Entwicklung eines Kurskonzepts für die Primärprävention im Handlungsfeld Bewegungsgewohnheiten


Hausarbeit, 2017

24 Seiten, Note: 0,8


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Grundlegende Informationen zur Präventionsmaßnahme
1.1 Bezeichnung des Kursangebotes
1.2 Handlungsfeld und Präventionsprinzip
1.3 Bedarf
1.4 Wirksamkeit
1.5 Zielgruppe
1.6 Ziele der Maßnahme

2 Inhaltlich-organisatorische Grobplanung des Kursprogramms

3 Inhaltlich-methodische Detailplanung des Kursprogramms

4 Dokumentation und Evaluation des Kursprogramms

5 Literaturverzeichnis

6 Tabellenverzeichnis

Anhang

Anhang 1: Fragebogen zur Selbstwirksamkeitserwartung

1 Grundlegende Informationen zur Präventionsmaßnahme

1.1 Bezeichnung des Kursangebotes

Die Bezeichnung des Kursangebotes lautet: „Ein aktiver Rücken wird dich später entzücken!“.

Der Titel der Intervention fordert den Leser auf, seinen Rücken zu aktivieren. Dies bedeutet, dass eine sportliche Aktivität, die die Muskulatur des Rückens sowie des gesamten Körpers stärkt, angestrebt werden soll. Einen motivierenden Aspekt sollen die Worte „wird dich später entzücken“ hervorrufen. Die Primärprävention zielt auf Maßnahmen ab, die Krankheiten und ihre Entstehung verhindern oder verlangsamen sollen. Möglichen Risikofaktoren soll durch Verhaltensänderung frühzeitig entgegengewirkt werden, um die Zukunft des Individuums positiv zu beeinflussen. Die Worte „wird“ und „später“ verdeutlichen die Zukunft.

1.2 Handlungsfeld und Präventionsprinzip

Das Kursangebot bezieht sich auf das Handlungsfeld Bewegungsgewohnheiten. Die Kursinhalte werden entsprechend des Präventionsprinzips „Vorbeugung und Reduzierung spezieller gesundheitlicher Risiken durch geeignete verhaltens- und gesundheitsorientierte Bewegungsprogramme“ gestaltet.

1.3 Bedarf

Rückenschmerzen gehören zu den Erkrankungen des Muskel- und Skelett-Systems und zählen in der ambulanten Versorgung, gemeinsam mit Kniegelenksarthrose, zu den 30 häufigsten Einzeldiagnosen, folglich stellen Rückenschmerzen die häufigsten Beschwerden in der Bevölkerung dar (Robert Koch- Institut [RKI], 2015, S. 69). Bis zu 85 Prozent der Bevölkerung hatten mindestens einmal in ihrem Leben Rückenschmerzen (Schmidt et al., 2007). „Etwa 25% der Frauen und 17% der Männer in Deutschland leiden unter chronischen Rückenschmerzen“ (RKI, 2015, S. 68). Rückenschmerzen werden häufiger von Personen mit niedrigem Sozialstatus angegeben als von Personen mit mittlerem oder hohem Sozialstatus (Raspe, 2012, S.11; RKI, 2015, S. 70). Frauen leiden in allen Altersgruppen häufiger unter Rückenschmerzen als Männer, wobei Rückenschmerzen mit dem Alter zunehmen (RKI, 2015, S. 69).

Rückenschmerzen werden in zwei Kategorien eingeteilt. Man unterscheidet zwischen spezifischen, welche die Folge von Verletzungen, Entzündungen oder Erkrankungen sind, und unspezifischen Rückenschmerzen, bei denen oftmals eine Fehlbelastung mit nachfolgenden muskulären Verspannungen zugrunde liegt. „Lebensstilfaktoren wie Stress und Bewegungsmangel können die Schmerzen verstärken“ (RKI, 2015, S.69). Umweltbezogene sowie persönliche Faktoren beeinflussen die Entstehung und den Verlauf von Rückenschmerzen. Zu benennen sind Belastungen am Arbeitsplatz wie zum Beispiel das Tragen und Heben schwerer Gegenstände oder eine ungünstige Körperhaltung sowie langes Stehen, Arbeitsunzufriedenheit, Stress oder Angst als psychosoziale Faktoren, Depressionen sowie Übergewicht und mangelnde körperliche und sportliche Aktivität als Lebensstilfaktoren (RKI, 2015, S. 70; Raspe, 2012, S. 9). „Langjährige und sehr schwere körperliche Arbeit ist als Risikofaktor gesetzlich anerkannt“ (Raspe, 2012, S.10). Eine überwiegend sitzende Tätigkeit beinhaltet kein nennenswertes Risiko für Rückenschmerzen (Hartvigsen, Leboeuf-Yde, Lings & Corder, 2000).

