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Kontrast- und Korrespondenzfiguren zur Charakterisierung der Romanheldin Emma Woodhouse in Jane Austens Emma

Title: Kontrast- und Korrespondenzfiguren zur Charakterisierung der Romanheldin Emma Woodhouse in Jane Austens Emma

Seminar Paper , 2005 , 21 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Fabienne Koller (Author)

English Language and Literature Studies - Literature
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Summary Excerpt Details

“Emma Woodhouse, handsome, clever, and rich, […]“(S.1)1 so wird die Protagonistin und Heldin des Romans Emma von Jane Austen vorgestellt. Vorerst scheint Emma sehr einfach strukturiert zu sein und ist daher zunächst als Heldin ungeeignet, da sie die Faszination des Lesers damit abzuschrecken scheint. Allerdings liegen ihre interessanten und zugleich ambivalenten Züge tiefer unter ihrer vermeintlich perfekten Oberfläche. Nicht nur Austen selbst beschrieb Emma als eine Heldin “whom no one but herself would much like“2, denn auch zahlreiche Wissenschaftler wie beispielsweise Bernard J. Paris bezeichnen Emma als einen „remarkably complex character“.3 Dies zeigt die Schwierigkeit Emma Woodhouse bei einem einmaligen Lesen des Romans gleich sympathisch finden zu können und so stellt sich die Frage nach Emmas wahrem Charakter. Austens Werk kann daher nicht verstanden werden ohne einen genaueren Blick auf Emmas Innenleben zu werfen. Ihre Intentionen und Fehler können am besten im Hinblick auf eine Analyse der Protagonistin selbst, mithilfe zentraler Kontrast- und Korrespondenzfiguren verstanden und nachvollziehbar gemacht werden. Um dies zu zeigen, werden in der folgenden Arbeit die drei wichtigsten weiblichen Charaktere, Harriet Smith, Jane Fairfax und Miss Bates in Beziehung zu Emma Woodhouse gesetzt. Dabei sollen Emmas dominierende und wichtigste Charaktereigenschaften anhand von Beispielen beleuchtet werden. Emmas Selbstcharakterisierung mithilfe ihres Schützlings Harriet Smith und Gemeinsamkeiten sowie Unterschiede zu Jane Fairfax und Miss Bates werden zu deren Untersuchung hilfreiche Ausgangspunkte sein. Die Folgen, welche sich für die Heldin Emma Woodhouse durch diese Verbindungen ergeben, werden hierbei ebenfalls nicht außer Acht gelassen, denn Ziel ist es, die Entwicklung der Heldin von der „frozen maid“ (S. 62) zur leidenschaftlichen, jungen Frau zu zeigen. 4 1Im Folgenden beziehen sich alle Seiten- oder Kapitelangaben, die in runde Klammern gesetzt wurden, auf die folgende Romanausgabe: Austen, Jane. (1816). Emma. London: Penguin Popular Classics. 2Kirkham, Margaret. 1983. Jane Austen, Feminism and Fiction. New Jersey: John Spiers, Seite 125. 3Paris, Bernard J. 1978. “ From the Viewpoint of Karen Horney: ´Creations Inside a Creation´: The Case of Emma Woodhouse.” Psycho cultural review 2/1978, Seite 121. 4Vgl. Brosch, Renate. 1984. Eleganz und Autonomie: Die Auffassung vom Weiblichen bei Jane Austen. Heidelberg: Carl Winter Universitätsverlag, Seite 74.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Charakterisierung Emmas durch die Freundschaft zu Harriet Smith

