Diagnose Demenz. Die Welt des Vergessens


Projektarbeit, 2016

41 Seiten, Note: 1,3

Anonym


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Einführung

1. Übersicht über die Referatsinhalte
1.1 Definition und Krankheitsformen
1.2 Ursachen und Risiko faktoren
1.3 Verlauf und Symptome
1.4 Häufigkeit demenzieller Erkrankungen
1.5 Behandlung
1.6 Umgang mit demenziell erkrankten Menschen
1.7 Arbeit mit Angehörigen
1.8 Film ״Wattolümpiade“

2. Reflexion

Literaturverzeichnis

Einführung

Das Referat zum Thema ״Demenz“ wurde von mir, Alena Litvinchuk, im Rahmen des Seminars ״Gerontologie - Vertiefung der Altemswissenschaften“ am 9.12.2016 gehalten. Hiemiit möchte ich das Referat und die methodische Vorgehensweise kritisch reflektieren. Zunächst werde ich über die Themenfindung und Vorbereitungsphase berichten, danach präsentiere ich kurz die Inhalte des Referats und anschließend gehe ich auf die kritische Reflexion und meine daraus gezogene Zusammenfassung ein.

Für die Auswahl dieses Themas gab es verschiedene Gründe. Erstens, im Rahmen unseres Projektstudiums haben mein Kommilitone und ich entschieden, ein Projekt mit Senioren in einem Altenheim zu machen. Da 80% unserer Klienten von Demenzerkrankungen betroffen sind, war es sehr sinnvoll, etwas zu dem Thema zu lemen. So können wir die Zusammenarbeit mit unseren Klienten in Hinblick auf die Krankheit besser gestalten.

Außerdem werde ich wahrscheinlich in diesem Bereich weiter beruflich arbeiten. Aus diesem Grund, sich mit dem Thema Demenz intensiv zu beschäftigen, war sehr hilfreich für den Einstieg in mein Berufsleben.

Des Weiteren ist das Thema demenzieller Erkrankungen heutzutage sehr aktuell geworden und betrifft 1,5 Millionen Deutschen. In der Zukunft werden es immer noch mehr Menschen geben, die an Demenz leiden. Laut Deutscher Alzheimergesellschaft steigt die Anzahl der Demenzerkrankten auf 40.000 Menschen jedes Jahr an[1]. Das bedeutet wiederum, dass jede zweite Frau und jeder dritter Mann wird, wenn sie oder er nur alt genug wird, an Demenz zu erkranken. Deswegen zählen Demenzerkrankungen auch zu den wichtigsten gesellschaftlichen Herausfordemngen des 21. Jahrhunderts.

Durch selbstständige Internet- und Literaturrecherche in der Bibliothek sowie die Beratung von Ihnen habe ich die wichtigsten Punkte ausgearbeitet, die auf das Thema den wesentlichen Bezug nehmen.

In der Vorbereitungsphase habe ich meine Aufmerksamkeit nicht nur auf die Fakten, Daten und Zahlen gelenkt, sondern immer an meine Kommilitonen gedacht. So habe ich mich ständig gefragt, ob meine Zuhörer das interessant finden werden, was ich ihnen präsentieren möchte, oder es wird sie eher langweilen.

1. Übersicht über die Referatsinhalte

Eins muss ich besonders betonen, dass es ganz viel Literatur zum Thema ״Demenz“ gibt und dass es mir nicht immer leicht fiel, das Wichtigste vom wenig Wichtigen zu trennen. Aber weil ich schon praktische Erfahrungen im Umgang mit demenziell erkrankten Menschen gesammelt habe, konnte ich dieses Problem trotzdem lösen und sich auf das Wichtigste konzentrieren. So hat mein Referat 8 Abschnitte bekommen.

1.1 Definition und Krankheitsformen

Am Anfang steht immer die Frage der Definition. Der Begriff Demenz leitet sich vom lateinischen Wort ״de mentia“ ab und bedeutet wörtlich ״Ohne Geist/Verstand“. Demenz bezeichnet ״Abnahme des Gedächtnisses und anderen kognitiven Fähigkeiten, charakterisiert 2 durch Verminderung der Urteilsfähigkeit und des Denkvermögens“.

Demenz ist ein Sammelbegriff für viele Krankheiten. Dabei unterscheidet man zwischen primären und sekundären Fomien der Demenz.

Bei primären Demenzen handelt es sich um Demenzerkrankungen, die ohne erkennbare Ursachen Gehirnzellen schädigen. Mehr als 90% aller Demenzen sind primär.

