Ein dritter Nationalpark in Bayern. Ansätze für den Geographieunterricht


Unterrichtsentwurf, 2016
21 Seiten, Note: 2,0

Leseprobe

Inhalt

Einleitung

1. Didaktische Analyse
1.1 Stellung im Lehrplan
1.2 Feststellung des Grobziels
1.3 Unterrichtsprinzipien: Gesellschaftsrelevanz, Fachrelevanz, Schülerrelevanz

2. Sachanalyse
2.1 Nationalparks – Definition schützenswerter Gebiete
2.2 Erfahrungen bereits existierender Nationalparks in Bayern
2.3 Die „Kandidaten“ – Spessart, Steigerwald, Rhön
2.4 Die Diskussion um einen Nationalpark im Spessart
2.4.1 Aktuelle Entwicklungen

3. Lernziele
3.1 Richtziel
3.2 Grobziel
3.3 Feinziele
3.3.1 Kognitive Lernziele
3.3.2 Instrumentelle Lernziele
3.3.3 Affektive Lernziele
3.3.4 Soziale Lernziele

4. Methodische Analyse
4.1 Die Verwendete Methode für den Unterricht: Das Planspiel
4.1.1 Offene und geschlossene Planspiele
4.1.2 Die Hauptphasen eines Planspiels
4.1.3 Die Vorteile des Einsatzes eines Planspiels
4.1.4 Die Nachteile des Einsatzes eines Planspiels
4.2 Unterrichtsverlauf
4.3 Stundenmatrix
4.4 Arbeitsmaterialien
4.5 Arbeitsaufgabe

5. Reflexion

6. Quellen
6.1 Monographien
6.2 Sammelbände
6.3 Internetquellen
6.4 Zeitungen

7. Abbildungsverzeichnis

8. Anhang

Einleitung

Auf einer Pressekonferenz im Anschluss an eine Klausurtagung im Juli 2016 verkündete Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer, dass Bayern einen dritten Nationalpark bekommen soll. Die SPD forderte sofort Franken als Region, in welcher der neue Nationalpark verwirklicht wird, der schon im Voraus mit Fokus auf ein Waldschutzgebiet definiert wurde. Die Grünen versuchten den Steigerwald wieder ins Spiel zu bringen, der von Seehofer von vornherein kategorisch ausgeschlossen wurde, da er diesbezüglich eine Vereinbarung mit drei Landräten getroffen habe. Umweltministerin Ulrike Scharf nennt die Rhön und den Spessart, Umweltschutzverbände sprechen sich kurz darauf für den Spessart aus, manche Gemeinden fühlen sich übergangen[1].

Politisch hat das Thema also einiges ins Rollen gebracht, aber ist es auch brauchbar für den Geographieunterricht? Genauer für den Geographieunterricht einer neunten Mittelschulklasse? Bietet es ausreichend Gesellschaftsrelevanz, Fachrelevanz und auch Schülerrelevanz? Und wenn ja, wie lässt sich dies methodisch umsetzen, was sind die didaktischen Ziele einer Beschäftigung mit dem Themenkomplex „dritter Nationalpark in Bayern“? Diesen Fragen wird die vorliegende Arbeit nachgehen.

1. Didaktische Analyse

1.1 Stellung im Lehrplan

Im LehrplanPLUS der bayerischen Mittelschulen ist das übergreifende Ziel der Bildung für nachhaltige Entwicklung im Sinne einer Umweltbildung und des Globalen Lernens verankert[2]. Dort heißt es: „Ein verantwortungsvoller Umgang mit Natur und Umwelt lässt die Schülerinnen und Schüler mögliche globale Folgen ihres eigenen lokalen Handelns erfahren.“[3] Es geht also um den Kontakt zum eigenen Raumverhalten in Bezug auf die Natur, von dem dann wieder (globale) Schlüsse abgeleitet werden können. Das Thema „Dritter Nationalpark in Bayern“ bietet auf vielfältige Weise solche lebensnahen Anknüpfungspunkte. Wie sieht die Natur in meiner Umgebung aus? Wie verhalten sich die Menschen zu ihr? Welche Folgen kann das haben? Mit Hilfe dieser Anknüpfungspunkte können auch die inhaltlich vorgegebenen, globalen Beschäftigungsbereiche des Lehrplans in der neunten Mittelschulklasse wie beispielsweise die Entkolonialisierungsbewegung in Indien oder Afrika[4] besser verstanden werden, indem ein Zugang durch persönliche Involviertheit gelegt wird, von dem aus viel besser gelernt werden kann, als wenn ein nur „abstraktes“ Thema vorliegt.

