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Autor- und Sekretärfunktion in der Schule

Title: Autor- und Sekretärfunktion in der Schule

Term Paper (Advanced seminar) , 2005 , 26 Pages , Grade: 1,5

Autor:in: Julia Kurz (Author)

Didactics for the subject German - Pedagogy, Linguistics
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Jahrhundertelang war die Fähigkeit zu schreiben hauptsächlich privilegierten und reichen Menschen vorbehalten, die es sich leisten konnten, für Bildung und damit für die Lehre der Schriftsprache zu bezahlen.

Heutzutage ist es, zumindest in den Industrieländern, eine Selbstverständlichkeit, dass man in der Schule lernt Briefe, Interpretationen, Erörterungen, Aufsätze, Phantasiegeschichten, Argumentationen und vor allem orthografisch und grammatikalisch richtig zu schreiben.

Auf den ersten Blick scheint man die Anfänge des „Schreibenlernens“ völlig verdrängt zu haben, aber wie war es denn noch gleich in der ersten Klasse mit den zaghaft beginnenden Schreibversuchen?

Aus dieser Frage heraus eröffnet sich unverzüglich eine mehrdimensionale Bedeutung des einfachen Begriffs „Schreiben“.
Im engeren Sinne und in der Erinnerung an die Grundschulzeit, versteht man unter „schreiben“ zunächst einmal das Formen von Buchstaben und Wörtern. Mit Hilfe von Werkzeugen (Füller, Bleistift etc.) und Materialien (Heft und Papier) erstellt ein Schreiber Schriftzeichen. Bei dieser Betrachtungsweise steht also der grafomotorische Aspekt im Vordergrund , welchen Erstklässler anfangs trainieren müssen: Wie hält man einen Stift richtig zum Schreiben, wie formt man ein a,b,c usw.

Bei der Betrachtung des weiteren Schul- und Lebenslaufs, tritt dieser Aspekt fast vollständig in den Hintergrund, denn die Tätigkeit des Schreibens wird im Laufe der Zeit nahezu automatisch und beinahe unbewusst ausgeführt. Viel wichtiger ist nun die geistige Leistung, gesprochene Sprache, Gedanken, Gefühle oder Mitteilungen in der Buchstabenschrift festzuhalten, d.h. Texte zu produzieren.
Da das Schreiben in diesem Fall neben Konzipieren, Formulieren und Organisieren nur eine Teilhandlung bei der Herstellung von Texten ist , nennt man es auch integriertes Schreiben, die rein handwerkliche Tätigkeit, wie im oberen Absatz geschildert, entsprechend nicht - integriertes Schreiben. Die ausschließliche Autortätigkeit, beispielsweise beim Diktieren von einem eigenen Text, bei dem der Autor seine Gedanken nicht selbst niederschreibt, nennt man ebenfalls nicht -integriertes Schreiben.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

II. Die Geschichte des Schreibens

III. Wozu „schreiben“ lernen?

IV. Schreiben in der Schule

1 Das Schreibturnen

2 Abschreiben

3 Aufschreiben oder Auswendigschreiben

4 Das Diktat

5 Niederschreiben

6 Bilanz

V. Möglichkeiten zu integriertem Schreibunterricht

1 Vom Kritzeln zum Schreiben in der Grundschule

2 Integrierter Grammatik- und Orthografieunterricht

VI. Zusammenfassung in Niveaustufen

VII. Die Bildungsstandards im neuen Lehrplan

1 Lehrplanbezug Grundschule

2 Lehrplanbezug der weiterführenden Schulen

VIII. Schlusswort

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die Arbeit untersucht die Entwicklung und didaktische Trennung zwischen der sogenannten Sekretärfunktion (handwerkliche Schreibfertigkeit) und der Autorfunktion (Textproduktion) im Deutschunterricht. Dabei wird kritisch hinterfragt, wie eine Integration beider Bereiche den Erwerb von Schreibkompetenz fördern und zu einer aktiven Teilhabe an der Schriftkultur befähigen kann.

  • Historische Entwicklung der Arbeitsteilung zwischen diktierendem Autor und ausführendem Schreiber
  • Analyse traditioneller Schreibformen in der Schule (Diktat, Abschreiben, Schreibturnen)
  • Didaktische Ansätze zur Förderung der Autonomie und Kreativität im Anfangsunterricht
  • Übertragung integrierter Lernkonzepte auf die Sekundarstufe I
  • Bedeutung der Bildungsstandards für eine zeitgemäße Schreibdidaktik

Auszug aus dem Buch

II. Die Geschichte des Schreibens

In Anbetracht der eingangs differenzierten Bedeutungen von Schreiben, als handwerkliche Tätigkeit einerseits und der Textproduktion auf der anderen Seite, soll ein kurzer Exkurs in die geschichtliche Entwicklung der Schreibtätigkeit deren Bedeutung und kulturelle Herkunft klären.

Im alltäglichen Sprachgebrauch kommt es im Grunde nur selten zu einer Trennung der beiden Teilaspekte des Schreibens. Fragt eine interessierte Tante ihren Neffen nach den Erfahrungen in der Schule und ob der Junge bereits Schreiben gelernt habe, so meint diese Erkundigung allgemein den Lernfortschritt im Produzieren von Schriftstücken: nicht allein das Formen von Schriftzeichen, sondern gleichermaßen die Textproduktion. Diese begriffliche Verbindung ist jedoch keinesfalls die Regel: in islamischen und ostasiatischen Kulturen ist Schreiben beispielsweise die künstlerische Ausgestaltung der Schriftform, also Kalligrafie. In anderen Kulturkreisen beinhaltet Schreiben hauptsächlich das Kopieren oder Reproduzieren von z.B. religiösen Texten.

