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Auswirkungen des Auftritts nach einem Besuch in einer Talkshow

Titel: Auswirkungen des Auftritts nach einem Besuch in einer Talkshow

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2002 , 33 Seiten , Note: 2

Autor:in: Klaudia Mayr (Autor:in)

Medien / Kommunikation - Film und Fernsehen
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Einleitung

Seit vielen Jahren schon, nehmen Talkshows einen hohen Stellenwert im Nachmittags- und Abendprogramm des deutschen Fernsehers ein.
Aber wie kommt es, daß das Fernsehen, was früher nur ein Fenster zur weiten Welt war, heute zu einer Bühne der kleinen und einfachen Leute wird ?
Wie kommt es, daß sich so viele Menschen darum reißen in einer Talkshow aufzutreten und offen über ihre persönlichen Probleme zu sprechen ?
Nun, nicht alle Menschen merken, daß Talkshows kein informatives oder aufklärendes Medium ist, in dem tiefgründige Diskussionen über eine bestimmte Fragestellung geführt werden. Statt dessen handelt es sich um Sendungen, deren Themenkomplexe Beziehungen, Familie, Gesundheit und Schönheit entstammen und von alltäglichen und banalen Problemen bis hin zu schwerwiegenden psychologischen Problemen, die eher in eine Therapie als in eine Talkshow gehören, reichen. Und dennoch werden die Sendungen, die von den Emotionen leben, die sie bei den Gästen, dem Publikum und den Zuschauern auslösen, im hohen Maße konsumiert.

Ein genauer Blick zeigt aber, daß im Kontrast zu dem außerordentlichen Erfolg der neuen Formate beim Massenpublikum sich inzwischen eine scharfe Medienkritik formatiert hat, die in den allzu persönlichen Gesprächen und der öffentlichen Zurschaustellung aller möglichen körperlichen und seelischen Normvarianten nicht die oft propagierte Lebenshilfe für Studiogast und Zuschauer sieht, sondern vielmehr eine Gefahr für Moral und Anstand.

Dieser Tendenz scheinen Menschen zu unterliegen, die sich selbst in einer eher kritischen Distanz zu medialen Angeboten, vor allem dem Fernsehen gegenüber, sehen. Diese schieben eine potentielle Opferrolle denen zu, die entweder aufgrund ihrer prinzipiell mangelnden analytischen Distanz, ihrer schlechten soziokulturellen Ausgangsposition oder auch einer noch nicht voll entwickelten intellektuellen und/oder emotionalen Widerstandsfähigkeit der Macht der Bilder sozusagen schutzlos ausgeliefert sind. Es verwundert daher nicht, daß aus vielen Quellen in diesem Zusammenhang von einem ,,geistig weniger differenzierten Zuschauer" gesprochen wird, oder es handelt sich um Kinder und Jugendliche.
[...]

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Charakteristika des Genres Affektfernsehen

2. Affektfernsehen-Formate und verwandte Genres

2.1 Affekt-Talks

2.2 Beziehungsshows

3. Intimes und Privates in der Massenkommunikation

4. Sozio-emotionale Wirkungen des (Affekt-)Fernsehens

5. Motivkatalog der Rezipienten

6. Nutzungsmotive: ausgewählte Forschungsbefunde

7. Motivtypen nach Bettina Fromm

7.1 Der Fernseh-Star

7.2 Der Patient

7.3 Der Kontaktanbahner/Verehrer

7.4 Der Ideologe

7.5 Der Propagandist

7.6 Anwalt in eigener Sache

7.7 Rächer

7.8 Der Zaungast

8. Auswirkungen des Auftritts

8.1 Durchsetzung der Motive

8.2 Unmittelbare Eindrücke

8.3 Das Bild vom Fernsehmacher und die Betreuung während der Sendung

8.4 Das Bild vom Moderator

8.5 Soziale Wirkungen des Auftritts

8.6 Selbsteinschätzung und abschließende Bewertung des Auftritts

9. Zusammenfassung der Eindrücke

10. Interview mit Adam

11. Ergebnisse des Interviews

12. Schlußbemerkungen

Zielsetzung und Themen

Die Arbeit untersucht die Beweggründe und Erwartungen unprominenter Personen bei einem Auftritt in Talkshows sowie die nachträglichen Auswirkungen auf deren soziales Umfeld und Selbstwahrnehmung.

