Ziel der Bachelorarbeit ist es herauszufinden, wie die innovative Brennstoffzellentechnologie in den hessischen Markt gebracht werden kann und welche Barrieren hierbei überwunden werden müssen.
Da bei einer Durchdringung in den Massenmarkt die Akzeptanz der Fahrzeuge eine wesentliche Rolle spielt, steht die Entwicklung eines Konzeptes zur explorativen Messung der Kundenzufriedenheit bei FCEV-Nutzern im Bundesland Hessen im Fokus. Durch eine anschließende Kundenbefragung kann das Fahrerlebnis der Nutzer ermittelt sowie die zu überwindenden Barrieren für eine breitere Nutzung abgeleitet werden.
Des weiteren werden Implikationen für die Markteinführung auf Basis eines Pre-Tests und dessen Analyse erstellt.
Abschließend werden daraus Handlungsempfehlungen und Maßnahmen abgeleitet und erläutert.
Mit dem wachsenden Energiehunger zu Lasten des Klimas, Mensch und der Natur, stehen wir aktuell vor einer der größten globalen Herausforderungen unserer Gesellschaft. Um gefährliche Folgen des Klimawandels abwenden zu können, haben sich die Mitgliedstaaten der UN-Klimarahmenkonvention (UNFCCC) die Reduzierung des CO2-Ausstoßes zum Ziel verschrieben.
Mit 26% trägt der Verkehr erheblich zu den Gesamtemissionen bei, anteilig mit 12% ist dabei der Pkw-Verkehr für etwa die Hälfte der Emissionen verantwortlich. Ebenso groß sehen folglich Klimaforscher und Verkehrspolitiker das Potenzial für CO2-Einsparungen in diesem Bereich. Ferner erachtet die Automobilindustrie die Elektromobilität als einen geeigneten wirtschaftlichen Anreiz und spätestens nach dem Abgas-Skandal auch als Chance, ihre Corporate Social Responsibility wahrzunehmen. Nach und nach ist in den letzten Jahren die Elektromobilität aus ihrem langen Nischendasein erwacht. Der Übergang von Verbrennungsmotoren hin zu elektrischen Antriebsformen genießt sowohl in der Politik und Wirtschaft als auch in der Wissenschaft inzwischen erhebliche Aufmerksamkeit.
Jedoch konnte trotz intensiver politischer Förderung, industrieller Anstrengungen und dem steigenden gesellschaftlichen Umwelt-Bewusstsein bislang noch keine nennenswerte Durchdringung der Automobilmärkte durch Elektro-Fahrzeuge erreicht werden.
Die Ursachen für dieses Phänomen und die Trägheit der Elektromobilität im Automobilmarkt sind letztlich nicht geklärt und fordern neben den rein technischen Fragestellungen neue Forschungsansätze und Maßnahmen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1. Inhalt und Ziel der Arbeit
1.2. Untersuchungsverlauf
2. Einführung in die Elektromobilität
2.1. Elektrische Antriebsarten
2.2. Brennstoffzellenfahrzeuge
2.3.Aktuelle Situation in Hessen
3. Treiber und Barrieren der Marktdurchdringung
3.1. Multi-Level Perspective Model
3.2. Technology Acceptance Model
4. Marktforschung: Messung der Kundenzufriedenheit
4.1. Marktforschungsstrategie – 7-Phasen-Modell
4.2. Net Promoter Score
5. Konzept zur Messung der Kundenzufriedenheit
5.1. Zielformulierung
5.2. Anforderungen
5.3. Studiendesign, Datenerhebungsart und -methode
5.4. Pretest
5.5. Ausarbeitung des Fragebogens
5.6. Auswertung der Tiefeninterviews
6. Implikationen für die Markteinführung
6.1. Leistungsprofil
6.2. Strategische Handlungsempfehlungen
6.3. Maßnahmen zur Umsetzung
7. Fazit – Chancen und Herausforderungen
8. Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das Potenzial der Brennstoffzellentechnologie für den hessischen Markt, mit dem primären Ziel, ein wissenschaftliches Konzept zur explorativen Messung der Kundenzufriedenheit bei FCEV-Nutzern zu entwickeln und daraus Handlungsempfehlungen für die Markteinführung abzuleiten.