2. 1. Emmas dominierendes Wesen und ihre Arroganz

2. 2. Emmas Selbsttäuschung und ihr Bedürfnis nach geistiger Eleganz

2. 3. Emmas Sinn für Gerechtigkeit und die gesellschaftliche Stellung der Frau

2. 4. Emmas Reifeprozess und Wandel durch die Freundschaft zu Harriet Smith

3. Charakterisierung Emmas durch die Freundschaft zu Jane Fairfax

3. 1. Charakterisierende Gemeinsamkeiten und Unterschiede von Emma und Jane

3. 2. Die Funktion und Folgen von Jane Fairfax auf Emma

4. Charakterisierung Emmas durch die Freundschaft zu Miss Bates

4.1. Charakterisierende Gemeinsamkeiten und Unterschiede von Emma und Miss Bates

4. 2. Folgen für Emma durch die Freundschaft zu Miss Bates

5. Schluss

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Diese Arbeit analysiert den komplexen Charakter der Protagonistin Emma Woodhouse in Jane Austens Roman Emma durch den Vergleich mit drei weiblichen Figuren. Das Ziel ist es, Emmas Entwicklung von einer arroganten, in Phantasiewelten flüchtenden jungen Frau zu einer reifen, rücksichtsvollen Persönlichkeit aufzuzeigen, indem ihre Interaktionen mit Harriet Smith, Jane Fairfax und Miss Bates als Kontrast- und Korrespondenzfiguren untersucht werden.

  • Analyse der dominierenden Charaktereigenschaften wie Herrschsucht und Eitelkeit.
  • Untersuchung der Selbsttäuschung und Realitätsflucht durch romantische Projektionen.
  • Beleuchtung des Reifeprozesses und der Bewusstseinserweiterung hinsichtlich sozialer Verantwortung.
  • Deutung der Beziehungen als Spiegel für Emmas unterdrückte Bedürfnisse und Ängste.
  • Aufzeigen der Entwicklung hin zur Integration von Verstand und Gefühl.

Auszug aus dem Buch

2. 1. Emmas dominierendes Wesen und ihre Arroganz

Eine der dominierenden Charaktereigenschaften Emmas ist, wie zahlreiche Kritiker übereinstimmend bemerken, ihre Herrschsucht. Vor allem durch die Freundschaft zu Harriet wird diese besonders deutlich, denn sie dient ihr als Vorbild und kann deren Handeln dadurch leichtfertig manipulieren. Da Emma seit dem Verlust ihrer Mutter und Miss Taylor eine weibliche Bezugsperson fehlt, dient die naive Harriet Emma dazu, ihren „Wunsch nach einer Freundin, die sie dominieren kann“ zu verwirklichen, denn Harriet wird schon bald bezeichnet „as a walking companion“ (S.20). Dadurch wird deutlich, dass sie von Emma nicht als gleichgestellte Freundin angesehen wird, denn Harriet ist für Emma weder in intellektueller noch in sozialer Hinsicht eine ernstzunehmende Konkurrenz. Harriets Abhängigkeit von Emma macht diese Freundschaft so einzigartig, denn sie ist „Emma sozial weit unterlegen, sie kann nie mehr werden als der unterwürfige Protégé, den Emma aus ihr macht.“ In ihrer Gegenwart kann sich Emma ständiger Komplimente und Bewunderung sicher sein und so ihre Überlegenheit genießen.

Emma ist in ihrem Denken und Handeln sehr arrogant und eitel, denn sie erlaubt sich ständig, in die privaten Angelegenheiten ihres Umfeldes einzugreifen und Menschen zu verkuppeln. Sie ist fälschlicherweise davon überzeugt, dass sie darin sehr talentiert ist. Mit diesem Verhalten täuscht sie sich jedoch nur selbst und drängt darüber hinaus auch Harriet in eine solch arrogante Haltung, da sie ihr einredet, sie habe eine reale Chance bei Männern höheren Standes. Sie redet ihr weiterhin ein, dass sie aus einem wohlhabenden Elternhause stamme und dass sie dies dazu legitimiert sozial überlegen zu agieren.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Komplexität der Protagonistin Emma Woodhouse ein und stellt die methodische Herangehensweise vor, den Charakter durch Kontrast- und Korrespondenzfiguren zu analysieren.

2. Charakterisierung Emmas durch die Freundschaft zu Harriet Smith: Dieses Kapitel beleuchtet Emmas Herrschsucht und Arroganz im Umgang mit Harriet sowie ihre psychologischen Projektionen, die ihr einen ersten Erkenntnisprozess ermöglichen.

