Trends gibt es in jedem Bereich des menschlichen Lebens. Sie haben großen Einfluss auf die heutige Gesellschaft und auf den gesamten Tagesablauf vom Aufstehen bis zum Schlafen gehen. So essen viele Deutsche morgens „Nutella (R)“ auf ihrem Brot statt Käse oder Wurst und folgen damit unbewusst oder bewusst dem Beispiel einiger deutscher Nationalspieler, die für dieses Produkt werben. Nachdem Frühstück geht es mit dem Cityroller als Geschäftsmann durch die Großstadt ins Büro oder als Schüler in die Schule. Nachmittags verbringen die Kids stunden vor ihrem Computer mit DSL-Anschluss und spielen „Die Sims (R)“ über das Internet oder laden sich den neusten Klingelton „im Jamba(R)-Sparabo“ über ihr Handy herunter; die Hausfrauen hingegen planen lieber ihren nächsten „Tupper(R)abend“ und die pubertäre Tochter telefoniert gerade über die günstigste Call-by-Call-Telefonnummer mit ihrer besten Freundin am anderen Ende des Landes und spricht über die neusten Klamotten bei „H&M(R)“ und die dritte Episode des Science-Fiction-Kinofilms „Star Wars(R)“.
Nach einem harten Arbeitstag schaut der Vater und Geschäftsmann bei „Ebay(R)“ nach einem neuem Golfschläger für den bevorstehenden Last-Minute-Urlaub und ärgert sich immer noch, dass er nicht der Besitzer des so genannten „Papst-Golfes“ war. Anschließend legt sich das Ehepaar erschöpft in das Ikea(R)-Bett „Hagali“ und träumt von dem Lotto-Jackpot am kommenden Samstag.
Sind diese Verhaltensweisen Zufall oder gewollt? Wie entstehen solche Verhaltensweisen und trifft dieser Tagesablauf auch auf andere Haushalte zu? Handelt es sich hierbei schon um Trends und wer ist für diese Verhaltensweisen verantwortlich?
Diese Seminararbeit beschäftigt sich mit den zwei Kernthemen: Was sind Trends und wie werden sie ermittelt?
Ziel dieser Ausarbeitung ist es, zum einen theoretisches Hintergrundwissen über Trends und Trendforschung vermitteln, als auch zu verdeutlichen, wie sehr das tägliche Leben eines durchschnittlichen deutschen Bürgers von Werbung und so genannten Trendsettern beeinflusst wird.
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Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Definition und Begriffserklärung
2.1 Der Trend
2.2 Der Trendsetter
3 Trendforschung
3.1 Trendforschung als Wissenschaft
3.1.1 Die Soziologie
3.1.2 Die Geschichtswissenschaften
3.1.3 Die Psychologie
3.1.4 Die Futurologie
3.1.5 Die Semiotik
3.2 Ziele der Trendforschung
3.3 Forschungsmethoden als Diskussionsgrundlage der Experten
3.4 Methoden zur Trendforschung
3.4.1 Scanning
3.4.2 Monitoring
3.4.3 Desk-Research
3.4.4 Expertenbefragung
4 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht das theoretische Hintergrundwissen über Trends und deren Erforschung, um zu verdeutlichen, wie stark der Alltag durch Werbung und Trendsetter beeinflusst wird und wie wissenschaftlich fundiert die Trendermittlung erfolgt.
- Begriffsbestimmung von Trends und Trendsettern
- Wissenschaftliche Grundlagen der Trendforschung
- Ziele und umstrittene Aspekte der Trendforschung
- Methodische Ansätze zur Trendidentifikation (Scanning, Monitoring, etc.)
- Bedeutung der Trendforschung für unternehmerische Entscheidungen
Auszug aus dem Buch
3.1 Trendforschung als Wissenschaft
An sich ist die Trendforschung eine übergeordnete Wissenschaft, eine Metawissenschaft, die sich aus vielen untergeordneten Wissenschaften zusammensetzt. So spielen bei der Ermittlung von Trends Einzelwissenschaften wie z.B. die Soziologie, Geschichtswissenschaften, Psychologie, Futurologie und als zentraler Kern die Semiotik eine wesentliche Rolle, die im weiteren Verlauf dieser Arbeit erklärt werden. Diese sind jedoch nicht als selbständige bzw. abgegrenzte Teilkomponenten zu sehen sondern eher als ein mehrschichtiger Komplex, in dem die einzelnen Schichten in die anderen übergehen und zusammen ein Ganzes, nämlich die Metawissenschaft der Trendforschung, bilden.
