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Begriffswandel des Existenzminimums in der BRD - eine Analyse der Rechtsprechung des BVerfG

Título: Begriffswandel des Existenzminimums in der BRD  -  eine Analyse der Rechtsprechung des BVerfG

Tesis , 2004 , 43 Páginas , Calificación: 12 Punkte (gut)

Autor:in: Thomas Fritzsche (Autor)

Derecho - Derecho público / Derecho constitucional / Derechos fundamentales
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Vielseitige gesellschaftliche und wirtschaftliche Veränderungen weckten in den letzten Jahren ein zunehmendes Interesse an der Auseinandersetzung mit dem Thema der staatlichen Existenzsicherung. Gerade in Zeiten von hoher Arbeitslosigkeit wächst die öffentliche Diskussion darüber, wie der Staat seine Bürger vor sozialer Not und Ausgrenzung schützen soll. Dies ist auch Gegenstand dieser Arbeit. Untersucht wird die Bedeutung und Entwicklung des Existenzminimums in der Bundesrepublik Deutschland. Besondere Beachtung soll dabei die Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts finden. Einführend soll die Frage geklärt werden, in wie weit überhaupt eine verfassungsmäßige Verpflichtung des Staates zur Gewährung einer Mindestsicherung besteht. Im Weiteren wird darauf eingegangen, wie die Ausgestaltung dieses Existenzminimums in der Praxis verwirklicht wird. Dabei werden exemplarisch das Sozialhilferecht und das Einkommensteuerrecht untersucht.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Das Existenzminimum als verfassungsmäßiges Recht?

2.1 Das Sozialstaatsprinzip

2.2 Der Schutz der Menschenwürde (Art. 1 Abs. 1 GG)

2.3 Der allgemeine Gleichheitssatz

2.4 Die Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts

2.5 Schlussfolgerungen

3 Das Existenzminimum in verschiedenen Bereichen des Rechts

3.1 Das Existenzminimum im Sozialhilferecht

3.1.1 Das BSHG

3.1.2 Die Bedeutung der Regelsätze

3.1.3 Bestimmung der Regelsätze und des Regelbedarfs

3.1.4 Neuregelungen durch Inkrafttreten von SGB XII und SGB II

3.1.5 Kritik an der Bestimmung der Regelsätze

3.1.6 Würdigung der Rechtsprechung des BVerfG

3.2 Das Existenzminimum im Einkommenssteuerrecht

3.2.1 Einwirkung des Sozialhilferechts auf das Steuerrecht

3.2.2 Mindestbedarf der Kinder des Steuerpflichtigen

3.2.3 Mindestbedarf des Steuerpflichtigen

3.2.4 Fazit

4 Zusammenfassung und Auswertung der Ergebnisse

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Diese Diplomarbeit untersucht die Bedeutung und Entwicklung des Existenzminimums in der Bundesrepublik Deutschland unter besonderer Berücksichtigung der Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts, um zu klären, inwieweit eine verfassungsmäßige Verpflichtung des Staates zur Gewährung einer Mindestsicherung besteht und wie diese in den Bereichen Sozialhilfe- und Einkommensteuerrecht praktisch umgesetzt wird.

  • Verfassungsrechtliche Grundlagen des Existenzminimums
  • Analyse der Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts
  • Ausgestaltung des Existenzminimums im Sozialhilferecht
  • Sicherung des Existenzminimums im Einkommensteuerrecht
  • Interdependenzen zwischen Sozialhilferecht und Steuerrecht

Auszug aus dem Buch

2.2 Der Schutz der Menschenwürde (Art. 1 Abs. 1 GG)

Den Schutz der Menschenwürde in Art. 1 Abs. 1 GG beschreibt das BVerfG wie folgt: „In der freiheitlichen Demokratie ist die Würde des Menschen der oberste Wert. Sie ist unantastbar, vom Staate zu achten und zu schützen. Der Mensch ist danach eine mit der Fähigkeit zu eigenverantwortlicher Lebensgestaltung begabte „Persönlichkeit“. Sein Verhalten und sein Denken können daher durch seine Klassenlage nicht eindeutig determiniert sein. Er wird vielmehr als fähig angesehen, und es wird ihm demgemäß abgefordert, seine Interessen und Ideen mit denen der anderen auszugleichen.“

Nach Art. 1 Abs. 1 S. 2 GG obliegt aller staatlichen Gewalt die Pflicht, die Würde des Menschen zu achten und zu schützen. Während das Wort „achten“ die Abwehr von Eingriffen garantiert, wird dem Staat darüber hinaus (im Gegensatz zu den meisten anderen Grundrechten) mit dem Wort „schützen“ eine gesetzliche Schutzpflicht auferlegt.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung führt in die aktuelle Relevanz der staatlichen Existenzsicherung ein und skizziert das Ziel der Arbeit, die verfassungsrechtliche Verpflichtung zur Mindestsicherung sowie deren Umsetzung in Sozialhilfe- und Einkommensteuerrecht zu untersuchen.

