Für den Übersetzungsvergleich ziehe ich zusätzlich die folgenden sechs Bibelübersetzungen hinzu: die Gute Nachricht, die Einheitsübersetzung, die Übersetzungen nach Ulrich Wilckens, nach Luther und Jörg Zink und das Münchener Neue Testament.
Ich möchte mich beim Vergleich auf die Verse 5 und 12a beziehen, denn dort kommt es bei den Übersetzungen zu gewichtigen Bedeutungsunterschieden. Die tabellarische Darstellung der unterschiedlichen Übersetzungen von Vers 5 soll helfen, meinen Übersetzungsvergleich besser nachzuvollziehen.
Inhaltsverzeichnis
1. Übersetzungsvergleich
2. Textabgrenzung
3. Kontextanalyse
4. Strukturanalyse
5. Synoptischer Vergleich
6. Literarkritik
7. Formgeschichte
7.1. Dekomposition
7.2. Gattungszuordnung
7.3. Sitz im Leben
8. Redaktionsgeschichte / Kompositionskritik
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit widmet sich einer detaillierten exegetischen Untersuchung der Perikope Mk 2,1-12. Ziel ist es, durch die Analyse der Übersetzungsunterschiede, des Kontextes, der Struktur sowie form- und redaktionsgeschichtlicher Aspekte die Bedeutung der Vollmacht Jesu und die Reaktion der Menschen auf sein Wirken herauszuarbeiten.
- Vergleichende Analyse verschiedener Bibelübersetzungen hinsichtlich ihrer theologischen Implikationen.
- Eingrenzung des Mikrokontextes und Untersuchung der redaktionellen Absicht des Markusevangeliums.
- Strukturanalyse der Wundergeschichte und des eingebetteten Streitgesprächs.
- Synoptischer Vergleich mit den Fassungen bei Matthäus und Lukas zur Herausarbeitung markinischer Spezifika.
- Bestimmung des Sitzes im Leben und der christologischen Relevanz der Vollmacht Sünden zu vergeben.
Auszug aus dem Buch
1. Übersetzungsvergleich
Für den Übersetzungsvergleich ziehe ich zusätzlich die folgenden sechs Bibelübersetzungen hinzu: die Gute Nachricht, die Einheitsübersetzung, die Übersetzungen nach Ulrich Wilckens, nach Luther und Jörg Zink und das Münchener Neue Testament.
Ich möchte mich beim Vergleich auf die Verse 5 und 12a beziehen, denn dort kommt es bei den Übersetzungen zu gewichtigen Bedeutungsunterschieden. Die tabellarische Darstellung der unterschiedlichen Übersetzungen von Vers 5 soll helfen, meinen Übersetzungsvergleich besser nachzuvollziehen.
Auffällig ist, dass Zink und die Gute Nachricht als Gruppe der dynamisch-gleichwertigen das Wort „Vertrauen“ gewählt haben, wogegen die übrigen von „Glauben“ sprechen. Trotz der großen inhaltlichen Nähe implizieren diese Wörter ein anderes Verhältnis des Gelähmten und seiner Träger zu Jesus. Jemanden zu vertrauen ist viel hoffnungsvoller und persönlicher, als dem anderen zu glauben. Die Beziehung geht sogar dorthin, sich dem anderen ganz hinzugeben. Ein weiterer Übersetzungsunterschied lässt sich in Jesus Reaktion auf die Geschehnisse finden. Sowohl die Einheitsübersetzung, als auch die Zürcher, Luther, Münchener und Wilckens sprechen von der Sündenvergebung, wogegen bei der Guten Nachricht von Schuld die Rede ist. Zink hat den Ausdruck „was du Böses getan hast“ gewählt. In allen Ausdrücken geht es um ein vorangegangenes negatives Verhalten des Gelähmten, aber mit „sündigem Verhalten“ ist wohl eher ein Fehltritt gegen Gott und vielleicht die Zehn Gebote gemeint, wogegen man sich auch in weltlichen Dingen schuldig machen kann. Zink lässt keine Deutungen zu, sondern beschränkt sich auf die Darstellung des schlechten. Diese Übersetzung ist auch die einzige, die verdeutlicht, dass man durch die Sündenvergebung nah bei Gott ist.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Übersetzungsvergleich: Untersucht verschiedene Bibelübersetzungen von Mk 2,5 und 12a und analysiert die daraus resultierenden theologischen Nuancen.
