Berufsorientierung im Chemieunterricht. Durchführung einer empirischen Studie in den Sekundarstufen I und II


Masterarbeit, 2017

190 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Grundlagen
2.1. Berufswahl: Einflussfaktoren und theoretische Rahmenmodelle
2.1.1. Einflussfaktoren
2.1.2. 5-Stadien-Modell nach Super
2.1.3. RIASEC-Modell nach Holland
2.2. Berufliche Perspektiven in der und mit Chemie
2.2.1. Chemische Berufe
2.2.2. Berufe mit chemischem Touch
2.3. Berufsorientierung am Gymnasium
2.3.1. Allgemeine Berufsorientierung
2.3.2. Berufsorientierung im Fach Chemie auf Basis der Niedersächsischen Kerncurricula für die Sekundarstufen I und II
2.4. Methodenwahl
2.4.1. Beschreibung des Lehrerfragebogens
2.4.2. Beschreibung des Schülerfragebogens
2.4.3. Durchführung der Befragung
2.4.4. Hypothesenbildung und Ziele der Befragung

3. Auswertung
3.1. Ergebnisdarstellung der Lehrerfragebögen
3.1.1. Allgemeine Daten
3.1.2. Alltagsbezüge
3.1.3. Berufe und Berufsfelder
3.1.4. Bezüge zum Kerncurriculum
3.1.5. Wünsche zur Berufsorientierung
3.2. Ergebnisdarstellung der Schülerfragebögen
3.2.1. Allgemeine Daten
3.2.2. Alltagsbezüge
3.2.3. Berufe und Berufsfelder
3.2.4. Bezüge zum Kerncurriculum
3.2.5. Zukunftsvorstellungen und persönliche Auskünfte
3.3. Korrelationen zwischen Lehrer- und Schülerantworten
3.3.1. Alltagsbezüge
3.3.2. Berufe und Berufsfelder
3.4. Reflexion der Fragebogenerhebung
3.5. Verbesserungsvorschläge für die eingesetzten Fragebögen
3.5.1. Lehrerfragebogen
3.5.2. Schülerfragebogen

4. Ausblick

Literaturverzeichnis

Internetquellen

Anlagenverzeichnis

Versicherung

Anlagenverzeichnis

Anlage 1: Fragebogen – Lehrerbefragung zu Berufsfeldern und Berufen

Anlage 2: Fragebogen – Schülerbefragung zu Berufen und Berufsfeldern (Jg. 9/10)

Anlage 3: Fragebogen – Schülerbefragung zu Berufen und Berufsfeldern (Jg. 11)

Anlage 4: Auflistung der konkreten Unterrichts-/Alltagsbeispiele aus L2 mit ihrer Zuordnung zu den einzelnen Themengebieten

Anlage 5: Zuordnung der Themen und Themengebiete aus L4

Anlage 6: Tabellen zur Auswertung von Frage S1 unter den Variablen Geschlecht und Jahrgangsstufe

Anlage 7: Auflistung der konkreten Unterrichts-/Alltagsbeispiele aus S2 mit ihrer Zuordnung zu den einzelnen Themengebieten

Anlage 8: Zuordnung der Beispiele aus S3 in die Kategorien Berufe – Berufsfelder – Tätigkeiten/Tätigkeitsfelder

Anlage 9: Zuordnung der Beispiele aus S3 in die Mind-Map-Oberkategorien

Anlage 10: Zuordnung der Beispiele aus S7 in die Kategorien Berufe – Berufsfelder – Tätigkeiten/Tätigkeitsfelder (gesamt)

Anlage 11: Zuordnung der Beispiele aus S7 in die Kategorien Berufe – Berufsfelder – Tätigkeiten/Tätigkeitsfelder (E. Schule)

Anlage 12: Zuordnung der Beispiele aus S7 in die Kategorien Berufe – Berufsfelder – Tätigkeiten/Tätigkeitsfelder (F. Schule)

Anlage 13: Zuordnung der Beispiele aus S7 in die Kategorien Berufe – Berufsfelder – Tätigkeiten/Tätigkeitsfelder (L. Schule)

Anlage 14: Zuordnung der Beispiele aus S7 in die Kategorien Berufe – Berufsfelder – Tätigkeiten/Tätigkeitsfelder (M. Schule)

Anlage 15: Zuordnung der Beispiele aus S7 in die Kategorien Berufe – Berufsfelder – Tätigkeiten/Tätigkeitsfelder (P. Schule)

Anlage 16: Zuordnung der Beispiele aus S7 in die Kategorien Berufe – Berufsfelder – Tätigkeiten/Tätigkeitsfelder (R. Schule)

Anlage 17: Zuordnung der Beispiele aus S7 in die Kategorien Berufe – Berufsfelder – Tätigkeiten/Tätigkeitsfelder (U. Schule)

Anlage 18: Zuordnung der Beispiele aus S7 zu den Mind-Map-Oberkategorien

Anlage 19: Tabelle 34 mit der Anzahl der zur Oberkategorie gehörenden Beispiele aus S7 pro Schule

Anlage 20: Kategorienzuweisung der Beispiele aus S4

Anlage 21: Kategorienzuweisung der Beispiele aus S5

Anlage 22: Kontextzuweisung der Beispiele aus S6

Anlage 23: Zuordnung der Beispiele aus S8 in die Kategorien Berufe – Berufsfelder – Tätigkeitsbereiche/Sonstiges

Anlage 24: Zuordnung der Beispiele aus S8 in Oberkategorien

Anlage 25: Auswertungsgraphiken zum differenzierteren Vergleich der Ergebnisse aus L2 und S2 unter den Variablen Trägerschaft und Standort

Anlage 26: Fragebogen – verbesserter Lehrerfragebogen zu Berufen und Berufsfeldern

Anlage 27: Fragebogen – verbesserter Schülerfragebogen zu Berufen und Berufsfeldern, SI

Anlage 28: Fragebogen – verbesserter Schülerfragebogen zu Berufen und Berufsfeldern, SII

Anlage 29: Zeitschriftenartikel zur Veröffentlichung in einer Fachzeitschrift

Anlage 30: Inhalt der CD (CD ist nicht im Lieferumfang enthalten)

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: 5-Phasen-Modell nach Super

Abbildung 2: RIASEC-Dimensionen mit naturwissenschaftlich-technischen Aufgabenbereichen (außen)

Abbildung 3: Die wichtigsten Produktionsgebiete der Chemie aus dem Jahr 2015

Abbildung 4: Jahrgangsbezogene Zuordnung der Berufs- und Studienorientierungs- Elemente

Abbildung 5: Umrisskartekarte mit Standortmarkierungen der teilnehmenden Gymnasien (Städte)

Abbildung 6: Ergebnisse L2 - prozentuale Darstellung der Themengebiete für Alltagsbeispiele im Chemieunterricht

Abbildung 7: Ergebnisse L4 – Relative Häufigkeit der Bereichszuordnung zu den angegebenen Tätigkeitsbereichen der Chemie

Abbildung 8: Ergebnisse L10 – Vorschläge zur Verbesserung der Berufsorientierung in naturwissenschaftlichen Fächern

Abbildung 9: Ergebnisse S2 - prozentuale Darstellung der Themengebiete für Alltagsbeispiele im Chemieunterricht

Abbildung 10: Ergebnisse S2 - Darstellung der Themengebiete für Alltagsbeispiele im Chemieunterricht unter der Variable Schule und integrierter Wertetabelle mit Angabe der relativen Häufigkeiten

Abbildung 11: Legende zur Mind-Map „Chemie & Berufe“

Abbildung 12: Mind-Map „Chemie & Berufe“ auf Basis der Berufsbeispiele aus S3

Abbildung 13: Ergebnisse S3 - prozentuale Zuteilung der Beispiele zu den Mind-Map-Oberkategorien

Abbildung 14: Mind-Map-Erweiterung unter Berücksichtigung der spezifischen Berufe aus S7

Abbildung 15: Ergebnisse S7 - prozentuale Zuteilung der Beispiele auf die Mind-Map-Oberkategorien

Abbildung 16: Ergebnisse S7 – prozentuale Darstellung der Oberkategorien unter der Variable Schule mit integrierter Wertetabelle unter Angabe der relativen Häufigkeiten

Abbildung 17: Ergebnisse S4 - prozentuale Gesamtauszählung sowie Anteils-berücksichtigung der einzelnen Gymnasien

Abbildung 18: Ergebnisse S4 – prozentuale Gesamtauszählung sowie Berücksichtigung der Variable Trägerschaft

Abbildung 19: Ergebnisse S5 - prozentuale Gesamtauszählung sowie Anteils-berücksichtigung der einzelnen Gymnasien

Abbildung 20: Ergebnisse S5 – prozentuale Gesamtauszählung sowie Berücksichtigung der Variable Trägerschaft

Abbildung 21: Ergebnisse S6 - prozentuale Gesamtauszählung sowie Anteils-berücksichtigung der einzelnen Gymnasien mit integrierter Wertetabelle

Abbildung 22 Ergebnisse S6 - prozentuale Gesamtauszählung sowie Berücksichtigung der Variable Trägerschaft

Abbildung 23: Ergebnisse S8 - prozentuale Gesamtverteilung auf die gewählten Oberkategorien

Abbildung 24: Ergebnisse S10 – Zukunftsplanung nach dem Schulabschluss

Abbildung 25: Ergebnisse S10 - prozentuale Gesamtverteilung der Schülerstichprobe auf die Attribute mit Mittelwertangabe

Abbildung 26: Ergebnisse S10 - prozentuale Verteilung der Schülerstichprobe auf die Attribute mit Mittelwertangabe für die Variable Geschlecht - weiblich

Abbildung 27: Ergebnisse S10 - prozentuale Verteilung der Schülerstichprobe auf die Attribute mit Mittelwertangabe für die Variable Geschlecht - männlich

Abbildung 28: Gesamtvergleich von L2 und S2 bezogen auf die Themengebiete zum Clustern der Alltagsbeispiele

Abbildung 29: Prozentuale Darstellung der Themengebiete aus L2 und S2 bezogen auf Alltagsbeispiele unter der Variable Trägerschaft - Gymnasien in Trägerschaft der Stadt oder des Landkreises

Abbildung 30: Prozentuale Darstellung der Themengebiete aus L2 und S2 bezogen auf Alltagsbeispiele unter der Variable Trägerschaft - Gymnasien in Trägerschaft der Kirche

Abbildung 31: Prozentuale Darstellung der Themengebiete aus L2 und S2 bezogen auf Alltagsbeispiele unter der Variable Standort - Gymnasien in Osnabrück

Abbildung 32: Prozentuale Darstellung der Themengebiete aus L2 und S2 bezogen auf Alltagsbeispiele unter der Variable Standort - Gymnasien aus der Region

Tabellenverzeichnis

Tabelle 1: Zuordnung von Attributen und typischen Aktivitäten in Berufsfeldern zu den Holland-Dimensionen

Tabelle 2: Auflistung der zehn umsatzstärksten deutschen Chemieunternehmen im Jahr 2015

Tabelle 3: Spezialisierungsberufe der Berufsgruppe Laborant/in

Tabelle 4: Spezialisierungsberufe der Berufsgruppe technische/r Assistent/in

Tabelle 5: Spezialisierungsberufe der Berufsgruppe Stoffprüfer/in

Tabelle 6: Weitere exemplarische Ausbildungsberufe in der Chemie

Tabelle 7: Exemplarische Berufe mit chemischen Grundkenntnissen

Tabelle 8: Teilnehmende Gymnasien mit Zusatzinformationen

Tabelle 9: Wertebereich des Korrelationskoeffizienten r mit Interpretation

Tabelle 10: Absolute & relative Häufigkeit der Lehrerstichprobe nach der Variable Geschlecht

Tabelle 11: Absolute & relative Häufigkeit der Lehrerstichprobe nach der Variable Dienstzeit

Tabelle 12: Liste der verwendeten Lehrwerke an den jeweiligen Schulen, separiert nach Sekundarstufe

Tabelle 13: Ergebnisse L1 - Einschätzung der Einbringung von Alltagsbeispielen in den Chemieunterricht

Tabelle 14: Ergebnisse L5 – Einschätzung zum Erkennen von Zusammenhängen zwischen Chemieunterricht und Alltag bei Schülerinnen und Schülern

Tabelle 15: Ankreuzverhalten der Lehrerstichprobe beim Vergleich von L1 und L5

Tabelle 16: Ergebnisse L3 – Einschätzung der Berücksichtigung von Berufen und Berufsfeldern im Chemieunterricht

Tabelle 17: Ergebnisse L6 – Einschätzung der Fähigkeiten von Schülerinnen und Schüler Zusammenhänge zwischen Chemieunterricht und Berufen/Berufsfeldern zu ziehen

