Zu einer der wichtigsten Staatsaufgaben gehört die Verwirklichung der Gerechtigkeit. Da Gerechtigkeit in großem Maße mit Verteilung zu tun hat, stellt sich die Frage, welche wirtschaftspolitische Maßnahmen und Instrumente die intendierte Wirkung auf die Verteilung erzielen. Diese Hausarbeit befasst sich mit dem Thema Erbschafts- bzw. Schenkungssteuern und untersucht die Bedeutung dieses finanzpolitischen Instrumentes für gerechte Vermögensverteilung. Da es wiederkehrend zu Diskussionen über die Abschaffung der Erbschaftsteuer kommt, ist eine ständige Aktualität dieser Ausarbeitung gegeben. Zu beantworten ist die Frage, ob die Egalisierungsbestrebungen mit Hilfe dieser Regulierung volkswirtschaftlich und steuerpolitisch zweckmäßig und ökonomisch sinnvoll sind. Es werden theoretische Grundlage der Erbschaftsteuer kritisch untersucht und die Auswirkungen dieser Steuer auf Privatpersonen und Unternehmen aufzeigen. Die Ausführung klärt, ob die angestrebte Vermögensumverteilung innerhalb der Bevölkerung anhand der Erhebung der Erbschaftsteuer erreicht werden kann. Zuerst wird der Begriff „Erbschaftsteuer“ definiert und erläutert. Danach werden die verschiedenen Formen und Begründungen der Erbschaftsteuer genannt und erklärt. Es folgt ein Kapitel, das sich mit dem deutschen Erbschaftsteuersystem vor und nach der Erbschaftsteuerreform von 2009 befasst und deren Bedeutung diskutiert. Das Kernstück dieser Hausarbeit handelt von Wirkungen der Erbschaftsteuer. Zum Schluss werden noch einmal die wesentlichen Inhalte der Hausarbeit im Fazit zusammengefasst und die Steuerwirkungen auf wirtschaftliche und soziale Ebenen kritisch beurteilt.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Definition der Erbschafts- und Schenkungssteuer
3 Formen und Begründung der Erbschaftssteuer
4 Erbschaftssteuer in Deutschland
5 Wirkungen der Erbschaftssteuer
5.1 Überwälzungsmöglichkeiten
5.2 Wirkungen auf natürliche Personen
5.3 Wirkungen auf Unternehmen
6 Fazit
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Diese Arbeit untersucht die Rolle der Erbschafts- und Schenkungssteuer als finanzpolitisches Instrument zur Förderung einer gerechten Vermögensverteilung. Dabei wird analysiert, ob die Erhebung dieser Steuer im deutschen System volkswirtschaftlich zweckmäßig ist und welche Auswirkungen sie auf Privatpersonen sowie Unternehmen hat.
- Theoretische Grundlagen und Begründung der Erbschaftssteuer
- Das deutsche Erbschaftsteuersystem und die Reform von 2009
- Analyse der Überwälzungsmöglichkeiten und Steuerinzidenz
- Auswirkungen der Besteuerung auf Sparverhalten und Investitionen
- Beurteilung der Verteilungswirkungen und konjunkturpolitischer Aspekte
Auszug aus dem Buch
5.1 Überwälzungsmöglichkeiten
Um den Erfolg bzw. Misserfolg der Vermögensdistribution beurteilen zu können, müssen zuerst die Wirkungen der eingesetzten Instrumente analysiert werden. Zunächst stellt sich die Frage, ob die von Erbschaftsteuerzahlungen Betroffenen die Steuerlast selber tragen oder ob es sich eine Möglichkeit ergibt, die Steuern weiter zu wälzen. Bei solchen Vermögensarten wie Gebrauchsvermögen, Geldvermögen und Grundvermögen ist es praktisch unmöglich die Steuern an andere Wirtschaftssubjekte weiterzugeben.
