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Theater und Katechese in Mexiko

Title: Theater und Katechese in Mexiko

Term Paper (Advanced seminar) , 2004 , 29 Pages , Grade: 2

Autor:in: Stephanie Helmer (Author)

Romance Studies - Spanish Studies
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Außerhalb der spanischsprachigen Welt ist nur wenig über die Katechese Lateinamerikas bekannt. Es herrscht die plakative Vorstellung von geplagten Missionaren vor, welche sich zu den Indio-Dörfern durchkämpfen, und dort das Wort Gottes vorleben und predigen. Diese Vorstellung ist teilweise auch richtig, doch werden dabei viele Probleme des 16. Jahrhunderts ausgeblendet und wesentliche Faktoren nicht berücksichtigt. Die bestehende Sprachbarriere, die Gewaltherrschaft der Kolonialherren, die Entwicklungsstufe der Indios und die damalige politische Situation beeinflussten unter anderem die Katechese Lateinamerikas entscheidend. Am Beispiel Mexikos und der dort ansässigen Nahuas wird in der vorliegenden Arbeit dargestellt, wie speziell Theateraufführungen zum Zweck der Evangelisierung genutzt wurden.

Im Folgenden wird zunächst einmal kurz auf den geschichtlichen Hintergrund, die vorkoloniale Theaterform der Nahuas und die Theatersituation in Spanien eingegangen, bevor das evangelisierende Theater erläutert und anhand eines Textbeispieles die spezifischen Charakteristika analysiert werden. Abschließend wird der Verfall des evangelisierenden Theaters skizziert.

In meiner Arbeit beziehe ich mich überwiegend auf Literatur von Horcasitas, (1974), Burkhart (1996) und Williams (1992).

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

0. Einleitung

Inhalt, Methoden und Ziel der Arbeit

1. Geschichtlicher Hintergrund

2. Vorkoloniale Theaterformen

3. Die Theatersituation in Spanien

4. Das evangelisierende Theater

5. El lucero de nuestra salvación / Holy Wednesday

6. Der Verfall des evangelisierenden Theaters

7. Zusammenfassung und Schlussgedanken

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht, wie in Mexiko im 16. Jahrhundert speziell konzipierte Theateraufführungen durch die koloniale Kirche als zentrales Instrument zur Evangelisierung der indigenen Nahua-Bevölkerung eingesetzt wurden, und analysiert dabei das Spannungsfeld zwischen christlicher Missionierung und dem Erhalt indigener kultureller Ausdrucksformen.

  • Historischer Kontext der Evangelisierung Mexikos
  • Vorkoloniale theatrale Traditionen der Nahuas
  • Die Rolle des Theaters als primäres Kommunikationsmittel der Missionare
  • Analyse der Nahua-Übersetzungen christlicher Theaterstücke anhand von Beispielen
  • Ursachen und Faktoren für den Verfall des evangelisierenden Theaters

Auszug aus dem Buch

3. Die Theatersituation in Spanien

Vor dem Hintergrund der Maurenbesetzung, den kämpferischen Auseinandersetzungen der christlichen Reiche im Norden Spaniens untereinander und der Reconquista wundert es nicht, dass nur wenig über die Entstehung des religiösen Theaters im Spanien des zehnten und elften Jahrhunderts bekannt ist. Horcasitas (1974, 59 ff.) geht davon aus, dass die Wurzeln in der Messfeier zu finden sind, welche mit den mehrstimmigen Chorgesängen und den Dialogen zwischen Priestern und Kirchengemeinde durchaus einen gewissen Aufführungscharakter hatten. Erst über die Jahrhunderte hinweg entwickelte sich daraus immer mehr eine Art der theatralischen Darstellung mit Kostümen, Gewändern und der Einbeziehung von Requisiten. Ein wichtiger Beleg für diese Theorie ist das Quem quaeritis, von welchem insgesamt etwa 400 verschiedene Manuskripte überliefert sind.

Im Lauf der Jahre wurde dieser in der Messe sehr beliebte Kurzdialog zwischen Engeln, Maria und dem Priester um weitere Textzeilen und Charaktere ergänzt, und die Protagonisten entsprechend eingekleidet. Horcasitas gilt dies als einer der wichtigsten Vorläufer des Theaters, das sich später von der Messfeier ablöst. Die große Anzahl an überlieferten Manuskripten lässt Rückschlüsse auf die Beliebtheit dieser Art der christlichen Unterrichtung zu, und es verwundert umso mehr, dass Alfonso el Sabio (1221-1284) in Las Siete Partidas dem Klerus weitere theatralische Darstellungen in der Kirche verbietet. Genehmigt sind fortan Aufführungen nur noch an hohen kirchlichen Feiertagen und in den großen Kathedralen und Kirchen.

Zusammenfassung der Kapitel

0. Einleitung: Die Arbeit erläutert die Ausgangslage der Evangelisierung in Lateinamerika und definiert das Ziel, die Nutzung von Theater als Missionsinstrument am Beispiel Mexikos zu untersuchen.

