In der vorliegenden Arbeit werde ich mich mit dem Terminus der Hermeneutik in der literarischen Überlieferung, dessen Herkunft und Einfluss in der Medien- und Kommunikationswissenschaft beschäftigen.
Diese Arbeit sollte die Quellen und Verständnisse des heutigen Begriffs der Hermeneutik nachgehen, um eine kritische Zusammenstellung zu erschaffen. Dafür werde ich mich mit literaturwissenschaftlichen Sachwörterbüchern, mit philosophischen Texten, und mit medien- und kommunikationswissenschaftlichen Standpunkten auseinandersetzen. Doch, es bleibt immerhin der philosophische Bezug im Hintergrund, der in der Thematik der Hermeneutik Zugrunde liegt.
Ich nehme das Arbeitsbuch von Knut Hickethier als Basis für die medien- und kommunikationswissenschaftlichen Ansätze, die in der Diskussion der Hermeneutik als Methode auslegungshilfreich ist.
Ich verwende auch das Buch Martin Heideggers ‚Sein und Zeit’, das mir scheint, als einer der Grundtexte in dem hermeneutischen ‚Gedankengang’ für die systemische Auslegung der, vor allem, ‚menschlichen Herstellungsphänomenen’. Ich meine Herstellungsformen des künstlichen Geistes und deren Interaktion miteinander, auch bekannt als Kunstwerke, hier mediale Kunstwerke.
Mein Ziel ist einen Überblick aus der Geschichte der Hermeneutik zu entnehmen und eine Zusammenfassung in dem methodischen, modernen Gebrauch derselbe zu verschaffen.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
Die griechische überlieferte Bedeutung der Hermeneutik
Die ‚moderne’ Bedeutung der Hermeneutik
Der hermeneutische Λογος in der Filmanalyse: Interpretation
Grundmethode der erkenntnistheoretischen Analyse
Schlusswort
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht den Terminus der Hermeneutik in der literarischen Überlieferung sowie dessen Herkunft und Einfluss innerhalb der Medien- und Kommunikationswissenschaft. Das Ziel ist es, eine kritische Zusammenstellung der Quellen und Verständnisse zu erarbeiten und eine methodische Übersicht für den modernen Gebrauch der Hermeneutik, insbesondere im Kontext der Filmanalyse, zu schaffen.
- Historische Entwicklung des Begriffs der Hermeneutik von der Antike bis zur Moderne.
- Die hermeneutische Methode als Instrument der Medien- und Filmanalyse.
- Die Rolle des "hermeneutischen Zirkels" bei der Interpretation medialer Inhalte.
- Komplementarität von empirisch-sozialwissenschaftlichen und hermeneutischen Verfahren.
- Analyse der Rezeptionsbedingungen und der Konstruktion von Wirklichkeit durch Medien.
Auszug aus dem Buch
Die ‚moderne’ Bedeutung der Hermeneutik:
Mit ‚moderner Zeit’ meine ich den ‚bürgerlichen Realismus’ und ‚Industrialisierungsperiode’, d. h. das Ende, oder die 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts. Es ist eine intellektuelle Periode, in der der Begriff der Hermeneutik sich weiter definieren lässt, und, obwohl mit Luther schon anfing, könnte man sagen, dass die Hermeneutik ihren nächstwichtigsten Punkt ihrer Definition erlangte.
Damit sind unvermeidlich zwei Namen, als Begründer der hermeneutischen Methode, einzubeziehen: Der eine ist Friedrich Schleiermacher und der andere Wilhelm Dilthey. Schleiermacher betrachtete die Hermeneutik, als eine systematische „Reproduktion des Produktionsprozesses“ (Wilpert 2001, S. 337), d. h. als „die Kunst, die Rede eines andern, vornehmlich die schriftliche, richtig zu verstehen“ (Meid 1999, S. 226) und sie zu reproduzieren, bzw. wiedergeben. Dabei bezog er sich auf die ‚sprachlichen’ Äußerungen in der Sprache überhaupt, sowie in den individuellen Rednern, bzw. Denkern oder Verfassern (ebd.). Für ihn erschien die Hermeneutik als nachahmende ‚Konstruktion’ sowohl der „grammatikalischen“, als auch der „psychologischen“ (Meid 1999, S. 226) Faktoren im Verstehen eines Phänomens. Für Dilthey, der die schleiermacherische Verständigung des Begriffs der Hermeneutik weiterentwickelte und das hermeneutische Verstehen zur grundlegenden Methode der Geisteswissenschaft erklärte und sie so von den Naturwissenschaften abgrenzte (ebd.), war die Hermeneutik die „Kunstlehre des Verstehens schriftlich fixierter Lebensäußerungen“ (Wilpert 2001, S. 337).
