Diese Arbeit wurde im Rahmen der Übung „Prüfungstheorie“ aus der Besonderen Betriebswirtschaftslehre „Revision und Steuerlehre“ unter der Leitung von Herrn Lektor Maukner erarbeitet.
Wesentlich bei dieser Arbeit war, einen Überblick über vorhandene Tendenzen in der Prüfungstheorie zu erarbeiten, womit eine intensive Literatursuche verbunden war.
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Inhaltsverzeichnis
1. VORWORT
2. PROBLEMSTELLUNG
3. TENDENZEN
3.1. ANSÄTZE ZUR ERKLÄRUNG VON URTEILSBILDUNGSPROZESSEN
3.2. ANSÄTZE ZUR ERFASSUNG DER (RAND-)BEDINGUNGEN VON PRÜFUNGSPROZESSEN
3.2.1. Spieltheoretische und systemanalytische Ansätze
3.2.2. Einbeziehung der Prüfungsorgane in die Prüfungslehre
3.2.3. Die Einbeziehung von Berufsgrundsätzen in die Prüfungslehre
3.3. ANSÄTZE ZUR LÖSUNG VON OPTIMIERUNGSPROBLEMEN IM RAHMEN DER PRÜFUNGSPLANUNG
4. SCHLUßBETRACHTUNG
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit gibt einen strukturierten Überblick über die Entwicklungstendenzen innerhalb der jungen betriebswirtschaftlichen Disziplin der Prüfungstheorie im deutschsprachigen Raum. Ziel ist es, die wesentlichen wissenschaftlichen Ansätze zur Erklärung von Prüfprozessen, deren Rahmenbedingungen sowie zur Optimierung der Prüfungsplanung kritisch darzustellen und aufzuzeigen, inwieweit eine einheitliche, empirisch untermauerte Theoriebildung bislang vorliegt.
- Erklärung von Urteilsbildungsprozessen bei komplexen Prüfungen.
- Spieltheoretische und systemanalytische Ansätze zur Erfassung von Prüfbedingungen.
- Rolle von Prüfungsorganen und Berufsgrundsätzen innerhalb der Prüfungslehre.
- Optimierungsprobleme bei der Planung komplexer Prüfungshandlungen.
- Einfluss der Internationalisierung und angelsächsischer Standards auf die Prüfungspraxis.
Auszug aus dem Buch
3.1. Ansätze zur Erklärung von Urteilsbildungsprozessen
In der deutschsprachigen Prüfungsliteratur besteht weitgehend Einigkeit darüber, daß die Feststellung der Fehlerhaftigkeit/Fehlerfreiheit von Prüfungsobjekten durch Vergleichshandlungen möglich ist. Dafür wird im einfachsten Fall, bei sog einfachen Prüfungen, eine bestimmte Merkmalsausprägung des Prüfungsgegenstandes (Ist-Objekt) mit einer Soll-Merkmalsausprägung des Prüfungsgegenstandes (Soll-Objekt) verglichen. Liegt als Ergebnis des Vergleichs eine Abweichung vor, muß der Prüfer die Fehlerhaftigkeit des Ist-Objekts beurteilen.
Dieser Vergleichsprozeß kann als Meßvorgang interpretiert werden (meßtheoretischer Ansatz der Prüfungslehre): Sind die Merkmalsausprägungen des Ist- und des Soll-Objekts auf ein- und derselben Skala abbildungsfähig, so kann auch die Abweichung unter Beobachtung der Meßvorschriften für Nominalskalen, Rangskalen und Abstandskalen oder Kardinalskalen bestimmt werden. Der meßtheoretische Ansatz der Prüfungslehre kommt Bestrebungen zur (Teil-)Automatisierung von Prüfungshandlungen, insbesondere auch im Rahmen von rechnergestützten Prüfprogrammen, insoweit entgegen, als die einzelnen Vergleichsprozesse aufgrund ihrer überschaubaren logischen Struktur ihrerseits programmierbar sind.
Bei den meisten in der Realität vorzufindenden Prüfungen (insbesondere die Buchprüfung) handelt es sich um komplexe Prüfungen: Es wird ein Gesamturteil (zB der handelsrechtliche Bestätigungsvermerk) über eine Vielzahl von Einzeltatbeständen verlangt. Die interessante Frage, auf welche Weise solche Gesamturteile über ganze Prüfungskomplexe gebildet werden können oder müssen, ist von der Literatur bisher keineswegs erschöpfend behandelt worden.
