Interkulturelles Lernen in der Schule

Definition, didaktische Ansätze und Entwicklung


Referat (Ausarbeitung), 2018
7 Seiten, Note: 2,3
Chris K. (Autor)

Leseprobe

Inhalt

Definition des interkulturellen Lernens

Didaktische Ansätze interkulturellen Lernens
Lehr-Lernziele interkulturellen Lernens
Charakteristika Interkulturellen Lernens
Geschichtliche Relevanz
Lernen für Europa
Sprachliche und kulturelle Allgemeinbildung
Verständnis von Sprache als Medium der persönlichen und kollektiven Identitätskonstruktion:
Mehrsprachigkeit als Entwicklungsperspektive
Globales Lernen

Die Entwicklung von Schulkonzepten im Umgang mit Interkulturellem Lernen
1. Das Schulsystem wird nicht verändert, Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund passen sich an
Schulkonzepte Ende der 60er
Bayerisches Modell

2. Auffassungswechsel: integrative Schulstrukturen
Krefelder Modell
Interkulturelles Lernen
Schule mit Courage, Schule ohne Rassismus

Quellen

Arbeitsblatt: Nachteile der Schulkonzepte unter 1. („Ausländerpädagogik“ und Bayerisches Modell)

Definition des interkulturellen Lernens:

Das interkulturelle Lernen ist der Erwerb interkultureller Kompetenz. Interkulturelle Kompetenz basiert auf der Handlungs- und Reflexionsfähigkeit in interkulturellen Situationen richtig zu reagieren. Die Definition des interkulturellen Lernens beinhaltet drei Dimensionen, die bei der Vermittlung von Interkulturalität eine große Rolle spielen. Sie sollen helfen, dass die Schülerinnen und Schüler Interkulturalität als Chance begreifen. Zu diesen drei Dimensionen des interkulturellen Lernens zählen folgende Aspekte. 1. Wissen – objektive Maßstäbe entwickeln, um fundiert vergleichen zu können 2. Einstellungen – Emotionale Erlebnisse schaffen, um Gefühle anzusprechen 3. Handlungskompetenz – Fähigkeiten entwickeln, um Interaktionskonflikte zu vermeiden (vgl. http://www.kompetenz-interkulturell.de/index.php?Seite=375)

Didaktische Ansätze interkulturellen Lernens

In diesem Kapitel werden verschiedene inhaltliche Ansätze beispielhaft vorgestellt, um interkulturelles Lernen zu gestalten. Allerdings werden zum Einstieg zuerst die Lernziele und darauf die Charakteristika des interkulturellen Lernens beschrieben.

Lehr-Lernziele interkulturellen Lernens

Das interkulturelle Lernen umfasst gleichzeitig verschiedenste Lehr-Lernziele. Zu aller erst steht das Verstehen des Fremden und der Umgang mit der Fremdheit im Vordergrund. Hier wird ein positives Bild des Fremden im Schüler verankert. Dies dient als Grundlage für das weitere Lehr-Lernziel, welches die Anerkennung des anderen und dessen Identität ist. So entsteht ein nicht-wertender Umgang der Schülerinnen und Schüler mit Differenz. Dieser führt dazu, dass für jede Schülerin und jeden Schüler potenziell eine grenzüberschreitende Verständigung in globaler Verantwortung möglich ist. Sie sind in der Lade, sich verantwortungsvoll z.B. in anderen Ländern aufhalten und verhalten zu können (vgl. Auernheimer 1998: 18-28).

Charakteristika Interkulturellen Lernens

Das interkulturelle Lernen besitzt verschiedenste Charakteristika, welche es von anderen Lernzielen unterscheidet. Es ist in jedem Unterrichtsfach anwendbar, denn das interkulturelle Lernen bezieht sich auf die Sozialisation der SuS. Interkulturelles Lernen ist ein Softskill, der fächerübergreifend angewandt und gelehrt werden kann. Er bezieht sich im Besonderen auf die Interaktion zwischen den SuS und ist aus diesem Grund am besten in Gruppen- und Projektunterricht einbringbar. Folgerichtig wird Zusammenarbeit und Solidarität beim interkulturellen Lernen über den in Schulen sonst oft üblichen Wettbewerb gestellt (vgl. Schmitt 1998: 09-10).