- Analyse der Treiber und Barrieren für die Marktdurchdringung von Brennstoffzellenfahrzeugen.
- Anwendung von wissenschaftlichen Modellen zur Akzeptanzmessung (TAM2) und Markttransformation (Multi-Level Perspective).
- Entwicklung eines marktforschungsorientierten Konzepts zur Erfassung der Nutzererfahrung.
- Ableitung strategischer Implikationen und konkreter Maßnahmen zur Förderung der Markteinführung.
Auszug aus dem Buch
2.1. Elektrische Antriebsarten
Die folgende Abbildung zeigt die verschiedenen gängigen elektrischen Antriebsarten im Überblick. In diesem Kapitel werden die Unterschiede der einzelnen Antriebe kurz erläutert.
In allen Varianten wiederzufinden ist der Elektromotor, dieser erreicht im Gegensatz zu herkömmlichen Verbrenner-Motoren einen Wirkungsgrad mit bis zu 100%. Diesel oder Benzinmotoren erreichen in der Regel zwischen 35% und 45%. Bei einem elektrischen Antrieb können zudem mehrere Elektromotoren gleichzeitig in einem Fahrzeug eingesetzt werden. Ein weiterer Unterschied besteht darin, dass bei dem Betrieb eines Elektromotors keine Geräusche oder lokale Emissionen entstehen. Des Weiteren zeichnen ihn eine stufenlose Beschleunigung und ein schnelles Ansprechverhalten aus. Durch die hohe Drehzahl und das kontinuierliche Drehmoment ist ein Getriebe zudem nicht erforderlich. Da ein elektrischer Antriebsstrang deutlich weniger bewegliche Teile enthält, wird der Wartungsaufwand reduziert.
Hybridfahrzeuge gelten als Vorstufe oder Übergangslösung auf dem Weg zu einem reinen Elektrofahrzeug und besitzen neben dem Verbrennungsmotor zusätzlich einen Elektromotor sowie einen Akkumulator. Im Unterschied zum Mildhybrid können Vollhybride (HEV) eigenständig elektrisch fahren und zwischen den beiden Antriebsarten wechseln. Eine Sonderform stellt hierbei der Plug-in Hybrid (PHEV) dar, der zusätzlich auch von außen an einer Steckdose geladen werden kann. Eine weitere Form der PHEV sind Elektrofahrzeuge mit einer Reichweitenverlängerung (Range-Extender). Bei dieser Antriebsform dient der Verbrennungsmotor lediglich dazu, die Reichweite des Akkus zu erhöhen, indem ein Generator angetrieben wird. Beim BEV Antrieb handelt sich es um ein rein elektrisch angetriebenes Fahrzeug. Im Gegensatz zu einem Hybrid wird der Elektromotor nur von einer Batterie gespeist. Es befindet sich somit kein Tank oder Verbrennungsmotor im Fahrzeug.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die globalen Herausforderungen der CO2-Reduktion ein, beschreibt das Potenzial der Brennstoffzellentechnologie und definiert die Forschungsfrage sowie den Untersuchungsverlauf der Arbeit.
2. Einführung in die Elektromobilität: Dieses Kapitel erläutert die verschiedenen elektrischen Antriebsarten, hebt die spezifischen Vorteile der Brennstoffzelle hervor und analysiert die aktuelle Situation und Infrastruktur in Hessen.
3. Treiber und Barrieren der Marktdurchdringung: Hier werden mittels der Multi-Level Perspective und des Technology Acceptance Models die Einflussfaktoren auf die Etablierung von Nischentechnologien theoretisch fundiert untersucht.
4. Marktforschung: Messung der Kundenzufriedenheit: Dieses Kapitel definiert die strategische Ausrichtung der Marktforschung anhand eines 7-Phasen-Modells und führt den Net Promoter Score als Kennzahl zur Messung der Kundenzufriedenheit ein.