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Dieses Kapitel legt das Ziel der Arbeit dar, die Herkunft und den Einfluss des Hermeneutik-Begriffs in der Medien- und Kommunikationswissenschaft kritisch aufzuarbeiten.
Die griechische überlieferte Bedeutung der Hermeneutik: Hier wird der historische Ursprung des Begriffs in der Antike und seine Entwicklung hin zur Kunst des sinngemäßen Verstehens von Texten und Strukturen erläutert.
Die ‚moderne’ Bedeutung der Hermeneutik: Dieses Kapitel widmet sich den Ansätzen von Schleiermacher und Dilthey sowie der späteren existentialistischen Wende durch Heidegger und Gadamer.
Der hermeneutische Λογος in der Filmanalyse: Interpretation: Die Rolle der Rede als interaktives Instrument und das Verständnis des Logos als Mittel zur Interpretation innerhalb der Filmanalyse werden hier diskutiert.
Grundmethode der erkenntnistheoretischen Analyse: Dieses Kapitel stellt das hermeneutische Verfahren als Methode der Inhaltsanalyse vor, inklusive konkreter Arbeitsschritte zur Analyse filmischer Produkte.
Schlusswort: Das Kapitel fasst zusammen, dass die Analyse von Medien notwendig ist, um die kulturelle Bedeutung von Filmen und deren konstruierte Wirklichkeit zu verstehen.
Schlüsselwörter
Hermeneutik, Filmanalyse, Interpretation, Erkenntnistheorie, Martin Heidegger, Friedrich Schleiermacher, Wilhelm Dilthey, Mediale Kunstwerke, Hermeneutischer Zirkel, Kommunikation, Wirklichkeitskonstruktion, Inhaltsanalyse, Erkenntnisgewinnung, Rezeption, Sprachphilosophie.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Geschichte und Bedeutung des Begriffs der Hermeneutik und dessen Anwendung in der modernen Medien- und Kommunikationswissenschaft.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Zentrale Themen sind die historische Etymologie der Hermeneutik, der hermeneutische Zirkel, die Rolle des Subjekts bei der Interpretation sowie die methodische Analyse von Film- und Fernsehproduktionen.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das primäre Ziel ist es, einen Überblick über die Geschichte der Hermeneutik zu geben und ihren modernen methodischen Gebrauch zur Erschließung medialer Wahrnehmungswelten zusammenzufassen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt einen hermeneutisch-analytischen Ansatz, der sich auf philosophische Grundtexte sowie medienwissenschaftliche Fachliteratur stützt, um die Theoriebildung der Filmanalyse zu reflektieren.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil behandelt die historische Entwicklung des Begriffs, die theoretischen Grundlagen der modernen Hermeneutik und die praktischen Anwendungsmöglichkeiten dieser Methode innerhalb der medienwissenschaftlichen Inhaltsanalyse.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Hermeneutik, Filmanalyse, Interpretation, Erkenntnistheorie und den hermeneutischen Zirkel charakterisiert.
Warum spielt der Begriff des "hermeneutischen Zirkels" eine so wichtige Rolle?
Der Zirkel beschreibt den Prozess, bei dem ein tiefes Verständnis eines Ganzen nur durch das Verständnis seiner Teile möglich ist, was für die Interpretation komplexer Medieninhalte unerlässlich ist.
Wie unterscheidet die Arbeit zwischen empirischen und hermeneutischen Verfahren?
Die Arbeit betrachtet beide Richtungen als komplementäre Komponenten: Während empirische Verfahren Daten operationalisieren, zielt die hermeneutische Interpretation auf die Gewinnung verborgener Bedeutungen und Sinnzusammenhänge.
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- Jordan Berzal (Author), 2004, Ein Überblick in die Geschichte der Hermeneutik, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/41006