1.2 Feststellung des Grobziels

Als mögliche Grobziele würden sowohl die Kenntnisse sachlicher Kriterien für die Errichtung eines Nationalparks in Frage kommen, als auch die Frage, warum diese für den Einzelnen und die Gesellschaft im Ganzen sinnvoll sind. Warum haben Nationalparks eine hohe Bedeutung für den Menschen? Was wiederum im Umkehrschluss das hohe Konfliktpotential verdeutlicht, welches die Suche nach einem geeigneten Standort in sich trägt, wobei die Kriterien wieder eine Rolle spielen. Wir möchten dennoch bei dem existentielleren Thema der Betroffenheit des Einzelnen und der Gesellschaft im Ganzen bleiben und das Grobziel der Unterrichtseinheit somit folgendermaßen beschreiben: Die Schülerinnen und Schüler erörtern die Bedeutung von Nationalparks für den Menschen, seine Gesundheit, seine Verantwortung für nachfolgende Generationen.

1.3 Unterrichtsprinzipien: Gesellschaftsrelevanz, Fachrelevanz, Schülerrelevanz

Der Themenkomplex Nachhaltigkeit spielt beim Unterrichtsgegenstand „Dritter Nationalpark in Bayern“ eine entscheidende Rolle. Die Schüler_innen setzen sich damit auseinander, was in Bezug auf Natur und der Beziehung zwischen Mensch und Umwelt schützenswert ist. Was ist überhaupt wertvoll und warum? Was hat einen Wert für mich und die Gesellschaft im Ganzen? Was kann getan werden um diese Gebiete und Regionen zu bewahren oder zu ihrer Ursprünglichkeit zurückzuführen? Ist es nachhaltig viel Geld auszugeben um Nachhaltigkeit zu praktizieren? Diese Fragen und viele mehr tauchen auf, sobald die Thematik dritter Nationalpark in Bayern in den Blick rückt. Dabei spielt vor allem die Zukunfts- und Gegenwartsbedeutung eine wichtige Rolle, die sich beide um die Gesellschaftsrelevanz drehen. Was können Nationalparks dem Klimawandel entgegen setzen? Was der Modediagnose Burnout? Wie hängt die Gesundheit des Menschen zusammen mit einer gewissen „Gesundheit“ der Natur? Heißt die Natur zu retten automatisch, die Menschheit retten oder hat sich diese schon viel zu weit von jener entfernt? Was brauche ich, damit es mir gut geht? Welche Rolle spielt dabei die Natur? Was wäre wenn man die gesamte Welt, mit allen Lebewesen, Pflanzen und Molekülen als ein Wesen betrachtet, von dem auch ich ein Teil bin? Die Wälder und alle Pflanzen wären dann so etwas wie die Lunge und ich? Ein Bakterium, das sich einbildet mehr zu sein? Ein Baustein von etwas, das ich gar nicht überblicke?

Damit ist man schnell bei der Schülerrelevanz angelangt und bei existentiellen Fragen, die eine Schnittmenge zur Ethik und Philosophie aufweisen, insgesamt aber ein „ur-geographisches“ Thema sind: Das Verhältnis des Menschen zu seiner Umwelt. Seine Rolle in Bezug auf diese, seine Beziehung zu ihr, die Auswirkungen seines Handelns und Denkens, was alles in allem die Fachrelevanz des Themenkomplexes Nationalpark ausmacht. Die Beschäftigung bietet zudem das Einüben geographischer Fachmethoden.

