Sport, Wirtschaft und Medien werden in der heutigen Zeit oft als eine Art „Magisches Dreieck“ bezeichnet, welches die gegenseitigen Interdependenzen verdeutlichen soll. Die drei Komponenten bilden ein nicht mehr zu trennendes Gefüge aus Abhängigkeiten und Verpflichtungen, das in der vorliegenden Arbeit genauer untersucht werden soll.
Anhand historischer Vorgänge werden Entwicklungen beschrieben, die zu der heute sehr komplexen Beziehung führten. So gilt es innerhalb der Forschung inzwischen als weitgehend unbestritten, „dass das Fernsehen ohne die Innovationskraft und Faszination des Sports den raschen Aufstieg zu einem modernen Massenmedium nicht vollzogen hätte“ (SCHOLZ 1993, 29). Das Fernsehen ist von Anfang an eine besondere Symbiose mit dem Sport eingegangen, die seither vielfach von rein ökonomischen Motiven gesteuert wird. Doch auch die Gesellschaft hat sich gewandelt und somit das Verständnis von Sport grundlegend verändert. Die „Versportlichung“ (DIGEL/BURK 2001, 16) der Gesellschaft soll im Kapitel „3. Entwicklung des Sports in der sich wandelnden Gesellschaft nach dem Zweiten Weltkrieg“ näher erläutert werden, um Hintergrundinformationen zum besseren Verständnis des Magischen Dreiecks zu liefern.
Im anschließenden Teil schließlich geht es um die Beschreibung und Verdeutlichung des komplexen Beziehungsgefüges, denn wenngleich der Sport auch schon vor der Einführung des Dualen Rundfunksystems in Deutschland 1984/85 eine große Bedeutung hatte, so hat sich besonders mit dem Aufkommen der privaten Anbieter im deutschen Fernsehen in punkto Sportberichterstattung vieles verändert. Qualitativ und Quantitativ ebenso wie rechtlich und ökonomisch sollen in dieser Hausarbeit die Entwicklungen geschildert und hinterfragt werden. Abschließend widmen wir uns dem „Event-Dreieck“ von SCHAARF (1995), einem Unterdreieck des Magischen Dreiecks, um anhand des DIES academicus (Hochschulsporttag der Universität Göttingen) die Beziehungen zwischen Teilnehmern und Zuschauern, Sponsoren und Organisatoren zu verdeutlichen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Geschichte
2.1 Entwicklung des Sports in den Printmedien
2.2 Entwicklung des Sport im Rundfunk
2.3 Kurze Geschichte des Sponsorings
3. Entwicklung des Sports in der sich wandelnden Gesellschaft nach dem Zweiten Weltkrieg
4. Das Magische Dreieck des Sports
4.1 Der Sport und die Medien
4.2 Der Sport und die Wirtschaft
5. Die Zukunft des Magischen Dreiecks
6. Das Event Dreieck
6.1 Beziehungen
6.2 Praktische Anwendung am Beispiel des DIES
7. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die komplexen gegenseitigen Abhängigkeiten und Interdependenzen zwischen Sport, Wirtschaft und Medien, die in der Fachliteratur häufig als „Magisches Dreieck“ bezeichnet werden. Ziel ist es, die historische Entwicklung dieser Symbiose nachzuvollziehen, die ökonomischen Strukturen und Einflussfaktoren aufzuzeigen sowie die Zukunftsperspektiven und Herausforderungen des Profisports in diesem Beziehungsgeflecht kritisch zu analysieren.
- Historische Entwicklung der Sportberichterstattung in Printmedien und Rundfunk
- Die ökonomische Professionalisierung und Kommerzialisierung des modernen Sports
- Wechselwirkungen zwischen Medienreichweite, Sponsoring und Sportlerbiographien
- Der Einfluss politischer Rahmenbedingungen auf Sportveranstaltungen
- Das „Event-Dreieck“ als spezielles Modell für Sportveranstaltungen
- Fallbeispiel: Analyse des DIES academicus der Universität Göttingen
Auszug aus dem Buch
4.1 Der Sport und die Medien
Der Sport gehört deshalb zu den am Meisten gesehenen Sendungen im Fernsehen, weil sich seine Emotionalität in Ton und Bild am Besten in die heimischen Wohnzimmer - oder Hörsäle - übertragen lässt. Als Beispiel sei die Übertragung der Fußball Weltmeisterschaft im Sommer 2002 genannt. Bereits Stunden bevor die Übertragung in den größten Hörsälen der Universität Göttingen begann, waren auf dem Campus Fans mit Schals, Mützen und anderen Fanartikeln ausgestattet, zu sehen. Während der Spiele wurden Fahnen geschwenkt, Trikots angezogen und Fangesänge angestimmt. Bei jedem Tor wurde, je nachdem, ob es für die deutsche Nationalmannschaft oder für den Gegner gefallen war, gejubelt oder gelitten. Nach einer Niederlage konnte an den Gesichtern und das nicht nur an denen, der offensichtlich Fußballbegeisterten, die Enttäuschung abgelesen werden (vgl. GANS/HORN/ZEMANN 2003, 97). Ein weiterer Punkt, der den Sport für die Medien interessant macht, ist, dass zwar mehr Männer Fußballspiele anschauen, aber dennoch auch das weibliche Geschlecht vertreten ist.
