Ziel dieser Arbeit ist es darzulegen, welche Vorteile sich für die Gesellschaft, der ländlichen Struktur und vor allem den Menschen ergeben, wenn eine sozialpädagogische Wohngruppe für junge Menschen in einen landwirtschaftlichen Betrieb inkludiert ist. Durch die Inklusion einer sozialpädagogischen Wohngruppe in einen landwirtschaftlichen Betrieb kann durch ein Zusatzeinkommen für die Landwirtschaft zur Erhaltung der kleinbäuerliche Struktur bzw. deren Förderung beigetragen werden.
In der Arbeit wird ein mittelständiger Hof beschrieben und welche Bereiche der sozialen Arbeit neben einer „normalen“ Wohngruppe möglich sind. Am Hof gibt es die Tiere, mit denen tiergestützt gearbeitet werden kann und die den KlientInnen jederzeit zum Streicheln zur Verfügung stehen. Neben dem Lebensraum Natur fallen auch viele Arbeiten an, die in der Natur zu erledigen sind, welche wiederum im engen Zusammenhang mit den Tieren stehen. Neben den landwirtschaftlichen Tätigkeiten gibt es auch noch eine Holz- und Metallwerkstatt sowie die Verarbeitungsbereiche, in denen Produkte weiterverarbeitet und veredelt werden. In der Landwirtschaft und den Arbeitsbereichen können Kinder schon im frühen Alter ihren eigenen Interessen nachgehen und bei kleinen Tätigkeiten mithelfen.
Für Jugendliche, die Probleme am Arbeitsmarkt haben, bieten die Werkstätten einen geschützten Raum zum Arbeitstraining, sowie die Möglichkeit einer Lehre. Am und um den Hof finden auch erlebnispädagogische und freizeitpädagogische Aktivitäten statt, die sowohl von externen Menschen als auch von den BewohnerInnen der Wohngruppe genützt werden können.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Begriffserklärung
3 Der Hof im Überblick
3.1 Der land- und forstwirtschaftliche Betrieb
3.2 Die Wohngruppe
3.2.1 Die Wohnformen - der Wohnraum
3.2.2 Die Wohngruppe als Ort der Begegnung
3.3 Die Menschen am Hof
3.3.1 Das Team der Wohngruppe
3.3.2 Die Zielgruppe
4 Betreuungsmodus, Arbeitsweisen und Angebote
4.1 Empowerment
4.2 Bindungs und Fürsorgeverhalten
4.2.1 Bindung
4.2.2 Fürsorgeverhalten
4.3 Bezugsbetreuung
4.4 Die Ziel- und Hilfeplanung
4.5 Tiergestützte Aktivität
4.5.1 Tiergestützte Arbeit mit Kindern und Jugendlichen
4.5.2 Tiergestützte Arbeit mit Erwachsenen
4.5.3 Tiergestützte Arbeit mit Familien
4.6 Elternarbeit
4.7 Berufsorientierung, fähigkeitsorientierte Aktivität und Tagesstruktur
4.7.1 Fähigkeitsorientierte Aktivität
4.7.2 Arbeitsbereich Landwirtschaft (Fürsorgebauernhof)
4.8 Erlebnispädagogik
5 Fallbeschreibung und Dokumentation von tiergestützten Einheiten
6 Resümee und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht das Potenzial und die Vorteile der Inklusion einer sozialpädagogischen Wohngruppe in einen landwirtschaftlichen Betrieb, um Kindern und Jugendlichen eine naturnahe Lebensführung sowie einen adäquaten Entwicklungsraum zu bieten.
- Integration sozialpädagogischer Angebote in landwirtschaftliche Betriebe.
- Konzeptualisierung eines Fürsorgebauernhofs als Lebens- und Arbeitsraum.
- Einsatz tiergestützter Pädagogik zur Förderung der Klientinnen.
- Strukturen der Hilfeplanung und Elternarbeit in diesem Setting.
Auszug aus dem Buch
3.1 Der land- und forstwirtschaftliche Betrieb
Die Landwirtschaft wird biologisch nach ÖPUL (Förderprogramm der EU für biologische Landwirtschaft) geführt. Die Flächen teilen sich in 18 ha Wiese, 17 ha Acker und 4,5 ha Wald auf. Bei den Wiesenflächen wird darauf geachtet, dass trotz Bewirtschaftung eine bestmögliche Erhaltung der Artenvielfalt gesichert wird. Auf den Äckern wird durch die schonende Bodenbearbeitung, einem ganzjährigen Bewuchs und der optimalen Fruchtfolge für die Erhaltung eines gesunden Bodens gesorgt.