Beim Betriebsvermögen wäre eine Überwälzung denkbar z. B. über eine Erhebung der Preise der Produkte, die mit dem ererbten Vermögen hergestellt wurden, bzw. über eine Senkung der Inputpreise. Allerdings fällt die Erbschaftsteuer in größeren und vor allem unbestimmten Zeitabständen an, was solche Vor- bzw. Rückwälzung eher unwahrscheinlich macht. Demzufolge kann man davon ausgehen, dass die Erben grundsätzlich die Steuerlast selbst tragen.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung führt in die Problematik der Verteilungsgerechtigkeit ein und stellt die Forschungsfrage nach der ökonomischen Sinnhaftigkeit der Erbschaftssteuer.
2 Definition der Erbschafts- und Schenkungssteuer: Dieses Kapitel definiert die steuerlichen Grundlagen und ordnet die Schenkungssteuer als notwendige Folgesteuer zur Vermeidung von Ausweichreaktionen ein.
3 Formen und Begründung der Erbschaftssteuer: Es werden die Unterschiede zwischen Nachlass- und Erbanfallsteuer erläutert und deren finanzpolitische Rechtfertigung, etwa durch das Leistungsfähigkeitsprinzip, diskutiert.
4 Erbschaftssteuer in Deutschland: Das Kapitel analysiert das deutsche System sowie die weitreichenden Änderungen durch die Steuerreform von 2009 bezüglich der Bewertung und Freibeträge.
5 Wirkungen der Erbschaftssteuer: Hier werden die ökonomischen Konsequenzen der Steuer auf Überwälzung, natürliches Sparverhalten sowie auf die Investitionskraft von Unternehmen untersucht.
6 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und beurteilt die Erbschaftssteuer trotz ihres begrenzten Verteilungseffekts als sinnvoll zur Vermeidung extremer Vermögenskonzentration.
Schlüsselwörter
Erbschaftssteuer, Schenkungssteuer, Vermögensverteilung, Erbanfallsteuer, Leistungsfähigkeitsprinzip, Steuerreform 2009, Freibeträge, Betriebsvermögen, Steuerinzidenz, Verteilungsgerechtigkeit, Sparverhalten, Investitionen, Kapitalgesellschaften, Personenunternehmen, Finanzwissenschaft.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit untersucht die Eignung der Erbschafts- und Schenkungssteuer als Instrument zur Förderung der sozialen Gerechtigkeit und Vermögensumverteilung in Deutschland.
Welches sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die Schwerpunkte liegen auf der steuerlichen Definition, den theoretischen Begründungsansätzen, dem deutschen Steuersystem nach der Reform von 2009 und den ökonomischen Wirkungen auf Erben und Unternehmen.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist zu klären, ob die Erhebung der Erbschaftssteuer volkswirtschaftlich zweckmäßig ist und ob sie effektiv zur Reduzierung der Vermögenskonzentration beitragen kann.
Welche wissenschaftliche Methodik wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Analyse und einer kritischen Untersuchung der steuerpolitischen Grundlagen sowie der Auswirkungen der Steuergesetzgebung auf wirtschaftliche Akteure.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Definition der Steuer, deren Begründung, die Darstellung des deutschen Systems, eine Analyse der Überwälzungsmöglichkeiten sowie eine Bewertung der Auswirkungen auf natürliche Personen und Unternehmen.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Untersuchung?
Zentrale Begriffe sind Vermögensdistribution, Erbanfallsteuer, Leistungsfähigkeitsprinzip, Steuerinzidenz und die Auswirkungen auf das Betriebsvermögen.
Wie wirkt sich die Erbschaftssteuer auf die Investitionsentscheidungen von Familienunternehmen aus?
Die Steuer kann laut Arbeit zu Liquiditätseinbußen führen, was Investitionen einschränken oder im Todesfall des Erblassers sogar zur Veräußerung von Unternehmenssubstanz zwingen kann.
Welche Rolle spielen die Verschonungsregeln für das Betriebsvermögen?
Die Verschonungsregeln sollen die Fortführung von Betrieben durch die Familie sichern, da Vermögensbildung bei Selbstständigen oft die Hauptquelle für die Altersvorsorge darstellt.
- Citation du texte
- Svetlana Charlotte Schneider (Auteur), 2013, Ist die Erbschaftssteuer ein geeignetes Instrument der Vermögensdistribution?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/412707