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Eine Form sozialer Gerechtigkeit: Gerechtigkeit als Fairness (John Rawls: A Theory of Justice)

Título: Eine Form sozialer Gerechtigkeit: Gerechtigkeit als Fairness (John Rawls: A Theory of Justice)

Trabajo de Seminario , 2001 , 14 Páginas , Calificación: zwei

Autor:in: Stefan Roßteuscher (Autor)

Teología - Teología sistemática
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Der Autor selbst benennt im Hauptgedanken als Anspruch für seine Gerechtigkeitstheorie die bekannte Theorie des Gesellschaftsvertrags zu verallgemeinern und auf eine höhere Abstraktionsebene zu heben. Er stellt sein Werk dabei selbst in direkten Bezug zu den neuzeitlichen Vertragstheorien von Thomas Hobbes‘ Leviathan, John Lockes Abhandlungen über die Regierung, Jean-Jaques Rousseaus Gesellschaftsvertrag und Immanuel Kants Metaphysische Anfangsgründe der Rechtslehre. Diese wiederum greifen vielfach auf Platons Politeia und Aristoteles‘ Politik zurück.

Sozialethik ist Strukturenethik: Sie beschäftigt sich demnach mit den sich Menschen gebenden Strukturen und Ordnungen von Institutionen und Normen. Hierzu prüft sie diese nach anthroposophischen Maßstäben und übt gegebenenfalls Kritik. Oberstes Prinzip ist hierbei der Mensch als Subjekt und Person.
Sie erstreckt sich folglich über die gleichen Wirkungsbereiche wie Rawls‘ Gesellschaftstheorie. Gemeinsam stellen sie die Forderung nach sozialer Gerechtigkeit auf. Diese setzt sich aus den Gerechtigkeitsgrundformen der iustitia commutativa (Vertrags-Gerechtigkeit), iustitia distributiva (Teilhabe-Gerechtigkeit) und iustitia legalis (Gesetzes-Gerechtigkeit) zusammen. Darauf bauen die Dimensionen von Besitzstands-, Leistungs-, Chancen-, Bedürfnis- und Zukunftsgerechtigkeit auf.

John Rawls schuf 1971 mit A Theory of Justice gleichermaßen persönliches und philosophiegeschichtliches Hauptwerk. Auf durchaus utopisiernde Weise systematisiert er seine Idee einer gerechten „Sozialethik“, die sich u. a. aus zuvor veröffentlichten Einzelaufsätzen speist und er später mehrfach modifiziert und auch revidiert hat.

Versucht man eine kritische Wertung der Rawls’schen Gerechtigkeitstheorie findet man als zentrale Beurteilungsbegriffe rasch „Praxisbezug“ und „Praktizierbarkeit“. Grund dafür ist, dass eine soziale Ethik um nützlich zu sein unmittelbaren Bezug zu einer gesellschaftlichen Wirklichkeit haben muss. Desweiteren sieht Rawls seine Ideen deontologisch. Das bedeutet, dass, was theoretisch aufgestellt wird, auch in der Praxis so sein soll.
Er bleibt dabei jedoch theorielastig und öffnet dem Einzelnen, der von der Theorie profitieren soll nur unzureichende Handlungsperspektiven. Verantwortung wird den Institutionen zugebilligt.
Diese Verwischung von Theorie und Praxis lässt A Theory of Justice leicht zum grandiosen Fehlschlag werden.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Grundlegendes

1.1 John Rawls – Biographisches

1.2 A Theory of Justice – Philosophische Einordnung

1.2.1 Staatsphilosophisches Hauptwerk

1.2.2 Gegenposition zum Utilitarismus

1.3 Gerechtigkeit aus sozialethischer Perspektive

2. John Rawls: Eine Theorie der Gerechtigkeit – Formales

3. John Rawls‘ Theorie einer sozialen Gerechtigkeit

3.1 Anwendungsverhältnisse

3.1.1 Historisches Umfeld

3.1.2 Staatsphilosophischer Hintergrund

3.1.3 Anwendungsbereich – Die Institutionen

3.2 Die beiden Grundsätze der Gerechtigkeit

3.3 Der Urzustand

3.3.1 Darstellung des Begründungsverfahrens

3.3.2 Der Schleier des Nichtwissens

3.4 Die beiden Gerechtigkeitsprinzipien aus der Perspektive des Urzustands

4. Kritisches

4.1 Philosophische Rezeption

4.2 Versuch einer kritischen Wertung

Zielsetzung und Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht John Rawls' Hauptwerk "A Theory of Justice" unter sozialethischen Aspekten und analysiert dessen formale und inhaltliche Struktur sowie die theoretische Fundierung seiner Gerechtigkeitstheorie.

  • Biografischer und philosophischer Kontext von John Rawls
  • Abgrenzung der Theorie zur utilitaristischen Ethik
  • Analyse des "Urzustands" und des "Schleiers des Nichtwissens"
  • Darstellung der beiden zentralen Gerechtigkeitsprinzipien
  • Kritische Würdigung der praktischen Anwendbarkeit und theoretischen Konsistenz

Auszug aus dem Buch

3.3.2 Der Schleier des Nichtwissens

Bei allen Unterschieden verbindet die Menschen jedoch, dass der Einzelne nicht weiß, wie er sozialisiert ist, wie auf ihn Anlagen und Veranlagungen, Chancen und Glücksgüter verteilt sind.

