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Deutsche und französische Kopftuchdebatte im Vergleich

Title: Deutsche und französische Kopftuchdebatte im Vergleich

Seminar Paper , 2005 , 30 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Ilja Kalinin (Author)

Politics - Political systems in general and in comparison
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Seit den Anschlägen vom 11. September 2001 auf das World Trade Center erlebt die westliche Welt ein verstärktes Interesse an der islamischen Kultur. Auch die Auseinandersetzung mit den nationalen Minderheiten islamischen Glaubens ist verstärkt ins Licht der Öffentlichkeit und konsequenterweise der Politik gerückt. Die in diesem Zusammenhang geführten Debatten berühren zumeist ein anderes Problemfeld, nämlich die Integration von Menschen mit Migrationshintergrund. Die zunehmenden interkulturellen Spannungen, wie sie beispielsweise im bis dato als Musterland der Ausländerintegration geltenden Holland im Mord am Filmemacher Theo van Gogh gipfelten, weisen auf die Notwendigkeit einer intensiven, mehrere akademische Disziplinen umfassenden Diskussion über die adäquaten Mitteln, mit denen man den durch die Globalisierung geförderten demografischen Entwicklungen begegnen sollte.

Diese Arbeit möchte am Beispiel der zwei größten EU-Mitgliedstaaten, Deutschland und Frankreich, Aufschluss darüber geben, wie es zu der heutigen Situation gekommen ist. Ausgehend von der demografischen und soziokulturellen Gesamtsituation wird der Vergleich der sowohl in Deutschland als auch in Frankreich geführten „Kopftuchdebatte“ mit der Absicht gezogen, die betroffenen Verfassungspunkte, die Meinungsäußerungen einiger wichtiger Akteure und die entstehenden Probleme vorzustellen. Ferner wird ein theoretischer Abgleich mit den erarbeiteten Fakten durchgeführt. Abschließend werden die Ergebnisse bewertet und ein Ausblick gegeben.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

II. Deutsche und französische Kopftuchdebatte im Vergleich

1. Demografische und soziokulturelle Gesamtsituation

1.1. Entwicklung in der Bundesrepublik Deutschland

1.2. Entwicklung in Frankreich

2. Jurisdiktion im Kopftuchstreit

2.1. Deutsche Gerichtsentscheidungen im Fall von Fereshta Ludin

2.2. Bekräftigung des Laizitätsgesetzes in Frankreich

3. Positionen im deutschen Kopftuchstreit

3.1. Befürworter eines Kopftuchverbots

3.2. Gegner eines Kopftuchverbots

3.3. Positionen der katholischen und evangelischen Kirche, der Juden und der Moslems

4. Positionen im französischen Kopftuchstreit

4.1. Befürworter eines Kopftuchverbots

4.2. Gegner eines Kopftuchverbots

5. Theoretischer Abgleich nach Will Kymlicka

5.1. Theorie von Will Kymlicka

5.2. Anwendung auf den deutschen Fall

5.2.1. Baden-Württemberg

5.2.2. Bayern

5.2.3. Berlin

5.3. Anwendung auf den französischen Fall

III. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht und vergleicht die Hintergründe sowie die juristischen und gesellschaftlichen Debatten über das Kopftuchverbot in Deutschland und Frankreich. Ziel ist es, den Ursprung der heutigen Situation vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklung und den verfassungsrechtlichen Rahmenbedingungen beider Länder zu beleuchten und theoretisch einzuordnen.

  • Demografische und soziokulturelle Entwicklung der Migrationsgesellschaften
  • Rechtliche Grundlagen und Gerichtsentscheidungen im Kopftuchstreit
  • Positionen gesellschaftlicher Akteure, Kirchen und Verbände
  • Theoretische Analyse der Minderheitenrechte nach Will Kymlicka
  • Vergleich der staatlichen Neutralitätskonzepte (Laizismus vs. offene Neutralität)

Auszug aus dem Buch

2.1. Deutsche Gerichtsentscheidungen im Fall von Fereshta Ludin

Die Ergebnisse der Integration von ehemaligen Gastarbeitern und ihren Nachkommen, aber auch die Einwanderung von gebildeten Ausländern islamischen Glaubens hatten zur Folge, dass diese Menschen die gleichen Rechte einforderten, wie sie auch den Einheimischen zuteil werden, zumal die einstigen Ausländer im Rahmen der Naturalisation deutsche Staatsbürger im Sinne des Grundgesetzes geworden sind.

Der Fall von Fereshta Ludin ist charakteristisch für eine europaweite Debatte, die hierzulande als „Kopftuchdebatte“ und in Frankreich als „affaire du voile/foulard“ bekannt geworden ist. Während jedoch in Frankreich diese Debatte vor allem mit Rückgriff auf die Verfassungsprinzipien geführt wird, rekurriert ihr deutsches Pendant in erster Linie auf kulturalistische Argumente. Dieser Unterschied wird in diesem und in den folgenden Kapiteln deutlich.