Wenn also im heutigen Sprachgebrauch Schreiben in der Regel nicht zweigeteilt betrachtet wird, bleibt die Frage zu klären, woher die Trennung des Begriffs in Bezug auf das Schreibenlernen kommt.

In der Geschichte des Schreibens, so Ludwig, kann davon ausgegangen werden, dass der Schreibvorgang die längste Zeit seiner Existenz arbeitsteilig organisiert war: Könige, Minister, Beamte und Kanzler sowie Redner und Dichter haben in der Regel alle nicht selbst geschrieben, sondern sich darauf beschränkt, ihre Gedanken, Ideen und Dichtungen in die Feder eines Schreibers zu diktieren. Die Tatsache, dass im modernen Schreibvorgang eben diese Arbeitsteiligkeit aufgehoben ist, der Autor also selbst Schreiber ist, führt heutzutage zu dem integrierten Verständnis des Begriffs „Schreiben“.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik der Schreibdidaktik ein und definiert den Unterschied zwischen Sekretär- und Autorfunktion im schulischen Kontext.

II. Die Geschichte des Schreibens: Dieses Kapitel erläutert die historische Entwicklung der Arbeitsteilung zwischen dem diktierenden Autor und dem schreibenden Handwerker.

III. Wozu „schreiben“ lernen?: Hier wird der gesellschaftliche und praktische Nutzen des Schreibens in einer durch moderne Medien geprägten Welt hinterfragt.

IV. Schreiben in der Schule: Es werden verschiedene schulische Schreibformen analysiert, die primär auf handwerkliche Sekretärfunktionen abzielen.

V. Möglichkeiten zu integriertem Schreibunterricht: Dieses Kapitel stellt moderne didaktische Ansätze vor, um Schreiben als ganzheitliches Ausdrucksmittel zu etablieren.

VI. Zusammenfassung in Niveaustufen: Hier werden Schreibkompetenzen anhand von Niveaustufen (A1 bis B2) klassifiziert, um deren Qualifikation zu verdeutlichen.

VII. Die Bildungsstandards im neuen Lehrplan: Das Kapitel betrachtet die Verankerung integrierter Schreibmethoden in aktuellen Bildungsplänen.

VIII. Schlusswort: Die Arbeit schließt mit einer kritischen Reflexion über das Ziel, Schüler zu kompetenten, selbstständigen Autoren zu erziehen.

Schlüsselwörter

Sekretärfunktion, Autorfunktion, Schreibdidaktik, Schriftspracherwerb, Anfangsunterricht, integriertes Schreiben, Textproduktion, Grammatikunterricht, Rechtschreibung, Bildungsstandards, Schreibkompetenz, Deutschunterricht, Kommunikationsmittel, Schrifterwerb.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der vorliegenden Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das Spannungsfeld zwischen handwerklichen Schreibfertigkeiten und der schöpferischen Textproduktion im schulischen Deutschunterricht.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die zentralen Themen sind die historische Trennung zwischen Autor- und Sekretärfunktion sowie die didaktische Überwindung dieser Trennung durch integrierte Schreibkonzepte.

Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?

Das Ziel ist es, den Deutschunterricht dahingehend zu qualifizieren, dass Schüler nicht nur handwerkliche Sekretärfertigkeiten erwerben, sondern zu selbstständigen und motivierten Autoren befähigt werden.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine fachdidaktische Analyse, die theoretische Ansätze der Schreibdidaktik mit aktuellen Lehrplananforderungen und Lernmethoden verknüpft.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil behandelt die Analyse traditioneller Übungen wie Diktate und Abschreiben sowie innovative Ansätze, wie das Kritzeln oder Lautbilder, zur Förderung der Schreibmotivation.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Sekretärfunktion, Autorfunktion, integriertes Schreiben, Schreibkompetenz und Textproduktion charakterisiert.

Wie unterscheidet sich die Schreibdidaktik in der Grundschule zur Sekundarstufe I laut der Autorin?

Während in der Grundschule Ansätze zur Integration (z.B. durch Kritzelbriefe) bereits Fuß fassen, zeigt sich in der Sekundarstufe I ein Fortbestehen der Trennung von Rechtschreibung, Grammatik und Textinhalt.

Warum wird das Diktat als Kontrollinstrument in der Arbeit kritisch betrachtet?

Das Diktat wird als ein ritualisiertes Kontrollinstrument angesehen, das oft keinen Bezug zur Welt der Schüler hat und eher die handwerkliche Sekretärfunktion einübt, anstatt die kreative Schreibentwicklung zu fördern.

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Details

Title
Autor- und Sekretärfunktion in der Schule
College
University of Heidelberg  (Germanistisches Seminar)
Course
Mündlichkeit + Schriftlichkeit in der Schule
Grade
1,5
Author
Julia Kurz (Author)
Publication Year
2005
Pages
26
Catalog Number
V40562
ISBN (eBook)
9783638390538
Language
German
Tags
Autor- Sekretärfunktion Schule Mündlichkeit Schriftlichkeit Schule
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Julia Kurz (Author), 2005, Autor- und Sekretärfunktion in der Schule, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/40562
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