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Der Chor in der antiken Tragödie. Ursprünge und Weiterwirken bei Friedrich Schiller und Bertolt Brecht

Título: Der Chor in der antiken Tragödie. Ursprünge und Weiterwirken bei Friedrich Schiller und Bertolt Brecht

Trabajo , 2013 , 29 Páginas , Calificación: 1,0

Autor:in: Lisa Maria Koßmann (Autor)

Filología alemana - Historia de la literatura, Épocas
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Nicht nur die Korrespondenz zwischen Richard Wagner und Franz Liszt macht deutlich, dass es sich beim Tragödienchor um ein Konzept handelt, das über die Jahrhunderte immer umstrittener wurde. Ungeachtet der Tatsache, dass auch moderne Dramatiker den Chor erfolgreich in ihren Stücken einsetzen, kommt häufig die Frage auf, ob diese Konstruktion aus der Antike nicht überholt ist und in jüngeren Dramen nur stört.

Um zu verstehen, welche Funktionen der Chor innerhalb der Tragödie erfüllen kann, lohnt es sich, zu den Ursprüngen zurückzugehen. Sophokles Antigone ist eines der frühesten Zeugnisse des Choreinsatzes im Drama, und die Analyse des Stücks gewährt unter anderem Einsichten in die Doppelrolle des Chores, die wir in jeder späteren Konzeption ebenfalls finden. Der Chor ist kein bloßer Mitspieler, und das macht die Betrachtung interessant.

Diese Arbeit befasst sich also mit den Ursprüngen des Chorpraxis bzw. -konzeption in der Antike und, davon ausgehend, mit dem Weiterwirken des antiken Chores in späteren Epochen. Hierbei sind besonders zwei Autoren zu berücksichtigen, die sich explizit auf die Antike beziehen; Schiller, indem er Sophokles und Aischylos zu seinen Vorbildern ernennt, und Brecht, indem er die Antigone einer neuen Bearbeitung unterzieht.

Um die Entwicklung des antiken Tragödienchores durch die Geschichte festzumachen, bedarf es freilich weit mehr als dieser drei Stationen, wofür der Rahmen dieser Arbeit jedoch deutlich zu knapp ist. Selbst bei den drei ausgewählten Autoren ist nicht der Raum für alle Details der Verwendung des Chores in der Tragödie gegeben, weshalb ich mich hauptsächlich auf folgende Leitfragen beschränke: Welche Funktion erfüllt der Chor in der Handlung der Tragödie? Welche Identität (z. B. Ältestenrat) nimmt er innerhalb des Stückes ein Welche Rolle hat der Chor für den Zuschauer bei der Aufführung?

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Der Chor der antiken Tragödie – Ursprünge und Weiterwirken

2.1. Der Chor der antiken Tragödie im 5. Jh. – eine Einführung

2.2. Erste Station: Sophokles – Antigone

2.3. Zweite Station: Friedrich Schiller – Die Braut von Messina

2.4. Dritte Station: Bertolt Brecht – Die Antigone des Sophokles

3. Fazit: Quo vadis, χορός?

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Funktionen und die Entwicklung des Tragödienchors von seinen antiken Ursprüngen bis hin zu den Adaptionen in der Moderne bei Friedrich Schiller und Bertolt Brecht, um die fortbestehende Relevanz und die Herausforderungen einer zeitgemäßen Inszenierung zu beleuchten.

  • Die Doppelfunktion des Chors als handelnde Figur und distanzierter Kommentator
  • Die Entwicklung und Transformation des Chorkonzepts in der Weimarer Klassik (Schiller)
  • Die epische Bearbeitung und politische Dimension des Chors bei Brecht
  • Das Spannungsfeld zwischen antiker Aufführungspraxis und modernen Theaterkonventionen
  • Die Frage nach der zeitgenössischen Umsetzbarkeit des Tragödienchors

Auszug aus dem Buch

2.1. Der Chor der antiken Tragödie im 5. Jh. – eine Einführung

Um den Chor als Aktant innerhalb der Tragödie verstehen zu können, ist es wichtig, sich mit den räumlichen Details des antiken Theaterraumes zu befassen. Die Dreiteilung in theatron, orchestra und skene beweist, dass der Chor, auch wenn er bei den dramatis personae unter den übrigen Figuren seinen Platz hat, in der Aufführungspraxis eine Sonderrolle einnimmt. Diese hat sich freilich nicht nur im Vergleich zu heutigen Konzeptionen stark verändert; auch innerhalb der Antike waren bereits Entwicklungen erkennbar. Zur Erläuterung der Herkunft des Tragödienchores und der Hinführung auf die Analyse von Sophokles‘ Chorkonzeption soll es an dieser Stelle jedoch genügen, ein grobes Bild der Situation im 5. Jh. v. Chr. zu zeichnen.

Etymologisch betrachtet bezeichnete χορός zunächst eine Örtlichkeit: Es ist der Platz, auf dem Reigen getanzt werden. Dieser wird später orchestra genannt, wovon sich auch die Bezeichnung des dem Chor zugeordneten Teils der Theaterbühne ableitet. Χορός meint aber gleichzeitig auch diejenigen, die den Tanz vollführen, sowie den Tanz selbst, was unserem heutigen Sprachgebrauch entspricht: Der Chor ist sowohl der angestammte Platz der Sänger, z. B. in einer Kirche, als auch das musikalische Werk sowie die Sammelbezeichnung für die Sänger selbst.

Eine eingeschränkte Bedeutung im Vergleich zu heute hat jedoch das Wort theatron: Während „Theater“ das gesamte Gebäude umfasst, in dem eine Aufführung stattfindet, ist das theatron lediglich der halbkreisförmige Zuschauerraum (s. Abb. 1).

