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Artemisia Gentileschis "Judith enthauptet Holofernes". Tradition und Innovation im Werk einer barocken Künstlerin

Título: Artemisia Gentileschis "Judith enthauptet Holofernes". Tradition und Innovation im Werk einer barocken Künstlerin

Tesis (Bachelor) , 2017 , 53 Páginas , Calificación: 1,70

Autor:in: Christina Haupt (Autor)

Arte - Historia del Arte
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Drei schlaglichtartig beleuchtete Gestalten heben sich von einem dunklen Hintergrund ab. Zwei Frauen mit ernstem, konzentriertem Blick, eine der beiden mit einem Schwert in der Hand, pressen gewaltsam einen Mann auf ein Bettlaken nieder um ihn zu enthaupten. Kräftige Arme greifen ineinander. Es ist eine blutige Szene voller Dramatik, die den allesentscheidenden Augenblick, den sogenannten "baroque moment", des biblischen Judith und Holofernes-Narratives darstellt.

Die italienische Künstlerin mit dem vielversprechenden Namen Artemisia Gentileschi (1593-1653) schuf das Gemälde "Judith enthauptet Holofernes" um 1620 in Rom. Bei der biblischen Geschichte aus dem Buch Judit handelt es sich um einen Erzählungstypus. Dabei stellt die fromme, jungfräuliche Witwe Judith die Personifikation Israels/des Judentums dar. Ihre von den Assyrern bedrohte Heimatstadt Bethulia bedeutet übersetzt 'Gotteshaus' und ist mit dem hebräischen Wort für Jungfräulichkeit verwandt. Um ihr Volk zu befreien begibt sich Judith zusammen mit ihrer Magd in das Lager der Angreifer um das Vertrauen deren Anführer Holofernes zu gewinnen. Nach einigen Tagen sucht sie nach einem Trinkgelage das Gemach des betrunkenen Holofernes auf um ihn mit Hilfe göttlichen Beistands zu enthaupten. Nach Vollzug des Befreiungsakts kehren die beiden Frauen nach Bethulia zurück.

Wenngleich sich das Sujet zu Beginn des 17. Jh. großer Beliebtheit in Italien erfreute, so überwogen dennoch Darstellungen, die Judith (und ihre Magd) nach vollbrachter Tat zeigen. Ein solches Beispiel, welches Artemisia vertraut war, stammt von ihrem Vater, Orazio Gentileschi, und wird in einem späteren Abschnitt genauer betrachtet.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1) Artemisia Gentileschi „Judith enthauptet Holofernes“, um 1620

1.1 Einführung

1.2 Bildanalyse

1.2.1 Komposition, Lichtregie und Farbwahl

1.2.2 Raumgestaltung

1.2.3 Abra

1.2.4 Judith

1.2.5 Holofernes

1.2.6 Signatur

1.2.7 Provenienz

2) Die künstlerische Entwicklung Artemisias anhand zweier Versionen

2.1 Die erste Version: „Judith enthauptet Holofernes“, 1611-12

2.2 Vergleich der Gemälde von 1611-12 und 1620

3) Vater und Tochter: ein Werk zwischen Tradition und Innovation

3.1 Orazio Gentileschis „Judith und ihre Zofe“, ca. 1607-08

3.2 Vergleich der Gemälde von Orazio und Artemisia Gentileschi

4) Abschließende Worte

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht das Gemälde „Judith enthauptet Holofernes“ (um 1620) von Artemisia Gentileschi hinsichtlich seiner Komposition, Lichtführung und inhaltlichen Bedeutung. Das primäre Ziel ist es, die künstlerische Innovation Gentileschis im Vergleich zu ihrem Vater Orazio sowie zu ihrer eigenen früheren Version des Themas herauszuarbeiten und die Genese ihres individuellen Stils im Kontext der barocken Malerei zu beleuchten.

  • Analyse der malerischen Gestaltung (Komposition, Licht, Farbe)
  • Vergleich zweier Versionen von Artemisias „Judith“
  • Gegenüberstellung der Interpretationen von Vater und Tochter
  • Untersuchung der Bedeutung von Tradition und Innovation im Werk
  • Einordnung der Entstehungsgeschichte und Provenienz

Auszug aus dem Buch

1.2.4 Judith

Es ist die kräftige rechte Hand Judiths, die den Griff des Schwertes umfasst. Wie auch in der biblischen Geschichte ist sie es, die die Tat vollbringt. Im Buch Judit heißt es: „Herr, […] sieh in dieser Stunde gnädig auf das, was meine Hände zur Verherrlichung Jerusalems tun werden.“ Und ein wenig später: „Sie ging ganz nahe zu seinem Lager hin, ergriff sein Haar und sagte: Mach mich stark, Herr […]! Und sie schlug zweimal mit ihrer ganzen Kraft auf seinen Nacken und hieb ihm den Kopf ab.“ Judith ist dementsprechend die ausführende „Hand Gottes“. Es verwundert daher nicht, dass Gentileschi besonders Judiths kräftige Hände und die freigelegten Unterarme betont. Wie auch in der Bibel beschrieben, greift die Linke in Holofernes‘ Haar und presst den Kopf auf das Laken, während die Rechte das Schwert in den Hals führt. Bettina Uppenkamp sieht hier einen christlichen Bezug, da die Waffe die Form eines lateinischen Kreuzes hat, welche durch die senkrechte Haltung betont wird. Judiths Arme sind parallel ausgestreckt und, wie auch bei Abra, bis über die Ellenbogen entblößt. Die gestreckte Armhaltung erzeugt Distanz zu Holofernes, so, als würde Judith die Tat nur widerwillig vollziehen oder, als wolle sie nicht mit Blut befleckt werden.