Zu den Folgen von Rückenschmerzen zählt nicht nur eine eingeschränkte subjektive Gesundheit sonder auch „eine verminderte Leistungsfähigkeit in Alltag, Beruf und Freizeit. Dies führt bei Beschäftigten zu Arbeitsausfall und einer damit verbunden geringeren Arbeitsproduktivität“ (Raspe, 2012, S.15). „Muskel-Skelett-Erkrankungen (und hier insbesondere Rückenschmerzen) verursachen die meisten Arbeitsunfähigkeitstage und sind – nach psychischen Störungen – der zweithäufigste Grund für gesundheitlich bedingte Frühberentung“ (RKI, 2015, S. 140).

In Deutschland beliefen sich im Jahr 2008 die Krankheitskosten für Rückenleiden auf neun Milliarden Euro. Für unspezifische Rückenschmerzen betrugen die Kosten 3,6 Milliarden Euro (Raspe, 2012, S. 16).

1.4 Wirksamkeit

In der nachfolgenden Tabelle ist eine „Expertise zur Prävention von Rückenschmerzen durch bewegungsbezogene Interventionen“ im Auftrag der Bertelsmann Stiftung dargestellt.

Tab. 1: Nachweis über die Wirksamkeit der geplanten Intervention (eigene Darstellung, modifiziert nach Pfeifer, 2004)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1.5 Zielgruppe

In der nachfolgenden Tabelle wird die Zielgruppe für das geplante Kursprogramm beschrieben.

Tab. 2: Darstellung der Zielgruppe (eigene Darstellung)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1.6 Ziele der Maßnahme

In der nachfolgenden Tabelle werden für den Primärpräventionskurs drei übergeordnete Ziele nach Inhalt, Ausmaß und Zeit formuliert.

Tab. 3: Formulierung von übergeordneten Zielen (eigene Darstellung)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Begründung der Ziele

Das erste Ziel beinhaltet die Reduktion des Bewegungsmangels, um die physischen Gesundheitsressourcen der Teilnehmer zu stärken (GKV-Spitzenverband, 2014, S.50). Dabei sollen pro Woche mindestens 150 Minuten Sport mit moderater Intensität absolviert werden (Kempf, 2014, S.13), denn eine regelmäßige Bewegung hält gesund und „erhöht die Stabilität der Knochen, sorgt für aktive und kräftige Muskulatur und Beweglichkeit, hält fit, sorgt für psychisches Wohlbefinden und fördert die chemischen Prozesse zur Schmerzunterdrückung im Körper“ (Zägelein, 2013, S. 26).

Das zweite Ziel wurde gewählt, da Übergewicht als Risikofaktor für Rückenschmerzen gilt (RKI, 2015, S. 70). Dem zu Folge werden Teilnehmer mit Übergewicht zur Zielgruppe der geplanten Intervention rekrutiert, um dem dritten Kernziel des „Leitfaden Prävention – Gemeinsame und einheitliche Handlungsfelder und Kriterien des GKV-Spitzenverbandes zur Umsetzung von §§ 20 und 20a SGB V vom 21. Juni 2000 in der Fassung vom 10. Dezember 2014“, der Verminderung von Risikofaktoren, folge zu leisten (GKV-Spitzenverband, 2014, S.50).

Das dritte Ziel, die Stärkung der Selbstwirksamkeit, zielt auf das zweite Kernziel des Leitfadens ab, der Stärkung psychosozialer Gesundheitsressourcen (GKV-Spitzenverband, 2014, S.50). Die Selbstwirksamkeit hängt von den täglichen Leistungen, „von unseren Beobachtungen der Leistung anderer, von Überzeugungen, die wir von anderen übernommen oder selbst aufgebaut haben, und von der Beobachtung unserer emotionalen Zustände, während wir über eine Aufgabe nachdenken oder uns an eine Aufgabe heranwagen“ (Pieter, 2014, S. 137), ab. Durch die Selbstwirksamkeit wird die Auswahl der Situationen beeinflusst, in die sich das Individuum begibt (Pieter, 2014, S. 141). Ein Mensch ist erst dann in der Lage eine Handlung durchzuführen, wenn er das Gefühl hat, dass er das vorhandene Problem lösen kann. Demnach bestimmt die Selbstwirksamkeit über die Anstrengungsbereitschaft und die Ausdauer bei der Bewältigung von Aufgaben (Pieter, 2014, S. 141).

[...]

Ende der Leseprobe aus 24 Seiten

Details

Titel
Entwicklung eines Kurskonzepts für die Primärprävention im Handlungsfeld Bewegungsgewohnheiten
Hochschule
Deutsche Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement GmbH
Veranstaltung
Konzepte und Strategien der individuellen Gesundheitsförderung
Note
0,8
Autor
Jahr
2017
Seiten
24
Katalognummer
V412040
ISBN (eBook)
9783668633308
ISBN (Buch)
9783668633315
Dateigröße
625 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Konzept, Strategie, Gesundheitsförderung, individuell, individuelle Gesundheitsförderung, Prävention, Primärprävention, Kurskonzept, Präventionsmaßnahme, Handlungsfeld, Bewegung, Planung, Kursprogramm, Rückenschmerzen, Grobplanung, Detailplanung
Arbeit zitieren
Irina Wolinski (Autor), 2017, Entwicklung eines Kurskonzepts für die Primärprävention im Handlungsfeld Bewegungsgewohnheiten, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/412040

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