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Die Denkmalpflege um 1900 am Beispiel des Ottheinrichbaus des Heidelberger Schlosses

Title: Die Denkmalpflege um 1900 am Beispiel des Ottheinrichbaus des Heidelberger Schlosses

Seminar Paper , 2005 , 10 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Patricia Weckauf (Author)

Art - Architecture / History of Construction
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Der Umschwung in der Denkmalpflege um 1900 und der Ottheinrichsbau des Heidelberger Schlosses sind eng miteinander Verbunden, denn hier wurde die Frage nach Restaurierung oder Konservierung viele Jahre diskutiert. Nachdem der Friedrichsbau von Carl Schäfer 1897-1903 restauriert worden war, erhoben sich vermehrt Stimmen gegen einen Wiederherstellung der Ottheinrichbaus. Es wurde zunehmend anerkannt, dass die originale Bausubstanz das Besondere des Baus ausmachte, welche es zu schützen galt und nicht, hinter dem Vorwand des Gebäudeschutzes, das Ziel verfolgt werden solle, das Gebäude in seiner “alten Pracht“ wieder auferstehen zu lassen. Ausschlaggebend in dieser Diskussion war Veröffentlichungen von Georg Dehio „Was wird aus dem Heidelberger Schloß werden?“, in dem er den Standpunkt Vertritt, dass auch die Ruine erhaltenwert sei und nicht zum „bequemeren Genuß“ das Alte verändert werden solle.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1.0 Denkmalpflege um 1900

2.0 Der Ottheinrichsbau des Heidelberger Schlosses

Resümee

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den historischen Wandel der Denkmalpflege um die Jahrhundertwende zum 20. Jahrhundert und analysiert diesen am konkreten Beispiel des Ottheinrichsbaus am Heidelberger Schloss, um die grundlegende Debatte zwischen Restaurierung, Rekonstruktion und Konservierung aufzuzeigen.

  • Entwicklung der Denkmalpflege-Theorie von 1850 bis 1900
  • Die Kontroverse um den Erhalt des Heidelberger Schlosses
  • Biografische und politische Hintergründe von Kurfürst Ottheinrich
  • Methodik der Erhaltungspraxis anhand des 8-Punkte-Programms
  • Vergleich zwischen historischer Restaurierungspraxis und heutigem Denkmalverständnis

Auszug aus dem Buch

1.0 Denkmalpflege um 1900

Um 1900 fand ein wesentlicher Wandel in der Denkmalpflege statt. In der Mitte des 19. Jahrhunderts war Viollet le Duc noch der Auffassung, ein Denkmal solle in seinem glanzvollen alten Zustand, durch genaue Studien wieder aufgebaut werden, doch damit stieß er bald auf regen Widerstand. In England veröffentlichte z.B. John Ruskin seine „Seven Lamps of Architecture“, worin er sich strikt gegen die Restaurierungsmaßnahmen im Sinne le Ducs stellte und sich für eine Instandhaltung des Bauwerkes aussprach. Nach seiner Auffassung gehörten die Spuren der Zeit zu einem Bauwerk dazu, da sie die Zeugen des Alters seien. Durch die Restaurierung des Gebäudes würden diese getilgt werden und dadurch da Bauwerk nicht gerettet, sondern zerstört.

Die Auffassung der Denkmalpflege wandelte sich also vom Restaurieren und Rekonstruieren zum Konservieren. Der wichtigste deutsche Vertreter konservierender Maßnahmen war Georg Dehio. Unterstützt wurde er von seinen Kollegen Alois Riegel, Cornelius Gurlitt, Paul Clemen und Adolf von Oechelhäuser. Die gegnerische Seite übernahmen Leute wie Paul Tornow, Otto Stiehl, Ludwig Dihm und Carl Weber. Im Bezug auf das Heidelberger Schloss sollte Carl Schäfer Dehio ärgster Kontrahent werden.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Es wird die zentrale Problemstellung der Denkmalpflege um 1900 eingeführt, bei der die Entscheidung zwischen Restaurierung und Konservierung am Beispiel des Heidelberger Schlosses thematisiert wird.

1.0 Denkmalpflege um 1900: Dieses Kapitel erläutert den theoretischen Wandel in der Denkmalpflege weg von der Rekonstruktion hin zur Bewahrung der originalen Substanz, geprägt durch Denker wie John Ruskin und Georg Dehio.