Sekundäre Demenzen sind Folgedemenzen, d.h. sie sind durch andere Erkrankungen hervorgerufen. Im Gegensatz zu einer primären Demenz kann eine sekundäre Demenz eventuell geheilt werden.

In der Tabelle auf der Folie 6 können Sie alle primären Demenzformen aufgelistet sehen.

Etwa zwei Drittel aller Demenzformen sind der Alzheimer-Krankheit zuzuordnen. Die Krankheit trägt den Namen des Arztes Alois Alzheimer, der als erster die Symptome und pathologische Veränderungen im Gehirn bei der Demenz 1906 beschrieben hat.[2] [3]

1.2 Ursachen und Risikofaktoren

Bevor ich auf die Ursachen und Risikofaktoren eingegangen bin, hatte ich anhand einem Schema und zum besseren Verständnis der Krankheit den Ablauf aller Prozesse, die im Gehirn bei einer Demenz entstehen, vorgestellt. Demenzen haben ihren Ursprung im Absterben von Nervenzellen. Sie verlieren an Größe, dann gehen die Verbindungen zwischen ihnen verloren. Das Gehirn wird infolgedessen nicht mehr in der Lage, neue Verknüpfungen zu erstellen. Demzufolge ändert sich seine Struktur. Anstelle der geschrumpften Nervenzellen entstehen im Gehirn lückenhafte Strukturen, die mit Proteinablagerungen aufgefüllt werden. Die Proteinüberproduktion stoppt wiederum die Sauerstoffzuführ des Gehirns, was zum Absterben von Nervenzellen führt.

Nach der Vorstellung dieser Prozesse habe ich über die Ursachen und Risikofaktoren gesprochen, die auf die Entwicklung der Demenz einen Einfluss nehmen können.

Wissenschaftler sind sich immer noch nicht über die Ursachen der Alzheimer-Krankheit im Klaren, obwohl intensive Ursachen-Forschung betrieben wird. Sie gehen aber davon aus, dass viele Faktoren an der Entstehung der Alzheimerkrankheit beteiligt sind, die vor allem biologischen Ursachen zuzuschreiben ist. Mediziner vemiuten, dass gerade bei der Alzheimer-Krankheit die Genetik eine Rolle spielen könnte. Forscher haben verschiedene Gene identifiziert, die - wenn sie fehlerhaft sind und aufeinander wirken - Alzheimer­Krankheit führen können.

Man meint auch, dass entzündliche Prozesse für die Demenz-Entstehung verantwortlich sein können. Die Theorie der Entzündung beruht auf der Annahme, dass wiederholt auftretende Infektionen oder vielleicht auch eine sehr lang dauernde leichtere Infektion eine chronische Entzündung des Gehimgewebes verursachen könnten. Neue Forschungsansätze scheinen diese Theorie zu bestätigen.[4]

Da die Ursache für die Entstehung der Krankheit nicht klar ist, gibt es deswegen noch keinerlei Erkenntnisse darüber, wie man sich vor einer Demenz schützen kann. Es sind aber verschiedene Faktoren bekannt, die bei der Entstehung der Krankheit ihrer Beitrag leisten können. Dazu gab es in meinem Referat eine Grafik, die der Pharmazeutische Zeitung Online bezogen auf das Jahr 2011 entnommen ist.[5]

Als erster Risikofaktor für die Alzheimerkrankheit gilt das Alter. Mit zunehmenden Alter steigt auch das Risiko an Demenz zu erkranken an. Deswegen spricht man auch oft in der Umgangssprache über Altersdemenz.

Weitere Risikofaktoren sind Z.B. Hypertonie, Zuckerkrankheit, Herzrhythmusstörungen, Rauchen, übermäßiger Alkoholkonsum und Übergewicht. Da all diese Risikofaktoren sich negativ auf die Gefäße auswirken, werden sie vor allem für vaskuläre Demenz verantwortlich gemacht.

Außerdem wurde in epidemiologischen Studien für Patienten mit einer Depression ein etwa doppelt so hohes Demenzrisiko wie für Menschen ohne die psychische Erkrankung ermittelt. Hier muss man noch sagen, dass man schon länger weißt, dass bei den Menschen, bei denen Alzheimer diagnostiziert wird, haben ungefähr 3 Jahre vorher eine depressive Phase. Depressive Symptome verschlechtern sich weiter mit der Diagnosestellung.