  • Charakterisierung des Genres Affektfernsehen und seiner Formate.
  • Analyse der Intimisierung und Mediatisierung privater Lebensbereiche.
  • Identifikation und Typologisierung der Motivlagen von Talkshowgästen.
  • Untersuchung der tatsächlichen Auswirkungen eines TV-Auftritts anhand empirischer Daten und eines Experteninterviews.

Auszug aus dem Buch

Der Fernseh-Star

Dieser Motivtyp hat das Bedürfnis nach sozialer Beachtung und die damit verbundene Anerkennung. Der Auftritt im Fernsehen bietet die Aufmerksamkeit von Millionen. Hier versucht der „Fernseh-Star“ die Exponierung seiner Person auf unterschiedliche Arten zu realisieren, sei es im privaten Bereich sowie mit weiteren Fernsehauftritten. Er möchte sich selbst erleben und erlebt werden und dazu eignet sich das Fernsehen in idealer Weise. Der Reiz in der medialen Kommunikationssituation liegt in der Aufhebung der räumlichen Begrenztheit, denn diese stellt im Vergleich zum Alltag eine Potenzierung der Möglichkeiten zur Selbstinszenierung dar.

Außerdem muß der „Fernseh-Star“ für einen Auftritt im Fernsehen keine weiteren Qualifikationen aufweisen als seine eigene authentische Geschichte vor laufenden Kameras präsentieren zu können.

Die Veröffentlichung eines Themas dient nur als Aufhänger, um in einer Talkshow aufzutreten. Vor einem Millionenpublikum beachtet zu werden bedeutet Spannung und Abwechslung und führt dadurch zu einer Erhöhung der Bedeutung der eigenen Person.

Da das Fernsehen mit Glamour, Prominenz und Macht in Verbindung gebracht wird, erhoffen sich die Gäste selbst zur prominenten Person zu werden. Reaktionen von Fremden wie z.B Fan-Post und Lob und Anerkennung bestätigten derartige Wirkungen.

Einige Befragte der Studie beschrieben sich als „Profilneurotiker“, „Exhibitionisten“, „narzißtisch veranlagt“ oder als fernsehgeil“.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Charakteristika des Genres Affektfernsehen: Definiert das Genre durch die Inszenierung unprominenter Personen und intimer Schicksale vor der Kamera.

2. Affektfernsehen-Formate und verwandte Genres: Differenziert verschiedene Formate wie Affekt-Talks und Beziehungsshows und beschreibt deren Merkmale.

3. Intimes und Privates in der Massenkommunikation: Analysiert den gesellschaftlichen Wandel, bei dem Intimität zum öffentlichen Gegenstand im Fernsehen wird.

4. Sozio-emotionale Wirkungen des (Affekt-)Fernsehens: Untersucht die psychologischen Mechanismen der parasozialen Interaktion und emotionalen Beeinflussung der Zuschauer.

5. Motivkatalog der Rezipienten: Fasst wissenschaftliche Ansätze zu den Gründen der Nutzung von Fernsehinhalten zusammen.

6. Nutzungsmotive: ausgewählte Forschungsbefunde: Stellt spezifische Ansätze, wie die von Reichertz und Mehl, zu den Motiven der Studiopublikums-Teilnahme vor.

7. Motivtypen nach Bettina Fromm: Kategorisiert Talkshowgäste in acht spezifische Motivtypen wie Fernseh-Star, Patient oder Rächer.