Tabelle 18: Ankreuzverhalten der Lehrerstichprobe beim Vergleich von L3 und L6

Tabelle 19: Ergebnisse L9 – Schulbuchbewertung für die verwendeten Chemielehrwerke der Sekundarstufen I und II

Tabelle 20: Ergebnisse L7 – Antwortverhalten der Lehrerstichprobe mit Kategorisierung der gegebenen Antworten

Tabelle 21: Ergebnisse L8 – Einschätzung des Chemieunterrichts unter dem Aspekt des anschlussfähigen Lernens und dem Aufzeigen von Berufsperspektiven

Tabelle 22: Absolute & relative Häufigkeit der Schülerstichprobe nach der Variable Geschlecht

Tabelle 23: Verteilung der Schülerstichprobe nach den Variablen Geschlecht und Alter

Tabelle 24: Verteilung der Schülerstichprobe nach den Variablen Schule und Jahrgang

Tabelle 25: Ergebnisse S1 - Einschätzung der Relevanz von Alltagsbezügen im Chemieunterricht

Tabelle 26: Ergebnisse S3 - Einbringung von Berufen und Berufsfeldern im Chemieunterricht

Tabelle 27: Ergebnisse S4 – Einschätzung der Einbringung technischer Entwicklungen in den Chemieunterricht

Tabelle 28: Ergebnisse S5 - Einschätzung der Einbringung naturwissenschaftlicher Forschung in den Chemieunterricht

Tabelle 29: Ergebnisse S6 - Einschätzung zur Reflexion von Situationen und dem Herstellen von Zusammenhängen mit Hilfe des chemischen Wissens

Tabelle 30: Ergebnisse S9 - angestrebter Schulabschluss

Tabelle 31: Ergebnisse S8 - einen Beruf erlernen, der chemisches (Grund-)Wissen erfordert

Tabelle 32: Ergebnisse S1 - Einschätzung der Alltagsbezüge im Chemieunterricht nach der Variable Geschlecht

Tabelle 33: Ergebnisse S1 - Einschätzung der Alltagsbezüge im Chemieunterricht nach der Variable Sekundarstufe

Tabelle 34: Ergebnisse S7 - Anzahl an verschiedenen Beispielen innerhalb der Oberkategorien unter Berücksichtigung der Variable Schule

1. Einleitung

Was möchtest du werden, wenn du groß bist? Jeder steht mindestens einmal während seiner Schullaufbahn vor der Beantwortung dieser Frage. Sie wird einem schon in jungen Jahren gestellt und während zu dieser Zeit die Antworten noch recht fantasievoll ausfallen, wie Prinzessin, Pirat oder Cowboy, begleitet diese Frage einen dennoch durch die gesamte Kindheits- und Jugendphase. So taucht sie unter anderem als eine Aufgabe in der Grundschule auf: Zeichne ein Bild, das dich in zwanzig Jahren zeigt! oder sie ist ein freies Feld in Freundschaftsbüchern, in denen konkret nach dem Berufswunsch gefragt wird. Mit zunehmender physischer, psychischer und kognitiver Entwicklung werden die Berufsvorstellungen jedoch realistischer und orientieren sich im besten Fall an den Interessen des Betreffenden.[1]

Spätestens mit dem Erhalt ihres Schulabschlusses stehen Schülerinnen und Schüler dann vor einer Vielzahl von Möglichkeiten, die damit beginnen, sich für eine Ausbildung, ein Studium oder ein duales Studium zu entscheiden. Je nach Wahl werden die Berufsmöglichkeiten zwar eingeschränkt, jedoch ist ihre Anzahl immer noch sehr groß. Nach der Schule stehen einem alle Möglichkeiten offen! Dieser Satz kann hier wörtlich aufgefasst werden, stellt aber gleichzeitig ein zweischneidiges Schwert dar, weil die verschiedenen Berufswahlmöglichkeiten auch leicht zu einer Überforderung auf Seiten der Schülerinnen und Schüler führen können, zumal es nicht möglich ist, jeden einzelnen Beruf in seiner Gänze zu erfassen. Dieses Halbwissen schränkt sie in ihrer Berufswahl damit auch ein, sodass die Möglichkeit besteht, dass sie bestimmte Berufe aufgrund mangelnden Wissens nicht in Betracht ziehen, die aber ideal für sie wären.

Daher ist es essenziell, dass Schülerinnen und Schüler einen weitreichenden Einblick in verschiedene Berufe und Berufsfelder erhalten, damit sie für sich einen Beruf finden können, der zu ihren Interessen und Begabungen passt, ihnen Entwicklungspotenzial bietet und in dem sie mehrere Jahrzehnte arbeiten möchten. Da sich Schülerinnen und Schüler aufgrund der Schulpflicht über einen langen Zeitraum in der Schule aufhalten, hat diese Institution neben dem Einfluss der Eltern und des sozialen Umfeldes die größte Möglichkeit, sie auf ihre Zukunftsperspektiven hinzuweisen und sie bei ihrer Wahl zu beraten sowie zu unterstützen. Deshalb ist Berufsorientierung nicht nur eine wichtige Aufgabe der Schule selbst, sondern auch gezielt der einzelnen Unterrichtsfächer. Daher wird dies beispielsweise speziell in den Niedersächsischen Kerncurricula des Gymnasiums für Naturwissenschaften und Chemie eingefordert. So ist es Aufgabe der Fachlehrkräfte mit der Vermittlung der naturwissenschaftlichen Grundbildung Anhaltspunkte für naturwissenschaftlich-technische Berufsfelder zu bieten und damit Perspektiven für eine spätere Berufswahl aufzuzeigen.[2]

Besonders während des Besuchs der neunten oder zehnten Jahrgangsstufe, in der das Betriebspraktikum je nach Schule und Schulform angesiedelt ist, stehen Schülerinnen und Schüler vor der Entscheidung, in welchem Berufsfeld sie ihr Praktikum nach ihrer Interessenslage absolvieren möchten. Dies ist für sie eine erste Möglichkeit zu testen, ob das gewählte Feld eine Perspektive für ihren späteren Werdegang sein könnte. Die Frage nach dem Berufswunsch wird danach von größerer Bedeutung werden, da verschiedene Berufe unterschiedliche Voraussetzungen verlangen – von verschiedenen sozialen Kompetenzen bis hin zum Schul- und Hochschulabschluss. Am Gymnasium kann selbst die Wahl der Abiturfächer für die Berufswahl von Bedeutung sein.

Zur fundierten Auseinandersetzung mit der Thematik dieser Arbeit werden im Kapitel Grundlagen zwei konkrete Theorien zur Berufswahl vorgestellt: das 5-Stadien-Modell nach Super und das RIASEC-Modell nach Holland. Darauf folgt eine Betrachtung verschiedener Berufsmöglichkeiten in der Chemie, die sich in die Bereiche chemische Berufe sowie Berufe mit chemischen Touch aufteilen. Da sich die Arbeit im Kern mit der Berufsorientierung im Fach Chemie am Gymnasium beschäftigt, werden anschließend spezifische Möglichkeiten zur Berufsorientierung am Gymnasium mit Bezug zu den Kerncurricula des Fachs Chemie für das Bundesland Niedersachsen aufgezeigt. Das Grundlagenkapitel schließt mit der Erläuterung der schriftlichen Befragung als ausgewählte Erhebungsmethode. Dazu zählen die nähere Beschreibung des Aufbaus der verwendeten Fragebögen sowie die Durchführung der Befragung und die Hypothesenbildung. In letzterer sind die Ziele der Befragung integriert.

Neben der Durchführung der vorgenommenen Befragung zur Berufsorientierung im Chemieunterricht in den Sekundarstufen I und II liegt der Fokus dieser Arbeit auf deren Auswertung. Die Fragen werden getrennt nach Lehrer- und Schülerfragebogen zunächst einzeln evaluiert. Dabei wird vor allem das Gesamtergebnis berücksichtigt. Bei bestimmten Fragen aus dem Schülerfragebogen werden zusätzlich geschlechtsspezifische oder sekundarstufenspezifische Aspekte ausgewertet. Im Anschluss folgt ein Vergleich zu den Datenblöcken Alltagsbezüge sowie Berufe und Berufsfelder zwischen den Lehrer- und Schülerfragebögen. Die Auswertung schließt mit einer zusammenfassenden Ergebnisdiskussion, in der die Schlussfolgerungen der einzelnen Datenblöcke abschließend resümiert werden. Zusätzlich werden Forschungsfragen präsentiert, die sich im Zuge der Auswertung ergeben haben und von möglichen Anschlussarbeiten aufgegriffen werden können. Für eine etwaige Wiederverwendung der Fragebögen werden zusätzlich Verbesserungsvorschläge zu den Fragebögen präsentiert. Die Arbeit endet mit einem Ausblick zu Verbesserungsmöglichkeiten der Berufsorientierung am Gymnasium und greift Anregungen aus den Schüler- und Lehrerfragebögen noch einmal zusammenfassend auf.

Das Ziel dieser Arbeit ist somit, den Ist-Zustand zur Berufsorientierung im Chemieunterricht in den Sekundarstufen I und II darzustellen, Anreize für Verbesserungen in der schulisch-chemischen Berufsorientierung zu schaffen und darüber hinaus als Grundlagenarbeit zu dienen, auf der unter anderem mögliche Unterrichtskonzepte zu verschiedenen Berufen und Berufsfeldern in weiteren Abschlussarbeiten abgeleitet und entwickelt werden können.

2. Grundlagen

2.1.Berufswahl: Einflussfaktoren und theoretische Rahmenmodelle

Die Berufswahl kann allgemein als ein Interaktionsprozess zwischen Mensch und Umwelt aufgefasst werden, auf dessen Basis verschiedene Berufstätigkeiten praktiziert werden. Die den Sozialwissenschaften zuzuordnenden verschiedenen Berufswahltheorien und -modelle setzen in diesem Interaktionsprozess unterschiedliche Schwerpunkte, wodurch verschiedene Sichtweisen auf das gleiche Thema entstehen. So steht bei der Berufswahl als ein Zuweisungsprozess die Umwelt im Fokus. Wird sie als Entwicklungs- oder Lernprozess verstanden, steht die Interaktion zwischen Umwelt und Mensch im Mittelpunkt während der Mensch und sein Verhalten bei einem Zuordnungs- und Entscheidungsprozess die Basis darstellt.[3]

Jede Theorie und jedes Modell basiert auf verschiedenen Regeln, mit deren Hilfe für Berufsberater eine vergleichbare Basis an Fällen geschaffen wird. Sofern sie jedoch die Individualität der jeweiligen Person außer Acht lassen, die sie unter dem gewählten Modell betrachten, wird das Stigmatisieren einzelner Personen und somit deren Einordnung in bestimmte Kategorien und Schubladen begünstigt.[4] Die meisten Berufswahltheorien wurden in den 1950er bis 1970er Jahren entwickelt, auf denen neuere Ansichten aufbauen beziehungsweise die alten Theorien ergänzt werden. Dabei ist zu beachten, dass aus heutiger Sicht die Wahl eines Berufes nicht nur von individuellen Eigenschaften der betroffenen Person abhängig ist, sondern durch verschiedene endogene und exogene Wirkfaktoren beeinflusst wird. Daher ist die Berufswahl aus moderner Perspektive als ein komplexes, dynamisches und kontextgebundenes Ereignis zu sehen.[5]

Im weiteren Verlauf dieses Kapitels werden zunächst exemplarisch verschiedene endogene und exogene Wirkfaktoren auf die Berufswahl erläutert und im Anschluss zwei Berufswahlmodelle vorgestellt. Auf letztere wurde bei der Konstruktion der eingesetzten Fragebögen zurückgegriffen, die in den Kapiteln 2.4.1. und 2.4.2. beschrieben werden.