Demenz-Erkrankungen werden auch häufiger bei Menschen mit geringer geistiger, sozialer und körperlicher Aktivität diagnostiziert. Das Gehirn von geistig und sozial sehr aktiven Menschen verfügt über eine gewisse ״Reserve“, welche die kognitiven Ausfälle längere Zeit kompensieren kann.[6]

1.3 Verlauf und Symptome

Im folgenden Abschnitt habe ich über den Verlauf der Krankheit und ihre Symptome erzählt. Von Seiten der Wissenschaft wird der Verlauf der Demenz wie eine ״umgekehrte Kindheitsentwicklung“ beschrieben.[7] Die Theorie geht davon aus, dass Personen mit einer Alzheimer-Demenz ihre Fähigkeiten ungefähr in der umgekehrten Reihenfolge abbauen, wie gesunde Kinder sie im Verlauf einer normalen Entwicklung aufbauen.

Obwohl Demenzerkrankung im jedem Einzelfall unterschiedlich verläuft, wurde jedoch ein ganz bestimmtes Stufen-Modell ausgearbeitet, nach dem die Erkrankung sich in häufigsten Fällen entwickelt. Dieses Modell hat der amerikanische Psychiater Barry Reisberg beschrieben. Nach diesem Modell wird der Verlauf der Alzheimerkrankheit in 7 Stadien eingeteilt. Dies wird in der Tabelle veranschaulicht.

1.4 Häufigkeit demenzieller Erkrankungen

Zu der Frage der Häufigkeit demenzieller Erkrankungen habe ich ein Paar Diagramme ausgesucht.[8] [9] Sie zeigen, wie oft treten Demenz-Krankheiten bundes- und weltweit auf.

Laut Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend leben in Deutschland derzeit etwa 1,5 Millionen Menschen mit Demenzerkrankungen.[10] Die meisten von ihnen - ungefähr 70 Prozent - sind Frauen. Der Hauptgrund dafür liegt in der Tatsache, dass Frauen im Durchschnitt älter als Männer werden, bzw. die Lebenserwartung ist bei Frauen höher als bei Männern. Auf der Grafik kann man außerdem gut sehen, dass die Wahrscheinlichkeit einer demenziellen Erkrankung mit höherem Alter zunehmend steigt.

Man vemiutet auch, dass die Anzahl pflegebedürftiger dem enzerkrankten Menschen bis zum Jahr 2050 sich mehr als verdoppelt wird (von 1,5 Mio. auf 3 Mio.), während die Gesamtbevölkerungszahl gleichzeitig sinken wird.

Weltweit gibt es derzeit 46 Millionen dem en zerkrankten Menschen. Im Jahr 2050 wird voraussichtlich schon mehr als 130 Millionen geben, die Anzahl der Betroffene wird sich also fast verdreifachen.

1.5 Behandlung

Demenzerkrankungen wie Alzheimer entwickeln sich über mehrere Jahre hinweg (im Durchschnitt 7-10 Jahre). Dabei werden die Symptome häufig als Altersschwäche gedeutet. Die Betroffenen zögern deswegen den Besuch beim Arzt immer wieder hinaus. Eine frühzeitige Diagnose bringt dennoch einige Vorteile mit sich: Erstens, man fängt früher mit der Behandlung der Krankheit an. Zweitens, dem Betroffenen bleibt ausreichend Zeit, selbstbestimmt seine Angelegenheiten zu regeln und seine weitere Lebenssituation zu planen.

Bei der Behandlung einer Demenz konmien verschiedene Medikamente und Therapieformen zum Einsatz. In erster Linie wird die medikamentöse Behandlung mit Antidementiva angewendet, die die Krankheit nicht heilen aber immerhin verlangsamen und die Symptome lindem können. Neue Forschungsergebnisse lassen uns aber hoffen, dass es vielleicht neues Medikament gegen Alzheimer gibt.[11] [12]

Gegen depressiven Symptomen bei einer Demenz wird oft Antidepressiva eingesetzt.

Da manche Patienten aggressiv und unmhig werden, unter Sinnestäuschungen oder Verfolgungswahn leiden, kann der Arzt auch Neuroleptika verschreiben. Ihr Einsatz wird aufgrund der starken Nebenwirkungen aber sehr sorgfältig geprüft und zeitlich begrenzt.

Neben einer medikamentösen Behandlung steht heute auch eine Reihe Therapiefomien zur Verfügung. Sie sind genauso wichtig wie medikamentöse Maßnahmen.