Der Ort der Darstellung, die skene, liegt gegenüber und besteht aus der Bühne und dem Bühnenhaus. Dazwischen, quasi als vermittelnde Instanz, ist die orchestra eingelagert, das Halbrund, auf dem der Chor positioniert ist. Der Chor ist also ein zentrales Element des antiken Theaters. Der Anordnung der Sitze nach blicken alle Zuschauer auf diesen Punkt.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik des Tragödienchors als umstrittenes Konzept ein und definiert die Leitfragen zur Funktion, Identität und Wirkung des Chors in der Tragödie.

2. Der Chor der antiken Tragödie – Ursprünge und Weiterwirken: Dieses Hauptkapitel analysiert diachron die Entwicklung des Chors anhand der drei Stationen Sophokles, Schiller und Brecht hinsichtlich ihrer spezifischen theoretischen und praktischen Umsetzung.

2.1. Der Chor der antiken Tragödie im 5. Jh. – eine Einführung: Dieses Kapitel erläutert die räumlichen und funktionalen Grundlagen des Chors im antiken Theater und die etymologische Herkunft des Begriffs χορός.

2.2. Erste Station: Sophokles – Antigone: Die Analyse von Sophokles' Antigone verdeutlicht die Doppelrolle des Chors als mythisches Rat gebendes Staatsorgan und als emotionale Vermittlungsinstanz zwischen Bühne und Zuschauer.

2.3. Zweite Station: Friedrich Schiller – Die Braut von Messina: Hier wird Schillers theoretisches Konzept einer Symbiose aus Sinnlichem und Idealem untersucht, wobei das Scheitern der angestrebten chorischen Einheit aufgrund der Aufteilung in verfeindete Lager beleuchtet wird.

2.4. Dritte Station: Bertolt Brecht – Die Antigone des Sophokles: Das Kapitel befasst sich mit Brechts epischer Neugestaltung, die den Chor als Instrument zur Verfremdung nutzt und dabei die aktive Mitspielerrolle durch Requisiten und politisierte Sprache verstärkt.

3. Fazit: Quo vadis, χορός?: Das Fazit fasst die Konstanten und Wandlungen des Chors zusammen und reflektiert über die theaterpraktische Rezeption und Modernisierbarkeit dieses antiken Mittels.

Schlüsselwörter

Tragödienchor, Antigone, Sophokles, Friedrich Schiller, Bertolt Brecht, Braut von Messina, Theaterpraxis, Verfremdungseffekt, epische Tragödie, Mitspielerrolle, Chorfunktion, antikes Theater, Reflexion, Dramaturgie, Inszenierung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit befasst sich mit der Entwicklung und den Funktionen des Chors in der Tragödie, ausgehend von seinen antiken Ursprüngen bis hin zur Rezeption in der Weimarer Klassik und dem 20. Jahrhundert.

Welches sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zentrale Themen sind die theoretischen Konzepte von Autoren zur Einbindung eines Chors, die Diskrepanz zwischen Theorie und praktischer Bühnenausführung sowie die Wirkung des Chors als vermittelndes Element für den Zuschauer.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?

Das Ziel ist es, zu analysieren, welche Funktionen der Chor innerhalb der Handlung einnimmt, welche Identität er repräsentiert und welche Rolle er für das moderne Verständnis von Theater spielt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin kombiniert eine literaturwissenschaftliche Analyse von Primärtexten mit dem Einbezug theoretischer Schriften der Dramatiker sowie theaterpraktischer Modelle.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in drei Stationen: Sophokles als antike Basis, Schiller mit seinem idealistischen Ansatz in der Braut von Messina und Brecht mit seiner politisch-epischen Bearbeitung der Antigone.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Tragödienchor, Verfremdungseffekt, Mitspielerrolle, Dramaturgie und die spezifischen Werktitel charakterisiert.

Wie unterscheidet sich Schillers Chorkonzeption wesentlich von der antiken Praxis?

Schiller versucht zwar die hohe Form der Antike wiederzubeleben, teilt den Chor jedoch in zwei verfeindete Parteien auf, was seiner Intention eines einheitlichen, über den Dingen stehenden „Kunstorgans“ entgegenwirkt.

Inwiefern setzt Brecht den Chor als "dramaturgisches Instrument" ein?

Brecht nutzt den Chor gezielt für Distanzierungs- und Verfremdungseffekte, indem er ihn historisierend erzählen lässt und ihn aktiv mit Requisiten in die Handlung eingreifen lässt, statt ihn nur als passives Element zu belassen.

Warum wird im Fazit die Frage nach der "Echtheit" des Chors gestellt?

Die Frage zielt darauf ab, ob die chorische Form ein untrennbares, kultisches Relikt der Antike ist, das in der modernen, säkularisierten Welt nur noch als künstliches oder gar störendes Element wahrgenommen werden kann.

Final del extracto de 29 páginas  - subir

Detalles

Título
Der Chor in der antiken Tragödie. Ursprünge und Weiterwirken bei Friedrich Schiller und Bertolt Brecht
Universidad
University of Heidelberg
Calificación
1,0
Autor
Lisa Maria Koßmann (Autor)
Año de publicación
2013
Páginas
29
No. de catálogo
V412098
ISBN (Ebook)
9783668642096
ISBN (Libro)
9783668642102
Idioma
Alemán
Etiqueta
chor tragödie schiller brecht antigone
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Lisa Maria Koßmann (Autor), 2013, Der Chor in der antiken Tragödie. Ursprünge und Weiterwirken bei Friedrich Schiller und Bertolt Brecht, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/412098
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