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Die Bedeutung von Krankenversicherungsverträgen

Title: Die Bedeutung von Krankenversicherungsverträgen

Seminar Paper , 2005 , 19 Pages , Grade: 1.0

Autor:in: Björn-Eric Förster (Author)

Business economics - Controlling
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Der Markt für Gesundheitsleistungen ist geprägt von Marktversagen. Inhalt dieser Arbeit ist die Untersuchung des imperfekten Marktergebnisses für Krankenversicherungsverträge (KV). Die Gründe liegen in den vorhandenen Informationsasymmetrien, welche adverse selection und moral hazard hervorrufen. Lösungsansätzen zu deren Reduzierung kommen heute eine gestiegene Bedeutung zu. Dies zeigt sich auch darin, dass der Nobelpreis für Wirtschaft 2001 an die Wissenschaftler Akerlof, Stiglitz und Spence für ihre Analyse der Märkte mit asymmetrischen Informationen verliehen wurde.

Die heutige Gesundheitspolitik hat ein zweidimensionales Zielsystem: Einerseits gewährleistet ein funktionierender Wettbewerbsmarkt eine stetige Effizienzerhöhung. Gleichzeitig muss die Politik aber auch das Ziel der distributiven Gerechtigkeit verfolgen, was unter Umständen Markteingriffe nötig macht. Am Beispiel des Marktes für KV wird dieser trade-off beschrieben und analysiert.

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Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

1.1. Motivation

1.2. Aufbau und Ziel der Arbeit

2. Zur Relevanz von Krankenversicherungsverträgen

2.1. Hintergrund

2.2. Versicherung für Gesundheitsleistungen

3. Analyse alternativer Krankenversicherungsverträge

3.1. Versagen des Marktes für Krankenversicherungen

3.1.1. Die Ursachen für Marktversagen

3.1.2. Das Modell von Rothschild und Stiglitz

3.2. Wohlfahrtsmaximale Ausgestaltung von Krankenversicherungsverträgen

3.2.1. Die Problematik des Moral Hazard

3.2.2. Staatliche Vollversicherung

3.2.3. Staatliche Basisversicherung mit freiwilliger Zusatzversicherung

3.2.4.“Opting Out“ und Wettbewerbsintensivierung

3.3 Implikationen für die Gestaltung optimaler Krankenversicherungsverträge

4. Der deutsche Krankenversicherungsmarkt

5. Fazit und Ausblick

Zielsetzung & Themen

Das Hauptziel der vorliegenden Arbeit ist die ökonomische Analyse des imperfekten Marktergebnisses bei Krankenversicherungsverträgen. Dabei wird untersucht, wie Informationsasymmetrien, insbesondere durch Adverse Selection und Moral Hazard, zu Marktversagen führen und welche staatlichen sowie vertraglichen Ausgestaltungsformen geeignet sind, eine wohlfahrtsoptimierende Lösung unter Berücksichtigung distributiver Gerechtigkeit zu erzielen.

  • Analyse von Informationsasymmetrien (Adverse Selection und Moral Hazard) im Gesundheitssektor.
  • Evaluation theoretischer Modelle zur optimalen Vertragsgestaltung in Krankenversicherungsmärkten.
  • Untersuchung von Wohlfahrtswirkungen staatlicher Regulierungsmaßnahmen wie der Pflichtversicherung.
  • Bewertung von Wettbewerbsintensivierung durch „Opting Out“-Modelle und Zusatzversicherungen.
  • Analyse des deutschen Gesundheitssystems im Kontext der gewonnenen theoretischen Erkenntnisse.

Auszug aus dem Buch

3.1.1. Die Ursachen für Marktversagen

Der Markt für KV ist gekennzeichnet durch Informationsasymmetrien. Die Informationsasymmetrie ist ein Begriff aus der Informationsökonomie und kennzeichnet einen Zustand, in dem zwei Vertragspartner, Prinzipal und Agent, bei Abschluss und/oder bei Erfüllung eines Vertrags über unterschiedliche Informationen verfügen.

Man unterscheidet zwischen drei Grundtypen asymmetrischer Informationen: Die Situation unmittelbar vor Vertragsabschluss ist geprägt durch hidden characteristics. Zu diesem Zeitpunkt kennt der Prinzipal die Eigenschaften bzw. die des Produktes des Agenten nicht. Hier besteht die Gefahr der adverse selection. Die Zustände der hidden information und hidden action sind Asymmetrien, die nach Vertragsabschluss auftreten. Sie können zu moral hazard führen, dessen unterschiedliche Formen in Kapitel 3.2. behandelt werden.