Weniger tiefgründig aber genauso wichtig ist die politische Komponente. Nationalparks als eine Forderung und Umsetzungsmöglichkeit von Umwelt- und Nachhaltigkeitspolitik und Politik im Ganzen als eine Ausformungsmöglichkeit des mündigen Staatsbürgers, der sich als Weltbürger sieht und Ziel einer wahren Bildung ist, deren Todfeind die Halbbildung darstellt[5], die sich in diesem Fall nur mit den Auswendiglernen existierender Nationalparks oder den Pro und Contra Argumenten für bestimmte Regionen in Bayern beschäftigen würde. Ziel ist es, die Schüler_innen – und damit meinen wir jeden Einzelnen – in die Thematik zu verwickeln. Deswegen scheint es wenig sinnvoll, das Thema im Geographieunterricht nur oberflächlich zu behandeln, indem zum Beispiel nur auf die Kriterien für Nationalparks oder die Eignung des einen oder anderen Gebiets eingegangen wird. Ziel muss sein die Schülerinnen und Schüller in die Thematik zu verwickeln, sie betroffen zu machen, ihnen die Möglichkeit zu geben sich als Betroffene zu empfinden. Mögliche Impulse dafür könnten sein: In deiner Region soll ein Nationalpark errichtet werden – was hältst du davon? Der Klimawandel ist zu großen Teilen vom Menschen verursacht – denkst du es ist wichtig, das zu wissen? Was würde anders werden, wenn alle Menschen darüber Bescheid wüssten? Kannst du als einzelner überhaupt etwas tun? Was passiert wenn nichts passiert? Sind Nationalparks eine Möglichkeit, in diesen Fragen voran zu kommen? Oder bergen sie die Gefahr, ihnen auszuweichen? Sind sie so etwas wie Ablassbriefe, die das Gewissen rein waschen oder Oasen, um mit einer weitestgehend unberührten Natur in Kontakt zu kommen, die dann wiederum etwas in mir verändert? Was ist mit der Natur, die nie ein Mensch betritt? Was ist Ursprünglichkeit? Ist die Existenz des Menschen und die Forderung nach Ursprünglichkeit nicht ein Widerspruch in sich? – damit schließt sich der Kreis erneut zu den existentiellen Fragen und wir haben den Themenkomplex Nationalpark einmal, auf eine Art und Weise umrundet, die nur eine Möglichkeit von vielen darstellt und nie zu Ende geht, wenn eine fundierte Auseinandersetzung das Ziel ist, die immer in Spiralen verläuft und niemals gleich.

Wichtig ist, das Thema für die einzelnen Schülerinnen interessant zu machen, sie anzustoßen, damit sie über die Gesellschafts- und Fachrelevanz wieder auf sich zurückkommen. Im Idealfall haben sie auf diesem Weg etwas gelernt und kommen verändert zurück. Die geographische Fachrelevanz wird dabei allein durch die Reflexion der eigenen Beziehung zum Naturraum, dem Raumverhalten und der Beschäftigung mit der differenzierten Betrachtung von Gebieten erfüllt. Die Gesellschaftsrelevanz durch die Themenfelder Nachhaltigkeit und Verantwortung gegenüber künftigen Generationen und die Schülerrelevanz ist vermutlich am schwierigsten zu bewerkstelligen aber am wichtigsten, damit der Lernprozess überhaupt beginnt. Die Frage wie man die einzelnen Schüler_innen involviert, lässt sich allgemein kaum beantworten. Wichtig ist zunächst: Lebt meine Klasse zum Großteil in einer städtischen oder ländlichen Region? Wo liegen die Interessen der einzelnen Schüler? Wie ist der Status Quo ihrer Umwelt und Naturraumbeziehung. Bei einer Klasse im großstädtischen Raum wäre vielleicht eine vorangehende erlebenspädagogische Exkursion im Wald sinnvoll. Bei einer Klasse auf „dem Land“ ein Anreiz zur Reflexion des Bekannten.