Im Wald werden für die Lage und Umgebung typische Bäume bevorzugt, wodurch sich ein gesunder und stabiler Mischwald entwickeln kann. Um eine gesunde und abwechslungsreiche Ernährung zu ermöglichen, soll auch ein Fischteich in natürlicher Form und mit natürlichen Materialien angelegt werden, um auch hier möglichst autark zu sein.
Sämtliche Arbeiten, welche einen Maschineneinsatz erfordern, werden von landwirtschaftlichem Fachpersonal unter teilweiser Mithilfe von Hilfskräften erledigt. Arbeiten, die händisch anfallen, werden wie in Kapitel 4.6 Berufsorientierung, fähigkeitsorientierte Aktivität und Tagesstruktur umfangreicher beschrieben, im Zuge der fähigkeitsorientierten Aktivität mit den KlientInnen gemeinsam erledigt. Ausgenommen sind jene, die eine Lehre als landwirtschaftlicher Facharbeiter machen. Diese dürfen nach Vorgabe im Lehrplan auch Maschinen und Geräte bedienen. Ein wichtiger Aspekt ist die Arbeit mit den Tieren und die Tiere, wie in Kapitel 5 Fallbeschreibung mittels eines Ablaufes einer tiergestützten Einheit kurz umrissen wird.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Vorstellung des Themenbereichs der tiergestützten Pädagogik am Bauernhof und Formulierung der zentralen Forschungsfrage bezüglich der Integration von Wohngruppen in landwirtschaftliche Betriebe.
2 Begriffserklärung: Definition zentraler Fachbegriffe wie Empowerment, Inklusion, Integration und tiergestützte Therapie, wie sie im Kontext der Arbeit verstanden werden.
3 Der Hof im Überblick: Beschreibung der baulichen und strukturellen Gegebenheiten des Bauernhofs sowie des Teams und der Zielgruppen der Wohngruppe.
4 Betreuungsmodus, Arbeitsweisen und Angebote: Darstellung der pädagogischen Methoden, der Bedeutung von Bindung und der verschiedenen Angebote wie tiergestützte Aktivitäten und Berufsorientierung.
5 Fallbeschreibung und Dokumentation von tiergestützten Einheiten: Praktische Veranschaulichung der tiergestützten Intervention anhand einer Fallstudie über 10 Wochen mit einem betroffenen Jugendlichen.
6 Resümee und Ausblick: Kritische Reflexion der Herausforderungen bei der Betriebsansiedlung einer Wohngruppe und zukünftige Perspektiven für die Vernetzung von Landwirtschaft und Sozialpädagogik.
Schlüsselwörter
Sozialpädagogik, Wohngruppe, Landwirtschaft, Tiergestützte Pädagogik, Inklusion, Empowerment, Bindungsverhalten, Berufsorientierung, Erlebnispädagogik, Kinder- und Jugendhilfe, Fallbeschreibung, Fürsorgebauernhof, Naturnähe, Lebensraum, Entwicklung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Integration einer sozialpädagogischen Wohngruppe in einen biologisch geführten landwirtschaftlichen Betrieb.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Felder sind die Verbindung von sozialer Arbeit und Landwirtschaft, der Einsatz von Tieren als Co-Pädagogen sowie die Gestaltung eines naturnahen Lebensraums für junge Menschen.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es aufzuzeigen, wie eine Wohngruppe erfolgreich in einen landwirtschaftlichen Betrieb integriert werden kann, um Kindern und Jugendlichen Entwicklungsmöglichkeiten zu bieten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine Kombination aus Literaturanalyse zu pädagogischen Fachbegriffen und einer praxisnahen Fallstudie zur Dokumentation tiergestützter Einheiten verwendet.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil beleuchtet die betrieblichen Strukturen, die pädagogischen Arbeitsweisen, das Empowerment-Konzept und die spezifischen Angebote wie tiergestützte Aktivität und Arbeitserprobung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Typische Schlüsselbegriffe sind Sozialpädagogik, Inklusion, Tiergestützte Pädagogik, Wohngruppe und Landwirtschaft.
Warum spielt die Bindungstheorie bei der tiergestützten Arbeit am Hof eine Rolle?
Die Bindung zum Tier kann als Brücke dienen, um Vertrauen zu Bezugspersonen aufzubauen, besonders bei jungen Menschen, die in ihrem Herkunftssystem negative Beziehungserfahrungen gemacht haben.
Welche Herausforderungen werden im Ausblick für die Betriebsführung genannt?
Eine zentrale Herausforderung ist die fachliche Qualifikation der Landwirte im sozialpädagogischen Bereich sowie die strengen regulatorischen Anforderungen der Kinder- und Jugendhilfe.
- Citar trabajo
- Christian Haas (Autor), 2017, Leben und Lernen am Bauernhof. Einbindung einer sozialpädagogischen Wohngruppe für Kinder und Jugendliche in einen biologisch geführten landwirtschaftlichen Betrieb, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/411864