soziale Konstruktion, Gender, doing gender, geschlechtsspezifische Kommunikation, Sprechstil, Identität, Machtverhältnisse, Sprachsoziologie, Diskursanalyse.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht die theoretische Annahme, dass Männer und Frauen unterschiedlichen „soziolinguistischen Subkulturen“ angehören und ihre Kommunikation daher wie interkulturelle Kommunikation abläuft.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Fokus stehen die feministische Sprachwissenschaft, die Entstehung geschlechtsspezifischer Gesprächsstile und die kritische Auseinandersetzung mit der These, dass soziale Geschlechter als getrennte Kulturen zu begreifen seien.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist ein kritischer Vergleich zwischen der populären Theorie der „zwei Kulturen“ und der fundierten Kritik von Susanne Günthner, um zu einer eigenen begründeten Position zu gelangen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine theoretische Literaturanalyse und diskutiert linguistische Ansätze der Gesprächsforschung, indem sie zentrale Thesen der Fachliteratur gegenüberstellt.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der „zwei Kulturen“-Theorie (Maltz/Borker/Tannen) und die kritische Prüfung dieser Theorie durch Susanne Günthner anhand von Beispielen wie Unterbrechungen und Themenänderungen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind insbesondere das Konzept der Kontextualisierung, „genderlects“, „doing gender“ sowie die Hinterfragung von Rollenstereotypen in der Interaktion.

Was besagt die von Susanne Günthner kritisierte „Zwei-Welten-Theorie“?

Die Theorie besagt, dass Kinder in getrenntgeschlechtlichen Peergruppen aufwachsen, dort isolierte soziale Regeln erlernen und diese als Erwachsene in die Kommunikation zwischen den Geschlechtern tragen, was zu Missverständnissen führt.

Wie unterscheidet sich Günthners Sichtweise zur „Geschlechtsidentität“?

Günthner sieht Geschlecht nicht als alleinseligmachenden, dauerhaft dominanten Faktor, sondern plädiert für die Berücksichtigung weiterer Identitätsparameter und die situative Konstruktion von Geschlecht („doing gender“).

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Details

Title
Ist Kommunikation zwischen den Geschlechtern interkulturelle Kommunikation? - Eine Kontroverse
College
University of Heidelberg
Grade
1,3
Author
Rebecca Blum (Author)
Publication Year
2003
Pages
13
Catalog Number
V39771
ISBN (eBook)
9783638384605
ISBN (Book)
9783640521647
Language
German
Tags
Geschlechtern Kontroverse Interkulturelle Kommunikation
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Rebecca Blum (Author), 2003, Ist Kommunikation zwischen den Geschlechtern interkulturelle Kommunikation? - Eine Kontroverse, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/39771
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