Mit den aus den einzelnen Wissenschaftsbereichen gewonnenen Kenntnissen und den im Folgenden beschriebenen Methoden haben die Trendforscher genug Informationsmaterial, um eine Trendprognose zu bilden. Nichtsdestotrotz gehört zur Trendforschung eine große „Portion“ Intuition dazu, die durch keine Wissenschaft ersetzt werden kann. In manchen Fällen kann das berühmte „Gefühl im Bauch“ alle statistischen oder wissenschaftlich ermittelten Informationen und Tatbestände zunichte machen und sich letztendlich als die richtigere Richtung bzw. Entscheidung erweisen.
Aus diesem Grund muss bei der Trendforschung ein Mittelweg zwischen den theoretischen Informationen (wissenschaftlich erworbene Kenntnisse und eigene Intuition) und den Erkenntnissen aus den bewährten praktischen Methoden (siehe Kapitel 3.4) gefunden werden.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Allgegenwärtigkeit von Trends ein und formuliert die zentralen Forschungsfragen hinsichtlich der Definition und Ermittlung von Trends.
2 Definition und Begriffserklärung: Dieses Kapitel liefert eine theoretische Abgrenzung der Begriffe Trend und Trendsetter sowie eine Differenzierung zwischen kurzfristigen Modeerscheinungen und langfristigen Megatrends.
3 Trendforschung: Hier werden die wissenschaftlichen Grundlagen der Trendforschung sowie deren Ziele, die methodische Kontroverse unter Experten und spezifische Forschungsmethoden wie Scanning und Monitoring erläutert.
4 Fazit: Das Fazit fasst die Relevanz der Trendforschung für die Wirtschaft zusammen und betont, dass trotz der methodischen Kritik ein kritischer Umgang mit Trendprognosen für Unternehmen essenziell ist.
Schlüsselwörter
Trend, Trendforschung, Trendsetter, Megatrend, Soziologie, Psychologie, Futurologie, Semiotik, Scanning, Monitoring, Desk-Research, Expertenbefragung, Delphi-Analyse, Markenführung, Konsumverhalten
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der theoretischen Einordnung von Trends und der Analyse der wissenschaftlichen sowie praktischen Methoden zu deren Ermittlung.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die Themenfelder umfassen die Definition des Trendbegriffs, die Rolle von Trendsettern, die wissenschaftliche Fundierung der Trendforschung und die praktische Anwendung von Erhebungsmethoden.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, theoretisches Wissen über Trends zu vermitteln und aufzuzeigen, wie Trends im Alltag wirken und wie sie durch Marketing und Trendforschung systematisch erfasst werden.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Die Arbeit stellt Methoden wie Scanning, Monitoring, Desk-Research und Expertenbefragungen (Delphi-Analyse) vor und diskutiert diese kritisch.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden die disziplinären Grundlagen (Soziologie, Psychologie, etc.) der Trendforschung sowie die spezifischen Tools und Techniken zur Trendermittlung detailliert erläutert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind Trend, Trendforschung, Megatrend, Konsumentenforschung, Marketingstrategie und wissenschaftliche Methodik.
Warum wird die Semiotik als zentraler Kern der Trendforschung bezeichnet?
Die Semiotik als Lehre von den Zeichen hilft Trendforschern, verborgene Bedeutungen und sprachliche Strukturen zu interpretieren, die hinter gesellschaftlichen Entwicklungen liegen.
Welche Rolle spielt die Intuition in der Trendforschung?
Laut Autor ist Intuition eine notwendige Ergänzung zu wissenschaftlichen Daten, da statistische Informationen allein nicht immer die zukünftige Richtung eines Trends korrekt vorhersagen können.
- Quote paper
- Frank Schnitzler (Author), 2005, Was ist ein Trend und wie werden Trends ermittelt?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/40428