3. Charakterisierung Emmas durch die Freundschaft zu Jane Fairfax: Hier werden die Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen Emma und Jane untersucht, wobei Jane als Spiegelbild für Emmas Eifersucht und unterdrückte erotische Wünsche dient.

4. Charakterisierung Emmas durch die Freundschaft zu Miss Bates: Dieses Kapitel analysiert Emmas Snobismus gegenüber Miss Bates und wie die Zurechtweisung durch Mr. Knightley eine entscheidende moralische Wandlung bei Emma einleitet.

5. Schluss: Der Schluss fasst die Entwicklung der Heldin zusammen und unterstreicht, dass Emma erst durch die Auseinandersetzung mit den drei weiblichen Figuren zu innerer Reife und Selbsterkenntnis gelangt.

Schlüsselwörter

Emma Woodhouse, Jane Austen, Charakterisierung, Kontrastfiguren, Harriet Smith, Jane Fairfax, Miss Bates, Reifeprozess, Selbsttäuschung, Realitätsflucht, Identität, Sozialkritik, Geschlechterrollen, Psychologie, Moralentwicklung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit primär?

Die Arbeit befasst sich mit der Charakterentwicklung der Romanheldin Emma Woodhouse in Jane Austens gleichnamigem Roman Emma.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Zentrale Themen sind die Dominanz und Arroganz der Heldin, ihre Tendenz zur Selbsttäuschung, ihre soziale Rolle als Frau sowie ihr Weg zur inneren Reife.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist aufzuzeigen, wie Emma Woodhouse durch die Interaktion mit den drei Nebenfiguren Harriet Smith, Jane Fairfax und Miss Bates ihren eigenen Charakter reflektiert und sich von einer naiven, arroganten jungen Frau zu einer reiferen Person entwickelt.

Welche wissenschaftliche Methode wird zur Analyse verwendet?

Die Methode basiert auf einer literaturwissenschaftlichen Charakteranalyse unter Einbeziehung von Kontrast- und Korrespondenzfiguren sowie der Auswertung literaturkritischer Fachliteratur.

Welche Aspekte werden im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden Emmas Beziehungen zu Harriet, Jane und Miss Bates einzeln untersucht, wobei jeweils Gemeinsamkeiten, Unterschiede und die resultierenden Folgen für die Entwicklung der Heldin detailliert herausgearbeitet werden.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Zu den prägenden Begriffen gehören Selbsttäuschung, Identitätssuche, soziale Konventionen, psychologische Projektion und moralische Entwicklung.

Warum spielt Harriet Smith eine so zentrale Rolle für die psychologische Entwicklung Emmas?

Harriet fungiert für Emma als Projektionsfigur, an der sie ihre eigene Macht und ihren Wunsch nach Dominanz ausprobieren kann, was letztlich dazu führt, dass sie ihre eigenen Fehler und ihre Unreife erkennt.

Welche Bedeutung hat der Vorfall in Box Hill für die Charakterisierung von Emma?

Box Hill markiert den Höhepunkt von Emmas arrogantem Fehlverhalten gegenüber Miss Bates; dieser Moment löst eine tiefe Scham und Selbstreflexion aus, die für den endgültigen Reifeprozess und die Akzeptanz von Mr. Knightleys Rüge essenziell ist.

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Details

Title
Kontrast- und Korrespondenzfiguren zur Charakterisierung der Romanheldin Emma Woodhouse in Jane Austens Emma
College
University of Mannheim  (Anglistisches Seminar Lehrstuhl 2)
Course
Proseminar 2
Grade
1,3
Author
Fabienne Koller (Author)
Publication Year
2005
Pages
21
Catalog Number
V40278
ISBN (eBook)
9783638388306
Language
German
Tags
Kontrast- Korrespondenzfiguren Charakterisierung Romanheldin Emma Woodhouse Jane Austens Emma Proseminar
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Fabienne Koller (Author), 2005, Kontrast- und Korrespondenzfiguren zur Charakterisierung der Romanheldin Emma Woodhouse in Jane Austens Emma, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/40278
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