Die Arbeit soll zeigen, warum das Konzept der Lebensweltorientierung, mit dem besonderen Blick auf Flüchtlinge im Jugendalter in Deutschland, eine so wichtige Rolle spielt. So geht es um die Frage, wo das Konzept der Lebensweltorientierung bei den Jugendlichen ansetzen kann. Die Problemstellung lautet: Lebensweltorientierte Soziale Arbeit mit unbegleiteten Flüchtlingen im Jugendalter in Deutschland. Dazu werden zunächst die Gründe und Ursachen für eine Flucht erläutert unter besonderer Berücksichtigung von Jugendlichen auf der Flucht. Anschließend wird der Begriff unbegleitete minderjährige Flüchtlinge (UMF) definiert, sowie der Bezug zur Sozialen Arbeit hergestellt, im Hinblick auf die Herausforderungen denen (minderjährige) Flüchtlinge begegnen können, Herausforderungen wie z.B. der Zugang zu Bildung oder die Verarbeitung der Fluchtgeschichte. Als wichtiges Konzept der Sozialen Arbeit für die Arbeit mit unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen, denen sich derartige Herausforderungen stellen, soll dann das Konzept der Lebensweltorientierung diskutiert werden. Das Konzept wird deshalb zunächst erläutert und anschließend in Verbindung mit Flüchtlingen im Jugendalter gebracht. Dabei geht es um die Aspekte des rechtlichen Umgangs mit unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen, beziehungsweise welche Möglichkeiten die Soziale Arbeit hat, sie zu unterstützen und unterzubringen. Die Verbindung der lebensweltorientierten Sozialen Arbeit mit Flüchtlingen im Jugendalter spiegelt den Hauptaspekt dieser Arbeit wider und wird im Fazit noch einmal aufgegriffen. Ziel ist es, die Möglichkeiten durch Lebensweltorientierung aufzuzeigen und klarzustellen wie wichtig dieses Konzept in der Arbeit mit minderjährigen Flüchtlingen ist.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Unbegleitete minderjährige Flüchtlinge
2.1 Flucht
2.2 Jugendliche auf der Flucht
2.3 Unbegleitete minderjährige Flüchtlinge
2.4 Herausforderungen für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge
2.4.1 Psychische Belas1tungen
2.4.2 Arbeit
2.4.3 Schule
3. Konzept lebensweltorientierte Soziale Arbeit
3.1 Alltag/Lebenswelt
3.2 Rekonstruktion der Lebenswelt
3.3 Strukturmaximen einer Lebensweltorientierten Sozialen Arbeit
3.4 Kritik
4. Soziale Arbeit mit Flüchtlingen im Jugendalter
4.1 Aspekte des rechtlichen Umgangs mit minderjährigen Flüchtlingen
4.2 Unterbringung von Flüchtlingen
4.2.1 Erstversorgungseinrichtungen
4.2.2 Pflegefamilien
4.2.3 Adoption
4.2.4 Weitere Unterbringungsmöglichkeiten
4.3 Lebensweltorientierte Soziale Arbeit mit minderjährigen Jugendlichen
5. Fazit Lebensweltorientierte Soziale Arbeit mit Flüchtlingen im Jugendalter
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Relevanz und Anwendung des Konzepts der lebensweltorientierten Sozialen Arbeit bei der Betreuung und Integration von unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen in Deutschland. Ziel ist es, aufzuzeigen, wie dieses Konzept konkret dazu beitragen kann, den Alltag der Jugendlichen zu stabilisieren und die Herausforderungen ihrer Lebenssituation zu bewältigen.
- Lebensweltorientierung als fachliches Handlungskonzept
- Herausforderungen unbegleiteter minderjähriger Flüchtlinge (psychische Belastungen, Bildung, Arbeit)
- Rechtliche Rahmenbedingungen und Unterbringungsformen in der Kinder- und Jugendhilfe
- Methodische Ansätze zur Unterstützung im Alltag und zur sozialen Integration
Auszug aus dem Buch
3.4 Kritik
Immer wieder wird diskutiert, ob das Konzept der lebensweltorientierten Arbeit für die Vielfalt spezifischer Aufgaben in unterschiedlichen Arbeitsfeldern mit Hinblick auf die notwendigen konkreten Handlungsmuster und methodischen Zugänge noch nicht hinreichend ausgearbeitet ist (vgl. Grunwald/Thiersch, 2004, S. 5). Walter Kiehl unterstützt diese Kritik mit den Worten: „Ich komme zu dem Ergebnis, dass die Alltags- und Lebensweltorientierung als fachliches Handlungskonzept ein wenig emanzipatives, sondern vielmehr ein wertkonservativ-affirmatives Handlungskonzept ist, ein scheinbar billiges zudem, das den Betroffenen allerdings etwas vormacht und sie zugleich überfordert, indem es den restlos Überforderten ein von einem humanitären Anspruch her recht schäbiges Selbsthilfeangebot macht, nämlich letztlich den Tipp: ‚Hilf Dir doch selbst!’“ (Kiehl, Walter H.,2003, S.5).
