„Ohne Lohn keine Leistung“ – Dieses Sprichwort bedeutet, dass heutzutage kein Arbeitnehmer mehr seine Leistung zur Verfügung stellen würde, ohne dafür entlohnt zu werden.
Wie präsent das Thema Vergütung ist, haben im vergangenen Jahr die zahlreichen Entgeltabschlüsse und Lohnverzichtserklärungen sowie die Diskussion über Sonderleistungen, wie z.B. Gewinnbeteiligungen, gezeigt. Dabei fällt auf, dass sich die traditionelle Entgeltpolitik, aufgrund der Globalisierung und der damit verbundenen Notwendigkeit schneller auf Marktveränderungen reagieren zu können, wandelt. Neben den fixen Löhnen treten daher variable Vergütungsbestandteile immer mehr in den Vordergrund. Ziel soll sein, vorhandene Leistungsreserven freizusetzen, um so eine wirtschaftlichere Nutzung des „Produktionsfaktors Arbeit“ zu erreichen. Nach Meinung Zanders ist ein Unternehmen nicht überlebensfähig, wenn es nicht in der Lage ist, seine Mitarbeiter zu motivieren, genauso wie eines, welches nicht seine wirtschaftlichen Ziele erreicht.
Und gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten ist es deshalb aus Sicht der Arbeitgeber eine besondere Herausforderung, leistungsgerechte Entgeltbestandteile als Chance zu vermitteln.
Doch es scheint Firmen schwer zu fallen, sinnvolle und nachvollziehbare Vergütungssysteme einzuführen, die besondere Leistung gerecht honorieren.
Damit stellt sich die Frage, welche Vor- und Nachteile variable Vergütung hat. Für wen eignet sich diese Art der Entlohnung besser, für den Mitarbeiter oder den Unternehmer? Und welche Vor- und Nachteile haben überhaupt die einzelnen Lohnformen? Dies soll im Folgenden erörtert werden.
Inhaltsverzeichnis
1 EINLEITUNG
2 MÖGLICHKEITEN DER LOHNFINDUNG
2.1 Anforderungsbezogene Lohnfindung
2.2 Qualifikationsbezogene Lohnfindung
2.3 Marktbezogene Lohnfindung
2.4 Leistungsbezogene Lohnfindung
2.4.1 Das Problem der Messung und Bewertung
2.4.2 Das Problem der Differenzierung Arbeiter und Angestellte
3 VOR- UND NACHTEILE LEISTUNGSGERECHTER VERGÜTUNG
3.1 Lohnformen
3.1.1 Zeitlohn
3.1.2 Akkordlohn
3.1.3 Prämienlohn
3.2 Vor- und Nachteile aus Sicht des Mitarbeiters
3.2.1 Vorteile
3.2.2 Nachteile
3.3 Vor- und Nachteile aus Sicht des Unternehmens
3.3.1 Vorteile
3.3.2 Nachteile
4 PRAXISBEISPIEL BASF
5 SCHLUSSWORT UND AUSBLICK
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Vor- und Nachteile einer leistungsgerechten Vergütung, um zu klären, für welche Zielgruppen sich variable Lohnformen eignen und welche spezifischen Herausforderungen bei ihrer Umsetzung bestehen. Dabei wird der Frage nachgegangen, wie ein ausgewogenes System geschaffen werden kann, das sowohl die Mitarbeitermotivation als auch die wirtschaftliche Produktivität des Unternehmens gleichermaßen fördert.
- Grundlagen der Lohnfindung und Abgrenzung verschiedener Lohnformen
- Analyse der Vor- und Nachteile aus Mitarbeiter- sowie Unternehmensperspektive
- Die Problematik der Leistungsermittlung und -bewertung in der Praxis
- Betrachtung motivationaler Aspekte unter Einbeziehung der Maslowschen Bedürfnishierarchie
- Praxisnahe Evaluation anhand des neuen Entgeltsystems der BASF
Auszug aus dem Buch
3.3.2 Nachteile
Variable Vergütung kann nur dann angewendet werden, wenn es im Unternehmen keine definierten Qualitätsstandards und gleich bleibenden Kundenanforderungen gibt und Schwankungen in der Leistungsmenge und –güte möglich sind.
Weiterhin ist eine leistungsgerechte Entlohnung nur bei einfachen Tätigkeiten möglich und führt nur dann zu einer Steigerung der Leistung, wenn die Mitarbeiter überhaupt an einem zusätzlichen Gelderwerb interessiert sind.
Hinzu kommt, dass in der Praxis die variable Vergütung eher als Bedrohung statt als Leistungsanreiz wahrgenommen wird. Gewerkschaften, Belegschaften und auch Unternehmensleitungen betrachten die Entgeltflexibilisierung daher skeptisch. Daher kann sie nur begrenzt realisiert werden, obwohl man die Notwendigkeit flexibler Anreizgestaltung erkannt hat.