Darüber hinaus ist der Sport ein internationales Kulturgut. Nicht weiter verwunderlich war es folglich, dass auch viele ausländische Studierende sich die Spiele ansahen. Es könnte argumentiert werden, dass das auch bei anderen Großereignissen der Fall sei, aber oft gestalten sprachliche oder kommunikativ kulturelle Barrieren die Verständigung schwierig. Der Sport ist ein einfacher Weg der Kommunikation, die Verständigung erfolgt durch Zeichen und Symbole. Sport ist somit für den Großteil der Menschen relativ leicht zugänglich. Ein Argument, was ebenso auf verschiedenen Bevölkerungsschichten und -gruppen angewandt werden kann. Denn oft geht das Interesse für z.B. kulturelle Ereignisse auf eine bestimmte Schulbildung zurück. Wohingegen das Interesse am Sport sich durch die gesamte Bevölkerung zieht (vgl. BECK 2001, 5). Mit einer solchen Sportgroßveranstaltung lassen sich demzufolge viele Menschen erreichen, wie es mit einem Spielfilm oder einer Kulturprogramm sicher nicht der Fall wäre (vgl. BRANDMAIER/SCHIMANY 1998, 72.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik des „Magischen Dreiecks“ ein und erläutert die Bedeutung der Interdependenzen zwischen Sport, Wirtschaft und Medien.
2. Geschichte: Dieses Kapitel zeichnet die historische Entwicklung der Sportberichterstattung in Printmedien und Rundfunk sowie die Anfänge des modernen Sponsorings nach.
3. Entwicklung des Sports in der sich wandelnden Gesellschaft nach dem Zweiten Weltkrieg: Hier wird der Prozess der „Versportlichung“ der Gesellschaft thematisiert, der den Sport aus traditionellen Sportstätten in alle Lebensbereiche ausweitete.
4. Das Magische Dreieck des Sports: Das Kapitel analysiert das komplexe Abhängigkeitsgefüge zwischen Wirtschaft, Medien und Sport sowie den Einfluss externer Faktoren wie Politik und Gesetzgebung.
5. Die Zukunft des Magischen Dreiecks: Es werden zukünftige Herausforderungen diskutiert, wie der wachsende Leistungsdruck auf Athleten, der Refinanzierungszwang durch Medienunternehmen und die fortschreitende Professionalisierung.
6. Das Event Dreieck: Dieses Kapitel stellt das „Event Dreieck“ als ein Untermodell für die Beziehungen zwischen Veranstalter, Sponsor und Zuschauer vor und wendet es beispielhaft auf den DIES academicus an.
7. Fazit: Das Fazit fasst die zentralen Erkenntnisse der Arbeit zusammen und bewertet die Stabilität und die Grenzen des Magischen Dreiecks im heutigen Sportbetrieb.
Schlüsselwörter
Magisches Dreieck, Sportmanagement, Medialisierung, Sportsponsoring, Rundfunk, Kommerzialisierung, Sportberichterstattung, Professionalisierung, Event-Dreieck, Interdependenz, Fernsehrechte, Vermarktung, Sportgesellschaft, DIES academicus, Zuschauerverhalten.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die untrennbaren Abhängigkeiten zwischen Sport, Wirtschaft und Medien, die in der Fachwelt als das „Magische Dreieck“ bekannt sind.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Im Fokus stehen die historische Entwicklung der Sportmedien, die ökonomischen Aspekte des Sportsponsorings und die gesellschaftliche Veränderung durch den Sport.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie diese drei Komponenten gegenseitig voneinander profitieren und welche Konsequenzen dieser enge Verbund für die moderne Sportwelt hat.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autoren nutzen eine literaturbasierte Analyse sowie die Anwendung theoretischer Modelle (Magisches Dreieck und Event-Dreieck) auf Fallbeispiele.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die historische Genese, die symbiotische Beziehung zwischen Sport und Medien, den Einfluss des Sponsorings auf die Wirtschaft und die strukturellen Besonderheiten von Sportevents.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Sportmanagement, Kommerzialisierung, Medialisierung, Sponsoring, Übertragungsrechte und Interdependenz.
Was ist das spezifische „Event-Dreieck“ im Vergleich zum „Magischen Dreieck“?
Das Event-Dreieck ist ein spezifisches Untermodell, das sich auf die finanzielle Interdependenz zwischen Sportveranstaltern, Sponsoren und dem Publikum konzentriert.
Welches praktische Fallbeispiel wurde zur Verdeutlichung gewählt?
Die Autoren nutzen den „DIES academicus“ (Hochschulsporttag) der Universität Göttingen, um die Beziehungen zwischen Teilnehmern, Sponsoren und Organisatoren in der Praxis zu illustrieren.
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- Neele Onnen (Author), Britta Ufer (Author), 2005, Das Magische Dreieck: Medien, Wirtschaft, Sport, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/40594