2.1.1. Einflussfaktoren

Der Mensch steht unter dem Einfluss verschiedener Wirkfaktoren, die miteinander verbunden und voneinander abhängig sind und ihn bei seiner Berufswahl lenken. Diese werden als endogene und exogene Wirkfaktoren bezeichnet.[6]

Unter endogenen Wirkfaktoren werden innere und somit individuelle Werte verstanden, zu denen beispielsweise Alter und Geschlecht der Person zählen, aber auch Aspekte wie schulische Leistungen und die eigene Persönlichkeit. Dabei handelt es sich vor allem um subjektive Aspekte, deren Ausprägung sich über die gesamte Lebenszeit erstreckt und je nach Förderung einzelner Bereiche bei jeder Person verschieden ist. Daher sind sie im Vergleich zu exogenen Wirkfaktoren schwerer erfassbar.[7]

Kinder entwickeln aufgrund des gesellschaftlichen Einflusses schon in frühen Jahren ein geschlechtsspezifisches Rollenverständnis. Demzufolge werden Mädchen eher soziale Kompetenzen zugeschrieben, während Jungen als handlungsorientierter gelten. In ihren Vorstellungen eines Wunschberufs, den 84% der Kinder im Alter zwischen 6 bis 14 Jahren benennen können, spiegelt sich dieses Rollenbild wieder. Mädchen wollen Tierärztin, Kindergärtnerin oder Model und Jungen Fußballstar, Rennfahrer oder Computerfachmann werden. Dabei sind nur wenige dieser Berufe für sie später realisierbar, weshalb sie auch als Traumberufe bezeichnet werden. Diese wandeln sich im Verlauf ihrer Entwicklung und durch verschiedene exogene Einflüsse zu umsetzbaren Wunschberufen.[8]

Zu den exogenen Wirkfaktoren zählen alle äußeren Einflüsse, dass beinhaltet sowohl die sozialen Kontakte als auch ökonomische Aspekte wie die lokale Wirtschaftssituation. Die Institution Schule und moderne Medien wie das Internet mit verschiedenen Portalen zur Berufsorientierung sowie einer Informationsmenge zu verschiedenen Berufen zählen ebenfalls dazu.[9] Der Bereich Schule wird explizit in Kapitel 2.3. vertieft.

Die sozialen Kontakte umfassen sowohl den Einfluss von Eltern und Verwandten, deren Herkunft als auch Peer-Groups.[10] Dabei kann der Elterneinfluss bewusst oder unbewusst erfolgen, indem einerseits konkret Kenntnisse und Vorstellungen der Eltern über Berufe den Informationsstand ihrer Kinder beeinflussen oder andererseits von Eltern gehegte Berufswünsche und -vorstellungen auf ihre Kinder übertragen werden, die sie selbst gerne ergriffen hätten, aus verschiedenen Gründen jedoch damals nicht realisieren konnten.[11] Lothar Beinke stellt mit seiner quantitativen Studie zum Elterneinfluss auf die Berufswahl fest, dass sich Schülerinnen und Schüler zu 60,4% bei ihren Eltern über Berufe informieren, während Lehrkräfte nur zu 31,0% als Informationsquelle dienen. Damit belegen Eltern den ersten und Lehrkräfte den letzten Platz. Selbst als Entscheidungshelfer platzieren sich Eltern mit 40,4% im oberen Drittel hinter jenen Schülerinnen und Schülern, die die Entscheidung alleine treffen (50,0%).[12]

Daneben üben Peer-Groups einen starken Einfluss auf die Berufswahl aus und belegen als exogener Einflussfaktor auf die Berufswahl nach Beinke den dritten Platz hinter Eltern und Erfahrungen durch ein Praktikum. Sie umfassen den Freundeskreis, Klassenkameraden sowie Personen mit gleichen Interessen, Meinungen und Einstellungen, die auch älter sein können.[13] Innerhalb der Peer-Groups steht vor allem der Austausch über Berufe, Erfahrungen und Kenntnisse im Fokus. Dieser Austausch kann je nach Situation motivierend und unterstützend oder demotivierend auf die jeweilige Person wirken.[14]

Mit der Erfindung des Internets und dem schnell ansteigenden technischen Fortschritt liefern auch moderne Medien ihren Beitrag zur Berufsorientierung. Fernsehen und Printmedien können im Zuge der Globalisierung gezielt auf Berufsbilder einwirken und sie in den Vordergrund stellen, sodass diese im besten Fall öfter als Berufswunsch ins Auge gefasst und ergriffen werden.[15] Dazu bietet das Internet neben verschiedenen Online-Tests und -Verfahren zur Berufsfindung und Einschätzungen zu passenden Berufsfeldern, beispielsweise von der Bundesagentur für Arbeit, vor allem Hilfestellung bei der Informationsbeschaffung zu bestimmten Berufen wie Ausbildungsmöglichkeiten, Bewerbungsfristen und Zugangsvoraussetzungen. Auch laufen mehrere Bewerbungsverfahren elektronisch ab, sodass zum Beispiel Einstellungstests mit Hilfe von Zugangsdaten vom eigenen Schreibtisch zu Hause erledigt werden können.

2.1.2. 5-Stadien-Modell nach Super

Auf Basis des dreistufigen Phasenmodells von Ginzberg aus dem Jahr 1951 und weiterer Modelle von Miller und Form erweitert Super dieses im Jahr 1957 auf sein 5-Stadien-Modell. Ginzberg gilt als der Erste, der ein Modell zur Berufswahl mit entwicklungspsychologischen Ansatz formulierte. Er verstand die Berufswahl als Prozess, der im Alter von ca. sieben Jahren in der vorpubertären Phase beginnt und mit dem Eintritt in die Berufswelt endet. Super dagegen postuliert eine lebenslange berufliche Entwicklung. Sein Modell begründet sich auf fünf Stadien, von denen die ersten drei in weitere Unterstadien eingeteilt werden, wie die nachfolgende Grafik zeigt:[16]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: 5-Phasen-Modell nach Super[17]

Beginnend im Wachstumsstadium liegt der Schwerpunkt dieses Stadiums auf der Entwicklung des eigenen Selbstkonzeptes, wobei je nach Unterstadium verschiedene Aspekte im Mittelpunkt stehen. Während im Unterstadium der Fantasie verschiedene Rollenbilder intuitiv gespielt werden, steigt die Bedeutung der eigenen Fähigkeiten zwischen dem dreizehnten und vierzehnten Lebensjahr, sodass reale Berufs- und Ausbildungsanforderungen in die Betrachtung einfließen.[18]

Im Erkundungsstadium stehen erste Kontakte zu verschiedenen Berufen mit zeitlich begrenzten Beschäftigungen wie Praktika oder Mini-Jobs sowie schulische Erfahrungen und private Interessen im Fokus. Dabei werden die Unterstadien des Versuchs, des Übergangs und der Erprobung durchlaufen.[19] Dieses Stadium ist für diese Arbeit von besonderer Bedeutung, da es die Altersspanne der befragten Schülerinnen und Schüler mit abdeckt.

Auf das Stadium der Erkundung folgt das Stadium der Festlegung. Während dieses Stadiums wird die berufliche Position nach einem weiteren Versuchsstadium gefestigt, sofern sich eine bestimmte Berufslaufbahn herauskristallisiert. Darauf folgt an vierter Position das Stadium der Aufrechterhaltung, in der der erreichte Standard erhalten wird. Das Modell schließt mit dem Stadium des Abbaus, das den schrittweisen Ausstieg aus dem Berufsleben signalisiert.[20]

Zuzüglich zu seinem 5-Phasen-Modell sind neben dem Geschlecht das Selbstkonzept und das Konzept der beruflichen Entwicklungsaufgaben wichtige Bestandteile von Supers Theorie. Das Selbstkonzept entfaltet sich parallel zur beruflichen Entwicklung und stellt das Selbstbild der betroffenen Person dar. Weiterhin kann eine Phase in Supers Modell nur abgeschlossen werden, wenn die dazugehörige Entwicklungsaufgabe bewältigt wird, die zeigt, dass die Person über die entsprechenden Einstellungen, Fähigkeiten und Verhaltensweisen verfügt.[21]

Super schafft mit seiner Theorie einen umfangreichen Rahmen in Bezug auf die Forschung zur Berufswahl. Jedoch sind viele Aspekte noch nicht ausreichend durch empirische Untersuchungen bestätigt. Hinreichend bewiesen sind jedoch seine Ansichten zum Frühkind- und Jugendalter.[22]

2.1.3. RIASEC-Modell nach Holland

Das RIASEC-Modell nach Holland aus dem Jahr 1997 ist der Berufswahl als Zuordnungsprozess zuzuweisen. Der Kern dieses Prozesses besagt, dass jeder Mensch über eine bestimmte Auswahl an Persönlichkeitsmerkmalen verfügt und dass sich jeder Beruf ebenfalls durch eine bestimmte Auswahl an Anforderungen zusammensetzt. Daher wird jener Beruf ausgewählt, der die meisten Gemeinsamkeiten zwischen Umwelt- und Persönlichkeitsmerkmalen aufweist.[23]

Der Name RIASEC ist abgeleitet aus den jeweils ersten Buchstaben der englischen Idealtypen, die die Grundlage für Hollands Modell bilden: realistic, investigative, artistic, social, enterprising und conventional. Jeder Idealtyp enthält weitere Attribute, mit deren Hilfe eine bestimmte Vorstellung einer Person kreiert wird. Es gilt zu beachten, dass es sich bei den Einzeltypen um Idealbilder handelt. Durch Kombination der drei größten Entsprechungen aus den Einzeltypen werden sie zu realen Beurteilungen. Aus diesem Ranking ergibt sich ein dreistelliger Code, der auch als Holland-Code[24] bezeichnet wird und mit dem 720 verschiedene Persönlichkeitsmuster aus dem 6-stufigen Modell erfasst werden können. Die Umwelt und damit der Beruf lassen sich nach Holland äquivalent unter demselben Schema betrachten. Dabei ist jedem Idealtyp ein Berufspool zugeordnet. Die Überprüfung des Berufsprofils mit dem Persönlichkeitsmuster führt somit zum Auffinden passender Berufe.[25]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2: RIASEC-Dimensionen mit naturwissenschaftlich-technischen Aufgabenbereichen (außen)[26]

Die Abbildung zeigt einerseits die Vernetzung und damit die Korrelation der einzelnen Idealtypen untereinander, andererseits sind jedem Idealtyp außerhalb des Hexagons Aufgabenbereiche aus dem naturwissenschaftlich-technischen Bereich zugeordnet. Der Grad der Korrelation nimmt mit zunehmender Entfernung der Typen zueinander ab und ist durch eine Abschwächung der Linienfarbe von schwarz zu grau beziehungsweise bei der schwächsten Korrelation zusätzlich durch gestrichelte Linien hervorgehoben. Das bedeutet, dass die benachbarten Idealtypen die größten Ähnlichkeiten zueinander aufweisen.

Die hexagonale Darstellung ermöglicht zudem die Berücksichtigung der Konsistenz- und Kongruenzkonzepte. Mit Konsistenz ist die Stimmigkeit des Persönlichkeitsprofils gemeint, die der Höhe der Korrelationsrate zwischen den Typen entspricht. Eine hohe Konsistenz bedeutet demnach, dass die Interessen beispielsweise der Typen Enterprising und Social miteinander vereinbar sind und Merkmale dieser Typen häufig gemeinsam auftreten. Kongruenz hingegen berücksichtigt das Zusammenspiel zwischen Person und Umwelt. So liegt eine hohe Kongruenz vor, wenn die Codierung von beiden übereinstimmen, also zum Beispiel eine Person des Tpys Artistic in einer solchen Umwelt arbeitet.[27]

Tabelle 1 stellt nachfolgend dar, welche Attribute den Holland-Dimensionen zugewiesen werden und führt nähere Tätigkeiten in naturwissenschaftlichen Berufsfeldern auf.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tabelle 1: Zuordnung von Attributen und typischen Aktivitäten in Berufsfeldern zu den Holland-Dimensionen[28]

Hollands Theorie hat die Forschung zur Berufswahl signifikant beeinflusst und wird als Basis für viele Untersuchungen bis heute herangezogen. Er bewies außerdem, dass sich Defizite in seiner Theorie, die sich bei der Erprobung gezeigt haben, ohne große Schwierigkeiten durch die Integration weiterer Theorieaspekte beheben lassen.[29]

2.2.Berufliche Perspektiven in der und mit Chemie

Die Chemie ist einer der wichtigsten Wirtschaftszweige Deutschlands und erwirtschaftet in der chemisch-pharmazeutischen Industrie circa ein Viertel des europäischen Chemieumsatzes. Hinter China und den USA ist Deutschland die drittgrößte Chemienation in Bezug auf seine Beteiligung am Weltchemieumsatz und belegt in Europa sogar den ersten Platz.[30] Die Anzahl der kleinen bis großen Unternehmen der chemischen Industrie beläuft sich auf ungefähr 2000 Unternehmen deutschlandweit. Davon sind 49% kleine[31], 44% mittlere[32] und lediglich 7% große[33] Unternehmen.[34] Auf Basis von Daten aus dem Jahr 2015 sind in Tabelle 2 die zehn umsatzstärksten Chemieunternehmen aufgelistet und Abbildung 3 zeigt die wichtigsten Produktionsgebiete in der Chemie.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tabelle 2: Auflistung der zehn umsatzstärksten deutschen Chemieunternehmen im Jahr 2015[35]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 3: Die wichtigsten Produktionsgebiete der Chemie aus dem Jahr 2015[36]

Abbildung 3 verdeutlicht, dass die Berufsmöglichkeiten in der Chemie sehr vielseitig sind. Im Jahr 2015 üben in Deutschland 446.282 Personen in der chemisch-pharmazeutischen Industrie und 332.213 Personen in der chemischen Industrie einen Beruf aus, wobei im Vergleich zum Vorjahr eine Steigerung von 0,3% der Arbeitnehmer in der chemisch-pharmazeutischen Industrie zu verzeichnen ist.[37]

Im weiteren Verlauf werden zunächst Berufe aus der chemischen Industrie behandelt, die bei der Bundesagentur für Arbeit unter MINT-Berufen geführt werden. Im naturwissenschaftlichen Bereich finden sich knapp 50 Ausbildungsberufe, die im Berufssteckbrief unter Voraussetzungen das Schulfach Chemie anführen, und rund 40 grundlegende (Bachelor-)Studiengänge mit chemischen Studieninhalten. Eine Auswahl dieser Ausbildungsberufe sowie einige Berufe, die über verschiedene Studiengänge erreicht werden können, werden in Kapitel 2.2.1. vorgestellt. Es gibt jedoch auch weitere Berufe, die unter dem Punkt Voraussetzungen das Schulfach Chemie auflisten, aber nicht in den MINT-Berufen unter Naturwissenschaften geführt und daher in Kapitel 2.2.2. näher betrachtet werden.

