Diese Arbeit beschäftigt sich mit dem Einfluss des NS Staates auf das religiöse Leben und auf den Religionsunterricht an deutschen Schulen von 1933 bis 1945. Dabei sollen folgende Fragestellungen genauer betrachtet werden: Inwieweit wurde der Religionsunterricht durch die nationalsozialistische Ideologie beeinflusst und dadurch eingeschränkt und wie veränderte sich das religiöse Leben an den Schulen? Es soll dabei auch der Fokus auf die Rolle der Religionslehrer und Pfarrer gelegt werden. Schließlich soll noch die Umwandlung von Bekenntnisschulen in Volksschulen genauer betrachtet werden.
Inhaltsverzeichnis
1. Interview mit einer Zeitzeugin
2. Einschränkung und Beeinflussung des Religionsunterrichts durch die Nationalsozialisten von 1933 bis 1945
2.1. Politischer Kurswechsel in Bezug auf den Religionsunterricht
2.2. Einführung neuer Lehrpläne und Richtlinien für den Religionsunterricht
2.3.Veränderung des Religionsunterrichts
2.3.1. Christliche Rituale im Religionsunterricht
2.3.2. Einfluss der NS Ideologie auf die Inhalte im Religionsunterricht
2.4. Religiöses Leben an deutschen Schulen
2.4.1. Feiern, Andachten und Gebete
2.4.2. Religiöse Symbole
2.5. Religionslehrer und Pfarrer als Träger nationalsozialistischen Gedankenguts
2.5.1. Lehrer als politisches Sprachrohr
2.5.2. Herausdrängen der Geistlichen aus dem Religionsunterricht
2.5.3. Wachsender Druck auf Religionslehrer
2.6. Umwandlung der Bekenntnisschulen in deutsche Volksschulen
2.6.1. Widerstand und Reaktion der evangelischen Kirche
2.6.2. Widerstand und Reaktion der katholischen Kirche
2.6.3. Ziel der Nationalsozialisten und Rolle des Volkes
3. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht den systematischen Einfluss des Nationalsozialismus auf das religiöse Leben sowie den Religionsunterricht an deutschen Schulen zwischen 1933 und 1945, mit einem Fokus auf die Rolle der Lehrerschaft und die Transformation des Schulwesens.
- Politische Indoktrination durch schulisches Personal
- Einschränkung und ideologische Umgestaltung des Religionsunterrichts
- Veränderung von Schulfeiern und religiösen Ritualen
- Zerschlagung der Bekenntnisschulen zugunsten der Einheitsvolksschule
- Reaktionen und Widerstände der christlichen Kirchen
Auszug aus dem Buch
2.3.2. Einfluss der NS Ideologie auf die Inhalte im Religionsunterricht
Die nationalsozialistische Ideologie beeinflusste nicht nur christliche Rituale wie das Gebet im Religionsunterricht, sondern auch die Inhalte, die gelehrt wurden. So wurden in einem Diktat zum Beispiel Jesus und Hitler verglichen. Man stellte Hitler mit Jesus gleich, denn "Wie Jesus die Menschen von Sünde und Hölle befreite, so rettete Adolf Hitler das deutsche Volk vor dem Verderben"35. Oder Hitler wurde sogar noch über Jesus gestellt: “Aber während Jesus gekreuzigt wurde, wurde Hitler zum Reichskanzler erhoben."36
Auch der Umgang mit der Bibel veränderte sich im Verlauf der Machtdauer. Das Alte Testament wurde insgesamt wegen seines jüdischen Ursprungs sehr kritisch gesehen. Schon bei der Sportpalastkundgebung 1933 der Deutschen Christen kam es zu antisemitischen Äußerungen und zu der Überlegung das „jüdische“ Alte Testament einzusparen.37
1937 schlug das Kreisschulamt Lauterbach der hessischen Landesregierung vor, die Unterrichtszeit des Religionsunterrichtes zu verkürzen und aus diesem Grund auf das AT als Lehrstoff zu verzichten.38
1938 wurde eine neue Verordnung durch den Reichsstatthalter in Hessen erlassen, die den Umgang mit der Bibel verschärfte. Das Alte Testament wurde schließlich ganz verboten und auch andere Geschichten aus dem Neuen Testament mussten in den Hintergrund treten. Man begründete dies so: "Dem Grundsatz, daß die Erziehung der deutschen Jugend einheitlich im Geiste des Nationalsozialismus zu erfolgen hat, ist in der Schule in allen Fächern Rechnung zu tragen. Da Religionsunterricht als ordentliches Lehrfach der Schule gilt, muß auch hier dieser Grundsatz berücksichtigt werden. Stoffe, die dem Sittlichkeitsempfinden der germanischen Rasse widersprechen, sind nicht zu behandeln. Große Teile des AT können daher für den Unterricht nicht in Frage kommen" 39
Zusammenfassung der Kapitel
1. Interview mit einer Zeitzeugin: Ein persönlicher Bericht einer Zeitzeugin verdeutlicht die Wahrnehmung des Schullebens unter dem Einfluss des Nationalsozialismus in den 1930er Jahren.