2 Das Existenzminimum als verfassungsmäßiges Recht?: Dieses Kapitel diskutiert die verfassungsrechtlichen Grundlagen des Existenzminimums, insbesondere das Sozialstaatsprinzip, den Schutz der Menschenwürde und den allgemeinen Gleichheitssatz, sowie die diesbezügliche Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts.

3 Das Existenzminimum in verschiedenen Bereichen des Rechts: Dieser Hauptteil analysiert detailliert die konkrete Umsetzung der Existenzsicherung im Sozialhilferecht, inklusive der Regelsatzbestimmung und Reformen, sowie im Einkommensteuerrecht unter Berücksichtigung von Kinderfreibeträgen und dem Grundfreibetrag.

4 Zusammenfassung und Auswertung der Ergebnisse: Das abschließende Kapitel fasst die zentralen Erkenntnisse zusammen und unterstreicht die Notwendigkeit einer Übertragung der Maßstäbe des Sozialhilferechts auf andere Rechtsgebiete bei der Bewertung des existenznotwendigen Bedarfs.

Schlüsselwörter

Existenzminimum, Sozialstaatsprinzip, Menschenwürde, Bundesverfassungsgericht, Sozialhilferecht, Regelsatz, Einkommensteuerrecht, Grundfreibetrag, Mindestsicherung, Verfassungsrecht, Sozialhilfe, Steuergerechtigkeit, Grundgesetz, Bedarf, Gesetzgeber

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert das Konzept des Existenzminimums in Deutschland und untersucht, wie dieses verfassungsrechtlich verankert ist und wie es in der Praxis, insbesondere im Sozialhilfe- und Steuerrecht, umgesetzt wird.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind das Sozialstaatsprinzip, die Menschenwürde, die Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts zum Existenzminimum sowie die Wechselwirkungen zwischen dem Sozialhilferecht und dem Einkommensteuerrecht.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das primäre Ziel ist es zu klären, inwieweit eine verfassungsrechtliche Verpflichtung des Staates zur Gewährung einer Mindestsicherung besteht und wie diese bei der Ausgestaltung von Sozialleistungen und steuerlichen Freibeträgen berücksichtigt wird.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine rechtswissenschaftliche Analyse, insbesondere die Untersuchung von Grundgesetzartikeln und die Auswertung der Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts sowie der einschlägigen Gesetzgebung.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil befasst sich detailliert mit der Ausgestaltung des Existenzminimums im Sozialhilferecht (Regelsätze, SGB XII/II) und im Einkommensteuerrecht (Grundfreibeträge, Kinderbetreuungs- und Erziehungsbedarf) sowie der Kritik an deren Berechnung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Existenzminimum, Sozialstaatsprinzip, Menschenwürde, Mindestsicherung, Sozialhilferecht und Einkommensteuerrecht charakterisiert.

Wie wirkt sich das Sozialhilferecht auf das Einkommensteuerrecht aus?

Die Arbeit zeigt, dass das Bundesverfassungsgericht das Sozialhilferecht als Maßstab für das steuerliche Existenzminimum heranzieht, um zu verhindern, dass der Staat durch zu hohe Besteuerung den Steuerpflichtigen selbst in die Bedürftigkeit treibt.

Was kritisiert der Autor an der Bestimmung der Regelsätze?

Der Autor kritisiert unter anderem, dass die Datengrundlagen für Regelsätze oft veraltet sind, die jährliche Anpassung an Rentenentwicklungen nicht bedarfskonform ist und die Pauschalierung einmaliger Leistungen die tatsächlichen Bedarfe der Betroffenen nicht ausreichend abdeckt.

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Detalles

Título
Begriffswandel des Existenzminimums in der BRD - eine Analyse der Rechtsprechung des BVerfG
Universidad
Federal University of Applied Administrative Sciences
Calificación
12 Punkte (gut)
Autor
Thomas Fritzsche (Autor)
Año de publicación
2004
Páginas
43
No. de catálogo
V40370
ISBN (Ebook)
9783638388962
Idioma
Alemán
Etiqueta
Begriffswandel Existenzminimums Analyse Rechtsprechung BVerfG
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Thomas Fritzsche (Autor), 2004, Begriffswandel des Existenzminimums in der BRD - eine Analyse der Rechtsprechung des BVerfG, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/40370
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