Zu berücksichtigen ist, dass selbst Thiersch und Grunwald noch auf derartige Lücken hingewiesen haben, diese Lücken aber mit aktueller Literatur zu schließen versuchen(vgl. Grunwald/Thiersch, 2004, S. 5).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung definiert das Arbeitsfeld der Sozialen Arbeit mit unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen und formuliert die Problemstellung bezüglich der Anwendung der Lebensweltorientierung.
2. Unbegleitete minderjährige Flüchtlinge: Dieses Kapitel thematisiert Fluchtursachen, die Definition des Begriffs sowie die spezifischen psychischen und sozialen Herausforderungen der Betroffenen.
3. Konzept lebensweltorientierte Soziale Arbeit: Es werden die theoretischen Grundlagen der Lebensweltorientierung, deren Rekonstruktion sowie die zentralen Strukturmaximen und kritische Stimmen zum Konzept dargelegt.
4. Soziale Arbeit mit Flüchtlingen im Jugendalter: Der Fokus liegt hier auf den rechtlichen Rahmenbedingungen, den verschiedenen Unterbringungsmöglichkeiten und der praktischen Implementierung der Lebensweltorientierung in der Arbeit mit Jugendlichen.
5. Fazit Lebensweltorientierte Soziale Arbeit mit Flüchtlingen im Jugendalter: Das Fazit resümiert die Notwendigkeit des Konzepts für eine effektive, individuell angepasste Beratung und Unterstützung der Flüchtlinge im deutschen Alltag.
Schlüsselwörter
Lebensweltorientierung, Soziale Arbeit, unbegleitete minderjährige Flüchtlinge, UMF, Fluchtursachen, Jugendhilfe, SGB VIII, Integration, Alltag, Alltagsnähe, Trauma, Psychische Belastung, Unterbringung, Partizipation, Bildung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Anwendung des fachlichen Konzepts der lebensweltorientierten Sozialen Arbeit im Kontext der Betreuung von unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen in Deutschland.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Zentrale Themen sind die Lebenssituation von jungen Flüchtlingen, die theoretischen Maximen der Lebensweltorientierung sowie die rechtlichen und praktischen Aspekte der Unterbringung und Integration durch die Jugendhilfe.
Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie das Konzept der Lebensweltorientierung eine hilfreiche Methode darstellt, um unbegleitete minderjährige Flüchtlinge in ihrem schwierigen Alltag zu unterstützen und ihre soziale Integration zu fördern.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine Literaturanalyse bestehender fachwissenschaftlicher Konzepte und deren Transfer auf die spezifische Zielgruppe der jugendlichen Flüchtlinge.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einführung in die Lebensweltorientierung, die Darstellung der Herausforderungen für die Klientel sowie eine Analyse der rechtlichen und praktischen Rahmenbedingungen für SozialarbeiterInnen.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Die zentralen Begriffe sind Lebensweltorientierung, Soziale Arbeit, unbegleitete minderjährige Flüchtlinge, Integration, Alltag und Kinder- und Jugendhilfe.
Wie unterscheidet sich die Situation von Flüchtlingen im Jugendalter von Erwachsenen?
Jugendliche Flüchtlinge haben alterskorrelierte Bedürfnisse, wie den Zugang zu Bildung und Schule, sowie einen besonderen Schutzbedarf unter dem SGB VIII, der eine umfassende Betreuung durch das Jugendamt erforderlich macht.
Welche Kritikpunkte werden am Konzept der Lebensweltorientierung geäußert?
Kritiker werfen dem Konzept vor, in manchen Anwendungsfeldern nicht hinreichend ausgearbeitet zu sein und Gefahr zu laufen, als wertkonservatives Modell die Eigenverantwortung der Betroffenen zu überstrapazieren.
Welche Rolle spielt die Unterbringung für den Erfolg der Sozialen Arbeit?
Die Unterbringung ist ein zentraler Ankerpunkt; sie soll nicht nur Schutz bieten, sondern durch Alltagsnähe und stabile soziale Bezüge eine psychische Stabilisierung ermöglichen, die für den Integrationsprozess essenziell ist.
- Quote paper
- Michael Pohl (Author), 2017, Lebensweltorientierte Soziale Arbeit mit Flüchtlingen im Jugendalter in Deutschland, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/412592