2. Einschränkung und Beeinflussung des Religionsunterrichts durch die Nationalsozialisten von 1933 bis 1945: Dieses Hauptkapitel analysiert die schrittweise politische Vereinnahmung des Religionsunterrichts, die ideologische Umgestaltung von Lehrinhalten und die Verdrängung der Kirchen aus dem schulischen Raum.
3. Fazit: Die Arbeit schließt mit der Erkenntnis, dass das NS-Regime durch systematisches Eingreifen in das Schulwesen versuchte, christliche Werte durch die nationalsozialistische Ideologie und den Führerkult zu ersetzen.
Schlüsselwörter
Nationalsozialismus, Religionsunterricht, Bekenntnisschule, Indoktrination, Kirchenkampf, NS-Ideologie, Schulwesen, Gleichschaltung, Antisemitismus, Führerkult, Christentum, Volksschule, Lehrpläne, Religionslehrer, Schulgottesdienste
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Seminararbeit grundlegend?
Die Arbeit befasst sich mit der totalitären Einflussnahme des NS-Staates auf das religiöse Schulleben und den Religionsunterricht in Deutschland zwischen 1933 und 1945.
Welches sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die Untersuchung umfasst die ideologische Umgestaltung des Unterrichts, die politische Rolle der Lehrerschaft sowie die Umwandlung von Bekenntnisschulen in konfessionslose Volksschulen.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Die Forschungsfrage konzentriert sich darauf, inwieweit die nationalsozialistische Weltanschauung den Religionsunterricht beeinflusste und welche Strategien zur Verdrängung christlicher Einflüsse an Schulen angewandt wurden.
Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse historischer Quellen, ergänzt durch einen zeitgeschichtlichen Zeitzeugenbericht, um ein umfassendes Bild der damaligen Schulsituation zu zeichnen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden detailliert die Änderung der Lehrpläne, die Zensur religiöser Schriften, die Indoktrinierung durch Lehrpersonal sowie der Widerstand der evangelischen und katholischen Kirche thematisiert.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie "Indoktrination", "Gleichschaltung", "Kirchenkampf" und die "Verdrängung des christlichen Bekenntnisses" charakterisiert.
Wie wurde der Religionsunterricht ideologisch manipuliert?
Inhalte wurden so umgedeutet, dass sie mit der Rassenideologie korrespondierten, wobei biblische Texte wie das Alte Testament aufgrund ihres jüdischen Ursprungs diskreditiert und mit nationalsozialistischen Mythen vermischt wurden.
Welche Rolle spielte die Lehrerschaft in diesem Prozess?
Lehrer wurden zunehmend zum politischen Instrument des NS-Regimes; sie mussten sich ideologisch schulen lassen und durch Parteitreue sicherstellen, dass die nationalsozialistischen Werte in den Unterricht einflossen.
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- Sarah Tschaikowski (Autor), 2017, Der Einfluss des NS Staates auf das religiöse Leben an deutschen Schulen, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/412393