2. Sachanalyse

2.1 Nationalparks – Definition schützenswerter Gebiete

Das Wort „Nationalpark“ ist ein gängiger Begriff. Doch sobald es darum geht, zu sagen, was einen Nationalpark auszeichnet, warum es in dieser Region einen gibt, in jener aber nicht wird es schwieriger.

Die International Union for Conservation of Nature and Natural Resources definiert Gebiete, die als Nationalparks in Frage kommen zunächst einmal und ganz grundlegend als schützenswert[6]. Die Gründe für den Schutz lassen sich in zwei Bereiche aufgliedern. Zunächst einmal ist es der landschaftliche Reiz, der ein Gebiet schützenswert macht. Das heißt ein Gebiet, das als schön, faszinierend oder irgendwie beeindruckend wahrgenommen wird, was viel Spielraum für individuelle Interpretationen lässt. Nicht jeder Mensch findet das gleiche schön, was den einen beeindruckt macht dem anderen womöglich Angst. Vielleicht liegt hier bereits eine Ursache für die vielen Konflikte, die entstehen, wenn eine Region sich mit der Frage auseinandersetzt, einen Nationalpark zu errichten.

Das zweite Kriterium ist der ökologische Wert. Das Gebiet sollte ökologisch besonders wertvoll sein. Als Beispiel lassen sich hier Moore nennen, die bei deutlich geringerer Fläche doppelt so viel CO2 speichern als alle Wälder der Erde. Aber auch ein besonders hoher Artenreichtum oder das Vorkommen seltener Tier- und Pflanzenarten sprechen für einen besonderen ökologischen Wert, der sich vermutlich deutlicher „messen“ lässt als das zuerst genannte ästhetische Kriterium aber dennoch an Wertfragen geknüpft ist. Was kümmert es mich, wenn eine Insektenart ausstirbt? Warum soll ich eine Pflanze schützen, von der ich nichts habe, die ich nicht essen oder anderweitig verwerten kann, wenn ich auf der gleichen Fläche Holzwirtschaft betreiben könnte? Es gibt also auch hier unterschiedliche Möglichkeiten der Auslegung und eine gewisse Grundsensibilität, die nicht jeder Mensch von sich aus aufweist.

Bei der Frage, warum diese Gebiete geschützt und für jetzige sowie zukünftige Generationen erhalten werden sollen kommen weitere Kriterien und Begründungsmuster ins Spiel. Eine weitestgehend „unberührte“ Natur ist vor allem auch für die Forschung im Bereich der Biologie, der Geologie oder Chemie von Interesse. Wenn es Kulturlandschaften sind, die geschützt werden, dann auch für Anthropologen, Ethnologen und Archäologen, deren Erkenntnisse und möglichen Forschungsergebnisse wiederum einen Wert für die existierende Gesellschaft haben oder haben können. Direkt profitiert „die Gesellschaft“ oder besser jeder einzelne Bürger, wenn das Kriterium der Möglichkeit zur Erholung auftaucht. Es ist wissenschaftlich bewiesen, dass Natur, z.B. Bäume eine beruhigende Wirkung auf den Menschen haben[7]. Dafür gibt es unterschiedliche Begründungstheorien, die eine weitere Arbeit in Anspruch nehmen würden. Wichtig ist: Ursprüngliche Natur hat einen positiven Einfluss auf den Menschen, seine Wahrnehmung, seine Psyche, was sie zu einem schützenswerten Gut macht. In ihr erlebt der Mensch „das andere“, das nicht von Menschen erschaffene, sondern das, aus dem er oder sie selbst kommt, sich durch die Kultur in allen Ausformungen davon entfernt hat aber immer noch in Verbindung steht mit dem natürlichen, nicht kulturellen, dem biologischen, weshalb es vermutlich auch unser Körper ist, der positiv auf eine natürliche Umwelt reagiert und damit wieder die Psyche beeinflusst. Deshalb spielt laut IUCN auch die Spiritualität, die ich in der Natur erfahren kann eine Rolle bei der Errichtung von Nationalparks. Aber auch kognitive Elemente, wie Umweltbildung und -schulung – sowohl für Kinder als auch für Erwachsene.[8]

