Unterstützung der Elternarbeit durch tiergestützte Intervention in der stationären Unterbringung


Hausarbeit, 2014
18 Seiten, Note: 3,0

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Vorwort

1. Einleitung

2. Die Wohngruppe als Ort der Begegnung

3. Erschwernisse für die Elternarbeit in Heimen und Wohngruppen

4. Tiergestützte Pädagogik/Therapie
4.1. Tiergestüte Interventionen
4.2.tiergestützte Interventionen bei Kindern und Jugendlichen
4.3.tiergestützte Interventionen bei Erwachsenen
4.4.tiergestützte Intervention in Familien

5. Bindungs- und Fürsorgeverhalten
5.1.Bindung
5.2.Fürsorgeverhalten

6. Beispiel einer tiergestützten Intervention mit Familien anhand von Eseln

7. Resümee

Vorwort

Seit meiner Arbeit aQ einer Therapiestation für suchtmittelkranke (UZDFKVHne, welche auf einem biologisch bewirtschaftetem Bauernhof betriebenwird, und mir die Wirkung der Tiere auf die Menschen erst so richtig bewusst wurde,beschäftige ich mich mit dem Thema Tier und Mensch. Während meiner Ausbildungzur Tiergestützten Intervention mit landwirtschaftlichen Nutztieren über das ÖKL(österreichisches Kuratorium für Landtechnik), wurde mir das Spektrum derMöglichkeiten für den Einsatz von Tieren im pädagogischen und auchtherapeutischen Kontext eröffnet. Während meiner Forschungen musste ichfeststellen, dass mit vielen verschiedenen Klientel gearbeitet wird, jedoch nicht mitfremd untergebrachten Kindern und Jugendlichen und deren Eltern bzw.Erziehungsberechtigten gemeinsam. Mein Anliegen in dieser Arbeit ist es dieBehörden, die Leitungen der diversen Einrichtungen auf die Möglichkeiten der TGImit landwirtschaftlichen Nutztieren zu sensibilisieren, und Aufmerksam zu machen.In dieser Arbeit nehme ich eine WG die in einen Bauernhof Integriert ist, ein Konzeptdazu habe ich als Abschlussarbeit für die Ausbildung für „Tiergestützte Pädagogikund Therapie am Bauernhof“, bereits erarbeitet. Die Vorteile sehe ich darin, dasgenügend leer stehende Bauernhäuser vorhanden sind, die während eines Projektesmit Jugendlichen wieder in Ordnung gebracht werden können, und im späteremKindern und Jugendlichen die Möglichkeit bietet in einer sicheren Umgebungaufzuwachsen. Weiters sehe ich in der Revitalisierung solcher Höfe die Möglichkeitzur Pflege des ländlichen Landschaftsbildes.

1. Einleitung

In der Praxis finden tiergestützte Interventionen wie im Buch Tiere als Therapie vonGreifenhagen und Buck-Werner (2012) beschrieben, bereits in vielen Bereichen ihreAnwendung, ob es im Bereich der Behindertenarbeit, der Altenarbeit oder mitKindern und Jugendlichen, im stationären Kontext, so wie ambulant statt. DasAugenmerk in dieser Arbeit ist auf die Arbeit mit Kindern und Jugendliche so wiederen Eltern gerichtet.

Welche Möglichkeiten bestehen, die Elternarbeit in die tiergestützte Pädagogik mitKindern und Jugendlichen zu integrieren. Das Anliegen des Autors in dieser Arbeitbesteht darin, Verknüpfungen mit tiergestützter Interventionen, und Elternarbeit zuschaffen.

Wie kann man durch Integration der tiergestützte Interventionen mit den Herkunftssystemen der Kinder und Jugendlichen arbeiten.

Die Wirkung von Tieren auf Menschen ist bereits gut erforscht. Olbrich, Otterstedt(2003). Leider bezieht sich die Literatur nur meist auf einzelne betroffene Gruppen,wie z.B. auf Kinder und Jugendliche im einzelnen, aber nicht auf dasHerkunftssystem, obwohl sich gerade vom Tierreich gute Verknüpfungen zumsozialen Lernen übertragen lassen. Greifenhagen Buck-Werner (2012). In denmeisten Unterlagen zu tiergestützter Intervention, wird wenn über Tiere gesprochenwird, ein intensiverer Bezug zu Haustieren wie Hund, Katze und Pferd hergestellt,obwohl es viel mehr Tierarten gibt mit denen tiergestützt gearbeitet werden kann.