2.0 Der Ottheinrichsbau des Heidelberger Schlosses: Der Abschnitt widmet sich der Baugeschichte des Ottheinrichsbaus sowie den konkreten Auseinandersetzungen um dessen baulichen Erhalt und Restaurierung an der Wende zum 20. Jahrhundert.

Resümee: Die Arbeit schließt mit einer Reflexion über die bis heute fortbestehende Problematik, dass Rekonstruktionen das Original nicht ersetzen können und der Kampf um den richtigen Umgang mit Denkmalen anhält.

Schlüsselwörter

Denkmalpflege, Ottheinrichsbau, Heidelberger Schloss, Georg Dehio, Konservierung, Restaurierung, Rekonstruktion, 19. Jahrhundert, 20. Jahrhundert, Bausubstanz, Baugeschichte, Kurfürst Ottheinrich, Bauwerk, Ruinenerhaltung, Kulturgut.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit behandelt den historischen Richtungsstreit in der Denkmalpflege um 1900 zwischen der radikalen Wiederherstellung von Bauwerken und ihrer konservierenden Erhaltung als Ruine.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die Schwerpunkte liegen auf der Entwicklung der konservatorischen Theorie, der Baugeschichte des Ottheinrichsbaus und der historischen Debatte um das Heidelberger Schloss.

Was ist das primäre Ziel dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie sich durch den Einfluss theoretischer Konzepte die Behandlung historischer Bausubstanz veränderte und warum die Frage des "richtigen" Umgangs ein bis heute aktuelles Problem darstellt.

Welche wissenschaftliche Methode liegt der Arbeit zugrunde?

Es handelt sich um eine historische Fallstudie, die primäre und sekundäre Literatur aus dem Bereich der Kunstgeschichte und Denkmalpflege analysiert.

Welche Aspekte stehen im Hauptteil im Fokus?

Der Hauptteil analysiert die theoretischen Positionen um 1900 (Ruskin vs. le Duc) und verknüpft diese mit den konkreten Entscheidungsfindungen zum Ottheinrichsbau und dem Einfluss der Denkmalpflege-Vereine.

Was zeichnet die Forschungsfrage besonders aus?

Die Arbeit verknüpft eine spezifische Baugeschichte mit der übergeordneten philosophischen Frage nach dem Wert des Originals gegenüber der Kopie.

Wer war die treibende Kraft hinter dem konservierenden Ansatz in Deutschland?

Georg Dehio war der maßgebliche Vordenker der konservierenden Maßnahmen, der durch einflussreiche Kollegen unterstützt wurde, während er gleichzeitig auf Widerstand durch Vertreter der Wiederherstellungspraxis stieß.

Warum wird der Ottheinrichsbau als Fallbeispiel gewählt?

Der Bau dient als prominentes Beispiel für die Spannungen zwischen dem Wunsch nach der Wiederherstellung in „alter Pracht“ und der wissenschaftlichen Notwendigkeit, originale historische Spuren zu bewahren.

Welche Rolle spielte das "8-Punkte-Programm" in der Denkmalpflege?

Das 8-Punkte-Programm stellte einen entscheidenden Kompromiss dar, der die Rekonstruktion ablehnte und stattdessen den Fokus auf die Substanzerhaltung, Sicherung und den Schutz der Ruine legte.

Welcher Bezug wird zum aktuellen Diskurs hergestellt?

Die Arbeit zieht eine Verbindung zur heutigen Berliner Schlossplatzdebatte, um zu illustrieren, dass die Diskussion um den Wert von Originalsubstanz gegenüber rekonstruierten Fassaden nach wie vor ungelöst ist.

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Details

Title
Die Denkmalpflege um 1900 am Beispiel des Ottheinrichbaus des Heidelberger Schlosses
College
RWTH Aachen University  (Bauhistorisches Institut)
Course
Theorie der Denkmalpflege
Grade
1,3
Author
Patricia Weckauf (Author)
Publication Year
2005
Pages
10
Catalog Number
V41179
ISBN (eBook)
9783638394963
Language
German
Tags
Denkmalpflege Beispiel Ottheinrichbaus Heidelberger Schlosses Theorie Denkmalpflege
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Patricia Weckauf (Author), 2005, Die Denkmalpflege um 1900 am Beispiel des Ottheinrichbaus des Heidelberger Schlosses, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/41179
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