In der vorliegenden Hausarbeit wird ein Einblick in Investmentfonds als Anlagemöglichkeit gegeben und kritisch hinterfragt, welche Faktoren Einfluss auf die Fonds-Performance nehmen. In der Vergangenheit wurde festgestellt, dass aktiv gemanagte Fonds häufig eine schlechtere Performance aufweisen als Ihr Index. In der Hausarbeit wird kritisch hinterfragt, warum dieses Phänomen zu beobachten ist und wie man dies verhindern könnte. Desweiteren befindet sich eine Handlungsempfehlung für Privatanleger in dieser Ausarbeitung.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Aufbau und Zielsetzung
2. Investmentfonds
2.1 Aktiv gemanagten Fonds
3. Einflussfaktoren auf die Performance
3.1 Liquidität
3.2 Investmentstrategie des Fonds
3.3 Hierarchiekosten
3.4 Transaktionskosten
4. Empirischer Nachweis
4.1 Aktivitätsgrad-Berechnung
4.2 Abhängigkeit der Performance vom Fondsvolumen
5. Handlungsemfpehlung
6. Fazit
Zielsetzung & Themenfelder der Arbeit
Ziel der Arbeit ist es, die Gründe zu identifizieren und kritisch zu analysieren, warum aktiv gemanagte Investmentfonds häufig hinter der Wertentwicklung ihres Referenzindex zurückbleiben, und dabei insbesondere marktbezogene Einflussfaktoren auf die Fonds-Performance zu untersuchen.
- Identifikation relevanter Einflussfaktoren auf die Fonds-Performance
- Analyse der Auswirkungen von Liquidität und Transaktionskosten
- Untersuchung der Bedeutung der Anlagestrategie und des Fondsvolumens
- Erläuterung der Kennzahl "Active Share" als Maßstab für aktives Management
- Kritische Betrachtung des Anlageverhaltens und möglicher Fehlsteuerungen
Auszug aus dem Buch
3.4 Transaktionskosten
Häufig versteht man unter Transaktionskosten lediglich die direkten Kosten in Form von Kommissionen. Diese werden an der Börse für den Broker bezahlt. Darüber hinaus fallen noch weitere Kosten an, die nicht immer in Betracht gezogen werden. Kosten entstehen beispielsweise auch durch die Preisbeeinflussung durch Käufe und Verkäufe.
Wissenschaftliche Ansätze zu diesem Themengebiet differenzieren explizite und implizite Kosten. Explizite Kosten stellen Kommissionen dar, die eingangs als direkte Kosten bezeichnet wurden. Die impliziten Kosten resultieren, laut Keim und Madhavan, aus der Differenz vom erzielten Preis bei der Transaktion, zum Marktpreis ohne Transaktion. Diese Kosten lassen sich allerdings nur sehr schwer messen.
Je mehr Anteile ein Fondsmanager kauft oder verkauft, desto größer ist die Beeinflussung auf den Preis. Der Preis bei den Anlagen des Fonds kommt, ebenso wie bei normalen Gütern auf einem Markt, durch Angebot und Nachfrage zustande. Verkauft der Fondsmanager also einen großen Anteil, steigt das Angebot und der Marktpreis sinkt, zu Lasten des Fonds und seiner Anleger. Im schlimmsten Fall findet das Verkaufsangebot des Fondsmanagers nicht genug Abnehmer. Dies hätte die Folge, dass die Verkaufstransaktion länger am Markt platziert wird. Das Kursrisiko ist während dieser Wartezeit allgegenwärtig. Der Verkaufspreis könnte weiter fallen. Fonds, die nur ein geringes Vermögen verwalten, haben hier deutliche Vorteile. Man kann die gewünschten Transaktionen zeitnah umsetzen und hat somit, bestenfalls, keine impliziten Kosten.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die steigende Relevanz von Investmentfonds in der Niedrigzinsphase und führt in die Problemstellung ein, warum viele aktiv gemanagte Fonds ihre Benchmark verfehlen.