Geschichtliche Relevanz

Eine Möglichkeit, die SuS interkulturell zu lehren ist, dies mit Hilfe der geschichtlichen Relevanz zu tun. So kann man lehren, dass Vielfalt seit Jahrhunderten Kennzeichen unserer deutschen Geschichte ist. Diese Vielfalt wird z.B. in den Orten der Erinnerung oder der Sprache (z.B. bei bestimmten Nachnamen) sichtbar.

Lernen für Europa

Hier stehen die Fragen im Vordergrund, „Was macht Europa aus?“ „Was ist Europas Identität?“

Im Unterricht wird behandelt, dass Migration und Interkulturalität schon immer ein Thema in Europa waren.

Das Projekt der Integration in Europa bedeutet für jeden einzelnen den Umgang mit eigenem und Fremden. Die Frage ist wie damit umgegangen wird. Als Möglichkeiten stehen hier zum Beispiel die Akzeptanz der Pluralität oder die Abschottung.

Sprachliche und kulturelle Allgemeinbildung

Die Sprache ist das zentrale Mittel, um sich mit einer Kultur zu identifizieren.

Verständnis von Sprache als Medium der persönlichen und kollektiven Identitätskonstruktion:

Die persönliche Identität eine Person mit seiner Kultur erfolgt über die Sprache.

Interkulturelles Lernen findet statt, wenn eigene Gesten oder die eigene Sprache und diejenigen der fremden Sprache identifiziert werden können.

Mehrsprachigkeit als Entwicklungsperspektive

Erlernen von Sprachen bietet für jeden einzelnen SuS auch Perspektiven. So bietet es unter anderem die Möglichkeit sich mit Menschen, die eine andere Sprache sprechen, zu unterhalten.

Die Mehrsprachigkeit einer Person fördert ebenso die Toleranz gegenüber anderen Personen. Die Anerkennung einer Vielzahl von Sprachen in der Schulklasse führt zu Respekt vor jeder Schülerin und jedem Schüler mit und ohne Migrationshintergrund.

Globales Lernen

Auch das Globale Lernen eignet sich für das interkulturelle Lernen. Globales Lernen befasst sich mit den Problemen und Ungleichheiten auf der Welt und wie mit ihnen umgegangen wird. Folglich wird überlegt, welche Lösungen sich anbieten: z.B. Nachhaltige Entwicklung oder Agenda 21. (vgl. Ulrich 2010: 120-133)

Die Entwicklung von Schulkonzepten im Umgang mit Interkulturellem Lernen

Die Schulkonzepte im Umgang mit Migranten haben sich im Laufe der Zeit verändert. Im Folgenden werden einige Stationen dieser Entwicklung aufgezeigt.

1. Das Schulsystem wird nicht verändert, Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund passen sich an

Schulkonzepte Ende der 60er:

Zu diesen Zeiten war das pädagogische Konzept die sogenannte „Ausländerpädagogik“. Hierbei werden die SuS nichtdeutscher Herkunft als Störung angesehen.

Dies hatte zur Folge, dass das Schulsystem unverändert bleibt, der Migrant jedoch angepasst werden soll. Aus diesem Grund werden schulische, pädagogische Maßnahmen nur nach dem Migranten gerichtet.

Bayerisches Modell:

Das bayerische Modell beinhaltet eine bikulturelle Erziehung und muttersprachliche Förderung der Migranten. Dies führt zu nationalen Klassen, in denen sich ausschließlich Migranten aus einer Nation aufhalten. Dieses Modell soll zur Beibehaltung der kulturellen Identität beitragen.

2. Auffassungswechsel: integrative Schulstrukturen

Krefelder Modell: Bei diesem Modell konzentriert sich eine Schule nur auf eine Nationalität an Migrationsschülern. Für diese ist zum einen der muttersprachliche Unterricht Pflicht. Zum anderen aber auch der Besuch, zusammen mit deutschen Kindern, in Regelklassen.