Ein weiterer Grund für die Ablehnung variabler Vergütung ist es, dass feste Vergütungstabellen und einfache Ordnungssysteme als praktikabler empfunden werden und damit eher akzeptiert werden.
Zudem besteht die Gefahr, dass Mitarbeiter eher die Tätigkeiten verrichten, die den „schnellen Euro“ bringen, Innovation und die Suche nach guten Lösungen werden vernachlässigt, genauso wie die Weitergabe von impliziertem Wissen.
Schließlich ist noch zu erwähnen, dass in dynamischen Unternehmen die Leistungsvoraussetzungen nur selten konstant bleiben. So verlieren Zielvereinbarungen schon nach kurzer Zeit ihre Relevanz und Priorität, werden aber trotzdem noch entlohnt. Die Folge ist ein hoher Anpassungsaufwand und die Akzeptanz variabler Vergütungskonzepte verringert sich.
Zusammenfassung der Kapitel
1 EINLEITUNG: Die Einleitung beleuchtet die zunehmende Bedeutung variabler Vergütungsbestandteile als Instrument zur Steigerung der wirtschaftlichen Effizienz und Mitarbeitermotivation in einem globalisierten Umfeld.
2 MÖGLICHKEITEN DER LOHNFINDUNG: Dieses Kapitel erläutert verschiedene Ansätze zur Lohnfindung, wie die anforderungs-, qualifikations-, markt- und leistungsbezogene Entlohnung, und diskutiert die methodischen Schwierigkeiten der Leistungsbewertung.
3 VOR- UND NACHTEILE LEISTUNGSGERECHTER VERGÜTUNG: Hier werden klassische Lohnformen wie Zeit-, Akkord- und Prämienlohn detailliert betrachtet sowie die Vor- und Nachteile aus der Sicht von Mitarbeitern und Unternehmen kritisch gegenübergestellt.
4 PRAXISBEISPIEL BASF: Das Kapitel veranschaulicht die praktische Umsetzung eines innovativen, leistungsorientierten Entgeltsystems bei der BASF AG als Lösungsansatz für eine wettbewerbsfähige Gehaltsstruktur.
5 SCHLUSSWORT UND AUSBLICK: Das Fazit fasst die Erkenntnisse zusammen und betont die Notwendigkeit, Vergütungssysteme als Teil einer ganzheitlichen Unternehmenskultur unter sorgfältiger Risikoabwägung zu gestalten.
Schlüsselwörter
Leistungsgerechte Vergütung, Variable Entlohnung, Lohnfindung, Mitarbeitermotivation, Leistungsbeurteilung, Zeitlohn, Akkordlohn, Prämienlohn, Entgeltsysteme, Leistungsanreize, Unternehmensführung, Zielvereinbarungen, BASF, Personalwirtschaft, Arbeitsleistung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die verschiedenen Formen der leistungsgerechten Vergütung und analysiert, welche Chancen und Risiken sich für Arbeitgeber und Arbeitnehmer bei der Anwendung solcher variablen Vergütungsmodelle ergeben.
Welche zentralen Themenfelder stehen im Mittelpunkt?
Die Schwerpunkte liegen auf der Differenzierung zwischen verschiedenen Lohnformen wie Zeit-, Akkord- und Prämienlohn sowie der Untersuchung motivationaler Effekte und praktischer Umsetzungsprobleme.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, unter welchen Bedingungen leistungsgerechte Vergütung als faires und motivierendes Instrument eingesetzt werden kann, um sowohl Mitarbeiter zu binden als auch unternehmerische Ziele zu erreichen.
Welche wissenschaftliche Methodik wird verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Auseinandersetzung mit personalwirtschaftlichen Grundlagen, ergänzt durch die Analyse eines konkreten Praxisbeispiels bei der BASF AG.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden neben den theoretischen Möglichkeiten der Lohnfindung die spezifischen Vor- und Nachteile der verschiedenen Vergütungsformen sowie die Perspektiven von Mitarbeitern und Unternehmensleitungen detailliert erörtert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich am besten durch Begriffe wie Leistungsgerechte Vergütung, Variable Entlohnung, Mitarbeitermotivation und Entgeltsysteme charakterisieren.
Wie unterscheidet sich der Zeitlohn in der Anwendung von leistungsabhängigen Löhnen?
Der Zeitlohn bietet Sicherheit und vermeidet ein überhastetes Arbeitstempo, setzt jedoch weniger direkte Anreize zur Leistungssteigerung als etwa der Akkord- oder Prämienlohn.
Welche Rolle spielt das BASF-Fallbeispiel für die Arbeit?
Das BASF-Beispiel dient als moderne Fallstudie, um zu zeigen, wie durch ein innovatives Tarifmodell und die Verknüpfung von Unternehmenserfolg mit individueller Leistungsbeurteilung ein zukunftsfähiges Vergütungssystem gestaltet werden kann.
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- Hanna Egli (Author), 2005, Vor- und Nachteile leistungsgerechter Vergütung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/41086