IAS ist die Abkürzung für International Accounting Standards und bedeutet übersetzt soviel wie „internationale Buchhaltungsstandards“. Es bezeichnet eine Reihe von internationalen Rechnungslegungsvorschriften, die von einem privatrechtlichen Gremium, dem International Accounting Standards Board (IASB) als Nachfolger des Accounting Standards Committe (IASC), gegründet von Berufsverbänden von Wirtschaftsprüfern aus neun Ländern, mit dem Ziel der Entwicklung eines kohärenten und qualitativ hochwertigen Satzes an globalen Standards der Rechnungslegung aufgestellt wurden. 1 IFRS ist die Abkürzung für International Financial Reporting Standards, übersetzt „Standards für einen internationalen Finanzbericht“, und ist die neue zusätzliche Bezeichnung für die vorgenannten IAS. Die Bezeichnung IFRS soll verdeutlichen, dass die Standards nicht nur auf eine korrekte Buchführung, sondern viel mehr auch auf ein korrektes und transparentes Reporting ausgerichtet sind.2 Dies zeigt sich im besonderen Maß an den gegenüber dem HGB viel höheren Ansprüchen in Bezug auf die Anhangsangaben. 1 Vgl. http://www.aberhallo.de/lexikon/index.php/International_Accounting_Standards (Stand: 20.01.2005)
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitender Teil
1.1 Begriffsabgrenzung
1.1.1 IAS / IFRS
1.1.2 Mittelstand
1.1.3 Rating / Basel II
1.2 Problemstellung
1.3 Gang der Untersuchung
2. Rahmenbedingungen
2.1 Aktuelle gesetzliche Rahmenbedingungen
2.1.1 Bilanzrecht
2.1.1.1 Aufstellungspflicht und – wahlrecht
2.1.1.2 Jahresabschluss nach HGB
2.1.1.3 Jahresabschluss nach IAS/IFRS; Vergleich mit dem HGB
2.1.2 Steuerrecht: Maßgeblichkeit
2.1.3 Ausschüttung
2.2 Anspruchsgruppen und deren Relevanz
2.2.1 Anspruchsgruppen nach dem Framework der IAS/IFRS
2.2.2 Staat in Form der Finanzbehörden
2.2.3 Kreditgeber
2.2.4 Lieferanten und Kunden
2.2.5 Weitere interne Adressaten: Gesellschafter, Management, Arbeitnehmer
2.2.6 Weitere externe Adressaten: Andere Unternehmen, Öffentlichkeit
3. Herausforderungen und Chancen für den Mittelstand
3.1 Allgemeine Ziele des Mittelstands
3.2 Herausforderungen
3.2.1 Umstellungskosten
3.2.2 Steuerauswirkung
3.2.3 Transparenz
3.2.4 Beurteilung und Ranking nach einer Umfrage der KPMG
3.3 Chancen
3.3.1 Kapitalbeschaffung
3.3.2 Globalisierung / Internationalisierung
3.3.3 Transparenz
3.3.4 Konsolidierung
3.3.5 Beurteilung und Ranking nach einer Umfrage der KPMG
3.4 Herausforderungen und Chancen für den Mittelstand
3.5 Differenzierung nach kleinen und großen Mittelstandsunternehmen
3.5.1 Kleinere Unternehmen
3.5.2 Größere Unternehmen
4. Aktuelle Entwicklungen
4.1 Forderungen an den Gesetzgeber
4.2 Forderungen an das IASB
4.3 Anwendung des IAS/IFRS-Abschlusses
4.3.1 Umfrage der KPMG für den gehobenen Mittelstand
4.3.2 Prognose für den unteren Mittelstand
4.4 Allgemeine Erwartungen über die Zukunft der IAS/IFRS im Mittelstand
5. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die potenziellen Auswirkungen einer Umstellung der Rechnungslegung auf IAS/IFRS für mittelständische Unternehmen. Dabei wird analysiert, ob die mit der internationalen Rechnungslegung verbundenen Herausforderungen (z. B. Kosten, Transparenz) durch die möglichen Chancen (z. B. Kapitalbeschaffung, Rating-Verbesserung) gerechtfertigt sind und inwieweit eine Umstellung betriebswirtschaftlich sinnvoll erscheint.
- Rechnungslegung nach HGB im Vergleich zu IAS/IFRS
- Einfluss von Basel II auf Finanzierungsbedingungen im Mittelstand
- Kostennutzenanalyse der Umstellung für unterschiedliche Unternehmensgrößen
- Analyse der Anspruchsgruppen und deren Informationsbedürfnisse
- Empirische Einblicke durch KPMG-Umfragen zum gehobenen Mittelstand
Auszug aus dem Buch
3.3.1 Kapitalbeschaffung
Die meisten mittelständischen Unternehmen befinden sich im Familienbesitz oder besitzen nur relativ wenige Gesellschafter. Dementsprechend liegt auch die Unternehmensführung allein in der Macht der nur wenigen Anteilseigner. Interesse, diese Macht abzugeben, besteht nicht. Daher ist eine Außenfinanzierung durch Eigenkapitalerhöhung die letzte Möglichkeit zur Kapitalbeschaffung, die in Erwägung zu ziehen ist. Der Mittelstand finanziert sich vorzugsweise über Bankkredite.
