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Formale Erzähltextanalyse: Botho Strauß: Drüben

Titel: Formale Erzähltextanalyse: Botho Strauß: Drüben

Hausarbeit , 2002 , 15 Seiten , Note: sehr gut

Autor:in: Susanne Lifka (Autor:in)

Germanistik - Neuere Deutsche Literatur
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Botho Strauß gehört zu den zentralen Dramatikern der Nachkriegsgeneration innerhalb der deutschen Literatur.
Seine Ästhetik wurde stark vom Denken der Frankfurter Schule, insbesondere von der Theorie Theodor W. Adornos, geprägt. Sie äußert sich in der schockhaften Durchbrechung eingespielter Wahrnehmungsformen und in der zynischen Überhöhung bürgerlicher Glücksvorstellungen.
Neben Theaterstücken verfasste er auch herausragende Prosasammlungen wie „Paare, Passanten“ (1981). Die Sammlung mit Prosagedichten fand in „Niemand anderes“ 1987 ihre Fortsetzung. Die daraus entnommene Kurzgeschichte „Drüben“ soll nun im Folgenden mit den Kategorien der formalen Textanalyse beschrieben werden.
[...]

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Formale Erzähltextanalyse

2.1 Textelemente

2.2 Zeit

2.2.1 Ordnung

2.2.2 Dauer

2.2.3 Frequenz

2.3 Modus

2.3.1 Distanz

2.3.2 Erzählung von Ereignissen

2.3.3 Erzähler/Personenrede und Bewusstseinsdarstellung

2.3.4 Fokalisierung

2.4 Stimme

2.4.1 Zeitpunkt des Erzählens

2.4.2 Ort des Erzählens

2.4.3 Stellung des Erzählers zum Geschehen

2.4.4 Subjekt und Adressat des Erzählens

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit verfolgt das Ziel, die Kurzgeschichte „Drüben“ von Botho Strauß mittels systematischer Kategorien der formalen Erzähltextanalyse zu untersuchen, um die narrative Struktur und ästhetische Gestaltung des Textes aufzuschlüsseln.

  • Analyse der narrativen Zeitebenen (Ordnung, Dauer, Frequenz)
  • Untersuchung des Erzählmodus und der erzählerischen Distanz
  • Differenzierung von Erzählerstimmen und Bewusstseinsdarstellung
  • Bestimmung der Fokalisierung und der erzählerischen Instanz
  • Einordnung des Werkes in den Kontext von Strauß' Kulturkritik

Auszug aus dem Buch

2.2.1 Ordnung

Der Erzähler hält im Großen und Ganzen die chronologische Reihenfolge der Ereignisse ein. Er schildert den Verlauf eines Sonntagnachmittags, an welchem eine alte Frau auf die Ankunft ihrer Tochter und deren Mann, die zum Kaffee trinken eingeladen sind, wartet. Doch die Chronologie dieser Geschichte wird durch Anachronien in Form von Analepsen und Prolepsen unterbrochen.

Die ersten Analepsen finden sich gleich zu Beginn der Kurzgeschichte. Nachdem der Erzähler die Eingangsszene beschrieben hat, macht er folgende Einschübe:

„Der Tisch ist seit langem für drei Personen gedeckt [...]. Die alte Frau hat sich nach dem Mittagessen umgezogen. [...]. Sie hat ein Ohrengänge mit Rubinen angelegt und die Finger matt lackiert.“

Mit Hilfe dieser kleinen aufbauenden Rückwendungen reicht er dem Leser Informationen nach, die Auskunft über die aufwendigen Vorbereitungen der alten Frau geben.

Gleich darauf macht das erzählende Subjekt einen weit größeren Sprung in die Vergangenheit:

„Seit bald vierzig Jahren lebt sie in dieser Wohnung im obersten Stockwerk [...].“

Hier wird deutlich, dass „der Erzähler in seiner Geschichte [...] nicht an das Jetzt - und – Hier des (erzählten bzw. erlebten) Geschehens gebunden ist.“

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Vorstellung des Autors Botho Strauß und Einführung in die Fragestellung sowie das zu analysierende Werk.

2. Formale Erzähltextanalyse: Detaillierte Untersuchung des Textes anhand narratologischer Kategorien wie Zeit, Modus und Stimme.

2.1 Textelemente: Analyse der äußeren Beschaffenheit, der Syntax und des Satzbaus des Erzähltextes.

2.2 Zeit: Untersuchung der zeitlichen Dimensionen des Erzählens inklusive Anachronien und der erzählerischen Dauer.

2.3 Modus: Erläuterung des Grades der Mittelbarkeit und der Perspektivierung des Erzählten.

2.4 Stimme: Beleuchtung des Aktes des Erzählens unter Einbeziehung von Zeitpunkt, Ort und Erzählerstellung.

Schlüsselwörter

Botho Strauß, Drüben, Erzähltextanalyse, Narratologie, Zeitstruktur, Analepse, Prolepse, Fokalisierung, Erzählerbericht, Bewusstseinsdarstellung, Modus, Distanz, Literaturwissenschaft, Nachkriegsliteratur, Kurzgeschichte

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit befasst sich mit einer formalen narratologischen Analyse der Kurzgeschichte „Drüben“ aus der Prosasammlung „Niemand anderes“ von Botho Strauß.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Untersuchung konzentriert sich auf die formale Erzählstruktur, insbesondere auf die zeitliche Gestaltung, die Erzählperspektive sowie die unterschiedlichen Arten der Figurenrede.

Was ist das primäre Ziel der Analyse?

Ziel ist es, die narrative Architektur der Geschichte zu entschlüsseln und zu zeigen, wie der Autor durch spezifische Erzähltechniken seine thematischen Anliegen, wie Vereinsamung und Kulturkritik, vermittelt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt die klassische formale Erzähltextanalyse nach narratologischen Standards, wie sie unter anderem von Martinez und Scheffel definiert werden.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Bereiche Zeit, Modus und Stimme, wobei jedes Kapitel spezifische Aspekte wie Ordnung, Dauer, Frequenz, Distanz und Fokalisierung detailliert untersucht.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den wichtigsten Begriffen zählen Erzähltextanalyse, Zeitstruktur, Analepse, Modus, Fokalisierung und Botho Strauß.

Wie geht der Autor mit der Zeitgestaltung in der Erzählung um?

Der Erzähler nutzt chronologische Abläufe, unterbricht diese jedoch gezielt durch Analepsen (Rückwendungen) und Prolepsen (Vorausdeutungen), um die psychologische Situation der Protagonistin zu unterstreichen.

Welche Bedeutung hat der Erzählerkommentar am Ende des Textes?

Der Kommentar fungiert als Mittel der Verallgemeinerung, der die in der Erzählung thematisierte Vereinsamung auf eine allgemeinere Ebene hebt und die Leserschaft zur Reflexion anregt.

Ende der Leseprobe aus 15 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Formale Erzähltextanalyse: Botho Strauß: Drüben
Hochschule
Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main  (Institut für deutsche Sprache und Literatur II)
Veranstaltung
Einführung in die Neuere Deutsche Literaturwissenschaft
Note
sehr gut
Autor
Susanne Lifka (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2002
Seiten
15
Katalognummer
V3993
ISBN (eBook)
9783638124850
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Formale Erzähltextanalyse Botho Strauß Drüben Einführung Neuere Deutsche Literaturwissenschaft
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Susanne Lifka (Autor:in), 2002, Formale Erzähltextanalyse: Botho Strauß: Drüben, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/3993
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Leseprobe aus  15  Seiten
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