Generell sind alle Tiere geeignet, die interessant sind zur Beobachtung, die am Menschen interessiert sind und auf den Menschen zugehen, die gut handhabbar sind und die Grenzen

aufzeigen, jedoch nicht gef ä hrlich werden können. Gute Erfahrungenwurden u.a. mit Ziegen, Schweinen, Gefl ü gel, Schafen, Rindern,Kaninchen, Pferden und Eseln gemacht. (Simantke & Stephan,2003, S.300

In der tiergestützten Pädagogik am Bauernhof besteht somit eine Vielzahl vonunterschiedlichen Tieren zur Auswahl, das bedeutet, man ist flexibler und nicht an einTier gebunden. Manche Menschen haben Angst vor z.B Hunden, Pferden ´weil in derVergangenheit eine schlechte Erfahrung mit gerade diesem Tier gemacht wurde, wasbedeuten würde, dass man zuerst an der Angst gegenüber dem Tier arbeiten mussbevor man mit den eigentlichen pädagogischen Einheiten beginnen kann. AmBauernhof kann sich der Mensch das Tier aussuchen mit dem er gerne arbeitenmöchte. Das ganze passiert auf Freiwilligkeit, womit schon der erste Schritt für einegute Zusammenarbeit getan ist, wobei zu bemerken ist, da sich meist das Tier denMenschen aussucht. In der tiergestützten Arbeit ist das wichtigste die Reflexion undder Transfer nach der eigentlichen Arbeit mit dem Tier, denn jetzt beginnt dieeigentliche pädagogische Arbeit, die nur möglich ist wenn ausreichend gutausgebildete Pädagogen und Pädagoginnen zur Verfügung stehen.

Welche Möglichkeiten bieten tiergestützte Interventionen für eine positive Zusammenarbeit mit den Eltern von fremd untergebrachten Kindern und Jugendlichen?

Auf Grund der obigen Fragestellung werden folgende Hypothesen gebildet.

D Aufgrund der Möglichkeit, dass auch Eltern Kontakt zu den Tieren aufnehmen,ist ein qualitativerer Beziehungsaufbau zu den Betreuern möglich.D Durch das gemeinsame Tun mit den Tieren von den Zielgruppen und denBetreuerInnen, erhöht sich die Qualität des Beziehungsaufbaues.

D Negative Bindungs- und Führsorgeverhalten mittels TGI (tiergestützter

Intervention) positiv beeinflussen

Im zweiten Kapitel wird die Wohngruppe beschrieben, in der die Kinder und Jugendlichen fremd untergebracht sind.

2. Die Wohngruppe als Ort der Begegnung

Die WG ist in einen landwirtschaftlichen Betrieb integriert, somit gehören die Tiere zum Alltag der Kinder, der Betreuer, der Besucher, und der Eltern, die die Kinder in der WG besuchen. Die Eltern erleben nicht nur den Kontakt zu den SozialpädagogenInnen, sondern auch zu anderen Mitarbeitern am Hof, wie zb. den landwirtschaftlichen Fachkräften, den TiertrainerInnen und TierpflegerInnen. Natürlich gibt es auf dem Hof die Möglichkeit dass die Eltern über längere Zeit am Hof mit(er)leben und mithelfen können.

Der Hof wie er den Vorstellungen des Autors entspricht, ist ein Vierkanthof mit einemgroßen Innenhof und dem Grund rund um das Gebäude, so das die Kinder jederzeitZugang auf die Weideflächen, und somit zu den Tieren haben. Das Wohngebäudesoll so gestaltet sein, das neun Kinder und Jugendliche ein geräumigesEinzelzimmer haben, eine große Gemeinschaftsküche in der das Esszimmerintegriert ist, so wie ein großes Wohnzimmer das Platz zum Spielen und Fernsehenbietet. Weiters sollen drei kleine Wohnungen geschaffen werden, in der dieJugendlichen ihre Selbstständigkeit testen können, und trotzdem immer dieMöglichkeiten haben Hilfe in Anspruch zu nehmen, so wie als„Übergangswohnungen“ für Eltern die Ihre Kinder über einen längeren Zeitraum besuchen kommen.