5. Konzept zur Messung der Kundenzufriedenheit: Das Kapitel beschreibt die Entwicklung eines wissenschaftlichen Konzepts inklusive Studiendesign, Pretest und der Auswertung von Tiefeninterviews mit Experten aus der Branche.
6. Implikationen für die Markteinführung: Hier werden auf Basis der Datenauswertung ein Leistungsprofil erstellt sowie strategische Handlungsempfehlungen und konkrete Maßnahmen für eine erfolgreiche Markteinführung abgeleitet.
7. Fazit – Chancen und Herausforderungen: Dieses Fazit fasst die zentralen Erkenntnisse der Arbeit zusammen und bewertet kritisch die zukünftigen Chancen sowie die bestehenden Herausforderungen für die Brennstoffzellentechnologie.
8. Ausblick: Der Ausblick diskutiert das Szenario eines zukünftigen Parallelmarktes aus batterieelektrischen Fahrzeugen (BEV) und Brennstoffzellenfahrzeugen (FCEV) unter Berücksichtigung technologischer Trends und Netzstabilität.
Schlüsselwörter
Brennstoffzellenfahrzeug, FCEV, Elektromobilität, Kundenzufriedenheit, Marktforschung, Wasserstoff, Infrastruktur, Markteinführung, Nischentechnologie, Net Promoter Score, Mobilität, Nachhaltigkeit, Kundenbindung, Elektroauto, Hessen.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Bachelorarbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Etablierung der Brennstoffzellentechnologie im Pkw-Bereich, spezifisch im Bundesland Hessen, und entwickelt Strategien, um die Akzeptanz und Markteinführung zu fördern.
Welche zentralen Themenfelder behandelt die Arbeit?
Die Schwerpunkte liegen auf der Elektromobilität, der Messung von Kundenzufriedenheit mittels Marktforschungsmethoden, der Infrastrukturentwicklung sowie der strategischen Analyse von Nischentechnologien.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?
Die Leitfrage lautet: „Wie kann die Kundenzufriedenheit der Brennstoffzellenfahrzeug-Nutzer gemessen werden und mit welchen Implikationen kann die Markteinführung unterstützt werden?“
Welche wissenschaftliche Methode wird für die Marktforschung verwendet?
Die Arbeit nutzt einen explorativen Ansatz mit qualitativen Tiefeninterviews bei Experten, die im Bereich Brennstoffzellen- und Infrastrukturtechnologie tätig sind, sowie die Anwendung des Net Promoter Score zur quantitativen Bewertung.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil umfasst die theoretische Fundierung (Multi-Level Perspective, TAM2), die Entwicklung eines Marktforschungskonzepts, die Auswertung von Experteninterviews sowie die Erstellung eines Leistungsprofils im Vergleich zu anderen Antrieben.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?
Wichtige Schlagworte sind Brennstoffzellenfahrzeug, FCEV, Elektromobilität, Kundenzufriedenheit, Markteinführung, Wasserstoffinfrastruktur und Nachhaltigkeit.
Welche Bedeutung spielt die Wasserstoff-Infrastruktur für die Nutzer?
Die aktuelle Infrastruktur in Hessen (Stand 2017) wird von den Experten als eines der größten Hindernisse identifiziert; ihre Ausbaufähigkeit ist eine Grundvoraussetzung für die Akzeptanz der Technologie.
Wie bewerten die Experten in der Studie die Brennstoffzellentechnologie?
Die interviewten Experten bewerten die Technologie als ausgereift und loben das Fahrerlebnis, sehen jedoch die hohen Anschaffungskosten und die Lücken in der Tankstellen-Infrastruktur als kritische Barrieren.
Welche Rolle spielen Firmenkunden bei der Markteinführung?
Aufgrund von Skaleneffekten, kalkulierbaren Nutzungsmodellen und der Möglichkeit eigener Betankungslösungen werden Firmenkunden als die primäre Zielgruppe für die kurzfristige Markteinführung identifiziert.
- Quote paper
- Fabian Demuth (Author), 2017, Brennstoffzellenfahrzeuge in Hessen. Konzept zur Messung der Kundenzufriedenheit und Implikationen für die Markteinführung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/412042