8. Auswirkungen des Auftritts: Evaluiert empirisch, ob Teilnehmer ihre Ziele erreichten und wie sie den Auftritt sowie die Betreuung bewerteten.

9. Zusammenfassung der Eindrücke: Resümiert die überwiegend positive subjektive Wahrnehmung der Teilnehmer trotz gemischter Erfolgserlebnisse.

10. Interview mit Adam: Bietet einen qualitativen Einblick in die Erfahrungen eines Teilnehmers und die Diskrepanz zwischen Realität und medialer Darstellung.

11. Ergebnis des Interviews: Vergleicht die subjektiven Erfahrungen des Interviewpartners mit den theoretischen Ergebnissen der vorangegangenen Analyse.

12. Schlußbemerkungen: Schließt mit der Erkenntnis, dass das Fernsehen eine moderne Instanz für die Konstruktion von Identität und sozialer Orientierung darstellt.

Schlüsselwörter

Affektfernsehen, Talkshows, Mediatisierung, Privatheit, Intimisierung, Motivtypen, Rezipientenforschung, parasoziale Interaktion, Identitätskonstruktion, Selbstinszenierung, Massenkommunikation, Fernsehwirkung, Lebenshilfe, Zuschauerbindung, Authentizität

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert das Phänomen des Affektfernsehens, insbesondere Talkshows, in denen unprominente Menschen ihre privaten Probleme öffentlich machen.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die Schwerpunkte liegen auf den Charakteristika des Genres, der Mediatisierung der Privatheit, den unterschiedlichen Motivtypen von Talkshowgästen sowie der psychologischen und sozialen Wirkung von Fernsehauftritten.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es zu untersuchen, wer sich freiwillig in Talkshows begibt, welche Hoffnungen oder Ziele die Personen damit verbinden und welche Auswirkungen diese Auftritte tatsächlich auf ihr Leben haben.

Welche wissenschaftlichen Methoden wurden verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse zu kommunikationswissenschaftlichen Grundpositionen sowie auf der Auswertung einer empirischen Studie mit 40 Talkshow-Teilnehmern und einem qualitativen Interview mit einem Gast.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung zu Kommunikationstheorien, die Klassifizierung von Motiven der Teilnehmer und eine detaillierte Auswertung der Wirkungen von TV-Auftritten auf die Gäste.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit zusammenfassen?

Zu den zentralen Begriffen gehören Affektfernsehen, Intimisierung, Motivtypen, Mediatisierung, parasoziale Interaktion und Identitätskonstruktion.

Warum ist laut der Autorin eine „öffentliche Beichte“ für viele Teilnehmer attraktiv?

Viele Gäste empfinden den Auftritt als eine Art Therapie oder Ventil, um Probleme zu bewältigen, die sie im privaten Umfeld nicht lösen konnten, und suchen gleichzeitig Anerkennung in der Öffentlichkeit.

Wie verändert sich die Wahrnehmung der Teilnehmer durch den Auftritt laut dem Interview mit „Adam“?

Die Teilnehmer erleben kurzzeitig eine gesteigerte Beachtung durch ihr Umfeld („kleine Berühmtheit“), wobei der Interviewte feststellt, dass die mediale Inszenierung oft wenig mit der tatsächlichen Realität zu tun hat.

Ende der Leseprobe aus 33 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Auswirkungen des Auftritts nach einem Besuch in einer Talkshow
Hochschule
Freie Universität Berlin  (Publizistik)
Veranstaltung
Hauptseminar: Mediatisierung der Privatheit
Note
2
Autor
Klaudia Mayr (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2002
Seiten
33
Katalognummer
V4100
ISBN (eBook)
9783638125390
ISBN (Buch)
9783640981007
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Talkshow
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Klaudia Mayr (Autor:in), 2002, Auswirkungen des Auftritts nach einem Besuch in einer Talkshow, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/4100
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Leseprobe aus  33  Seiten
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