2.2.1. Chemische Berufe

Chemische Berufe aus dem MINT-Bereich sind oft mit Laborarbeit verbunden. Dabei werden im Ausbildungsbereich der Labortätigkeiten hauptsächlich drei Berufsgruppen unterschieden: Laborant/in, technische/r Assistent/in und Stoffprüfer/in. Diese erhalten je nach Spezialisierung verschiedene Berufsbezeichnungen, die in den Tabellen 3 bis 5 jeweils mit Bildungsweg, Ausbildungsdauer und Schulabschluss dargestellt werden, sofern Chemie als Voraussetzung angegeben ist. Daneben gibt es auch andere Ausbildungsberufe in der Chemie. Eine Auswahl wird in Tabelle 6 auf dieselbe Weise vorgestellt. Die Informationen zu den einzelnen Berufen werden den jeweiligen Berufssteckbriefen der Bundesagentur für Arbeit entnommen.

Bei der Rubrik Schulabschluss erfolgen die Angaben in Prozentzahlen zum jeweiligen Abschluss, da viele Berufe über den rechtlichen Weg keine bestimmte Schulbildung vorgeschrieben haben. Die Prozentzahlen entsprechen ermittelten Angaben der Bundesagentur für Arbeit aus dem Jahr 2015. Die Reihenfolge der Zahlen beruht auf den folgenden Abschlüssen: ohne Hauptschulabschluss, Hauptschulabschluss, Realschulabschluss bzw. mittlere Reife und Hochschulreife. Die farblich hervorgehobene Prozentzahl ist der von Betrieben favorisierte Abschluss. Im Anschluss an die jeweilige Tabelle werden die Tätigkeitsbereiche der genannten Berufe kurz umrissen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tabelle 3: Spezialisierungsberufe der Berufsgruppe Laborant/in[38]

Die Ausbildung eines/einer Laboranten/-in erfolgt einheitlich für alle Spezialisierungen über eine duale Ausbildung, bei der sowohl in der Berufsschule als auch im Betrieb bzw. der jeweiligen Industrie gelernt wird. Sein/Ihr Arbeitsplatz ist zu großen Teilen in Labors und je nach Spezialisierung zusätzlich in Büroräumen, Produktionshallen, Werkstätten oder Lager- beziehungsweise Kühlräumen.[39]

Ein/e Chemielaborant/in arbeitet entweder in der Forschung (präparativ) oder in der Qualitätskontrolle (analytisch), wo er/sie Versuche und Versuchsreihen durchführt, deren Ablauf protokolliert und die Ergebnisse auswertet.[40] Ein/e Lacklaborant/in stellt Beschichtungsstoffe her und prüft die Qualität mit Hilfe verschiedener Messverfahren.[41] Ein/e Milchwirtschaftliche/r Laborant/in ist in der Qualitätsüberwachung und -sicherung tätig und führt naturwissenschaftliche Untersuchungen zu Inhaltsstoffen und Eigenschaften von Milchprodukten durch.[42] Ein/e Textillaborant/in überprüft Stoffe auf ihre Qualität und deckt Abweichungen von der Norm auf.[43] Ein/e Biologielaborant/in arbeitet vor allem mit Tieren, Pflanzen, Mikroorganismen und Zellkulturen. Der Chemiebezug besteht beispielsweise in dem Wissen über Eigenschaften von Stoffen.[44] Ein/e Physiklaborant/in bestimmt mit Hilfe von Versuchen oder Messreihen Eigenschaften von Werkstoffen und Systemen. Für ihn/sie ist zum Beispiel Wissen über chemische Bindungen und Reaktionen hilfreich.[45]

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Tabelle 4: Spezialisierungsberufe der Berufsgruppe technische/r Assistent/in[46]

Unter den MINT-Berufen im Bereich Naturwissenschaften werden bei der Bundesagentur für Arbeit 16 verschiedene Spezialisierungen des technischen Assistenten geführt, die einen chemischen Bezug in verschiedenen Ausprägungen aufweisen. Sofern der Erwerb an Zusatzqualifikationen möglich ist, verlängert sich die Ausbildungsdauer um die Zeitspanne, die in der Tabelle in Klammern angegeben ist. Die Ausbildung erfolgt einheitlich an Berufsfachschulen oder Berufskollegs und beinhaltet darüber hinaus das Absolvieren von Praktika in dafür vorgesehenen Betrieben oder Kliniken.[47]

Der Aufgabenbereich eines/einer technischen Assistenten/-in ist dabei durch Zusätze wie medizinisch, landwirtschaftlich oder chemisch erkennbar. Der/Die medizinisch-technische Assistent/in, kurz MTA, unterteilt sich beispielsweise in die Spezialisierungen Funktionsdiagnostik, Radiologie, Laboratorium und Veterinärmedizin. Erstere/r ist in der Tabelle nicht gelistet, da er/sie laut der Bundesagentur für Arbeit nicht unter MINT-Berufen mit Chemiebezug geführt wird. Zusätzlich weist jeder Beruf weitere Tätigkeitsfelder auf, wie beim MTLA die Felder: Hämatologie, Histologie, klinische Chemie und Mikrobiologie.[48] Die Chemie ist in den Ausbildungsinhalten bei den unterschiedlichen Berufsspezialisierungen ebenfalls in verschiedener Ausprägung vertreten. So befassen sich fast alle Ausbildungsinhalte beim CTA mit Chemie, während beispielsweise beim MTLA der Fokus mehr auf der Biologie liegt.

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Tabelle 5: Spezialisierungsberufe der Berufsgruppe Stoffprüfer/in[50]

Die Ausbildung zum/zur Stoffprüfer/in erfolgt über eine duale Ausbildung in der Berufsschule und in einem Ausbildungsbetrieb der Industrie. In der Regel ist er/sie in der Qualitätskontrolle tätig und untersucht je nach Spezialisierung die Rohstoffe, Zwischenprodukte oder Endprodukte seines/ihres Berufsfeldes mittels verschiedener Analyse- und Messverfahren. Gearbeitet wird in Unternehmen und Betrieben der jeweiligen Industrie, in Prüfungs- und Untersuchungsämtern oder in der Abfallwirtschaft.[51]

Ein/e Werkstoffprüfer/in untersucht je nach Fachgebiet Kunststoffe, Metalle, Bauteile oder Werkstücke aus Stahl, Gusseisen, Kupfer oder Aluminium.[52] Ein/e Baustoffprüfer/in testet Produkte aus der Baustoffindustrie wie Beton beispielsweise auf die Wasseraufnahmefähigkeit oder ihr Verhalten bei Kälte und Hitze. Darüber hinaus stellt er/sie die Belastung durch umweltschädliche Stoffe fest.[53] Ein/e Edelmetallprüfer/in untersucht Edelmetalle, Legierungen, Lösungen und Aschen in Bezug auf ihre Eigenschaften und Zusammensetzung. Dabei bestimmt er/sie auch den Edelmetallgehalt.[54] Ein/e Stoffprüfer/in (Chemie) wird auch unter der Berufsbezeichnung Stoffprüfer/in der Glas- und Keramikindustrie, Steine und Erden geführt. Er/Sie untersucht Produkte aus Glas, Keramik und Stein in verschiedenen Stadien der Fertigstellung.[55]

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Tabelle 6: Weitere exemplarische Ausbildungsberufe in der Chemie[56]

Ein/e Chemikant/in arbeitet in Unternehmen der chemischen und pharmazeutischen sowie der Kunststoffindustrie oder bei Lack- und Farbenherstellern. Er/Sie ist für die Herstellung von beispielsweise Farben, Pflanzenschutzmitteln, Waschmitteln oder Kosmetika zuständig. Dabei wird hauptsächlich im Labor, in Produktions- und Werkhallen oder in Reinräumen gearbeitet.[57]

Eine Fachkraft für Lebensmitteltechnik arbeitet am gesamten Fertigungsprozess zum Beispiel für Nährmittel, Feinkost oder Erfrischungsgetränke mit. Sie ist hauptsächlich in Produktionshallen, Lager- und Kühlräumen oder im Labor aktiv. Beschäftigt wird sie von verschiedenen Verarbeitungsbetrieben für Fisch, Fleisch, Obst und Gemüse, von industriellen Großbäckereien, von Molkereibetrieben und der Industrie, unter anderem in den Bereichen Getränke, Süßwaren und Babynahrung.[58]

Mit Hilfe chemischer, physikalischer und weiterer Verfahren beschichtet und veredelt ein/e Oberflächenbeschichter/in sowohl Metall- als auch Kunststoffoberflächen in den entsprechenden Betrieben. Dabei arbeitet er/sie hauptsächlich in Werkstätten und größeren Werkhallen. Die Ausbildung kann in der Industrie oder dem Handwerk erfolgen.[59]

Ein/e Technologe/Technologin spezialisiert sich auf ein bestimmtes Fachgebiet und führt Berufsbezeichnungen wie Papiertechnologe/-technologin, Pflanzentechnologe/-technologin oder Verfahrenstechnologe/-technologin in der Mühlen- und Getreidewirtschaft der Fachrichtung Agrarlager. Bei letzterem besteht wieder die Möglichkeit, die Ausbildung sowohl in der Industrie als auch im Handwerk zu leisten. Er/Sie arbeitet in den jeweiligen Betrieben und Fabriken in Werk- und Produktionshallen, Lagerräumen und Prüflaboren. Dort werden die Anlagen für die Fertigungsprozesse bedient und überwacht sowie die Qualität der fertigen Produkte geprüft.[60]

Zuletzt werden exemplarisch für die Sparte der Studienberufe die Berufe Apotheker/in, Biochemiker/in, Chemiker/in, Lebensmittelchemiker/in und Wirtschaftschemiker/in vorgestellt. In einem Kurzporträt wird der Studienverlauf, die späteren Arbeitsmöglichkeiten und Tätigkeitsinhalte im Beruf überblicksartig dargestellt.

