Die Denkmalpflege um 1900 am Beispiel des Ottheinrichbaus des Heidelberger Schlosses


Seminararbeit, 2005
10 Seiten, Note: 1,3

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1.0 Denkmalpflege um 1900

2.0 Der Ottheinrichsbau des Heidelberger Schlosses

Resümee

Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Einleitung

Der Umschwung in der Denkmalpflege um 1900 und der Ottheinrichsbau des Heidelberger Schlosses sind eng miteinander Verbunden, denn hier wurde die Frage nach Restaurierung oder Konservierung viele Jahre diskutiert. Nachdem der Friedrichsbau von Carl Schäfer 1897-1903 restauriert worden war, erhoben sich vermehrt Stimmen gegen einen Wiederherstellung der Ottheinrichbaus. Es wurde zunehmend anerkannt, dass die originale Bausubstanz das Besondere des Baus ausmachte, welche es zu schützen galt und nicht, hinter dem Vorwand des Gebäudeschutzes, das Ziel verfolgt werden solle, das Gebäude in seiner “alten Pracht“ wieder auferstehen zu lassen. Ausschlaggebend in dieser Diskussion war Veröffentlichungen von Georg Dehio „Was wird aus dem Heidelberger Schloß werden?“[1], in dem er den Standpunkt Vertritt, dass auch die Ruine erhaltenwert sei und nicht zum „bequemeren Genuß“ das Alte verändert werden solle.

1.0 Denkmalpflege um 1900

Um 1900 fand ein wesentlicher Wandel in der Denkmalpflege statt. In der Mitte des 19. Jahrhunderts war Viollet le Duc noch der Auffassung, ein Denkmal solle in seinem glanzvollen alten Zustand, durch genaue Studien wieder aufgebaut werden[2], doch damit stieß er bald auf regen Widerstand. In England veröffentlichte z.B. John Ruskin seine „Seven Lamps of Architecture“, worin er sich strikt gegen die Restaurierungsmaßnahmen im Sinne le Ducs stellte und sich für eine Instandhaltung des Bauwerkes aussprach. Nach seiner Auffassung gehörten die Spuren der Zeit zu einem Bauwerk dazu, da sie die Zeugen des Alters seien. Durch die Restaurierung des Gebäudes würden diese getilgt werden und dadurch da Bauwerk nicht gerettet, sondern zerstört.[3] Die Auffassung der Denkmalpflege wandelte sich also vom Restaurieren und Rekonstruieren zum Konservieren. Der wichtigste deutsche Vertreter konservierender Maßnahmen war Georg Dehio. Unterstützt wurde er von seinen Kollegen Alois Riegel, Cornelius Gurlitt, Paul Clemen und Adolf von Oechelhäuser. Die gegnerische Seite übernahmen Leute wie Paul Tornow, Otto Stiehl, Ludwig Dihm und Carl Weber.[4] Im Bezug auf das Heidelberger Schloss sollte Carl Schäfer Dehio ärgster Kontrahent werden.

Durch das steigende Interesse an der Denkmalpflege gründeten sich um 1900 in Deutschland Vereine, wie die aus dem „Gesamtverein der deutschen Geschichts- und Altertumsvereine“ hervorgehende „Commission für Denkmalpflege“. Diese brachten 1899 zum ersten Mal ihre Zeitschrift „Die Denkmalpflege“ heraus und am 24. und 25. September 1900 fand der erste „Tag für Denkmalpflege“ in Dresden statt.[5] Dort wurde, ab dieser Zeit, der Umgang mit Denkmalen diskutiert.

2.0 Der Ottheinrichsbau des Heidelberger Schlosses

Der Ottheinrichsbau wurde 1556-1559 unter Kurfürst Ottheinrich errichtet. Er selbst war in Kunst und Architektur sehr interessiert. Nachdem seine Eltern in kürzester Zeit hintereinander verstorben waren, wurde der gerade zweijährige Ottheinrich und dessen Bruder vom Onkel, dem pfälzischen Kurfürsten Friedrich II. adoptiert, den Ottheinrich auf seinen Reisen begleitete.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

[...]


[1] Dehio, Georg: Was wird aus dem Heidelberger Schloß werden? In: Georg Dehio: Kunstgeschichtliche Aufsätze. München/Berlin 1914.

[2] Huse, Norbert: Denkmalpflege, Deutsche Texte aus drei Jahrhunderten. München 1984, S.86-88

[3] Ruskin, John: The Seven Lamps of Architecture. London 1849.

[4] Hanselmann, Jan Friedrich: Die Denkmalpflege in Deutschland um 1900, Zum Wandel der Erhaltungspraxis und ihrer methodischen Konzeption. Europäische Hochschulschriften, Reihe XXVIII Kunstgeschichte, Bd. 280. Frankfurt am Main 1996.

[5] Huse 1984, S. 93.

Ende der Leseprobe aus 10 Seiten

Details

Titel
Die Denkmalpflege um 1900 am Beispiel des Ottheinrichbaus des Heidelberger Schlosses
Hochschule
Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen  (Bauhistorisches Institut)
Veranstaltung
Theorie der Denkmalpflege
Note
1,3
Autor
Jahr
2005
Seiten
10
Katalognummer
V41179
ISBN (eBook)
9783638394963
Dateigröße
728 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Denkmalpflege, Beispiel, Ottheinrichbaus, Heidelberger, Schlosses, Theorie
Arbeit zitieren
Patricia Weckauf (Autor), 2005, Die Denkmalpflege um 1900 am Beispiel des Ottheinrichbaus des Heidelberger Schlosses, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/41179

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