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Die deutschsreibende Frau um 1100 am Beispiel der Frau Ava

Titel: Die deutschsreibende Frau um 1100 am Beispiel der Frau Ava

Hausarbeit , 2015 , 26 Seiten , Note: 2,00

Autor:in: Christiane Martina Schunke (Autor:in)

Kulturwissenschaften - Europa
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Frau Ava gilt als die erste namentlich überlieferte Verfasserin von Gedichten in frühmittelhochdeutscher Sprache. Sie lebte wohl zwischen 1060 und 1127 im heutigen Niederösterreich, falls sie mit der Ava Inclusa übereinstimmt, deren Tod in den Annalen des Benediktinerklosters von Melk und anderen Klöstern in dessen Umgebung für das Jahr 1127 verzeichnet wird. Frau Ava werden insgesamt fünf epische Gedichte geistlichen Inhalts zugeschrieben, die in zwei Handschriften, der Vorauer Sammelhandschrift und einer späteren überlieferten Görlitzer Handschrift, die heute verschollen ist, übermittelt. Weitere Angaben sind bisher nicht bekannt. Dennoch ist die Forschung größtenteils der Auffassung, dass Frau Ava die fünf Gedichte verfasst hat.

Warum hält der überwiegende Teil der Forschung Frau Ava für die Autorin der fünf Gedichte? Konnte sie tatsächlich die Gedichte verfasst haben? Diese Hausarbeit zielt darauf ab, die Fragestellung zu beantworten. Das geschieht nach der deduktiven Methode, indem zunächst Antworten auf die folgenden Fragen hinsichtlich früh- und hochmittelalterlicher Schriftlichkeit gegeben werden: Ab welchem Zeitpunkt entwickelte sich in Kontinentaleuropa eine kontinuierliche volkssprachige Schriftlichkeit? Wer konnte zu der Zeit schreiben? Wie wurde damals geschrieben? Wer hatte geschrieben? Auf Basis dieser Antworten wird anschließend der Frage nachgegangen, weshalb die Forschung überwiegend davon ausgeht, dass Frau Ava die Verfasserin der fünf Gedichte gewesen war und ob sie tatsächlich als deren Autorin gelten kann. Im Hinblick auf die in der Hausarbeit verwendete Forschungsliteratur kann insbesondere auf die folgenden Arbeiten verwiesen werden: Zur Darstellung der Entwicklung einer volkssprachigen Schriftlichkeit auf dem europäischen Kontinent wird beispielsweise die Arbeit von Peter Stein, „Schriftkultur. Eine Geschichte des Schreibens und Lesens“, herangezogen, der zu dieser Thematik einen knappen und dennoch überzeugenden Überblick gibt.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Zur Schriftlichkeit im frühen und hohen Mittelalter

2.1 Zur Entwicklung der volkssprachigen Schriftlichkeit

2.2 Lese- und Schreibfertigkeiten im frühen und hohen Mittelalter

2.3 Der Schreibprozess

2.4 Zur Schriftlichkeit der Frauen

3 Leben und Schreiben der Frau Ava

3.1 Zur Biographie der Frau Ava

3.2 Zu den Gedichten

3.3 Zur Überlieferung der Gedichte

3.4 Zur Schriftlichkeit der Frau Ava

4 Fazit

5 Bibliographie

5.1 Quellen

5.2 Literatur

Zielsetzung & Themen

Diese Hausarbeit untersucht die Autorenschaft der Frau Ava, der ersten namentlich überlieferten Dichterin in frühmittelhochdeutscher Sprache, im Kontext der mittelalterlichen Schriftkultur. Ziel ist es, die Forschungsfrage zu beantworten, weshalb Frau Ava als Verfasserin ihrer fünf religiösen Gedichte gilt und ob diese Zuschreibung historisch plausibel ist.

  • Entwicklung und Verbreitung der volkssprachigen Schriftlichkeit im Mittelalter.
  • Lese- und Schreibkompetenzen adliger Frauen im hohen Mittelalter.
  • Untersuchung der Schreibpraxis und des Rollenverständnisses von Autor und Schreiber.
  • Biographische Analyse der Frau Ava und deren Einordnung in den klösterlichen Kontext.
  • Überlieferungsgeschichte der Frau Ava zugeschriebenen Texte.

Auszug aus dem Buch

3.1 Zur Biographie der Frau Ava

Frau Ava gilt als die erste namentlich bekannte „deutschsprachige“ Autorin. Ihr werden insgesamt fünf epische Gedichte biblischen Inhalts zugewiesen, die in frühmittelhochdeutscher Sprache geschrieben sind.

Zu der Person Frau Ava und ihrem Leben ist nur sehr wenig bekannt. Frau Ava lebte wohl zwischen 1060 und 1127 im heutigen Niederösterreich, falls sie mit der Ava Inclusa übereinstimmt, deren Tod in den Annalen des Benediktinerklosters in Melk sowie in weiteren niederösterreichischen Klosterchroniken für das Jahr 1127 verzeichnet ist (u. a. Vollmann-Profe 1994, S. 75).

Am Ende des Gedichts „Das Jüngste Gericht“ gibt es einen Epilog, aus dem entnommen werden kann, dass Frau Ava offenbar Mutter von zwei Söhnen gewesen und dass einer der Söhne wohl zum Zeitpunkt der Abfassung des Gedichts bereits gestorben war (Doria 2003, S. 15). Weitere Angaben, etwa zu dem Vater ihrer Kinder, ihrer weiteren Familie sowie zu ihrem konkreten Leben fehlen ganz (Claußnitzer/Sperl 2014, o. S.).