Dabei sollen 75% der Fläche sich selbst überlassen werden, was nicht kategorisch bedeutet, dass der Mensch gar nicht eingreifen darf. Wenn es darum geht eine Kulturlandschaft zu erhalten oder bedrohte Tier- und Pflanzenarten zu schützen ist eine menschliche Regulation erlaubt, nicht aber für ökonomische Zwecke. Diesen darf auf 25% der deklarierten Fläche nachgegangen werden, wo sowohl Forst- und Landwirtschaft als auch die Jagd erlaubt sind.[9]

Was erschwerend hinzukommt ist, dass jedes Land unterschiedliche Gesetze in Bezug auf den Naturschutz aufweist und auch die Regelungen zu Nationalparks von Staat zu Staat unterschiedlich gehandhabt werden. Eine detaillierte Auseinandersetzung mit diesen Unterscheiden würde aber den Rahmen der vorliegenden Arbeit sprengen.

2.2 Erfahrungen bereits existierender Nationalparks in Bayern

Wichtig bei der Frage nach einem dritten, sind die Erfahrungen der beiden bereits existierenden Nationalparks in Bayern.

In aller Kürze und allgemein lässt sich sagen, dass tendenziell ein Anstieg des Durchschnitts-einkommens in der Region in der ein Nationalpark errichtet wird festzustellen ist und neue Arbeitsplätze entstehen[10]. Dies liegt zum einen am Anstieg des Tourismus andererseits auch an der Notwendigkeit der Betreuung und Verwaltung eines Schutzgebietes. Dass dies alles in allem eine wirtschaftliche Chance, gerade für den strukturschwachen ländlichen Raum und Peripherregionen darstellt, lässt sich nicht leugnen.

Wenn man die Entwicklung im Bayerischen Wald betrachtet, muss man jedoch vorsichtig sein, einen Nationalpark als automatischen Tourismusmotor zu sehen[11]. Es spielt immer auch eine Rolle, wie der Tourismus, die Anwerbung von Touristen und beispielsweise die Ausbreitung von großen Hotelketten im Vergleich zu kleineren Familienbetrieben gehandhabt und politisch umgesetzt wird.

2.3 Die „Kandidaten“ – Spessart, Steigerwald, Rhön

Als Horst Seehofer bekannt gab, dass Bayern einen dritten Nationalpark bekommen soll, schloss er eine Region von vornherein aus: den Steigerwald. Dort hatte es bereits im Jahr 2007 Bestrebungen in diese Richtung gegeben, die aber auf großen Widerstand in der Bevölkerung trafen[12]. Ein Aktionsbündis gegen einen geplanten Nationalpark gründete sich, das den Intentionen mehrerer Naturschutzverbände gegenüberstand. Als Zwischenlösung wurde ein Naturschutzgebiet errichtet, das dann wieder aberkannt wurde, was zur heftigen Auseinandersetzung zwischen Politik und Naturschutzverbänden führte, die vor Gericht gebracht wurden.[13] Obwohl der Steigerwald von Seehofer kategorisch ausgeschlossen wurde, da er da eine Vereinbarung mit drei Landräten habe, brachten ihn z.B. Politiker der Grünen wieder ins Gespräch, da er mit seinen über 300 Jahren alten Buchenwäldern durchaus geeignet wäre[14]. Auch bleibt es fraglich wie authentisch es ist, die Forderung nach einer sorgfältigen Prüfung aller in Frage kommenden Gebiete zu stellen während eines aus politischen Gründen außen vor gelassen wird.