Zusammenfassung der Kapitel
1. VORWORT: Einleitung zur Entstehung der Arbeit im Rahmen der Übung „Prüfungstheorie“ am Lehrstuhl für Revision und Treuhand.
2. PROBLEMSTELLUNG: Darstellung des Mangels an einer einheitlichen wissenschaftlichen Definition der Methodik und des Inhalts der Prüfungstheorie sowie der Problematik der internationalen Verflechtung.
3. TENDENZEN: Überblick über die drei Hauptschwerpunkte wissenschaftlicher Bemühungen in der Prüfungslehre: Erklärung von Urteilsbildung, Erfassung von Rahmenbedingungen und Optimierung der Planung.
3.1. ANSÄTZE ZUR ERKLÄRUNG VON URTEILSBILDUNGSPROZESSEN: Analyse der Vergleichsprozesse als Messvorgänge und Untersuchung indirekter Prüfverfahren sowie logischer Modelle zur Hypothesenbildung des Prüfers.
3.2. ANSÄTZE ZUR ERFASSUNG DER (RAND-)BEDINGUNGEN VON PRÜFUNGSPROZESSEN: Diskussion von spieltheoretischen und systemanalytischen Ansätzen sowie die Rolle der Prüfungsorgane und Berufsgrundsätze.
3.3. ANSÄTZE ZUR LÖSUNG VON OPTIMIERUNGSPROBLEMEN IM RAHMEN DER PRÜFUNGSPLANUNG: Erörterung von Planungsmodellen hinsichtlich Ordnungsmäßigkeits- und Wirtschaftlichkeitsaspekten komplexer Prüfungen.
4. SCHLUßBETRACHTUNG: Fazit über die begrenzte Entwicklung im deutschsprachigen Raum und die zunehmende Bedeutung angelsächsischer Standards durch die Internationalisierung.
Schlüsselwörter
Prüfungstheorie, Urteilsbildung, Prüfungslehre, Wirtschaftsprüfung, Prüfungsplanung, Meßtheoretischer Ansatz, Prüfungsorgane, Berufsgrundsätze, Spieltheorie, Systemanalyse, Indirekte Prüfverfahren, Qualitätssicherung, Internationalisierung, Konzernabschlussprüfung, Standardisierung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht den aktuellen Stand und die Entwicklungstendenzen der wissenschaftlichen Disziplin „Prüfungstheorie“ im deutschsprachigen Raum.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die zentralen Felder umfassen die Erklärung von Urteilsbildungsprozessen bei Prüfern, die Analyse der institutionellen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen sowie Methoden zur Optimierung der Prüfungsplanung.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, einen Überblick über den Stand der wissenschaftlichen Prüfungslehre zu geben, da es an einer einheitlichen, empirisch abgesicherten Theorie mangelt.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine intensive Literaturrecherche und eine kritische Auseinandersetzung mit verschiedenen bestehenden Erklärungsmodellen aus der Prüfungsliteratur.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in drei Bereiche: Ansätze zur Erklärung der Urteilsbildung, Konzepte zur Erfassung von Rahmenbedingungen (wie spieltheoretische Ansätze) und Ansätze zur Optimierung der Prüfungsplanung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind unter anderem Prüfungstheorie, Urteilsbildung, Prüfungsplanung, Systemanalyse sowie die Internationalisierung der Standards.
Welche Bedeutung hat der „meßtheoretische Ansatz“ laut Text?
Der meßtheoretische Ansatz interpretiert Prüfungen als Messvorgänge und bietet damit eine Grundlage für die (Teil-)Automatisierung von Prüfungshandlungen bei einfachen Prüfungen.
Warum findet die internationale Diskussion um „Quality Control“ im deutschsprachigen Raum noch begrenzte Anwendung?
Der Text führt dies primär auf die in Deutschland und Österreich geltenden Grundsätze zurück, insbesondere auf den Grundsatz der „Verschwiegenheit“, der das in den USA übliche „Peer Review“-Verfahren erschwert.
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- MMag. Philipp Kaufmann (Author), Susanne Meyer (Author), 1997, Entwicklungstendenzen bei der Prüfungstheorie im deutschsprachigen Raum, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/4011