Unternehmenssteuerung. Cash Value Added vs. Economic Value Added. Eine kritische Gegenüberstellung.


Seminararbeit, 2005

22 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

1. Einleitung
1.1. Einführung in die Thematik
1.2. Gang der Untersuchung

2. Economic Value Added
2.1. Grundlagen und Anwendungsmöglichkeiten
2.2. Berechnung des Economic Value Added
2.2.1. Ermittlung des NOPAT
2.2.2. Ermittlung des Kapitalkostensatzes
2.3. Kritik am EVA-Konzept

3. Cash Value Added
3.1. Grundlagen und Anwendungsmöglichkeiten
3.2. Berechnung des Cash Value Added
3.2.1. Ermittlung des CFROI
3.3. Kritik am CVA-Konzept

4. Gegenüberstellung beider Konzepte als Instrument zur Unternehmenssteuerung

5. Fazit / Kritische Würdigung

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Die Wertpapierlinie.

Abbildung 2: Berechnung Brutto Cash Flow.

Abbildung 3: Zeitbezug, Aggregationsniveau und Anreizwirkung ausgewählter Konzepte wertorientierter Unternehmenssteuerung.

1. Einleitung

1.1. Einführung in die Thematik

Das Controlling nimmt in der heutigen Unternehmenswelt einen sehr hohen Stellenwert ein. Dieses liegt hauptsächlich an immer komplexer werdenden Märkten, bedingt durch die globale Vernetzung, wie auch die stärker werdende Kapitalmarktausrichtung von Unternehmen, welches den Shareholder-Value Gedanken dieser forciert und unweigerlich in deren Fokus rückt.[1]

Controlling ist hierbei nicht mit Kontrolle in Form eines Plan/Ist-Vergleichs gleichzusetzen, sondern als Querschnittsfunktion im Unternehmen zu verstehen, mit den Aufgaben, das Management zu unterstützen, Ziele zu definieren und deren Erreichung zu überwachen, sowie der Unternehmensführung geeignete Informationen zur Verfügung zu stellen und dieser beratend zur Seite zu stehen.[2]

Die führungssystembezogenen Ansätze des Controlling sehen es als ein Subsystem der Unternehmensführung an, das insbesondere Planung und Kontrolle, sowie die Informationsversorgung koordiniert und auf diese Weise die Anpassungs- und Koordinationsfähigkeit eines Unternehmens unterstützt, bzw. die dafür notwendigen Voraussetzungen schafft.[3]

Um die an das Controlling gestellten Aufgaben zu erfüllen, bedarf es einer Vielzahl von Instrumenten und Kennzahlen.[4] Als Beispiele lassen sich hier die Gap-Analyse, das Balanced Scorecard-Modell, die ABC- und XYZ-Analyse, der Return-On-Investement, das Target Costing, sowie die Deckungsbeitragsrechnung nennen.

In der vorliegenden Arbeit soll primär auf die beiden wertorientierten Kennzahlen Economic Value Added (kurz: EVA) und Cash Value Added (kurz: CVA) eingegangen und deren Beitrag zur erfolgreichen Unternehmenssteuerung analysiert werden.

1.2. Gang der Untersuchung

Die Zielsetzung der Arbeit legt folgenden Gang der Untersuchung nahe.

In Kapitel 1 wird eine generelle Einleitung gegeben. Diese beinhaltet die Einführung in die Thematik und den Gang der Untersuchung.

Das Kapitel 2 der Arbeit befasst sich mit den theoretischen Grundlagen und den Anwendungsmöglichkeiten des Economic Value Added. Zudem wird detailliert die Berechnung der EVA-Kennzahl erläutert und die Aussagefähigkeit dieser kritisch begutachtet.

Kapitel 3 der Arbeit befasst sich mit den Grundlagen, sowie der Berechnung des Cash Value Added. Wie auch in Kapitel 2 erfolgt abschließend eine kritische Analyse der Aussagefähigkeit dieser Kennzahl.

In Kapitel 4 erfolgt eine Gegenüberstellung des Economic Value Added und des Cash Value Added als Grundlage für Handlungsentscheidungen und die erfolgreiche Steuerung eines Unternehmens.

Kapitel 5 schließt die Arbeit mit einem Fazit bzw. einer kritischen Würdigung der Sachverhalte ab.

2. Economic Value Added

2.1. Grundlagen und Anwendungsmöglichkeiten

Der Economic Value Added- Ansatz gehört seit mehr als 200 Jahren als Wertmaßstab für die Perfomancemessung zum Instrumentarium der Ökonomen und Manager.[5] In den 80er Jahren wurde dieses Konzept von den Unternehmens-beratern G. Bennett Stewart III und Joel Stern kommerziell weiterentwickelt und seitdem von deren Beratungsunternehmen Stern Stewart & Co. weltweit propagiert.[6]

Anders als die traditionellen Wertmaßstäbe für die Messung der Unternehmens-profitabilität, wie zum Beispiel das Geschäftsergebnis nach Steuern oder der Nettogewinn, zielt der Economic Value Added auf den Residualgewinn und somit auf die tatsächliche wirtschaftliche Wertschöpfung eines Unternehmens ab. Stewart definiert den Economic Value Added als „operating profits less the cost of all of the capital employed to produce those earnings“[7]. Dies bedeutet, dass sowohl die direkten Fremdkapitalkosten, als auch die indirekten Eigenkapitalkosten vom Unternehmensgewinn subtrahiert werden.