Während die erhöhte Position der Magd darauf schließen lässt, dass sie auf dem Bett kniet, so steht Judith zumindest mit dem linken Bein auf dem Boden. Der gelbe Stoff ihres Kleides hinter Holofernes‘ Brust sowie ihre Körperneigung von ihm weg, lassen darauf schließen, dass sie den rechten Oberschenkel auf dem Bett, vielleicht sogar auf Holofernes‘ Rippen, abstützt. Das dezente Lehnen des Oberkörpers nach rechts nimmt der Haltung, laut Griselda Pollock, die Dynamik und lässt sie statisch erscheinen. In dieser zwar energischen, aber kaum eleganten Haltung, neigt sie den Oberkörper leicht nach vorn, sodass der Betrachter einen Einblick in Judiths tiefes Décolté erhascht.

Zusammenfassung der Kapitel

1) Artemisia Gentileschi „Judith enthauptet Holofernes“, um 1620: Das Kapitel bietet eine detaillierte Einführung und eine formale Bildanalyse des Hauptwerks, inklusive der Rolle der drei Figuren sowie der Signatur und Provenienz.

2) Die künstlerische Entwicklung Artemisias anhand zweier Versionen: Hier werden die beiden Fassungen von 1611-12 und 1620 miteinander verglichen, um Artemisias künstlerische Reifung und die Veränderungen in Komposition und Ausdruck darzustellen.

3) Vater und Tochter: ein Werk zwischen Tradition und Innovation: Dieses Kapitel analysiert den Einfluss von Orazio Gentileschis Werk „Judith und ihre Zofe“ auf Artemisias Schaffen und arbeitet die Abgrenzung der Tochter vom väterlichen Stil heraus.

4) Abschließende Worte: Die Ergebnisse werden zusammengefasst, wobei Artemisias Loslösung von der Tradition ihres Vaters und die Entwicklung eines eigenständigen Stils betont werden.

Schlüsselwörter

Artemisia Gentileschi, Judith und Holofernes, Barockmalerei, Caravaggismus, Bildanalyse, Komposition, Lichtregie, Orazio Gentileschi, Kunstgeschichte, Italienischer Barock, Malerei, weibliche Identität, Ikonographie, Provenienz, Restaurierungsgeschichte

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das Gemälde „Judith enthauptet Holofernes“ von Artemisia Gentileschi und analysiert, wie die Künstlerin das biblische Motiv im Barock neu interpretierte.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die Bildgestaltung, der Vergleich zwischen verschiedenen künstlerischen Versionen desselben Sujets sowie der Einfluss von Orazio Gentileschi auf seine Tochter.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, die künstlerische Unabhängigkeit von Artemisia Gentileschi und ihre Innovationen innerhalb des caravaggesquen Stils aufzuzeigen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine kunsthistorische Bildanalyse, die formale Kriterien wie Komposition, Licht und Farbe mit einer Untersuchung der Ikonographie und dem historischen Kontext verbindet.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Analyse der Version von 1620, einen vergleichenden Abschnitt zur frühen Version von 1611-12 und eine Untersuchung der Abhängigkeiten und Unterschiede zum Werk ihres Vaters Orazio.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Artemisia Gentileschi, Barock, Caravaggismus, Judith, Ikonographie und Künstlerische Entwicklung.

Welche Rolle spielt die „Abra“-Figur im Bild?

Abra wird hier nicht als passives Beiwerk dargestellt, sondern als aktive Komplizin, die durch ihre physische Präsenz und ihr Eingreifen in die Tat die Dramatik der Szene verstärkt.

Was besagt die Theorie zur Flugbahn des Blutes?

Es wird vermutet, dass Artemisia durch ihren Kontakt zu Galileo Galilei dessen Erkenntnisse über die Parabelform von Wurfgeschossen in die Darstellung des spritzenden Blutes einfließen ließ.

Warum gibt es Unsicherheiten bei der Zuschreibung einiger Werke?

Da Artemisia in der Werkstatt ihres Vaters ausgebildet wurde, sind sich Experten bei frühen Werken oft uneinig, ob es sich um eigenständige Arbeiten, Gemeinschaftsprojekte oder Kopien handelt.

Was bedeutet die „Profanisierung“ der Darstellung?

Damit ist gemeint, dass Gentileschi das biblische Geschehen in eine realistische, menschliche und fast brutale Umgebung setzt, anstatt den göttlichen Bezug der Tat, wie in älteren Werken üblich, in den Vordergrund zu stellen.

Final del extracto de 53 páginas  - subir

Detalles

Título
Artemisia Gentileschis "Judith enthauptet Holofernes". Tradition und Innovation im Werk einer barocken Künstlerin
Universidad
University of Passau
Calificación
1,70
Autor
Christina Haupt (Autor)
Año de publicación
2017
Páginas
53
No. de catálogo
V412769
ISBN (Ebook)
9783668638730
ISBN (Libro)
9783668638747
Idioma
Alemán
Etiqueta
Artemisia Gentileschi Barock Malerei Künstlerin Judith und Holofernes
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Christina Haupt (Autor), 2017, Artemisia Gentileschis "Judith enthauptet Holofernes". Tradition und Innovation im Werk einer barocken Künstlerin, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/412769
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