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"Recht auf Stadt" als Gegenmittel auf den europäischen Populismus?

Titre: "Recht auf Stadt" als Gegenmittel auf den europäischen Populismus?

Essai , 2017 , 6 Pages , Note: 1,0

Autor:in: A. Maretzki (Auteur)

Sociologie - Habitation et Sociologie urbaine
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Europa erlebt einen populistischen Dominoeffekt – auch die Bundestagswahl am 24. September 2017 und der Wahlerfolg der AfD stellt dabei keine Ausnahme dar. Doch wie darauf reagieren? Könnte die zuletzt vermehrt auftretende Forderung nach einem „Recht auf Stadt“ bei der Eindämmung der Rechtspopulist*innen helfen? - Lefevbres Forderung nach einem "Recht auf Stadt" richtet sich wie auch der Populismus an die "Urbanisierungs-" und "Modernisierungsverlierer", sodass sich fundamentale theoretische Ähnlichkeiten erkennen lassen.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Populismus als „dünne Ideologie“

3. Das „Recht auf Stadt“

4. „Recht auf Stadt“ als Gegenmittel gegen Rechtspopulismus?

5. Politische Machbarkeit und Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Forschungsfrage, ob die Verwirklichung des „Rechts auf Stadt“ als wirksames Gegenmittel zur Eindämmung des erstarkten westeuropäischen Rechtspopulismus fungieren kann, und prüft dabei die inhaltliche Plausibilität sowie die politische Umsetzbarkeit dieses Ansatzes.

  • Konzeptualisierung von Populismus als „dünne Ideologie“ nach Cas Mudde
  • Einführung in Henri Lefebvres Theorie des „Rechts auf Stadt“
  • Analyse der inhaltlichen Schnittmengen und Differenzen zwischen beiden Konzepten
  • Untersuchung der Zielgruppen (Modernisierungsverlierer vs. Urbanisierungsverlierer)
  • Kritische Reflexion der politischen Implementierungsmöglichkeiten

Auszug aus dem Buch

Das „Recht auf Stadt“

Ein „Recht auf Stadt“ bzw. die revolutionäre Forderung nach „a transformed and renewed right to urban life“ (Lefevbre 1996: 158) formulierte der französische Denker Henri Lefebvre (1901-1991) bereits im Jahr 1968. Ausgehend von den Erfahrungen und Folgen der ersten urbanen Revolution bzw. der Urbanisierung, die zum Tod der (historischen) Stadt und ihres lebhaften Straßenlebens, des Metropolkern und ihrer Heterogenität geführt habe, legt er den peripherisierten Gruppierungen nahe eine zweite urbane Revolution und ihr „Recht auf Stadt“ einzufordern. Zu den Verlierer*innen der ersten urbanen Revolution zählt Lefevbre vor allem das Proletariat, welches in der kapitalistischen Stadt durch sozioökonomische Segregation und darauf aufbauenden Entfremdungserscheinungen geprägt ist.

Das Urbane denkt Lefevbre dabei nicht als physisch-räumliche Einheit, sondern als sozialen Raum. Daher versteht er das „Recht auf Stadt“ als ein Recht auf Teilhabe an Qualitäten und Leistungen der urbanisierten Gesellschaft durch an den Rand gedrängte Gruppierungen. Das „Recht auf Stadt“ durchzieht zwei Dimensionen: „Recht auf Zentralität“ und das „Recht auf Differenz“. Der Terminus Zentralität meint in diesem Zusammenhang den allgemeinen Zugang zu Orten des gesellschaftlichen Reichtums, Wissens und städtischer Infrastruktur. Die Zentralität, so Lefevbre, soll durch Prozesse soziale Unterschiede miteinander verbinden und konzentrieren. Das Recht auf Differenz hingegen versteht die Stadt bzw. das Urbane als einen Ort des Aufeinandertreffens und der Auseinandersetzung und basiert auf der Annahme, dass aus jenem Zusammenkommen der Verschiedenartigen ein gesellschaftlicher und produktiver Mehrwert entstehen kann.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Problematik des westeuropäischen Rechtspopulismus ein und formuliert die zentrale These, dass das „Recht auf Stadt“ zur Eindämmung dieser politischen Strömung beitragen kann.