Im nächsten Kapitel wird näher darauf eingegangen welche Schwierigkeiten sich in der Elternarbeit bei fremd-untergebrachten Kindern ergeben.

3. Erschwernisse für die Elternarbeit in Heimen und Wohngruppen

„ F ü r die meisten Eltern d ü rfte der Tatbestand, dass ihr Kind nun in einem Heim oder einer Wohngruppe lebt, eine ernsthafte psychische Belastung darstellen. “ (G ü nder, 2007, S.82)

Durch die Tatsache der Kindesabnahme, können sich manche Eltern zwar entlastetfühlen, da diverse Probleme und Streitigkeiten in der Erziehung wegfallen. Jedoch istzu bemerken, dass es sich hierbei um eine Trennung handelt, und diese bei denEltern so wie bei den Kindern und Jugendlichen ein Trennungsschmerz undTrauerreaktionen auftauchen können. Weiters kann ein Gefühl von Schuld oderScham vorhanden sein, somit fällt es auch nicht leicht dem Sozialem Umfeldeinzugestehen, das Kinder im Heim untergebracht sind, da dies mit Versagen undoder Unfähigkeit in der Erziehung der Kinder bestätigt werden könnte. Auch wennder Trennungsschmerz von Außenstehenden nicht bemerkt wird könneninnerpsychischen Konfliktabwehrstrategien vorliegen und somit die psychischeGesundheit der Eltern gefährdet sein. Durch diese Belastung ist oft eineZusammenarbeit mit den Eltern erschwert, und Bedarf viel Verständnis für dieSituation der Eltern auf Seiten der SozialarbeiterInnen und SozialpädagogenInnen.

Die Beteiligung der Eltern fremduntergebrachter Kinder im Hilfeplanverfahren umfasst ein breites Spektrum von Handlungsformen und Handlungsblockaden. Sie entfalten sich vor dem Hintergrund der Lebensgeschichte von Personen und stehen imZusammenhang mit der Fall- und Hilfeentwicklung; sie konkretisierensich im Interaktionsprozess zwischen den Betroffenen und denhelfenden Instanzen. Aus der Sicht der Eltern bekommt „ Beteiligung “ , wie oben skizziert, sehr unterschiedlicheBedeutungszuschreibungen. Entscheidend ist aus der Sicht derEltern, dass sie in den ersten Kontakten zu den Fachkr ä ften Vertrauen entwickeln. Das ist prek ä r, denn die Fremdunterbringung ist aus Sicht vieler Eltern keine Hilfe, sondern dissensuelle Intervention. (Glinka & Schefold, 2007, S. 154)

Da für viele Eltern die Kindesabnahme eine „Unsinnige“ Intervention darstellt, fälltvielen Eltern dadurch auch der Beziehungsaufbau zu den SozialpädagogenInnenmeist schwer, da das Verständnis für die „Hilfe“ fehlt und die Eltern das Heim alsKonkurrenz sieht. Um dem entgegen zu wirken sind positive Erstkontakte notwendig,die mittels tiergestütztem Kontakt bei den Besuchen in der WG positiver gestaltetwerden können.

In folgendem Kapitel werden die Vorteile von tiergestützter Interventionen genauererläutert.

4. Tiergestützte Pädagogik/Therapie

Der Dachverband für tiergestützte Therapie ESAAT- (European Society for Animal Assisted Therapy) (2012) definiert tiergestützte Therapie wie folgt.

[...]

Ende der Leseprobe aus 18 Seiten

Details

Titel
Unterstützung der Elternarbeit durch tiergestützte Intervention in der stationären Unterbringung
Note
3,0
Autor
Jahr
2014
Seiten
18
Katalognummer
V411865
ISBN (eBook)
9783668631861
ISBN (Buch)
9783668631878
Dateigröße
458 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
tiergestützt, pädagogik
Arbeit zitieren
Christian Haas (Autor), 2014, Unterstützung der Elternarbeit durch tiergestützte Intervention in der stationären Unterbringung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/411865

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