Um als Apotheker/in arbeiten zu können, muss ein vierjähriges Pharmaziestudium mit dem zweiten Staatsexamen abgeschlossen und während des Studiums ein achtwöchiges Praktikum absolviert werden. Nach dem praktischen Jahr und bestandenem dritten Staatsexamen erhält er/sie die Approbation. Die Tätigkeitsfelder umfassen das Abgeben von Medikamenten sowie das Verkaufen von Medizinprodukten – auch im Bereich der Haut- und Körperpflege –, das Beraten von Kunden und Angehörigen medizinischer Berufe sowie das Herstellen und Prüfen von Arzneimitteln.[61] Ca. 82% aller Apotheker/innen arbeiten in einer öffentlichen Apotheke. Die Anderen verteilen sich auf Krankenhäuser, die pharmazeutische Industrie, Prüfinstitutionen, die Bundeswehr, die öffentliche Gesundheitsverwaltung, Universitäten und wissenschaftliche Einrichtungen sowie Berufsschulen mit pharmazeutischen Lehrinhalten.[62] Ein/e Pharmazeut/in hingegen schließt statt des praktischen Jahres ein ein- bis zweisemestriges Aufbaustudium an, darf aber keine Apotheke leiten, sondern arbeitet in den meisten Fällen in Forschungslabors von Pharmaunternehmen. Kurz gesagt ist ein/e Pharmazeut/in ein/e Apotheker/in ohne Approbation.[63]

Biochemie kann je nach Universität entweder ein eigenständiger Studiengang der Biochemie oder eine Spezialisierungsmöglichkeit im Hauptstudium Biologie oder Chemie sein. Zur Ausübung des Berufs als Biochemiker/in wird mindestens ein Bachelorabschluss benötigt. Sofern Führungspositionen oder spezialisierte Tätigkeitsbereiche angestrebt werden, ist ein Masterstudium nötig, das gegebenenfalls mit einer Promotion oder Habilitation abschließt. Der Beruf stellt eine Verbindung zwischen Chemie, Biologie und Medizin her.[64] Ein/e Biochemiker/in erforscht chemische und physikalisch-chemische Prozesse auf molekularer Ebene, ist an der Herstellung biochemischer Produkte beteiligt oder arbeitet in der Produktentwicklung, der Qualitätssicherung oder im Beratungswesen. Gearbeitet wird vor allem an Hochschulen, medizinischen und naturwissenschaftlichen Forschungseinrichtungen oder im Bereich Umwelt und Nahrungsmittel, in medizinischen Labors, in Unternehmen der chemischen, pharmazeutischen und biotechnologischen Industrie sowie in Umweltämtern, Ämtern zur Lebensmittelüberwachung oder Untersuchungslabors für Lebensmittelhygiene.[65]

Als Chemiker/in ist ein grundständiges Studium in Chemie Voraussetzung für die Berufsausübung. Darauf folgt ein viersemestriger Masterstudiengang zur Spezialisierung auf ein oder mehrere Teilbereiche der Chemie, sofern spezielle Tätigkeitsfelder oder eine Führungsposition angestrebt werden. Abgeschlossen werden kann die Ausbildung mit einer Promotion oder Habilitation. Er/Sie befasst sich mit den Eigenschaften chemischer Stoffe sowie der Herstellung und Weiterentwicklung chemischer Produkte. Darüber hinaus werden Laboranalysen durchgeführt sowie Gutachten, Expertisen oder Stellungnahmen verfasst. Als Beschäftigungsfelder gelten verschiedene Unternehmen der chemischen, pharmazeutischen, Kunststoff- und Lebensmittelindustrie, medizinische, naturwissenschaftliche oder Umwelt-Forschungsinstitute, Papier- und Zellstoffhersteller, Hochschulen oder Umweltämter.[66]

Ein/e Lebensmittelchemiker/in absolviert je nach Universität entweder ein eigenständiges grundlegendes Studium der Lebensmittelchemie oder belegt Chemie als Hauptfach und wählt Lebensmittelchemie als Spezialisierung. An das Grundstudium kann je nach Karrierewunsch ein Masterstudium sowie Promotion und Habilitation angeschlossen werden. Er/Sie untersucht Lebensmittel und Gebrauchsgegenstände auf ihre chemische Zusammensetzung und auf mögliche Wechselwirkungen der Inhaltsstoffe. Gearbeitet wird an Instituten zur Lebensmitteluntersuchung und -überwachung, in Labors der Nahrungsmittelindustrie, an Hochschulen, bei Verbraucherorganisationen sowie bei Gesundheits- und Umweltämtern. Er/Sie ist ebenfalls in der chemischen und pharmazeutischen Industrie anzutreffen.[67]

Als Wirtschaftschemiker/in wird ein grundständiges Studium der Wirtschaftschemie benötigt. Je nach Universität ist dies ein eigenständiger Studiengang oder kann als Spezialisierung innerhalb des Chemiestudiums gewählt werden. Je nach Karrierewunsch kann wiederum ein Masterstudium und darauf aufbauend die Promotion und Habilitation angeschlossen werden. Er/Sie ist in der chemischen und pharmazeutischen Industrie tätig und überwacht, plant und koordiniert dort Geschäfts- und Produktionsprozesse. Beschäftigungsfelder liegen in den Industriezweigen Chemie, Pharmazie, Kunststoff und Lebensmittel sowie bei Papier- und Zellstoffherstellern. Darüber hinaus kann an Forschungsinstituten, an Hochschulen, bei Unternehmensberatungen sowie bei Materialprüfungs- und Aufsichtsämtern gearbeitet werden.[68]

2.2.2. Berufe mit chemischem Touch

Tabelle 7 zeigt im Folgenden eine Auswahl von acht Ausbildungsberufen, die bei der Bundesagentur für Arbeit zwar nicht unter MINT-Berufen im Bereich Naturwissenschaften geführt werden, bei denen aber chemisches Grundwissen und Wissen aus dem Chemieunterricht zum besseren Verständnis beiträgt und mit Ausnahme des/der Werkfeuerwehrmanns/-frau das Fach Chemie als Voraussetzung bei den Berufssteckbriefen aufführt. Darüber hinaus werden wie im vorherigen Kapitel Informationen zum Bildungsweg, zur Ausbildungsdauer und zum Schulabschluss angegeben, die den jeweiligen Steckbriefen der Bundesagentur für Arbeit entnommen wurden.

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Tabelle 7: Exemplarische Berufe mit chemischen Grundkenntnissen[69]

Ein/e Brauer/in und Mälzer/in produzieren verschiedene alkoholische und alkoholfreie Bier­sorten und -mischgetränke. Sie arbeiten meistens in Abfüllhallen, im Sudhaus, in Gär- und Lagerkellern, in Keimstraßen oder im Büro von Brauereien und Mälzereien. Der Chemiebezug besteht unter anderem im Nachvollziehen biotechnologischer Produktionsprozesse.[70]

Ein/e Friseur/in gestaltet die Frisur je nach Wunsch, indem Haare gewaschen, geschnitten, gepflegt, getrocknet und frisiert werden. Dazu zählen auch die Haarverlängerung mit Hilfe von Extensions oder die Stil- und Produktberatung von Kunden. Er/Sie arbeitet in Friseurgeschäften, Wellnesshotels oder bei Film- und Theaterproduktionen. Der chemische Aspekt zeigt sich zum Beispiel beim Mischen und Anwenden von Produkten für eine Dauerwelle sowie zum Tönen und Färben der Haare.[71]

Ein/e Landwirt/in produziert und verkauft sowohl pflanzliche als auch tierische Produkte. Dabei ist er/sie für die Bestellung und Pflege der Felder sowie die Unterhaltung der Tiere zuständig. Gearbeitet wird allgemein im Freien oder in Ställen des eigenen landwirtschaftlichen Betriebs oder in Großbetrieben. Darüber hinaus fallen unter anderem Buchführungs- und Dokumentationsarbeiten im Büro an. Die Chemie zeigt sich vor allem beim Verstehen der Zusammensetzung von Futter-, Spritz- oder Düngemitteln.[72]

Ein/e Schädlingsbekämpfer/in arbeitet viel bei Kunden vor Ort oder im Freien. Er/Sie schützt unter anderem Menschen, Tiere, Pflanzen und Gebäude mit verschiedenen Maßnahmen vor Schädlingsbefall oder bekämpft einen bestehenden Befall. Die getroffenen Maßnahmen und die eingesetzten Mittel müssen dabei genauestens dokumentiert werden. Eingestellt wird er/sie von Dienstleistungs-, Versuchs- und Herstellbetrieben für Schädlingsbekämpfung sowie von Ämtern im Bereich Gesundheit, Pflanzenschutz, Landwirtschaft und Forstverwaltung. Die Chemie greift beispielsweise bei der Wirkungsweise eingesetzter Chemikalien.[73]

Ein/e Schornsteinfeger/in ist für die Überprüfung der Heizungs-, Abgas- und Lüftungsanlagen von Häusern und Industriestätten auf Betriebs- und Brandsicherheit zuständig. Es werden Messungen zum Immissionsschutz durchgeführt und Energieeinsparpotenziale ermittelt, die den rechtlichen Vorgaben vom Bau und Umweltschutz entsprechen. Er/Sie arbeitet in Betrieben des Schornsteinfegerhandwerks oder in Energieberatungsunternehmen. Chemisches Wissen wird unter anderem zum Beurteilen von Abgasen und Verbrennungsrückständen an Feuerungsanlagen benötigt.[74]

Ein/e Süßwarentechnologe/-in betreut den gesamten Produktionsprozess jedweder Arten von Süßigkeiten, nimmt Proben sowohl für das Labor als auch für Sinnesorgantests mit Sehen, Riechen und Schmecken und ist für das Reinigen und Warten der Maschinen und Anlagen verantwortlich. Gearbeitet wird hauptsächlich in Produktionshallen sowie Lager- und Kühlräumen verschiedener Industriebetriebe, die sich jeweils auf bestimmte Süßigkeiten spezialisiert haben. Unter anderem betrifft dies Bonbons und Zuckerwaren, Knabberartikel, Speiseeis sowie Schokoladenprodukte und Konfekt. Unter Umständen wird auch im Labor gearbeitet. Der Chemiebezug besteht beispielsweise in der Qualitätsprüfung der eingesetzten Ausgangsstoffe wie Sirup, Zucker oder Trockenfrüchte.[75]

Ein/e Werkfeuerwehrmann/-frau wirkt sowohl präventiv im Brand- und Gefahrenschutz als auch aktiv im Lösch- und Rettungseinsatz. Gearbeitet wird in der Regel im Werkfeuerwehrhaus, in Betriebsgebäuden und -hallen sowie auf Außenanlagen. Dazu wird er/sie von Betrieben eingestellt, die ein erhöhtes Gefährdungspotenzial aufweisen, wie in der Chemie-, Metall- oder Elektroindustrie. Flughäfen und Kraftwerke sind weitere Beschäftigungsorte. Auch führt er/sie ABC-Einsätze durch, bei denen radioaktive, biologische oder chemische Gefahren abgewehrt werden.[76]

Eine weitere Möglichkeit ist die Ausbildung bei der Feuerwehr in Form einer Beamtenausbildung unter anderem für den mittleren technischen Dienst, um im Anschluss als Beamter/Beamtin im mittleren feuerwehrtechnischen Dienst zu arbeiten. Dabei wird er/sie von der Berufsfeuerwehr oder der Feuerwehr der Bundeswehr in Löschfahrzeugen, im Freien oder in Gebäuden eingesetzt, leistet Erste Hilfe, Aufklärungsarbeit oder bekämpft, beseitigt und sichert Gefahrenquellen, wie Brände oder ausströmende Chemikalien. In Letzterem besteht unter anderem der Chemiebezug zu diesem Beruf.[77]

2.3.Berufsorientierung am Gymnasium

Zwar ist die Berufsorientierung kein neues Thema, dafür ist sie in der heutigen Zeit jedoch hochaktuell, zum Beispiel durch den sich abzeichnenden Fachkräftemangel sowie der Divergenz auf dem Arbeitsmarkt. Weiterhin haben Gymnasiastinnen und Gymnasiasten aufgrund des Schulabschlusses die meisten beruflichen Perspektiven, weshalb eine fundierte Berufsorientierung zwingend erforderlich ist, um ihnen den Übergang von der Schule in die Ausbildung oder in das Studium zu erleichtern.[78]

Gemäß des Erlasses zur Berufsorientierung an allgemein bildenden Schulen des Niedersächsischen Kultusministeriums[79] ist es die Aufgabe der Schule, Schülerinnen und Schüler die Ergreifung eines Berufs auf Basis einer fundiert vorbereiteten Entscheidung zu ermöglichen. Dies beinhaltet ebenfalls explizit das Befassen mit geschlechtsspezifischen Rollenerwartungen bezüglich des Ausbildungseinstiegs.[80]

Für das Gymnasium liegt der Fokus der berufsorientierenden Maßnahmen zurzeit vor allem auf dem Schülerbetriebspraktikum und der Betriebserkundung inklusive Vor- und Nachbereitung. Ersteres umfasst eine Dauer von ca. 10 bis 15 Schultagen im Block und wird in der Regel in der neunten Klasse durchgeführt. Betriebserkundungen sollten ab der achten Klasse stattfinden. Darüber hinaus stehen Kooperationen mit Betrieben, berufsbildenden Schulen und der Berufsberatung der Arbeitsagenturen an.[81]

Ein besonderer Fokus liegt auf den Naturwissenschaften Biologie, Chemie und Physik, da das naturwissenschaftliche Grundwissen im Gegensatz zu anderen Schulfächern in naturwissenschaftlich gestützten Berufen und Berufsfeldern aufgegriffen wird. Die beruflichen Möglichkeiten sind bei Schülerinnen und Schülern jedoch wenig präsent, weshalb der Fachunterricht für sie oftmals die einzige Möglichkeit ist, diese kennen zu lernen.[82]