Die Forschung geht überwiegend davon aus, dass sich Frau Ava in späteren Jahren - möglicherweise als Witwe - als Inkluse in das bereits erwähnte Kloster von Melk zurückgezogen hatte (u. a. Gentry 1988, S. 82; Knapp 1994, S. 117).

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Einführung in die Thematik der Frau Ava als erste namentlich bekannte Dichterin und Darlegung der methodischen Vorgehensweise sowie Forschungsfragen der Arbeit.

2 Zur Schriftlichkeit im frühen und hohen Mittelalter: Untersuchung der historischen Bedingungen von Schriftlichkeit und Bildung sowie der Entwicklung volkssprachiger Texte in Kontinentaleuropa.

2.1 Zur Entwicklung der volkssprachigen Schriftlichkeit: Analyse des Übergangs von lateinisch geprägter Schriftkultur hin zu volkssprachigen Zeugnissen und der Rolle von Laieninteressen.

2.2 Lese- und Schreibfertigkeiten im frühen und hohen Mittelalter: Erörterung der Bildungsstrukturen und der Verbreitung von Lese- und Schreibkompetenzen innerhalb der verschiedenen gesellschaftlichen Stände.

2.3 Der Schreibprozess: Betrachtung der handwerklichen Aspekte der Manuskriptherstellung sowie der Trennung zwischen Autorentätigkeit und Schreibarbeit.

2.4 Zur Schriftlichkeit der Frauen: Analyse der Möglichkeiten für Frauen im Mittelalter, schriftstellerisch tätig zu werden, insbesondere im klösterlichen Umfeld.

3 Leben und Schreiben der Frau Ava: Zusammenführung der biographischen Fakten und Annahmen über die Person Frau Ava und ihre Rolle als Autorin.

3.1 Zur Biographie der Frau Ava: Darstellung der spärlichen lebensgeschichtlichen Daten und der Identifikationsversuche mit der Melker Inkluse Ava.

3.2 Zu den Gedichten: Vorstellung des überlieferten Werkes, bestehend aus fünf epischen, biblisch orientierten Gedichten religiösen Inhalts.

3.3 Zur Überlieferung der Gedichte: Analyse der Handschriftenzeugnisse, insbesondere der Vorauer und der verschollenen Görlitzer Handschrift.

3.4 Zur Schriftlichkeit der Frau Ava: Kritische Würdigung der Autorenschaft und Einordnung der Schreibbedingungen im Kontext ihrer Inklusen-Lebensform.

4 Fazit: Zusammenfassende Beantwortung der Forschungsfragen und Reflexion über die Beweislage hinsichtlich der Dichterin Frau Ava.

5 Bibliographie: Auflistung der herangezogenen Quellen und der verwendeten wissenschaftlichen Literatur.

Schlüsselwörter

Frau Ava, Mittelalter, frühmittelhochdeutsch, Schriftlichkeit, Inkluse, Autorenschaft, Vorauer Handschrift, Schreibprozess, Volkssprache, Klosterleben, Literaturgeschichte, Dichtung, Manuskript, Bibeldichtung, Quellenkritik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Hausarbeit widmet sich der historischen Person der Frau Ava, der ersten namentlich bekannten deutschsprachigen Dichterin, und der Frage nach ihrer Autorenschaft.

Welche Themenfelder stehen im Zentrum?

Zentral sind die Entwicklung der volkssprachigen Schriftkultur im Mittelalter, die Schreibpraxis jener Zeit sowie der Bildungsstand und die Lebensbedingungen von Frauen in religiösen Gemeinschaften.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es zu ergründen, warum die Forschung Frau Ava als Autorin ihrer fünf Gedichte betrachtet und wie plausibel diese Annahme angesichts der dünnen Quellenlage ist.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Arbeit folgt einer deduktiven Methode, indem zunächst die allgemeinen Rahmenbedingungen früh- und hochmittelalterlicher Schriftlichkeit geklärt und anschließend auf den spezifischen Fall der Frau Ava angewandt werden.

Welche Inhalte werden im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden die Entwicklung der Schriftlichkeit, Lese- und Schreibfertigkeiten, der Schreibprozess an sich, die Lebensumstände der Frau Ava sowie die handschriftliche Überlieferung ihrer Dichtungen detailliert erörtert.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit beschreiben?

Frau Ava, frühmittelhochdeutsch, Inkluse, mittelalterliche Schriftlichkeit, Autorenschaft, Handschriftenanalyse und Klosterkultur.

Konnte zweifelsfrei nachgewiesen werden, dass Frau Ava die Gedichte verfasst hat?

Nein, es existieren keine zeitgenössischen Beweise oder Autographe; die Autorenschaft bleibt eine gut begründete Annahme der Forschung, kann aber nicht final belegt werden.

Welche Rolle spielten die Söhne der Frau Ava bei der Entstehung der Texte?

Es wird in der Forschung diskutiert, ob die Söhne, möglicherweise als Geistliche, beim Diktat, bei der schriftlichen Niederschrift oder sogar bei der inhaltlichen Ausarbeitung der Gedichte unterstützend mitgewirkt haben könnten.

Ende der Leseprobe aus 26 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Die deutschsreibende Frau um 1100 am Beispiel der Frau Ava
Hochschule
FernUniversität Hagen
Note
2,00
Autor
Christiane Martina Schunke (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2015
Seiten
26
Katalognummer
V412077
ISBN (eBook)
9783668637436
ISBN (Buch)
9783668637443
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Deutschland 1100 Frau Schreiben Ava Mittelhochdeutsch Literatur
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Christiane Martina Schunke (Autor:in), 2015, Die deutschsreibende Frau um 1100 am Beispiel der Frau Ava, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/412077
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  26  Seiten
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