Bleiben noch der Spessart und die Rhön. Die unterfränkische Kreisgruppe des Bund Naturschutz hat sich für den Spessart ausgesprochen. Dort gäbe es große, alte Buchenwälder, die ein zusammenhängendes Gebiet darstellen und deshalb dringend geschützt werden sollten. Dem gegenüber steht die lange Tradition der Holzwirtschaft im Spessart und das Misstrauen vieler Bewohner.

Also doch die Rhön? Manche Naturschützer befürchten eine Umbenennung eines bereits existierenden Schutzgebietes anstatt einer Neuentstehung, da die Rhön bereits seit 1991 UNESCO Biosphärenreservat ist. Außerdem gebe es zu wenige großflächig zusammenhängende Wälder. Befürworter der Rhön als Nationalpark halten mit dem Hohen Artenreichtum dagegen, den seltenen Tier und Pflanzenarten, mit dem höheren Schutzfaktor durch einen möglichen Nationalparkstatus und den guten Erfahrungen der bereits existierenden Kernzonen, die bereits einer vollständig unberührten Natur nahe kommen. Zudem gibt es in der Rhön bedeutende Geotope, wie den Vulkankrater am Gebirgstein und eine schützenswerte Kulturlandschaft, was über den „Waldnationalpark“ hinaus reizvoll wäre.

[...]


[1] Auer Katja, Sebald Christian: Nationalpark-Pläne stoßen im Spessart auf Widerstand. In: Süddeutsche Zeitung, 03.08.16

[2] http://www.lehrplanplus.bayern.de/fachprofil/mittelschule/gpg

[3] http://www.lehrplanplus.bayern.de/fachprofil/mittelschule/gpg

[4] https://www.isb.bayern.de/download/13264/04lp_gse_9_m.pdf

[5] Adorno, Theodor W.: Theorie der Halbbildung. In: Gesammelte Schriften, Band 8: Soziologische Schriften Suhrkamp, Frankfurt/M.: 1972, S. 93-121

[6] https://www.iucn.org/theme/protected-areas/about/protected-area-categories/category-ii-national-park

[7] Wohlleben, Peter: Das geheime Leben der Bäume. Ludwig Verlag, München: 2015

[8] https://www.iucn.org/theme/protected-areas/about/protected-area-categories/category-ii-national-park

[9] https://www.iucn.org/theme/protected-areas/about/protected-area-categories/category-ii-national-park

[10] Job, Hubert; Mayer, Marius (Hrsg.): Tourismus und Regionalentwicklung in Bayern; Arbeitsberichte der ARL. Hannover: 2013-

[11] Job, Hubert; Mayer, Marius (Hrsg.): Tourismus und Regionalentwicklung in Bayern; Arbeitsberichte der ARL. Hannover: 2013. S. 56-61

[12] Siehe z.B.: http://www.unser-steigerwald.de/blog/

[13] http://www.br.de/nachrichten/unterfranken/inhalt/steigerwald-nationalpark-streit-chronologie-100.html

[14] http://www.br.de/nachrichten/nationalpark-spessart-rhoen-100.html

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Details

Titel
Ein dritter Nationalpark in Bayern. Ansätze für den Geographieunterricht
Note
2,0
Autor
Jahr
2016
Seiten
21
Katalognummer
V412386
ISBN (eBook)
9783668634596
ISBN (Buch)
9783668634602
Dateigröße
668 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
nationalpark, bayern, Unterricht, Schule, Geographie, Lehrer, Entwurf, Unterrichtsstunde, Seehofer, Lehramt, Schüler, Beispiel, Natur, Politik, Lehre, Wald, Deutschland, Grüne, CSU, Debatte, Diskussion, offener Unterricht, Söder, Naturschutz, Landschaftsamt, Schulstunde, BUND
Arbeit zitieren
Chris K. (Autor), 2016, Ein dritter Nationalpark in Bayern. Ansätze für den Geographieunterricht, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/412386

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