2.3.1. Allgemeine Berufsorientierung

Zur Verbesserung der allgemeinen Berufsorientierung hat das Niedersächsische Kultusministerium im August 2016 ein schulformübergreifendes Konzept zur Berufs- und Studienorientierung veröffentlicht. Dieses wird den Schulen ab Herbst 2017 zur Verfügung gestellt und soll sie bei der Erstellung eigener Konzepte zur Berufsorientierung unterstützen. Voraussichtlich tritt das Konzept nach einer Überarbeitung zum 01. Februar 2018 in Kraft.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 4: Jahrgangsbezogene Zuordnung der Berufs- und Studienorientierungs-Elemente[83]

In Abbildung 4 sind schulformübergreifend verschiedene Komponenten zur Berufs- und Studienorientierung festgehalten, mit deren Hilfe Schülerinnen und Schüler auf ihren Einstieg ins Berufsleben vorbereitet werden sollen. Das Modell gibt an, in welchen Jahrgangsstufen die verschiedenen Elemente anzusiedeln sind. Praxistage sind für erste Einblicke in den Beruf gedacht und sollten auch unter Berücksichtigung regionaler Merkmale ausgewählt werden. Sie umfassen die Elemente innerhalb des hellgrauen Rahmens und laufen parallel zu den angegebenen Elementen. Darüber hinaus zählen auch Aspekte wie beispielsweise der Besuch von Ausbildungsmessen, Hochschulinformationstage und die Mitarbeit in einer Schülerfirma zu den Praxistagen.[84]

Das Kompetenzfeststellungsverfahren wird gemäß der Qualitätsstandards des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) durchgeführt und offenbart sowohl Stärken und Interessen als auch Entwicklungspotenziale der Schülerinnen und Schüler. Über die Zukunftstage lernen sie geschlechtsuntypische Berufe kennen und wirken damit den vorherrschenden Rollenbildern entgegen. Betriebserkundungen erfolgen unter zuvor ausgearbeiteten Beobachtungsaufgaben, die damit eine gründliche Nachbereitung im Fachunterricht ermöglichen und unterscheiden sich dadurch von Betriebsbesichtigungen. Durch den Besuch im Berufsinformationszentrum (BIZ) werden Schülerinnen und Schüler mit verschiedenen Bereichen rund um die Berufsorientierung vertraut gemacht. Der Kontakt zu berufsbildenden Schulen dient vor allem dem Einblick in unterschiedliche Berufsfelder beispielsweise in Form von Informationstagen oder durch die Teilnahme am theoretischen und praktischen Unterricht. Im Bewerbungstraining lernen Schülerinnen und Schüler das Erstellen von Bewerbungsunterlagen und trainieren Vorstellungsgespräche. Neben diesen Angeboten findet innerhalb des Fachunterrichts ebenfalls Berufsorientierung statt. Darüber hinaus halten Schülerinnen und Schüler ihre Erfahrungen und Eindrücke zum Berufsorientierungsprozess in einer geeigneten Form fest. Diese Dokumentation kann zudem bei der Bundesagentur für Arbeit zur Berufsberatung mit herangezogen werden.[85]

Das Orientierungsmodell hat speziell für das Gymnasium zum Ziel, Schülerinnen und Schüler auf die Berufswelt einzustimmen, indem Bildungsinhalte und Kompetenzen erworben werden, um eine Berufsausbildung oder ein Studium zu beginnen. Für die G9ner sieht das Modell vor, das Betriebspraktikum in Jahrgang 11 anzusiedeln. Darüber hinaus kann die Schule ein weiteres Praktikum in der Sekundarstufe I für jene Schülerinnen und Schüler ansetzen, die das Gymnasium vorzeitig verlassen möchten.[86]

2.3.2. Berufsorientierung im Fach Chemie auf Basis der Niedersächsischen Kerncurricula für die Sekundarstufen I und II

Aber allgemeine Berufsorientierung reicht nicht aus. Um Schülerinnen und Schülern fundierte Einblicke in verschiedene Berufe zu ermöglichen, ist der Fachunterricht nötig. Dieser sollte bei der Vermittlung von Unterrichtsinhalten ebenfalls spezifische Berufe und Berufsfelder integrieren.[87] Dies wird unter anderem in den Niedersächsischen Kerncurricula für Chemie und allgemein für die Naturwissenschaften vom Niedersächsischen Kultusministerium eingefordert.

Im Kapitel der naturwissenschaftlichen Grundbildung des Kerncurriculums Naturwissenschaften für die Sekundarstufe I legt das Kultusministerium fest, dass diese Grundbildung, die auch unter dem Namen Scientific Literacy bekannt ist, folgende Qualifikationen umfasst:

- das Anwenden naturwissenschaftlichen Wissens,

- das Erkennen naturwissenschaftlicher Fragen sowie

- das Ziehen von Schlussfolgerungen aus Belegen, sodass Entscheidungen verstanden und getroffen werden, die die Welt an sich und die an ihr von Menschen vorgenommenen Veränderungen betreffen.[88]

Weiterhin schafft sie eine Orientierung für naturwissenschaftlich-technische Berufsfelder und Grundlagen für anschlussfähiges berufsbezogenes Lernen, wodurch Perspektiven für die spätere Berufswahl aufgezeigt werden. Dadurch sollen Schülerinnen und Schüler Eindrücke zu chemischen Berufen sowie zu ihren eigenen Wunschvorstellungen gewinnen und Wege kennenlernen, diese zu erreichen (Ausbildung/Studium).[89] Die Umsetzung dieser Aspekte wird in der durchgeführten Lehrerbefragung explizit betrachtet.

In den Naturwissenschaften werden die Ziele des Bildungsbeitrags mit Hilfe der inhaltsbezogenen Kompetenz Fachwissen und den drei prozessbezogenen Kompetenzen Kommunikation, Erkenntnisgewinnung und Bewertung vermittelt, die es Schülerinnen und Schülern ermöglichen, sich mit naturwissenschaftlichen Fragestellungen auseinanderzusetzen.[90] Während in allen Kompetenzbereichen Aufgaben aus den klassischen chemischen Berufen implizit mitschwingen, zum Beispiel die Berufe Laborant/in oder Chemiker/in, wird im Kompetenzbereich Bewertung explizit auf Berufsorientierung verwiesen. Schülerinnen und Schüler sollen im Doppeljahrgang 9/10 sowohl Tätigkeitsfelder von Chemikern/-innen als auch allgemein Berufsfelder der Chemie erkennen.[91]

Daneben ist der Bezug zwischen Fachinhalten und Alltag im Kompetenzbereich Bewertung allgegenwärtig und bietet somit genügend Anreize in diesem Kontext zusätzlich auf passende Berufe und Berufsfelder einzugehen. Beispielsweise beschreiben Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufen 5/6, „dass die Chemie sie in ihrer Lebenswelt umgibt“[92]. Weiterhin bietet die Umsetzung des Kerncurriculums in das schulinterne Fachcurriculum Ansatzmöglichkeiten chemische Berufe und Berufsfelder zu berücksichtigen. So schlägt das Kultusministerium als eine Unterrichtseinheit beispielsweise die Chemie des Feuers vor.[93] Dabei könnten Berufe wie Feuerwehrmann/-frau oder Pyrotechniker/in berücksichtigt werden.

Im Kerncurriculum Chemie der Sekundarstufe II ist neben dem Alltagsbezug im Kompetenzbereich Bewertung sowohl für Kurse auf grundliegendem (gA) als auch für Kurse auf erhöhtem Anforderungsniveau (eA) ein verstärkter Bezug zu chemischen Berufen und verschiedenen Tätigkeitsfeldern in der Chemie erkennbar, wie beim Crackverfahren oder bei der Erdöl/Erdgas/Biogas-Debatte. Auch können Tätigkeitsfelder und Berufe aus der Kunststoffchemie angesprochen werden. Vor allem sind dabei Berufe aus dem Industriezweig betroffen.[94]

Die Kerncurricula geben Lehrkräften somit einen ausreichend großen Spielraum in Bezug auf die Auswahl bestimmter Berufe und Berufsfelder, wobei in der Sekundarstufe II ein erhöhter Fokus auf die Bereiche Technik, Umwelt und Industrie gelegt wird, die mehrfach im Bereich der Bewertungskompetenz angesprochen werden. Trotzdem ist zu beachten, dass nicht zu jedem Unterrichtsthema ein passender Beruf gefunden werden kann/sollte, da dies ansonsten für Schülerinnen und Schüler in eine langweilige Aneinanderreihung von Berufsbeispielen ausarten könnte. Vielmehr geht es darum, ihnen die Quintessenz einzelner Berufe aufzuzeigen und ihnen zu verdeutlichen, dass es ebenso für sie relevante Berufe geben kann, die zwar keine chemische Meisterleistung, jedoch ein fundiertes chemisches Basiswissen verlangen.

2.4.Methodenwahl

Um den momentanen Zustand zur Berufsorientierung im Chemieunterricht an Gymnasien zu erfassen, wird eine schriftliche Befragung mittels eigens erstellter Lehrer- und Schülerfragebögen an jenen Gymnasien durchgeführt, an denen im Frühjahr 2017 das Erweiterungsfachpraktikum (EFP) im Fach Chemie der Universität Osnabrück stattfindet. Gegebenenfalls werden weitere Schulen hinzugezogen, zu denen im Vorfeld durch absolvierte Praktika ein persönlicher Kontakt besteht, sofern mit einer geringen Rücklaufquote zu rechnen ist.

Die schriftliche Befragung wird gewählt, da diese Form, anders als beispielsweise ein Interview als mündliche Befragungsform, die Möglichkeit beinhaltet, eine möglichst große Anzahl von Probanden in einem relativ kurzen Zeitraum zu befragen und in Folge des gleichen Befragungsschemas authentische Aussagen treffen zu können. Darüber hinaus werden die Bereitschaft zu ehrlichen Antworten und einer verstärkten Auseinandersetzung mit den einzelnen Fragen begünstigt, da die schriftliche Befragung eine erhöhte Anonymität gewährleistet und die Antworten nicht auf einzelne Personen zurückgeführt werden können.[95]

Da zwar allgemein Fragebögen zur Berufsorientierung existieren, die Quellenlage für Fragebögen zu Berufen und Berufsfeldern im Chemieunterricht jedoch recht gering ausfällt, werden die eingesetzten Lehrer- und Schülerfragebögen selbst erstellt. Der genaue Aufbau der jeweiligen Fragebögen wird in den Kapiteln 2.4.1 und 2.4.2. beschrieben.

Pro Schule sollen jeweils zwei neunte Klassen, zwei zehnte Klassen sowie aus dem elften Jahrgang zwei Grundkurse und zwei Leistungskurse des Fachs Chemie befragt werden, sofern diese in der geforderten Anzahl an der jeweiligen Schule vorhanden sind. Dazu werden zwei bis vier Chemielehrkräfte befragt, die nach Möglichkeit in Geschlecht und Berufsalter variieren, um eine größere Bandbreite an Erfahrungen und Ideen zum behandelten Thema zu erfassen. Die Beschränkung der elften Jahrgangsstufe auf Chemie-Grundkurse (GK/gA) und Chemie-Leistungskurse (LK/eA) wird gewählt, da anzunehmen ist, dass hauptsächlich jene Schülerinnen und Schüler Chemie in der Oberstufe belegen, die ein gesteigertes naturwissenschaftlich-chemisches Interesse besitzen und die sich somit verstärkt für Berufsfelder interessieren könnten, in denen Chemie und chemisches Wissen von Bedeutung sind.

Die Befragung findet in den Jahrgängen neun bis elf statt, da ab der neunten Jahrgangsstufe durch die Vorbereitung auf erste außerschulische Praktika mit einem erhöhten Interesse an verschiedenen Berufen und Berufsfeldern gerechnet werden kann. Zudem befinden sich Schülerinnen und Schüler der neunten Jahrgangsstufe mit einem Durchschnittsalter von 15 Jahren in jener Lebensphase, in der sie laut Super eine realistische Berufspräferenz entwickeln.[96] Aufgrund der kurz bevorstehenden Abiturprüfungen wird der zwölfte Jahrgang bei dieser Befragung nicht mehr berücksichtigt.