Sollte das Unternehmen dennoch beispielsweise einen Börsengang in Erwägung ziehen, wäre ohne Zweifel eine internationale Rechnungslegung sehr ratsam. Die Banken stehen einer Einführung der IAS/IFRS grundsätzlich sehr positiv gegenüber. So wird die Bilanzanalyse – u. a. durch den zusätzlichen Bestandteil des Abschlusses Kapitalflussrechnung – einfacher, es könnte ein europäisch einheitliches branchenabhängiges Kennzahlensystem aufgestellt werden. Ein einheitliches Ratingsystem wäre die Folge. Die Gefahr des Entzugs von Haftungsmasse durch zu hohe Ausschüttungen könnten die Banken durch Ausschüttungssperren vermeiden, sodass das Risiko für die Banken eingeschränkt wird. Zudem verbessert sich die Risikoeinschätzung bei den Banken wesentlich, da die IAS/IFRS den tatsächlichen Verhältnissen mehr entsprechen als die Rechnungslegung nach HGB. Die entstehenden Kosten für die Umstellung können auf die Kunden in Form höherer Zinsen abgewälzt werden.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitender Teil: Definition der zentralen Begriffe IAS/IFRS sowie Mittelstand und Hinführung zur Fragestellung unter Berücksichtigung von Basel II.
2. Rahmenbedingungen: Darstellung des aktuellen Bilanz- und Steuerrechts unter Einbeziehung der Anspruchsgruppen und der Maßgeblichkeit der HGB-Bilanz.
3. Herausforderungen und Chancen für den Mittelstand: Analyse der Kosten-Nutzen-Struktur der IFRS-Anwendung, differenziert nach Unternehmensgröße und unter Verwendung von KPMG-Umfragedaten.
4. Aktuelle Entwicklungen: Erörterung notwendiger gesetzlicher Reformen und Anforderungen an das IASB zur Erleichterung der Anwendung für KMU sowie Prognosen zur künftigen Verbreitung.
5. Fazit: Zusammenfassende Bewertung, dass eine Umstellung vorwiegend bei größeren Unternehmen sinnvoll ist, während kleinere Unternehmen eher an HGB-Standards festhalten sollten.
Schlüsselwörter
IAS/IFRS, Mittelstand, HGB, Kapitalbeschaffung, Basel II, Bilanzierung, Transparenz, Umstellungskosten, Rating, Eigenkapitalquote, KMU, Rechnungslegung, Ausschüttung, Steuerrecht, Jahresabschluss
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit analysiert die Herausforderungen und Chancen, die sich für mittelständische Unternehmen bei einer Umstellung der Rechnungslegung von HGB auf IAS/IFRS ergeben.
Welche Themenfelder stehen im Zentrum?
Die zentralen Themen umfassen die Kosten der Umstellung, Auswirkungen auf das Rating und die Kapitalbeschaffung sowie die Kompatibilität mit dem deutschen Steuerrecht.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es zu klären, ob eine Umstellung auf internationale Rechnungslegungsstandards für den Mittelstand wirtschaftlich vorteilhaft ist oder ob die Belastungen überwiegen.
Welche wissenschaftliche Methodik wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse sowie der Auswertung empirischer Studienergebnisse, insbesondere einer KPMG-Umfrage zum gehobenen Mittelstand.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden die Rahmenbedingungen, die spezifischen Herausforderungen wie Umstellungskosten und Transparenzanforderungen sowie die Chancen für die Kapitalbeschaffung detailliert gegenübergestellt.
Welche Schlüsselwörter beschreiben die Arbeit am besten?
IAS/IFRS, Mittelstand, HGB, Kapitalbeschaffung, Basel II, Bilanzierung, Transparenz und Rechnungslegung.
Welche Bedeutung hat Basel II für die Thematik?
Basel II spielt eine zentrale Rolle, da durch die verbesserte Qualität der IFRS-Abschlüsse ein besseres Rating bei Kreditverhandlungen und somit günstigere Zinskonditionen erreicht werden können.
Warum wird zwischen kleinen und großen Unternehmen unterschieden?
Die Differenzierung ist notwendig, da für kleine Unternehmen der Aufwand (Kosten/Schulungen) oft in keinem Verhältnis zum Nutzen steht, während größere Unternehmen durch internationale Tätigkeiten von einer Umstellung profitieren können.
Wie ist die Haltung der Gesetzgeber zur IFRS-Umstellung im Mittelstand?
Der Gesetzgeber zeigt sich derzeit zögerlich, da das Prinzip der Maßgeblichkeit der Handelsbilanz für die Steuerbilanz aufrechterhalten werden soll, um Steuereinnahmen nicht zu gefährden.
- Arbeit zitieren
- Sascha Lutterbach (Autor:in), 2005, Herausforderungen und Chancen der IAS IFRS für den Mittelstand, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/39983