Adverse selection tritt auf dem Markt für KV auf, wenn Personen mit niedrigem und hohem Erwartungsschaden, also gute und schlechte Gesundheitsrisiken, in der gleichen Risikogruppe zusammengefasst werden. Kann der Versicherer (=Prinzipal) keine eindeutige Risikoeinklassifizierung nach guten und schlechten Risiken vornehmen, liegt der Zustand der hidden characteristics vor. Der Versicherungsnehmer (=Agent) hingegen kennt sein Schadensrisiko. Somit zahlen Agenten mit niedrigem und hohem Krankheitsrisiko einen einheitlichen Prämiensatz.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Vorstellung der gesundheitsökonomischen Relevanz des Themas sowie Erläuterung der Zielsetzung und des strukturellen Aufbaus der Arbeit.

2. Zur Relevanz von Krankenversicherungsverträgen: Historischer Rückblick auf die Entwicklung der sozialen Sicherung und Definition der Versicherungsfunktion im Gesundheitswesen.

3. Analyse alternativer Krankenversicherungsverträge: Zentrale theoretische Untersuchung zu Marktversagen durch Informationsasymmetrien und Evaluation verschiedener Versicherungsmodelle inklusive staatlicher Interventionen.

4. Der deutsche Krankenversicherungsmarkt: Praktische Anwendung der theoretischen Analyse auf das duale System der gesetzlichen und privaten Krankenversicherung in Deutschland.

5. Fazit und Ausblick: Zusammenführende Betrachtung der Lösungsansätze und Ausblick auf künftige Reformoptionen für ein effizientes Versicherungssystem.

Schlüsselwörter

Krankenversicherung, Informationsasymmetrie, Adverse Selection, Moral Hazard, Wohlfahrtsökonomie, Marktversagen, Versicherungsschutz, Gesundheitsökonomie, Risikostrukturausgleich, Prämiensystem, Gesundheitsversorgung, Solidarprinzip, Vertragstheorie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit den ökonomischen Herausforderungen im Krankenversicherungsmarkt, die durch Informationsasymmetrien zwischen Versicherten und Versicherern entstehen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Schwerpunkte liegen auf der Analyse von Marktversagen, Adverse Selection, Moral Hazard und der regulatorischen Ausgestaltung von Versicherungssystemen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist die Ableitung einer wohlfahrtsoptimalen Ausgestaltung von Krankenversicherungsverträgen, die Effizienz und soziale Gerechtigkeit in Einklang bringt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine theoretische Analyse angewandt, die auf mikroökonomischen Modellen der Informationsökonomie basiert, ergänzt durch einen Vergleich mit der aktuellen deutschen Marktstruktur.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Ursachen von Marktversagen durch das Modell von Rothschild und Stiglitz sowie verschiedene Ausgestaltungsformen wie Voll- oder Basisversicherungen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Krankenversicherung, Informationsasymmetrie, Moral Hazard, Adverse Selection, Effizienz und Marktversagen.

Welche Rolle spielt die Selbstbeteiligung im Modell?

Die Selbstbeteiligung dient als Instrument zur Minimierung von Moral Hazard, indem der Patient einen finanziellen Anreiz erhält, Gesundheitsleistungen medizinisch angemessen und kostenbewusst in Anspruch zu nehmen.

Warum führt eine reine Vollversicherung oft zu Ineffizienz?

Die Arbeit erläutert, dass eine Vollversicherung ohne Wettbewerbsdruck und durch die vollständige Kostenübernahme ex-ante sowie ex-post Moral Hazard begünstigt, was zu hohen Verwaltungskosten und Fehlallokationen führen kann.

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Details

Title
Die Bedeutung von Krankenversicherungsverträgen
College
Johannes Gutenberg University Mainz  (Professur für Betriebswirtschaftslehre, insbesondere für Controlling)
Course
Controlling in Krankenhäusern
Grade
1.0
Author
Björn-Eric Förster (Author)
Publication Year
2005
Pages
19
Catalog Number
V40106
ISBN (eBook)
9783638386999
ISBN (Book)
9783638746809
Language
German
Tags
Bedeutung Krankenversicherungsverträgen Controlling Krankenhäusern
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Björn-Eric Förster (Author), 2005, Die Bedeutung von Krankenversicherungsverträgen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/40106
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