Zu den Therapien zählen Z.B. kognitives Training, Ergo- und Musiktherapie, in bestimmten Fällen auch Verhaltenstherapie. Immer öfter finden auch Milieutherapie und Realitätsorientiemng ihren Einsatz bei der Behandlung dem en zerkrankten Patienten.

Ziel jeder Therapie ist es, den Betroffenen so lange wie möglich ein eigenständiges und selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen.

1.6 Umgang mit demenziell erkrankten Menschen

Für den nächsten Abschnitt ״Umgang mit demenziell erkrankten Menschen“ habe ich ein wenig mehr Zeit eingeräumt, da ich es sehr wichtig finde, dass man zu verstehen lernt, wie man mit Demenz-Kranken richtig umgeht. Wir werden ganz schnell zu ״hilflosen Helfern“, wenn der Mensch mit einer Demenz uns an unsere Grenzen bringt. Und damit es dazu nicht konmit, wurde von der amerikanischen Gerontologin Naomi Feil eine Methode, eine Gesprächstechnik entwickelt, die uns bei der Kommunikation mit Demenzerkrankten zur Hilfe steht.

Validation konmit aus dem engl, ״validate“ und bedeutet so viel wie ״für gültig erklären“.

Gefühle erkennen und anerkennen wird zum zentralen Ansatzpunkt der Validation. Man muss dementen Menschen auf der Gefühlsebene ansprechen, d.h. statt die Inhalte, die zugrunde liegende Gefühle wahrzunehmen, zu verstehen und bestätigen. So wird den Zugang zu an Demenz erkrankten, verwirrten Menschen geschaffen. Dabei ist sehr wichtig, dass der betroffene Mensch das Gefühl bekommt, respektiert und verstanden zu werden. Und wenn er

sich verstanden fühlt, entwickelt sich Vertrauensgefühl. So kann man Demenzerkrankten besser zu bestimmten Handlungen motivieren.

Grundsätzlich gilt es auch zu akzeptieren, dass der Demenzkranke in seiner eigenen Welt lebt und Versuche, sie in die Realität zurückzuholen, werden scheitern. Sie können aber wiederum dazu führen, dass sich der Betroffene weiter in seine Welt zurückzieht oder aggressive Verhaltensweisen zeigt. Das kann zu Konfliktsituationen führen. Und genau das müssen wir versuchen zu vernielden.

Außerdem ist es besonders wichtig nach praktischen Lösungen zu suchen: Wenn Z.B. ein Patient den Wohnungsschlüssel an seinem Haken nicht mehr findet, sollte man ruhig anbieten, auch mal nach dem Schlüssel zu suchen.

Danach haben wir noch 3 kurze Videos zu diesem Thema gesehen und in einer Gesprächsrunde 4 Demenz-Fälle gelöst.

1.7 Arbeit mit Angehörigen

Es gibt nur wenige Krankheiten, bei denen die Angehörigen und das soziale Umfeld des Betroffenen so belastet werden, wie bei einer Demenz. Die Angehörigen stehen immer im Schaben ihrer dem en zerkrankten Familienmitglieder und werden oft von der Öffentlichkeit kaum gesehen. Aus diesem Grund wollte ich durch dieses Referat auf die Angehörigen aufmerksam machen.

Da zwei Dribel von dementiell kranken Menschen von ihren Angehörigen betreut und gepflegt werden, benötigen nicht nur Demenzkrake aber auch ihre Angehörigen in besonderer Weise Hilfe und Unterstützung.

Für die Familienangehörigen ist die Diagnose ״Demenz“ ein Schock. Ihr eigenes Leben verändert sich stark. Der Fokus wird auf die kranke Person gerichtet. Die Krankheit bringt für Angehörige auch psychische Belastungen mit sich. Sie sind oft zwiespältigen Gefühlen in der langen Zeit ausgesetzt. Sie fühlen sich oft zwischen Anspruch und Versagen, eigenen Bedürfnissen und Bedürfnissen der Kranken, Anforderungen durch die Krankheit und persönliche Entlastung zerrissen. Sie empfinden Scham wegen ihrer Hilflosigkeit und vemieintlicher Defizite im Umgang mit den Kranken. Oder sogar Schuldgefühle, wenn sie ihren Kranken Familienmitglied in Altersheim abgeben müssen.[13]

Es ist nicht selten, dass sich die Pflege und Betreuung über einen Zeitraum von 10 Jahren erstreckt und wird immer weiter umfassender, zeitintensiver und anstrengender. Dies stellt auch große körperliche Anforderungen an die Pflegenden. Die Hälfte von ihnen betreuen ihre pflegebedürftigen Familienmitglieder bei einer fortgeschrittenen Demenz mehr als 10 Stunden täglich. Das ist nur auf Grund einer Reduzierung der Erwerbstätigkeit oder des schon eingetretenen Ruhestandes möglich.