Aus diesem Grund stellt das EVA-Modell einen modernen Wertmaßstab zur Messung des unternehmerischen finanziellen Erfolgs dar und ist eng mit der Forderung nach der Maximierung des Shareholder-Value verbunden.[8]

Die Anwendungsmöglichkeiten des Economic Value Added finden sich, wie bereits erwähnt, hauptsächlich in der wertorientierten Unternehmenssteuerung wieder.[9] EVA misst die Wertsteigerung einzelner Geschäftsbereiche, sowie gesamter Unternehmen, unter Berücksichtigung der Kosten für das eingesetzte Eigen- und Fremdkapital. Das EVA-Konzept ermöglicht somit Unternehmen, alle operativen und strategischen Entscheidungen an der erreichten, bzw. noch zu erreichenden Wertsteigerung auszurichten.

Darüber hinaus lässt EVA sich ebenfalls als Grundlage für Incentivesysteme nutzen, bei denen die leistungsabhängige Vergütung der Mitarbeiter an die tatsächliche Wertsteigerung des Unternehmens gekoppelt wird.

2.2. Berechnung des Economic Value Added

Die grundlegende Formel zur Berechnung des Economic Value Added gestaltet sich wie folgt:[10]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

mit NOPAT = Net Operating Profits After Taxes (operativer Gewinn nach Steuern), C% = Cost of Capital (Kapitalkostensatz), TC = Total Capital (betriebsnotwendiges Kapital, welches für die Erwirtschaftung des NOPAT eingesetzt wurde).

Trotz dieser einfachen Formel gestaltet sich die Berechnung etwas komplizierter. Aus diesem Grund sollen nun im Folgenden die Ermittlung des NOPAT und des Kapitalkostensatzes genauer erläutert werden.

2.2.1. Ermittlung des NOPAT

Die Ermittlung des Net Operating Profit After Taxes basiert auf dem in der Gewinn und Verlustrechnung ausgewiesenen Betriebsgewinn, genauer gesagt auf dem EBIT abzüglich Steuern.[11]

Bevor dieser Gewinn jedoch übernommen werden kann, müssen eine Reihe von Anpassungen vorgenommen werden. Stern Stewart & Co. schlagen ihren Kunden mehr als 160 Korrekturen vor, um die Messung des Geschäftsergebnisses zu verbessern und Verfälschungen durch Rechnungslegungsvorschriften und Bilanzpolitik zu beseitigen. In der Praxis finden jedoch meist nicht mehr als 20 Korrekturen Berücksichtigung, da die meisten Unternehmen bereits so ihren „optimalen“ Economic Value Added kalkulieren können.[12]

Bei den Anpassungen handelt es sich hauptsächlich um die erfolgswirksame Berücksichtigung so genannter Eigenkapitaläquivalente, wobei das Kongruenzprinzip nicht immer eingehalten wird.[13] Als Beispiele lassen sich hier folgende Punkte nennen:

Aktivierung von Forschungs- und Entwicklungsausgaben

Rückgängigmachung erfolgsneutraler Ausbuchungen von Goodwill-Positionen

Auflösung von stillen Reserven aufgrund einer LIFO-Bewertung

Korrigierung von Rückstellungen.

Anschließend ist vom korrigierten Betriebsgewinn der im Jahresabschluss ausgewiesene Steueraufwand abzuziehen, wobei allerdings alle Steuererhöhungen/-minderungen aufgrund nichtbetrieblicher Erträge und Aufwendung rückgängig gemacht, sowie latente Steuern ausgebucht werden.[14] Der NOPAT stellt somit einen Wert dar, der ausschließlich die betrieblichen Gewinne eines Unternehmens ausweist und Erträge aus Finanzanlagen und Zinsaufwendungen nicht berücksichtigt.

[...]


[1] Vgl. Berens, W., Born, A., Hoffjan, A. (2000), S. 1.

[2] Vgl. Witt, F.-J. (2000), S. 2f.

[3] Vgl. Horváth, P., Minning, F. (2001), S. 273ff.

[4] Vgl. hierzu und im Folgenden Dobler, T. (1998), S. 96ff.

[5] Vgl. Ehrbar, A. (1999), S. 9.

[6] Vgl. hierzu und im Folgenden Grant, J. L. (1997), S. 1.

[7] Vgl. Stewart, G. B. (1991), S. 2.

[8] Vgl. Grant, J. L. (1997), S. 1.

[9] Vgl. hierzu und im Folgenden Ehrbar, A. (1999), S. 15.

[10] Vgl. Ehrbar, A. (1999), S. 27.

[11] Vgl. hierzu und im Folgenden Bärtl, O. (2001), S. 57.

[12] Vgl. Ehrbar, A. (1999), S. 176.

[13] Vgl. hierzu und im Folgenden Bärtl, O. (2001), S. 57.

[14] Vgl. hierzu und im Folgenden Bärtl, O. (2001), S. 58.

Ende der Leseprobe aus 22 Seiten

Details

Titel
Unternehmenssteuerung. Cash Value Added vs. Economic Value Added. Eine kritische Gegenüberstellung.
Hochschule
FOM Essen, Hochschule für Oekonomie & Management gemeinnützige GmbH, Hochschulleitung Essen früher Fachhochschule
Veranstaltung
Controlling
Note
1,3
Autor
Jahr
2005
Seiten
22
Katalognummer
V40727
ISBN (eBook)
9783638391740
ISBN (Buch)
9783638683074
Dateigröße
468 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Cash, Value, Added, Economic, Gegenüberstellung, Konzepte, Instrument, Unternehmenssteuerung, Controlling
Arbeit zitieren
Cornelius Streit (Autor), 2005, Unternehmenssteuerung. Cash Value Added vs. Economic Value Added. Eine kritische Gegenüberstellung., München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/40727

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