2.4.1. Beschreibung des Lehrerfragebogens[97]

Der Lehrerfragebogen besteht aus drei DIN-A4 Seiten, dessen Bearbeitungszeit circa zehn Minuten in Anspruch nimmt und setzt sich aus fünf Datenblöcken zusammen:

1. Allgemeine Daten,

2. Alltagsbezüge,

3. Berufe und Berufsfelder,

4. Bezüge zum Kerncurriculum und

5. Wünsche zur Berufsorientierung.

Neben den Auskünften im Block Allgemeine Daten werden elf weitere Fragen aufgeführt, deren Reihenfolge zugunsten anderer inhaltlicher Kriterien nicht immer konform zu den genannten Datenblöcken verläuft. Zur Beantwortung der Fragen werden eine Einschätzung auf einer geraden, sechsstelligen Ratingskala, geschlossene Antwortmöglichkeiten oder eine frei formulierte Antwort verlangt. Bei der in dem Fragebogen angewendeten Ratingskala gilt in der Regel, dass die 1 für immer und die 6 für gar nicht steht, was zur Verdeutlichung bei jeder Frage mit dieser Skala zusätzlich vermerkt ist, um Missverständnissen vorzubeugen. Die Zahlen 2 bis 5 stellen Abstufungen dieser Extreme dar. Die Skalierung von 1 bis 6 wird gewählt, da diese zum einen eine Assoziation zu Schulnoten zulässt und zum anderen aufgrund der geraden Anzahl an Wahlmöglichkeiten eine Positionierung zum Positiven (Kategorien 1 bis 3) oder Negativen (Kategorien 4 bis 6) vom Befragten verlangt.

Im Block Allgemeine Daten werden zunächst das Geschlecht und die Dienstzeit abgefragt. Die Dauer der Dienstzeit ist dabei in verschiedene Zeitintervalle gegliedert, um ein Clustern zu ermöglichen: 0-2 Jahre, 2-5 Jahre, 5-10 Jahre, 10-15 Jahre, 15-20 Jahre und mehr als 20 Jahre. Darauf folgen der Name der Schule und die Frage nach dem verwendeten Lehrwerk für das Fach Chemie. Ersteres dient dazu, bei der späteren Auswertung gegebenenfalls die Antworten der Lehrkräfte mit denen der Schülerinnen und Schüler der jeweiligen Schule zu vergleichen.

Der Block Alltagsbezüge besteht aus den Fragen 1, 2 und 5. Es wird zunächst auf der sechsstelligen Ratingskala nach einer Einschätzung der Wichtigkeit von Alltagsbezügen im gehaltenen Chemieunterricht gefragt, die in der darauf folgenden Frage an einigen Beispielen konkretisiert werden soll. Bei Frage 5 erfolgt auf der sechsstelligen Ratingskala eine Bewertung, inwieweit Schülerinnen und Schüler Zusammenhänge zwischen ihrem Chemieunterricht und dem Alltag herstellen können. Die Positionierung der Frage an dieser Stelle ist zugunsten des inhaltlichen Zusammenhangs zu den nachfolgenden Fragen gewählt worden, da sich diese ebenfalls mit Einschätzungen des Schülerwissens zu bestimmten Themen befassen.

Der Block Berufe und Berufsfelder umfasst die Fragen 3, 4, 6 und 9. Dabei sind die Fragen 3, 4 und 6 äquivalent zu den Fragen 1, 2 und 4 aufgebaut. Zunächst wird über die sechsstellige Ratingskala geprüft, inwieweit chemische Berufe und Berufsfelder im Chemieunterricht vom Befragten berücksichtigt werden. Im Anschluss folgt eine konkrete Benennung von Themen oder Themengebieten, in denen diese betrachtet werden. Zuletzt wird die Fähigkeit der Schülerinnen und Schüler auf der sechsstelligen Ratingskala eingeschätzt, inwieweit sie Zusammenhänge zwischen dem Fachunterricht und naturwissenschaftlichen Berufen und Berufsfeldern ziehen können. Frage 9 bezieht sich auf die Informationen, die das von der Schule gewählte Lehrwerk für das Fach Chemie zum Thema Berufe und Berufsfelder bietet. Hier schätzen die Befragten auf einer weiteren sechsstelligen Ratingskala die Informationslage im Schulbuch ein, wobei in diesem Fall die Kategorien hervorragend, gut, annehmbar, ausreichend, mangelhaft und nicht existent zur Verfügung stehen.

Der Block Bezüge zum Kerncurriculum bezieht sich auf die Fragen 7 und 8. Diese sind aus Vorgaben des Niedersächsischen Kerncurriculums für Naturwissenschaften in der Sekundarstufe I des Gymnasiums unter dem Aspekt des Bildungsbeitrags der Naturwissenschaften zusammengestellt. Während Frage 7 eine frei formulierte Antwort über eine vorliegende Orientierung des Unterrichts für naturwissenschaftlich-technische Berufe mit konkreten Benennungen dieser Berufe verlangt, wird bei Frage 8 auf der sechsstelligen Ratingskala bewertet, ob der eigene Unterricht Grundlagen für ein anschlussfähiges Lernen liefert und Schülerinnen und Schülern somit Berufswahlperspektiven eröffnet.[98]

Der Block Wünsche zur Berufsorientierung schließt mit den Fragen 10 und 11 die Befragung ab. Bei Frage 10 werden geschlossene Antwortmöglichkeiten zur Verbesserung der Berufsorientierung für naturwissenschaftliche Fächer vorgegeben, wobei Mehrfachnennungen möglich sind. Antwortmöglichkeiten sind dabei: Teilnahme am Schülerlabor, Besuch der Universität, Teilnahme an der Forscherwoche, Exkursionen, Berufsinformationstage, Einladen von Gastrednern aus verschiedenen Berufen/Berufsfeldern und konkrete Unterrichtsmaterialien. Dabei handelt es sich mit Ausnahme der konkreten Unterrichtsmaterialien vor allem um Vorschläge, die außerhalb des Fachunterrichts stattfinden oder nicht von der Fachlehrkraft umgesetzt werden, jedoch in unterschiedlichem Ausmaß im Fachunterricht wieder aufgegriffen werden können und bei denen Schülerinnen und Schüler mit chemischen Berufen und Berufsfeldern in Kontakt kommen.

Die Teilnahme am Schülerlabor ist in der Regel für Schülerinnen und Schüler der Sekundarstufe I, die Teilnahme an der Forscherwoche für Schülerinnen und Schüler der Sekundarstufe II gedacht. Ersteres findet während der Schulzeit und letzteres meistens in den Sommerferien statt. Sie führen dort jeweils unter wissenschaftlicher Anleitung Experimente durch, wobei sie Materialien verwenden können, die an einer Schule in der Regel nicht vorhanden sind. Des Weiteren kommen sie in Kontakt mit Methoden und Erkenntnissen zur aktuellen naturwissenschaftlichen Forschung und können ihre Fragen direkt an dortige Mitarbeiter stellen. Später können Erkenntnisse von der Lehrkraft im Fachunterricht aufgegriffen und vertieft werden.

Der Universitätsbesuch ermöglicht Einblicke in verschiedene Studiengänge – auch im naturwissenschaftlichen Bereich –, während bei Exkursionen zumeist die jeweilige Besichtigungsstätte (Betrieb, Firma etc.) im Mittelpunkt steht, bei der Schülerinnen und Schüler zudem Einblicke in verschiedene Berufe erhalten.

Die Berufsinformationstage stehen abseits vom Fachunterricht, da es sich hierbei um einen Aspekt der allgemeinen Berufsorientierung der Institution Schule handelt. An sie kann aber auch mit Fokus auf naturwissenschaftlich-technische Berufe und Berufsfelder herangegangen werden.

Unter der Teilnahme an ausgeschriebenen Projekten sind beispielsweise naturwissenschaftliche Wettbewerbe zu verstehen, an denen einzelne Schülerinnen und Schüler, Schulklassen oder die gesamte Schule teilnehmen können. Dabei sind sowohl Bundes- und Landeswettbewerbe zu unterscheiden, die zudem für unterschiedliche Altersstufen ausgelegt sind, als auch Projekt- und Aufgabenwettbewerbe. Unter Bundeswettbewerbe fallen unter anderem „Jugend forscht“ als Projektwettbewerb und die „internationale ChemieOlympiade“ als Aufgabenwettbewerb. „Das ist Chemie!“ ist ebenfalls ein Aufgabenwettbewerb, jedoch auf Landesebene.

Als Gastredner wird in den meisten Fällen ein Vertreter eines bestimmten Berufs in den Fachunterricht eingeladen, der über seine Arbeit informiert und im besten Fall Schülerinnen und Schüler über eine gemeinsam durchgeführte Aufgabe an typische Tätigkeiten seines Berufs heranführt. Dabei kann es sich beispielsweise um einen Feuerwehrmann handeln, der seinen Alltag schildert, für Fragen zur Verfügung steht und im Anschluss mit den Schülerinnen und Schülern zusammen den richtigen Gebrauch von Feuerlöschern probt.

Zusätzlich können eigene Vorschläge unter dem Aspekt Sonstiges, und zwar eingebracht werden. Sofern konkrete Unterrichtsmaterialien gewünscht werden, sind diese konkret zu benennen. Der Fragebogen schließt mit Frage 11, bei der der Proband noch Ungesagtes zum Thema anführen kann, auf das weiter eingegangen werden sollte.

2.4.2. Beschreibung des Schülerfragebogens[99]

Der Schülerfragebogen besteht aus drei DIN-A4 Seiten, dessen Bearbeitungszeit je nach Jahrgangsstufe zehn bis fünfzehn Minuten in Anspruch nimmt. Weiterhin liegt dieser Fragebogen in zwei Ausfertigungen vor: einer für die Jahrgangsstufen 9 und 10 sowie ein weiterer für die Jahrgangsstufe 11. Diese unterscheiden sich nur in der Anrede der Probanden, da Schülerinnen und Schüler ab Jahrgangsstufe 11 das Anrecht haben, gesiezt zu werden. Aufbau, Inhalt und Anzahl der Fragen sind identisch. Der Fragebogen setzt sich ebenfalls aus fünf Datenblöcken zusammen:

1. Allgemeine Daten,

2. Alltagsbezüge,

3. Berufe und Berufsfelder,

4. Bezüge zum Kerncurriculum sowie

5. Zukunftsvorstellungen und persönliche Auskünfte.

Die Datenblöcke eins bis vier sind vorwiegend inhaltlich mit dem Lehrerfragebogen identisch. Neben den allgemeinen Auskünften zur Person setzt sich der Schülerfragebogen aus zwölf weiteren fachlichen Fragen zusammen. Die Beantwortung der Fragen erfolgt in verschiedenen Varianten:

[...]


[1] Vgl. Bußhoff, Ludger: Berufswahl. Theorien und ihre Bedeutung für die Praxis der Berufsberatung, S. 18f.

[2] Vgl. Niedersächsisches Kultusministerium: Kerncurriculum für das Gymnasium Schuljahrgänge 5-10. Naturwissenschaften, S. 7.

[3] Vgl. Bußhoff, Ludger: Berufswahl. Theorien und ihre Bedeutung für die Praxis der Berufsberatung, S. 12.

[4] Vgl. Bußhoff, Ludger: Berufswahl. Theorien und ihre Bedeutung für die Praxis der Berufsberatung, S. 9-11.

[5] Vgl. Hirschi, Andreas: Berufswahltheorien – Entwicklung und Stand der Diskussion, S. 30f.

[6] Vgl. Hentrich, Karoline: Einflussfaktoren auf die Berufswahlentscheidung Jugendlicher an der ersten Schwelle. Eine theoretische und empirische Untersuchung, S. 32.

[7] Vgl. Bachmann, Daniela: Elterneinfluss auf die Studienfachwahl. Eine quantitative Pilotstudie an der Medizinischen Fakultät der Friedrich-Schiller-Universität zu Jena, online verfügbar unter: http://www.grin.com/de/e-book/311802/elterneinfluss-auf-die-studienfachwahl, 13.07.2017.

[8] Vgl. Hentrich, Karoline: Einflussfaktoren auf die Berufswahlentscheidung Jugendlicher an der ersten Schwelle. Eine theoretische und empirische Untersuchung, S. 33f.

[9] Vgl. Haase, Luzie: Kenntnisse, Einstellungen und Bewertungen von Jugendlichen bezüglich chemischer Berufe. Ergebnisse einer Fragebogenstudie in der Sekundarstufe I an allgemein bildenden Schulen, S. 10f.

[10] Vgl. Haase, Luzie: Kenntnisse, Einstellungen und Bewertungen von Jugendlichen bezüglich chemischer Berufe. Ergebnisse einer Fragebogenstudie in der Sekundarstufe I an allgemein bildenden Schulen, S. 10f.

[11] Vgl. Beinke, Lothar: Elterneinfluß auf die Berufswahl, S. 65.

[12] Vgl. Beinke, Lothar: Elterneinfluß auf die Berufswahl, S. 68f.