Auf Grund der hohen psychischen und körperlichen Belastungen kann sich sogar ein Verlust von Zuneigung oder Wut gegenüber den Gepflegten entwickeln.[14]

Um damit es dazu nicht kommt, ist es erstmal sinnvoll, sich gründlich wie möglich über die Krankheit zu infomiieren. Dieses Wissen verleiht ein bisschen Sicherheit im Zusammenleben und im Umgang mit dem Kranken.

Pflegende Angehörige können sich außerdem in verschiedenen Pflegestützpunkten beraten lassen. Sie können auch das Angebot von Selbsthilfe- oder Angehörigengruppen nutzen, wo sie die Möglichkeit haben, sich mit anderen pflegenden Familienangehörigen auszutauschen.

Darüber hinaus sollten sich Angehörigen über die aktuelle technische Unterstützungsangebote informieren. Technik kann Demenzkranken helfen, so lange wie möglich selbstbestimmt in ihrem eigenen Zuhause leben zu bleiben, und entlastet Angehörigen bei der Betreuung und Pflege.

Wenn im Laufe der Zeit die Erkrankung weiter voranschreitet, benötigen demenzkranke Familienmitglieder weit mehr Hilfe. In dieser Phase können und sollten pflegende Angehörige die Unterstützung der Gesellschaft annehmen. In Deutschland im Vergleich zu den anderen Ländern gibt es eine große Auswahl an Angeboten.[15]

Auch finanzielle und rechtliche Fragen sollten am besten gleich nach der Diagnosestellung erledigt werden. Außerdem, wenn es um Themen wie Zwangsemährung, Ruhigstellung oder das Recht auf einen selbstbestimmten Tod geht, sehen sich Angehörige, Ärzte sowie Pflegekräfte oft mit ethischen Fragen konfrontiert.

1.8 Film ״Wattolümpiade“

Zum Schluss habe ich den Film ״Wattolümpiade“ (Serie ״Tatortreiniger“, Staffel 4, Folge 1) gezeigt, bei dem aber nicht explizit über die Demenzerkrankten, sondern eher allgemein über einen einfühlsamen und verständnisvollen Umgang mit älteren Menschen geht.

2. Reflexion

Zu Beginn unseres Seminars machte mir die Technik Probleme. Als ich Videos abspielen wollte, die ich zum Thema rausgesucht habe, ging es plötzlich nicht. Das hat mich sehr beunruhigt und aufgeregt, so dass ich am Anfang überhaupt vergessen habe, den Blickkontakt zu den Seminarteilnehmern zu behalten. Ein wenig später konnte ich aber diese Aufregung überwinden.

Zum Einstieg in das Thema stellte ich meinen Kommilitonen 3 Fragen.[16] Dadurch möchte ich sie anregen, sich kognitiv mit den Fragen auseinanderzusetzen, um einen ersten eigenen Zugang zu dem Thema zu bekommen. Das hat mir nach meiner Ansicht gelungen, da sie alle mit Lächeln im Gesicht auf meine Fragen geantwortet haben. So konnte ich gleich die Aufmerksamkeit aller Teilnehmer zum Thema gewinnen.

Die Videos, die ich zum Seminar mitgebracht habe, habe ich als sehr anschaulich und passend empfunden und spielte sie daher auch ab. Aufgrund der positiven Rückmeldungen von den Seminarteilnehmern konnte ich auch rausstellen, dass es auch ihnen sehr gefallen hat.

Bei der Auswahl von 4 Demenz-Fällen habe ich darauf geachtet, dass die Fälle einfach und aktuell sind und gleichzeitig interessant. Als wir Demenz-Fälle in der Gesprächsrunde gesprochen haben, war ich sehr erleichtert, dass die Seminarteilnehmer aktiv mitdiskutiert haben und sich mit ihrer persönlichen Meinung eingebracht haben.

Um meine Kommilitonen nicht zu überforden!, habe ich versucht, keine ewig langen Listen von irgendwas durchzugehen, sondem die Information verständnisvoll nur in wenigen Punkten vorzustellen, diese aber im Detail zu erklären.

Ich bin mit der Planung und Durchführung meiner Präsentation im Wesentlichen zufrieden. Die Inhalte meines Referats sind gut bei den Teilnehmern angekommen, sie wirkten ebenfalls sehr interessiert an dem Thema zu sein. Jedoch gibt es einige Dinge, die ich hätte besser machen können.