2. Textabgrenzung: Bestimmt die literarische Abgrenzung der Perikope durch die Analyse von Orts-, Personen- und Themenwechseln gegenüber den umgebenden Textabschnitten.
3. Kontextanalyse: Definiert den Mikrokontext als eine Einheit von Streitgesprächen zwischen Jesus und jüdischen Gelehrten.
4. Strukturanalyse: Untersucht den Aufbau der Perikope als Verflechtung einer Wunderheilung mit einem Streitgespräch, wobei das Logion in Vers 11 als inhaltlicher Höhepunkt identifiziert wird.
5. Synoptischer Vergleich: Vergleicht die markinische Darstellung mit den Fassungen bei Matthäus und Lukas, um die spezifische erzählerische und theologische Ausrichtung des Markus-Textes hervorzuheben.
6. Literarkritik: Diskutiert die literarische Abhängigkeit und Entstehung der Perikope unter Berücksichtigung der Zwei-Quellen-Theorie.
7. Formgeschichte: Analysiert die Perikope hinsichtlich ihrer Gattung als Paradigma bzw. Apophthegma, ihrer Dekomposition und ihres Sitzes im Leben in der urchristlichen Gemeinde.
8. Redaktionsgeschichte / Kompositionskritik: Bewertet die redaktionelle Absicht des Evangelisten, Jesu Vollmacht zur Sündenvergebung als zentrales Element der christlichen Botschaft zu etablieren.
Schlüsselwörter
Markusevangelium, Mk 2,1-12, Exegese, Sündenvergebung, Wunderheilung, Streitgespräch, Vollmacht, Schriftgelehrte, Synoptischer Vergleich, Formgeschichte, Paradigma, Redaktionsgeschichte, Christologie, Kapernaum, Glaube.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit bietet eine exegetische Analyse der Perikope Mk 2,1-12 (Heilung des Gelähmten) unter Anwendung verschiedener historisch-kritischer Methoden.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Zentral sind die Frage nach der Vollmacht Jesu zur Sündenvergebung, die Auseinandersetzung mit den Schriftgelehrten sowie die strukturelle Einbettung dieses Ereignisses in das Markusevangelium.
Welches ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es, durch eine methodisch fundierte Untersuchung nachzuweisen, wie die Ur-Gemeinde und der Evangelist Markus die Vollmacht Jesu theologisch ausgestaltet und für ihre Predigt nutzbar gemacht haben.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden angewendet?
Zum Einsatz kommen der Übersetzungsvergleich, die Kontext- und Strukturanalyse, der synoptische Vergleich, literarkritische Untersuchungen sowie form- und redaktionsgeschichtliche Methoden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit primär behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die methodischen Schritte: von der sprachlichen Analyse der Vers-Unterschiede über die Bestimmung des erzählerischen Kontextes bis hin zur formgeschichtlichen Einordnung der Perikope als Streitgespräch.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die vorliegende Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Markusevangelium, Sündenvergebung, Vollmacht, Streitgespräch, Paradigma, Wunderheilung und redaktionelle Absicht.
Warum betont der Autor die Rolle des Verses 11 als Höhepunkt?
Der Autor argumentiert, dass das Logion in Vers 11 den zentralen Beweis für Jesu göttliche Vollmacht darstellt, die durch die vorangegangene Heilung praktisch demonstriert wird.
Wie unterscheidet sich die markinische Fassung von der bei Matthäus und Lukas?
Im Vergleich zeigt sich, dass Markus eine eher lehrhafte Darstellung wählt und auf explizite Legitimationen durch Gott, wie sie bei Matthäus vorkommen, verzichtet, um die Vollmacht Jesu stärker in den Fokus zu rücken.
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- Sarah Schepers (Author), 2004, Exegese zu Mk 2,1-12, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/40992