Performancemessung von Publikumsfonds


Seminararbeit, 2000

23 Seiten, Note: 1,7


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Der Begriff: Performance-Messung, Publikumsfonds

2. Aufgaben der Performance-Messung

3. Arten der Performance-Messung
3.1 Die eindimensionale Performance-Messung
- Einfache Rendite
- Durchschnittsrendite
- interner Zins
- modifizierte Dietz-Methode
- BVI-Methode
3.2 Die zweidimensionale Performance-Messung
- Sharpe-Ratio
- Treynor-Ratio
- Jensen´s Alpha

4. Probleme der Performance-Messung

5. Literaturverzeichnis

Einleitung

„Reich mit Fonds“, „Mit 50 in Rente“, „Wertentwicklung von über 500 %“ ...

...wer träumt nicht davon ?

Doch was verbirgt sich hinter diesen Aussagen ? Werde ich wirklich reich, kann ich wirklich mit 50 in den Ruhestand, wenn ich Fonds bespare? 500 % Wertentwicklung wie ist das möglich ?

Aus diesen Fragen resultiert dann die wohl entscheidende Frage: Mit welchem/ welchen Fonds erreiche ich diese Ziele ? Welcher Stern im Fondshimmel leuchtet am hellsten ? Welche Fondsgesellschaft ist die Beste ? Die Berater der Sparkasse meinen „DEKA“, die Berater der Volksbanken „UNION Investment“, die Berater der Dresdner „DIT“ usw. Wem soll man Glauben schenken ? Wie finde ich den richtigen Fonds bzw. den Fonds, der am besten zu mir paßt. Selektiere ich nach Ländern oder Branchen, Aktien oder Anleihen ? Steht die Sicherheit oder die Rendite im Vordergrund ?

Tatsache ist, daß es mittlerweile mehr als 1400 Publikumsfonds[1] allein von deutschen Investmentgesellschaften gibt, unter denen man die freie Auswahl hat.

Mit meiner Seminararbeit beantworte ich nicht die Frage „Welcher Fonds ist der Beste?“, sondern möchte nur veranschaulichen, wie die verschiedenen Fonds miteinander verglichen bzw. in eine Rangfolge gebracht werden können und wie man deren Performance ermittelt. Anhand der von mir dargestellten Performance-Messung kann jeder für sich, die für ihn am besten zutreffende Kennziffer bzw. Maßzahl heranziehen, um den am ehesten geeigneten Fonds auszuwählen.

Ich habe die in der Praxis am häufigsten vorkommenden Maße in meine Seminararbeit aufgenommen. Natürlich gibt es noch einige mehr, doch die Darstellung derselben würde den Rahmen meiner Arbeit sprengen.

1. Der Begriff: Performance-Messung

„ Der Begriff Performance umfaßt inhaltlich mehr als die Größen Ertrag, Rendite oder „Return“. Unter Performance versteht man in der Regel eine ex-post ermittelte Erfolgsgröße, die sich dabei oftmals auf einen Vergleichmaßstab (Benchmark) bezieht und dabei das tatsächlich eingegangene Risiko berücksichtigt. Auch ein negativer Ertrag kann somit, gemesssen an der Benchmark eine „gute Performance“ bedeuten.“[2] Die Performance-Messung ist ein Teil der Performance-Analyse und befaßt sich mit der Errechnung und Feststellung der Erfolgsgrößen. Die Qualität der Performance-Analyse hängt jedoch zunächst einmal davon ab, ob die Performance „richtig“ gemessen wird. Performance-Maße messen den Erfolg entweder eindimensional, indem sie lediglich die Rendite des zu beurteilenden Portfolios berücksichtigen, oder aber zweidimensional, indem sie das absolute bzw. das relative Portfolio-Risiko mit einbeziehen.

Publikumsfonds:

Publikumsfonds sind Fonds, die von jedem Anleger frei zugänglich erworben und jederzeit zurückgegeben werden können.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

2. Aufgaben der Performance-Messung

Die Aufgaben der Performance-Messung orientieren sich an den Adressaten.[3]

a. Anleger:

- Hilfe bei der Erstauswahl eines Fonds (z.B. bei Vorhandensein von mehreren Fonds
mit gleichem Anlageschwerpunkt oder gleicher Anlagestrategie)
- Die Performance-Messung eines Fonds hilft dem Anleger bei zukünftigen Anlageentscheidungen (evtl. Umschichtung in einen Fonds mit besserer Performance)

b. Fondsmanagement:

- Die Performance-Messung legt Zeugnis ab über das Verwaltungshandeln im Rahmen der vorgegebenen Vertragsbedingungen und zeigt dem Manager, ob und inwiefern sich die getroffenen Anlageentscheidungen auf die Performance ausgewirkt haben
- Desweiteren dient die Performance-Messung der Erfolgskontrolle und hilft gegebenenfalls die Anlagestrategie zu ändern bzw. neu zu formulieren
- Die Performance-Messung dient oft als Grundlage für die Entlohnung eines Fondsmanagers

c. Kapitalanlagegesellschaft(KAG):

- Anhand der Performance-Messung kann die KAG das Management überprüfen, um gegebenenfalls belohnend oder strafend einzugreifen bzw. neue Fondsmanager einzustellen.