2. Investmentfonds: Dieses Kapitel definiert Investmentfonds als Sammelbegriff und grenzt die Charakteristika von aktiv gemanagten Fonds von passiven Strategien ab.
3. Einflussfaktoren auf die Performance: Es werden zentrale Faktoren wie Liquidität, Anlagestrategie, Hierarchiekosten und Transaktionskosten identifiziert, die die Wertentwicklung eines Fonds negativ beeinflussen können.
4. Empirischer Nachweis: Anhand der Kennzahl "Active Share" und der Volumensensitivitätskurve wird der empirische Beleg erbracht, dass insbesondere das wachsende Fondsvolumen die Outperformance erschwert.
5. Handlungsemfpehlung: Hier werden zwei rationale Strategien für Anleger abgeleitet: das Investment in kostengünstige passive Fonds oder die gezielte Auswahl von Managern, die aufgrund begrenzter Fondsvolumina noch Alpha generieren können.
6. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass ein Marktmechanismus existiert, durch den steigende Fondsvolumina die Rendite verwässern, und betont die Notwendigkeit, kritisch hinter die Provisionen der Anlageberater zu blicken.
Schlüsselwörter
Investmentfonds, Aktives Fondsmanagement, Performance, Benchmark, Active Share, Transaktionskosten, Fondsvolumen, Alpha, Markteffizienz, Anlegerverhalten, Kapitalanlagegesellschaft, Portfoliomanagement, Liquidität, Kostenstruktur, Rendite.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der kritischen Untersuchung, warum aktiv gemanagte Investmentfonds in ihrer langfristigen Wertentwicklung häufig hinter ihrem Vergleichsindex (der Benchmark) zurückbleiben.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die Untersuchung konzentriert sich auf die Kostenstrukturen von Fonds, den Einfluss des Fondsvolumens auf die Handlungsfähigkeit der Manager sowie die Bedeutung von Liquidität und Markteffizienz.
Was ist die primäre Forschungsfrage?
Die zentrale Frage lautet, welche marktbezogenen Einflussfaktoren dazu führen, dass aktiv gemanagte Fonds ihr Ziel einer Outperformance gegenüber dem Index oft verfehlen.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Die Arbeit nutzt Literaturanalysen zu bestehenden Finanztheorien sowie empirische Kennzahlen, insbesondere den "Active Share" und die "Volumensensitivitätskurve", um die Thesen zu untermauern.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil analysiert detailliert die negativen Einflussfaktoren wie Liquiditätsengpässe bei großen Volumina, steigende Transaktionskosten, bürokratische Hierarchiekosten in großen Kapitalanlagegesellschaften und die Auswirkungen der Anlagestrategie.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Publikation?
Die zentralen Begriffe sind Investmentfonds, Active Share, Fondsvolumen, Alpha, Performance und Transaktionskosten.
Wie wirkt sich laut Arbeit ein steigendes Fondsvolumen auf die Performance aus?
Laut der Volumensensitivitätskurve führt ein hohes Volumen zu einem "Schrumpfen des Anlageuniversums", da große Summen nur in sehr liquide Titel investiert werden können, was die Flexibilität einschränkt und die Renditechancen verwässert.
Warum ist der "Active Share" eine wichtige Kennzahl für Anleger?
Der Active Share gibt an, wie stark die Portfoliostruktur eines Fonds von der Benchmark abweicht; ein hoher Wert deutet auf ein wirklich aktives Management hin, während niedrige Werte einen "Closet Tracker" (Indexnachahmer) entlarven.
Welche Handlungsempfehlung gibt der Autor privaten Anlegern?
Anleger sollten entweder auf kosteneffiziente passive Produkte setzen oder gezielt nach kleineren, noch nicht von der breiten Masse entdeckten Fondsmanagern suchen, die aufgrund geringerer Volumina agiler agieren können.
- Citar trabajo
- Yannick Thiemicke (Autor), 2017, Warum verfehlen aktiv gemanagte Fonds oftmals den Index?, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/412242