1. Geschichtlicher Hintergrund: Dieses Kapitel skizziert die Ankunft der Missionare ab 1524 sowie die komplexen gesellschaftlichen Strukturen der Nahuas und die methodischen Herausforderungen der frühen Evangelisierung.

2. Vorkoloniale Theaterformen: Es wird die reichhaltige vorspanische Tradition der Nahuas beschrieben, die trotz fehlender europäischer Skriptform bereits hochkomplexe theatrale und rituelle Ausdrucksweisen kannte.

3. Die Theatersituation in Spanien: Das Kapitel betrachtet die Wurzeln des religiösen Theaters in der spanischen Liturgie und dessen Entwicklung bis zum 14. Jahrhundert als Basis für die spätere Übertragung nach Mexiko.

4. Das evangelisierende Theater: Hier wird der Themenkanon der christlichen Stücke analysiert und aufgezeigt, wie Priester und Nahua-Novizen gemeinsam neue christliche Dramen schufen.

5. El lucero de nuestra salvación / Holy Wednesday: Anhand einer konkreten Textanalyse dieses Stückes wird der kulturelle Einfluss der Nahua-Übersetzer auf die christliche Vorlage und deren Bedeutung für die Rezeption deutlich gemacht.

6. Der Verfall des evangelisierenden Theaters: Das Kapitel belegt die äußeren und inneren Faktoren wie politische Widerstände, demographische Katastrophen durch Epidemien und den sich ändernden kirchlichen Kurs, die zum Ende dieser Theaterkultur führten.

7. Zusammenfassung und Schlussgedanken: Abschließend wird kritisch reflektiert, inwieweit das Theater als nachhaltiges Mittel zur Identitätsänderung taugte und welche Bedeutung diese Kunstform für die Kulturgeschichte Mexikos hatte.

Schlüsselwörter

Evangelisierung, Mexiko, Nahuas, Theater, Katechese, Kolonialzeit, Missionsgeschichte, Indigene Kulturen, Religion, Transformationsprozess, Synkretismus, Literatur, Kulturkontakt, Sprachbarriere, Überlieferung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das evangelisierende Theater in Mexiko im 16. Jahrhundert und analysiert, wie Missionare dieses Medium nutzten, um die christliche Lehre an die Nahua-Bevölkerung zu vermitteln.

Welche zentralen Themenfelder stehen im Fokus?

Zentral sind der geschichtliche Hintergrund der Missionierung, der Vergleich zwischen vorkolonialen nahuatl-sprachigen Theaterformen und dem importierten spanischen christlichen Theater sowie die Analyse konkreter Adaptionen durch indigene Novizen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die Arbeit fragt danach, wie Theateraufführungen zum Zweck der Evangelisierung gestaltet wurden und inwiefern der Übersetzungsprozess ins Nahuatl eine Transformation der christlichen Inhalte und eine kulturelle Wechselwirkung ermöglichte.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine literatur- und kulturwissenschaftliche Untersuchung, die auf der Analyse von Originaltexten (wie dem Stück "El lucero de nuestra Salvación"), zeitgenössischen Berichten und der Literatur namhafter Historiker wie Horcasitas, Burkhart und Williams basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Theaterentwicklung in Spanien und Mexiko, die inhaltliche Kategorisierung des missionarischen Theaters sowie die tiefgehende Textanalyse von "Holy Wednesday" hinsichtlich kultureller Einflüsse der Nahuas.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?

Die Arbeit lässt sich primär mit Begriffen wie Evangelisierung, Theater, Nahuas, Kolonialzeit, Katechese und kultureller Transformationsprozess beschreiben.

Warum wurde das Stück "El lucero de nuestra Salvación" für die Analyse ausgewählt?

Es dient als exemplarisches Fallbeispiel, da es die sprachliche und inhaltliche Diskrepanz zwischen der spanischen Vorlage und der Nahuatl-Übersetzung besonders deutlich macht, was Rückschlüsse auf die kulturelle Haltung der Nahuas zulässt.

Welche Gründe nennt die Arbeit für den Verfall des evangelisierenden Theaters?

Neben dem Widerstand von Kolonialisten und anderen kirchlichen Orden gegen den kulturellen Aufstieg der Nahuas nennt die Arbeit vor allem demographische Katastrophen durch Epidemien und einen allgemeinen kulturellen Pessimismus als Hauptfaktoren.

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Details

Title
Theater und Katechese in Mexiko
College
LMU Munich  (Institut für Romanische Philologie)
Course
Amerikanische Katechese: Bild und Text
Grade
2
Author
Stephanie Helmer (Author)
Publication Year
2004
Pages
29
Catalog Number
V41169
ISBN (eBook)
9783638394918
Language
German
Tags
Theater Katechese Mexiko Amerikanische Katechese Bild Text
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Stephanie Helmer (Author), 2004, Theater und Katechese in Mexiko, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/41169
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