Die in diesem Kapitel aufgeführten Begründungen basieren auf dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts vom 24. September 2003. Im Urteil werden auch diejenigen Artikel des Grundgesetzes genannt, mit denen die Forderungen der muslimischen Minderheit konfligieren.

Fereshta Ludin, eine in Kabul geborene, im Jahr 1995 eingebürgerte Deutsche islamischen Glaubens begehrte die Einstellung in den Schuldienst an einer baden-württembergischen Schule. Diese wurde ihr verwehrt. Die Entscheidung wurde von mehreren Gerichtsinstanzen bestätigt.

Das Oberschulamt warf Frau Ludin „fehlende persönliche Eignung“ vor. Sie sei nicht bereit auf das Tragen des Kopftuchs im Unterricht zu verzichten. Das Kopftuch sei Ausdruck kultureller Abgrenzung und damit nicht nur religiöses, sondern auch politisches Symbol. Die mit dem Kopftuch verbundene objektive Wirkung kultureller Desintegration lasse sich mit dem Gebot der staatlichen Neutralität nicht vereinbaren.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einleitung: Darstellung der Relevanz der Kopftuchthematik im Kontext interkultureller Spannungen in Europa und der Zielsetzung der Arbeit.

II. Deutsche und französische Kopftuchdebatte im Vergleich: Umfassende Gegenüberstellung der demografischen Ausgangslagen, der rechtlichen Auseinandersetzungen und der konträren gesellschaftlichen Standpunkte in beiden Ländern.

5. Theoretischer Abgleich nach Will Kymlicka: Analyse der Fallbeispiele anhand der Theorie von Will Kymlicka hinsichtlich polyethnischer Rechte und der Integration von Minderheiten.

III. Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Ergebnisse unter Berücksichtigung des Zusammenhangs zwischen wirtschaftlicher Entwicklung, gesellschaftlicher Radikalisierung und dem Prozess der Integration.

Schlüsselwörter

Kopftuchdebatte, Deutschland, Frankreich, Integration, Laizismus, Religionsfreiheit, Minderheitenrechte, Will Kymlicka, Fereshta Ludin, Staatsneutralität, Migration, Islam, Gastarbeiter, politische Symbole, Grundgesetz.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert die Kopftuchdebatte in Deutschland und Frankreich und untersucht, wie beide Länder mit den kulturellen und religiösen Forderungen muslimischer Minderheiten vor dem Hintergrund ihrer jeweiligen Verfassungstraditionen umgehen.

Welches sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Felder sind die Migrationsgeschichte, die rechtlichen Rahmenbedingungen der staatlichen Neutralität sowie die unterschiedlichen Positionen politischer und religiöser Akteure.

Was ist die zentrale Forschungsfrage?

Die Arbeit fragt danach, wie sich die heutige Situation im Kopftuchstreit entwickelt hat und wie sich diese durch den theoretischen Rahmen von Minderheitenrechten (nach Kymlicka) bewerten lässt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um einen vergleichenden politikwissenschaftlichen Ansatz, der Fakten (Demografie, Gesetzgebung) mit theoretischen Modellen (Kymlicka) und der Analyse öffentlicher Debatten kombiniert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die demografische Situationsbeschreibung, die Analyse der Jurisdiktion (Fall Ludin, Laizitätsgesetz), die Darstellung der Akteurspositionen und einen theoretischen Abgleich.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich geprägt durch Begriffe wie Kopftuchdebatte, Laizismus, Religionsfreiheit, Minderheitenrechte und staatliche Neutralität.

Warum wird der Fall Fereshta Ludin als zentral angesehen?

Der Fall Ludin dient als exemplarisches Beispiel für die deutsche Debatte, da an ihm der Konflikt zwischen individueller Religionsfreiheit und staatlichem Neutralitätsgebot im Schuldienst exemplarisch ausgefochten wurde.

Welchen Unterschied macht das französische Modell des Laizismus?

Im Gegensatz zu Deutschland, das eine "offene Neutralität" praktiziert, zielt das französische laizistische Modell auf eine strikte Trennung von Staat und Kirche, bei der religiöse Zeichen im öffentlichen Schulwesen als Gefahr für die republikanische Einheit gesehen werden.

Welche Schlussfolgerung zieht der Autor bezüglich der Radikalisierung?

Der Autor stellt eine Korrelation zwischen wirtschaftlicher Regression, Wohlstandsverlust und einer Rückbesinnung auf identitätsstiftende, teils radikale Werte innerhalb diskriminierter Bevölkerungsgruppen fest.

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Details

Title
Deutsche und französische Kopftuchdebatte im Vergleich
College
University of Heidelberg  (Institut für Politische Wissenschaft)
Course
Die Politik des Multikulturalismus und die Theorie von Minderheitenrechten
Grade
1,7
Author
Ilja Kalinin (Author)
Publication Year
2005
Pages
30
Catalog Number
V40042
ISBN (eBook)
9783638386609
Language
German
Tags
Deutsche Kopftuchdebatte Vergleich Politik Multikulturalismus Theorie Minderheitenrechten
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Ilja Kalinin (Author), 2005, Deutsche und französische Kopftuchdebatte im Vergleich, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/40042
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