So entstehen drei Unterrichts-Gruppen: Normale Fächer, Deutsch für heimische und DiDaz für Migranten. Ein Nachteil dieses Modells ist es, dass nur Migranten etwas über deutsche Kultur lernen, deutsche SuS jedoch nichts über die Kultur der Migranten.

Interkulturelles Lernen

Das interkulturelle Lernen hat den Vorteil, dass nicht mehr nur kompensatorische und anpassende Unterrichtsmaßnahmen durchgeführt werden, sondern die SuS jeweils so integriert werden, dass der Respekt für Besonderheiten des Gegenübers mit Hilfe des Intensiven Kontakts zwischen den Kulturgruppen erreicht wird. Durch wechselseitige, kulturelle Anregung findet Integration statt. (vgl. Gauß et al. 1994: 47-50)

Schule mit Courage, Schule ohne Rassismus

Hierbei handelt es sich um ein Projekt gegen Diskriminierung, Mobbing und Gewalt an Schulen. Die Schulen können sich mit damit schmücken sich dagegen einzusetzen. Die Voraussetzung für Schulen sind folgende. 70% aller Menschen an der Schule verpflichten sich mit ihrer Unterschrift, sich gegen Diskriminierung einzusetzen (auch bei Konflikten o.ä.).

Zudem soll die Schule verschiedene Projekte gegen Rassismus entwickeln und mindestens einmal im Jahr ein großes Projekt gegen Diskriminierung veranstalten. Im Schulalltag wird an der Schule ausgeübte, tatsächliche Diskriminierung bestraft. (vgl. http://www.schule-ohne-rassismus.org/wer-wir-sind/10-fragen-10-antworten/)

Quellen

Auernheimer, Georg (1998): Grundmotive und Arbeitsfelder interkultureller Bildung und Erziehung. In: Bundeszentrale für politische Bildung (Hrsg.): Interkulturelles Lernen. Arbeitshilfen für die politische Bildung. Bonn, 18-28.

Schmitt, Guido (1998): Fremdenfeindlichkeit, Kooperation und interkulturelles Lernen S. 09-10 . In: Schweizer Schule (Hrsg: Christlicher Lehrer- und Erzieherverein), Band 85, Heft 6: Multikulturelle Schule.

Gauß, Rainer, Harasek, Anneliese, Gerd Lau (1994): Interkulturelle Bildung- Lernen kennt keine Grenzen. Band I: Eine Einführung. In: Johannes Gschier, Bundesministerium für Unterricht und Kunst (Hrsg.): Schule und Erziehung.

http://www.schule-ohne-rassismus.org/wer-wir-sind/10-fragen-10-antworten/ (Zuletzt aufgerufen 14.01.2018)

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Ende der Leseprobe aus 7 Seiten

Details

Titel
Interkulturelles Lernen in der Schule
Untertitel
Definition, didaktische Ansätze und Entwicklung
Note
2,3
Autor
Jahr
2018
Seiten
7
Katalognummer
V412375
ISBN (eBook)
9783668634916
Dateigröße
396 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
interkulturelles, lernen, schule, ansätze, Unterricht, Kulturen, Sprache, Nationalität, Zusammen lernen, Migranten, Interkulturalität, Vielfalt, Multikulturalität, Methoden, lehren, Leben, Migrationsgesellschaft, Unterrichtsentwicklung, Vorlesung, Seminar, Ausländer, Integratio, Integration, Flüchtling, 2015, Uni, bunt, Inklusion, Migrationshintergrund, Kinder, Migration und Integration in der Schule, interkulturelle Pädagogik, Merkel, Migrationsbewegungen in Deutschland, Deutschland, Krise, Lösung, Flüchtlingskrise, und, helfen, Klausur, bestehen, Grenzen, Syrien, Angela, Multikulti, Diskriminierung, gut, Interkulturell, gestalten
Arbeit zitieren
Chris K. (Autor), 2018, Interkulturelles Lernen in der Schule, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/412375

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