3.4 Die beiden Gerechtigkeitsprinzipien aus der Perspektive des Urzustands

Der Einzelne meint also zu wissen, wie eine Gesellschaft funktionieren kann, weiß aber nicht in welcher konkreten Lebenssituation er sich befinden wird, und welche Rolle ihm beschieden sein wird.

Dieses Nichtwissen um die eigene Person zur Zeit des Urzustands, lässt die Vertragspartner gemeinsam zu den beiden Gerechtigkeitsprinzipien finden, die von sich aus zu gerechten Institutionen führen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Grundlegendes: Dieses Kapitel liefert biografische Informationen zu John Rawls und ordnet sein Hauptwerk in den staatsphilosophischen Kontext sowie in Abgrenzung zum Utilitarismus ein.

2. John Rawls: Eine Theorie der Gerechtigkeit – Formales: Hier erfolgt eine formale Beschreibung der Struktur und des Aufbaus des Werkes, inklusive der Gliederung in Paragraphen und Teile.

3. John Rawls‘ Theorie einer sozialen Gerechtigkeit: Dieses Kapitel vertieft den historischen Hintergrund, den Urzustand und erläutert die beiden zentralen Gerechtigkeitsprinzipien von Rawls.

4. Kritisches: Der abschließende Teil behandelt die philosophische Rezeption des Werkes und setzt sich kritisch mit der Praktizierbarkeit und der theorielastigen Perspektive der Gerechtigkeitstheorie auseinander.

Schlüsselwörter

John Rawls, A Theory of Justice, soziale Gerechtigkeit, Utilitarismus, Urzustand, Schleier des Nichtwissens, Gerechtigkeitsprinzipien, Staatsphilosophie, Sozialethik, Vertragstheorie, Politische Philosophie, Gerechtigkeit als Fairness, Institutionen, Deontologie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit untersucht John Rawls' bedeutendes Werk "A Theory of Justice" und beleuchtet dessen theoretische Grundlagen, insbesondere das Konzept der Gerechtigkeit als Fairness im Kontext der Sozialethik.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Zu den Kernpunkten zählen die Einordnung von Rawls in die Philosophiegeschichte, der Vergleich zum Utilitarismus, die methodische Konstruktion des "Urzustands" sowie die Ableitung der beiden Gerechtigkeitsprinzipien.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, Rawls' Vorstellung einer sozialen Gerechtigkeit darzulegen und kritisch zu hinterfragen, inwiefern seine Theorie sowohl theoretisch fundiert als auch praktisch für die Gestaltung von Institutionen anwendbar ist.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Der Autor nutzt eine systematische Analyse und textkritische Auswertung der Primärliteratur sowie einschlägiger philosophischer Sekundärquellen, um die Konzepte von Rawls zu erläutern und zu bewerten.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die formale Beschreibung des Werkes, die Untersuchung der historischen Entstehungsbedingungen, die Erläuterung des Gedankenexperiments "Urzustand" und die detaillierte Darstellung der beiden Gerechtigkeitsgrundsätze.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?

Wesentliche Begriffe sind Gerechtigkeit als Fairness, Urzustand, Schleier des Nichtwissens, Sozialethik, Utilitarismus-Kritik und Vertragstheorie.

Warum ist das Konzept des "Schleiers des Nichtwissens" so wichtig für Rawls?

Dieser "Schleier" stellt sicher, dass die Vertragspartner ihre Prinzipien hinter einer Maske der Unwissenheit über ihre eigene soziale Position wählen, was zur Unparteilichkeit und damit zur Gerechtigkeit führt.

Wie bewertet der Autor die Kritik an Rawls' Theorie?

Der Autor führt kritisch an, dass die Theorie zwar philosophisch bedeutend ist, jedoch Gefahr läuft, durch ihre hohe Abstraktion und Theorielastigkeit den direkten Praxisbezug zur gesellschaftlichen Realität zu verlieren.

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Detalles

Título
Eine Form sozialer Gerechtigkeit: Gerechtigkeit als Fairness (John Rawls: A Theory of Justice)
Universidad
LMU Munich  (Katholisch-Theologische Fakultät / Lehrstuhl für Christliche Sozialethik)
Curso
Solidarität in der modernen Gesellschaft - Hinführung zu sozialethischen Grundfragen Urzustand Schleier des Nichtwissens
Calificación
zwei
Autor
Stefan Roßteuscher (Autor)
Año de publicación
2001
Páginas
14
No. de catálogo
V3995
ISBN (Ebook)
9783638124867
ISBN (Libro)
9783638745994
Idioma
Alemán
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Stefan Roßteuscher (Autor), 2001, Eine Form sozialer Gerechtigkeit: Gerechtigkeit als Fairness (John Rawls: A Theory of Justice), Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/3995
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