2. Populismus als „dünne Ideologie“: Hier wird der Populismusbegriff nach Cas Mudde definiert, wobei der Fokus auf dem Antagonismus zwischen dem „ehrlichen Volk“ und der „korrupten Elite“ liegt.

3. Das „Recht auf Stadt“: Dieses Kapitel erläutert Henri Lefebvres Konzept, das auf der Forderung nach Teilhabe, Zentralität und Differenz im urbanen Raum basiert.

4. „Recht auf Stadt“ als Gegenmittel gegen Rechtspopulismus?: In diesem Abschnitt werden Gemeinsamkeiten (z.B. Anti-Establishment-Orientierung) und Differenzen (z.B. Logik der Differenz vs. anti-pluralistischer Volkswille) analysiert.

5. Politische Machbarkeit und Fazit: Das abschließende Kapitel reflektiert kritisch die Umsetzbarkeit des Konzepts, weist auf terminologische Risiken hin und fordert eine Integration in umfassendere Maßnahmenkataloge.

Schlüsselwörter

Recht auf Stadt, Populismus, Rechtspopulismus, Henri Lefebvre, Urbanisierung, Anti-Establishment, Modernisierungsverlierer, Zentralität, Recht auf Differenz, Politische Partizipation, Demokratie, Stadtsoziologie, Soziale Segregation, Gesellschaftliche Teilhabe, Politische Gegenstrategien

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das Potenzial des stadtsoziologischen Konzepts „Recht auf Stadt“ als politisches Instrument zur Eindämmung rechtspopulistischer Wahlerfolge in Westeuropa.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themenfelder umfassen die Definition von Populismus als „dünne Ideologie“, die Theorie der urbanen Revolution nach Lefebvre sowie die Analyse von gesellschaftlichen Ausschlussmechanismen und Protestpotenzialen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, zu erörtern, ob die theoretischen Ansätze eines „Rechts auf Stadt“ in der Praxis dazu beitragen können, Wählergruppen von rechtspopulistischen Parteien zurückzugewinnen oder deren Unzufriedenheit politisch konstruktiv zu kanalisieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Konzeptanalyse und einem komparativen Abgleich zwischen populistischen Ideologieelementen und den Grundforderungen des „Rechts auf Stadt“.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden die Konzepte einander gegenübergestellt, wobei insbesondere auf die Gemeinsamkeiten der Adressatengruppen sowie die unterschiedlichen Demokratieverständnisse eingegangen wird.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe sind Recht auf Stadt, Populismus, soziale Segregation, Anti-Establishment und politische Partizipation.

Warum wird das Konzept als „dünne Ideologie“ bezeichnet?

In Anlehnung an Cas Mudde wird Populismus als dünne Ideologie bezeichnet, weil er flexibel an verschiedene andere Ideologien anknüpfen kann und den Kernkonflikt zwischen „Volk“ und „Elite“ in den Mittelpunkt stellt, ohne ein vollständiges, ausformuliertes Gesellschaftsprogramm zu besitzen.

Welches kritische Problem sieht der Autor bei der Anwendung des Begriffs „Recht auf Stadt“?

Der Autor warnt vor der Gefahr einer negativen Abwertung ländlicher Räume durch den Fokus auf „Urbanität“, was die politische Akzeptanz des Konzepts bei Teilen der Bevölkerung gefährden könnte, weshalb eine Umbenennung empfohlen wird.

Wie unterscheiden sich Rechtspopulismus und „Recht auf Stadt“ in ihrer Logik?

Während der Populismus eine anti-pluralistische Homogenisierung des Volkswillens anstrebt, basiert das „Recht auf Stadt“ explizit auf der „Logik der Differenz“, die das Aufeinandertreffen unterschiedlicher Meinungen als produktiv begreift.

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Résumé des informations

Titre
"Recht auf Stadt" als Gegenmittel auf den europäischen Populismus?
Université
University of Heidelberg
Note
1,0
Auteur
A. Maretzki (Auteur)
Année de publication
2017
Pages
6
N° de catalogue
V412809
ISBN (ebook)
9783668640948
ISBN (Livre)
9783668640955
Langue
allemand
mots-clé
Modernisierungverlierer Urbanisierungsverlierer Populismus Stadtsoziologie Urbanität
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
A. Maretzki (Auteur), 2017, "Recht auf Stadt" als Gegenmittel auf den europäischen Populismus?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/412809
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Extrait de  6  pages
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