Zum einen muss ich weiterhin lernen, in jeder Situation Ruhe zu bewahren. Je ruhiger, offener und dabei sicherer man wirkt, desto eher kann sich das auf die anderen Beteiligten übertragen und eine angstfreie, kooperative und vertrauensvolle Stimmung schaffen.

Des Weiteren denke ich, dass ich mir zu viel vorgenommen habe. Ich habe den Zeitrahmen von 1,5 Stunden sehr überzogen, bin aber zu den Abschlussfragen und Thesen, die ich noch vorbereitet habe, überhaupt nicht gekommen. Dadurch habe ich unsere nächste Referentin unter den enormen Zeitdruck gesetzt, was ich aber erst nach dem Seminar realisiert und bereut habe. Ich war so an dem Thema interessiert, dass ich überhaupt über alles vergessen habe. Ich hätte also besser auf die Zeit achten können. Nächstes Mal werde ich versuchen unbedingt den Zeitrahmen einzuhalten.

Eins muss man sicherlich noch erwähnen, dass ich in der Vorbereitungsphase ganz viel mit den Intemetquellen gearbeitet habe. Dabei hatte ich immer unterschiedliche Zahlen rausgefunden (z.B. bezüglich der Häufigkeit demenzieller Erkrankungen), was mich ein bisschen irritiert hatte. Beim nächsten Mal werde ich mehr mit bedruckten Literaturquellen arbeiten.

Eins möchte ich noch sagen, dass diese Prüfung richtige Herausforderung für mich war, da ich zum ersten Mal ein Referat als Prüfüngsleistung gemacht habe. Aufgrund der Rückmeldungen meiner Kommilitonen und meinem eigenen Eindruck kann ich aber den Gesamtverlauf von meinem Referat als sehr gut bezeichnen und bin sehr froh darüber.

Abschließend bleibt zu sagen, dass ich mir zum Ziel dieser Arbeit gesetzt habe, selber einen tiefen erweiterten Blick in das Krankheitsbild ״Demenz“ zu bekommen und die gewonnene Information so zu präsentieren, dass auch meine Kommilitonen was daraus lemen können. Nach Meiner Meinung nach ist es mir auch gelungen. Sie haben ein Verständnis über das Krankheitsbild, seiner Verlauf und Symptome entwickeln, Ursachen und Risikofaktoren reflektieren sowie sich Gedanken über unsere gemeinsame Zukunft machen können.

[...]


[1] vgl. Deutsche Alzheimer Gesellschaft e.v. Selbsthilfe Demenz, https://www.deutsche-alzheimer.de/ueber- uns/aktuelles/artikelansicht/artrkel/die-zahl-der-demenzkrarLken-steigt-jaehrlich-um-40000.html (Abruf am 30.11.2016).

[2] ICD-IO, zit. n. Sonntag/von Reibnitz 2014, s. 5.

[3] siehe Anhang, Folie 6

[4] vgl. Falk2015, s. 66-68.

[5] siehe Anhang, Folie 10.

[6] Berlin-Institut 2011, zit n. Sonntag/von Reibnitz 2014, s. 7.

[7] Schneider 2015, s. 10.

[8] siehe Anhang, Folie 11.

[9] siehe Anhang, Folien 12, 13, 14.

[10] vgl. Sonntag/von Reibnitz 2014, s. 7; Deutsche Alzheimer Gesellschaft e.v. Selbsthilfe Demenz.

[11] siehe Anhang, Folie 16.

[12] siehe Anhang, Folie 19.

[13] vgl. Camp 2015, s. 126.

[14] vgl. BMFSFJ. Vierter Altenbericht zur Lage älterer Generationen 2002, s. 201.

[15] siehe Anhang, Folie 23; vgl. BMFSFFJ. Wegweiser Demenz.

[16] siehe Anhang, Folien 3, 4, 5.

Ende der Leseprobe aus 41 Seiten

Details

Titel
Diagnose Demenz. Die Welt des Vergessens
Hochschule
Hochschule Hannover
Note
1,3
Jahr
2016
Seiten
41
Katalognummer
V412148
ISBN (eBook)
9783668661998
ISBN (Buch)
9783668662001
Dateigröße
1043 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Soziale Arbeit, Demenz
Arbeit zitieren
Anonym, 2016, Diagnose Demenz. Die Welt des Vergessens, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/412148

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