3. Arten der Performance-Messung

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Die traditionelle eindimensionale Performance-Messung orientiert sich lediglich am Kriterium Rendite. Weiterführend berücksichtigt die zweidimensionale Messung neben der Rendite das Risiko.

3.1 Die eindimensionale Performancemessung

Die eindimensionale Performancemessung orientiert sich lediglich an dem Kriterium Rendite bzw. der Wertentwicklung eines Portfolios.

Vorabdef.: 0,10 = 10% ; 0,20 = 20% usw.

Einfache Rendite(Re):[4]

Bei thesaurierenden Fonds (Einbehaltung von Dividenden und Zinsen usw.):

Für das Management:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Bsp: Kauf eines Anteils zum Rücknahmepreis von DM 80,- per 31.12.1998. Der Ausgabeaufschlag beträgt 5 %. Der Rücknahmepreis zum 31.12.1999 beträgt DM 90,-. Daraus ergibt sich für das Jahr 1999 folgende Rendite:

Für das Management:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Bsp.: Im vorherigen Beispiel erfolgte am 30.09.1999 eine zwischenzeitliche Ausschüttung i.H. von DM 3,-

Rendite fürs Management:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Es erfolgt eine um die Ausschüttung korrigierte „additive Bereinigung“.

Die zwischenzeitliche Möglichkeit der Wiederanlage wird hierbei vernachlässigt (kein Zinseszinseffekt).

Durchschnittsrendite (Rd):[5]

Bei thesaurierenden Fonds

Rendite fürs Management:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

n - Anzahl der Perioden

Bsp.: Der Rücknahmepreis eines thesaurierenden Fonds betrug am 31.12.1995 DM 50,- und am 31.12.1999 DM 80,-. Der Ausgabeaufschlag beträgt 5 %. Daraus ergibt sich eine jährliche Rendite:

Für das Management:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Bei ausschüttenden Fonds:

Rendite fürs Management:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Die jährliche Durchschnittsrendite einer mehrjährigen Anlage läßt sich über das geometrische Mittel feststellen, wobei eine Wiederanlage der zwischenzeitlichen Ausschüttungen unterstellt wird.

Interner Zins (Riz) [Money-weighted Rate of Return]:[6]

Der interne Zins berücksichtigt zwischenzeitliche Mittelzu- und Mittelabflüsse und es wird jede im Fonds gebundene Geldeinheit entsprechend der tatsächlichen Anlagedauer der Verzinsung unterworfen. „Der Portefeuilleendwert ergibt sich durch Aufzinsen des Anfangsvermögens sowie der zwischenzeitlichen Zu- und Abflüsse auf das Ende der Betrachtungsperiode. Dementsprechend gibt der interne Zins die Rendite an, mit der sich das durchschnittlich gebundene Kapital in jedem Zahlungszeitpunkt verzinst hat.“[7]

Folgender einfacher Zahlungsstrom soll die Ermittlung des internen Zinses verdeutlichen:[8]

[...]


[1] BVI, Investment 2000, Daten, Fakten, Entwicklungen, S.9

[2] Garz H., Günther S., Moriabadi C.s, Portfolio-Management:Theorie und Anwendung, 1998, S.207

[3] Vgl. Egner T., Performancemessung bei Wertpapier-Investmentfonds, 1998, S.51

[4] Vgl. Egner T., Performancemessung bei Wertpapier-Investmentfonds, 1998, S.77

[5] Vgl. Egner T., Performancemessung bei Wertpapier-Investmentfonds, 1998, S.78

[6] Vgl. Fischer B., Performanceanalyse in der Praxis, 2000, S.11

[7] Egner T., Performancemessung bei Wertpapier-Investmentfonds, 1998, S.80

[8] Fischer B., Performanceanalyse in der Praxis, 2000, S.11

Ende der Leseprobe aus 23 Seiten

Details

Titel
Performancemessung von Publikumsfonds
Hochschule
Hochschule Ludwigshafen am Rhein  (Internationale Dienstleistungen)
Veranstaltung
Internationale Dienstleistungen
Note
1,7
Autor
Jahr
2000
Seiten
23
Katalognummer
V4012
ISBN (eBook)
9783638124966
ISBN (Buch)
9783638638432
Dateigröße
634 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Performancemessung, Publikumsfonds, Internationale, Dienstleistungen
Arbeit zitieren
Christian Wagener (Autor), 2000, Performancemessung von Publikumsfonds, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/4012

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