[13] Vgl. Bachmann, Daniela: Elterneinfluss auf die Studienfachwahl. Eine quantitative Pilotstudie an der Medizinischen Fakultät der Friedrich-Schiller-Universität zu Jena, online verfügbar unter: http://www.grin.com/de/e-book/311802/elterneinfluss-auf-die-studienfachwahl, 14.07.2017.

[14] Vgl. Haase, Luzie: Kenntnisse, Einstellungen und Bewertungen von Jugendlichen bezüglich chemischer Berufe. Ergebnisse einer Fragebogenstudie in der Sekundarstufe I an allgemein bildenden Schulen, S. 11.

[15] Vgl. Bachmann, Daniela: Elterneinfluss auf die Studienfachwahl. Eine quantitative Pilotstudie an der Medizinischen Fakultät der Friedrich-Schiller-Universität zu Jena, online verfügbar unter: http://www.grin.com/de/e-book/311802/elterneinfluss-auf-die-studienfachwahl, 14.07.2017.

[16] Vgl. Bußhoff, Ludger: Berufswahl. Theorien und ihre Bedeutung für die Praxis der Berufsberatung, S. 15-18.

[17] Eigene Darstellung, entwickelt auf Basis von: Bußhoff, Ludger: Berufswahl. Theorien und ihre Bedeutung für die Praxis der Berufsberatung, S. 18f.

[18] Vgl. Bußhoff, Ludger: Berufswahl. Theorien und ihre Bedeutung für die Praxis der Berufsberatung, S. 18.

[19] Vgl. Bußhoff, Ludger: Berufswahl. Theorien und ihre Bedeutung für die Praxis der Berufsberatung, S. 18f.

[20] Vgl. Bußhoff, Ludger: Berufswahl. Theorien und ihre Bedeutung für die Praxis der Berufsberatung, S. 19.

[21] Vgl. Sailer, Maximilian: Freie Berufswahl und Berufswahlfaktoren, S. 56 und Bußhoff, Ludger: Berufswahl. Theorien und ihre Bedeutung für die Praxis der Berufsberatung, S. 20f.

[22] Vgl. Bußhoff, Ludger: Berufswahl. Theorien und ihre Bedeutung für die Praxis der Berufsberatung, S. 22.

[23] Vgl. Bußhoff, Ludger: Berufswahl. Theorien und ihre Bedeutung für die Praxis der Berufsberatung, S. 33.

[24] Der Holland-Code bildet sich jeweils aus den Anfangsbuchstaben der Idealtypen. Ein Code lautet zum Beispiel SAI. Das bedeutet, die betreffende Person weist die größte Entsprechung zum sozialen Typ auf. An zweiter Stelle folgt der künstlerische und an dritter Stelle der intellektuelle Typ.

[25] Vgl. Bußhoff, Ludger: Berufswahl. Theorien und ihre Bedeutung für die Praxis der Berufsberatung, S. 33-35.

[26] Eigene Darstellung in Anlehnung an Wentorf, Wilfried: Kompetenzen in der Oberstufe vermitteln. Konstruktive Unterstützung durch wissenschaftsauthentische Lernarrangements, S. 44 und Bußhoff, Ludger: Berufswahl. Theorien und ihre Bedeutung für die Praxis der Berufsberatung, S. 38.

[27] Vgl. Pravits, Romana Maria: Zum beruflichen Interesse von Gesundheits- und Krankenpflegeschüler/innen. Eine Validierungsstudie des neu entwickelten Interessenfragebogens RIASEC-RRK, S. 20-22.

[28] Vgl. Parchmann, Ilka/Lühken, Arnim/Haucke, Kerstin/Pietzner, Verena: Chemie als Beruf – Chemie in Berufen! Vielfalt chemischer Perspektiven zur Berufsorientierung, S. 3.

[29] Vgl. Bußhoff, Ludger: Berufswahl. Theorien und ihre Bedeutung für die Praxis der Berufsberatung, S. 38f.

[30] Vgl. VCI: Auf einen Blick. Chemische Industrie, S. 2.

[31] Als kleine Unternehmen gelten Betriebe mit 10 bis 49 Mitarbeitern.

[32] Als mittlere Unternehmen gelten Betriebe mit 50 bis 499 Mitarbeitern.

[33] Als große Unternehmen gelten Betriebe ab 500 Mitarbeitern.

[34] Vgl. VCI: Auf einen Blick. Chemische Industrie, S. 4.

[35] Eigene Darstellung entnommen aus: VCI: Branchenporträt der deutschen chemisch-pharmazeutischen Industrie, S. 6.

[36] Eigene Darstellung entnommen aus: VCI: Auf einen Blick. Chemische Industrie, S. 3.

[37] Vgl. VCI: Chemiewirtschaft in Zahlen, S. 56.

[38] Eigene Darstellung nach Informationen der entsprechenden Berufssteckbriefe der Bundesagentur für Arbeit, https://berufenet.arbeitsagentur.de/berufenet/faces/index?path=null, 20.07.2017.

[39] Vgl. BfA: Berufssteckbriefe, https://berufenet.arbeitsagentur.de/berufenet/faces/index?path=null, 20.07.2017.

[40] Vgl. https://www.aubi-plus.de/berufe/chemielaborant-25/, 17.07.2017.

[41] Vgl. https://www.aubi-plus.de/berufe/lacklaborant-132/, 17.07.2017.

[42] Vgl. https://www.aubi-plus.de/berufe/milchwirtschaftlicher-laborant-362/, 17.07.2017.

[43] Vgl. https://www.aubi-plus.de/berufe/textillaborant-189/, 17.07.2017.

[44] Vgl. BfA: Biologielaborant/in, https://berufenet.arbeitsagentur.de/berufenet/bkb/6322.pdf, 20.07.2017.

[45] Vgl. BfA: Physiklaborant/in, https://berufenet.arbeitsagentur.de/berufenet/bkb/6351.pdf, 20.07.2017.

[46] Eigene Darstellung nach Informationen der entsprechenden Berufssteckbriefe der Bundesagentur für Arbeit, https://berufenet.arbeitsagentur.de/berufenet/faces/index?path=null, 21.07.2017.

Bei Berufen, deren Ausbildungsdauer mit * versehen sind, variiert diese in Abhängigkeit des Schulabschlusses. Das bedeutet, dass mit einem höheren Abschluss die Ausbildungszeit verkürzt wird.

[47] Vgl. BfA: Berufssteckbriefe technische/r Assistent/in, https://berufenet.arbeitsagentur.de/berufenet/faces/index?path=null, 20.07.2017.

[48] Vgl. https://www.aubi-plus.de/berufe/medizinisch-technischer-laboratoriumsassistent-schul-270/, 17.07.2017.

[49] Es sollte mindestens ein Hauptschulabschluss vorliegen.

[50] Eigene Darstellung nach Informationen der entsprechenden Berufssteckbriefe der Bundesagentur für Arbeit, https://berufenet.arbeitsagentur.de/berufenet/faces/index?path=null, 20.07.2017.

[51] Vgl. BfA: Stoffprüfer/in (Chemie), https://berufenet.arbeitsagentur.de/berufenet/bkb/6412.pdf, 17.07.2017.

[52] Vgl. BfA: Werkstoffprüfer/in, https://berufenet.arbeitsagentur.de/berufenet/bkb/122368.pdf, 20.07.2017.

[53] Vgl. BfA: Baustoffprüfer/in, https://berufenet.arbeitsagentur.de/berufenet/bkb/13727.pdf, 20.07.2017.

[54] Vgl. BfA: Edelmetallprüfer/in, https://berufenet.arbeitsagentur.de/berufenet/bkb/6418.pdf, 20.07.2017.

[55] Vgl. BfA: Stoffprüfer/in (Chemie), https://berufenet.arbeitsagentur.de/berufenet/bkb/6412.pdf, 20.07.2017.

[56] Eigene Darstellung nach Informationen der Berufssteckbriefe der Bundesagentur für Arbeit, https://berufenet.arbeitsagentur.de/berufenet/faces/index?path=null, 21.07.2017.

[57] Vgl. BfA: Chemikant/in, https://berufenet.arbeitsagentur.de/berufenet/bkb/1143.pdf, 21.07.2017.

[58] Vgl. BfA: Fachkraft für Lebensmitteltechnik, https://berufenet.arbeitsagentur.de/berufenet/bkb/3898.pdf, 21.07.2017.

[59] Vgl. BfA: Oberflächenbeschichter/in, https://berufenet.arbeitsagentur.de/berufenet/bkb/34975.pdf, 21.07.2017.

[60] Vgl. BfA: technologische Berufe, https://berufenet.arbeitsagentur.de/berufenet/faces/index?path=null, 21.07.2017.

[61] Vgl. BfA: Apotheker, https://berufenet.arbeitsagentur.de/berufenet/faces/index?path=null/kurzbeschreibung/taetigkeitsinhalte&dkz=58682, 20.07.2017.

[62] Vgl. BAK: Das Berufsbild der Apothekerin und des Apothekers, S. 4.

[63] Vgl. Sandstein Neue Medien GmbH: Beruf Apotheker, https://www.bildungsmarkt-sachsen.de/berufelexikon/berufsbild/beruf/apotheker/id:100020100000008742, 20.07.2017.

[64] Vgl. BfA: Studienwahl Biochemie, http://www.studienwahl.de/de/studieren/studienfelder/mathematik-naturwissenschaften/biochemie0145.htm, 20.07.2017.

[65] Vgl. BfA: Biochemiker/in, https://berufenet.arbeitsagentur.de/berufenet/faces/index?path=null/kurzbeschreibung&dkz=58688, 20.07.2017.

[66] Vgl. BfA: Chemiker/in, https://berufenet.arbeitsagentur.de/berufenet/faces/index?path=null/sucheMINT/kurzbeschreibung&dkz=58694&fb=eJwzNDA0gAEADsIC&let=N, 20.07.2017.

[67] Vgl. BfA: Lebensmittelchemiker/in, https://berufenet.arbeitsagentur.de/berufenet/faces/index?path=null/suchergebnisse/kurzbeschreibung&dkz=58753&such=lebensmittelchemiker, 20.07.2017.

[68] Vgl. BfA: Wirtschaftschemiker/in, https://berufenet.arbeitsagentur.de/berufenet/faces/index?path=null/suchergebnisse/kurzbeschreibung&dkz=59249&such=wirtschaftschemiker, 20.07.2017.

[69] Eigene Darstellung nach Informationen der Berufssteckbriefe der Bundesagentur für Arbeit, https://berufenet.arbeitsagentur.de/berufenet/faces/index?path=null, 21.07.2017.

[70] Vgl. BfA: Brauer/in und Mälzer/in, https://berufenet.arbeitsagentur.de/berufenet/bkb/3789.pdf, 21.07.2017.

[71] Vgl. BfA: Friseur/in, https://berufenet.arbeitsagentur.de/berufenet/bkb/9910.pdf, 30.07.2017.

[72] Vgl. BfA: Landwirt/in, https://berufenet.arbeitsagentur.de/berufenet/bkb/272.pdf, 21.07.2017.

[73] Vgl. BfA: Schädlingsbekämpfer/in, https://berufenet.arbeitsagentur.de/berufenet/bkb/27396.pdf, 21.07.2017.

[74] Vgl. BfA: Schornsteinfeger/in, https://berufenet.arbeitsagentur.de/berufenet/bkb/8213.pdf, 30.07.2017.

[75] Vgl. BfA: Süßwarentechnologe/-technologin, https://berufenet.arbeitsagentur.de/berufenet/bkb/124029.pdf, 21.07.2017.

[76] Vgl. BfA: Werkfeuerwehrmann/-frau, https://berufenet.arbeitsagentur.de/berufenet/bkb/76769.pdf, 21.07.2017.

[77] Vgl. BfA: Beamter/Beamtin im mittleren feuerwehrtechnischen Dienst, https://berufenet.arbeitsagentur.de/berufenet/bkb/8176.pdf, 01.08.2017.

[78] Vgl. Institut für Ökonomische Bildung: Berufs- und Studienorientierung in Niedersachsen, online verfügbar unter: http://berufsorientierung-niedersachsen.de/theorie-praxis, 17.07.2017.

[79] Der Erlass ist seit dem 01.01.2012 in Kraft.

[80] Vgl. Niedersächsisches Kultusministerium: Erlass „Berufsorientierung an allgemein bildenden Schulen“, S. 1.

[81] Vgl. Niedersächsisches Kultusministerium: Erlass „Berufsorientierung an allgemein bildenden Schulen“, S. 3-5.

[82] Vgl. Taskinen, Päivi Hannele: Naturwissenschaften als zukünftiges Berufsfeld für Schülerinnen und Schüler mit hoher naturwissenschaftlicher und mathematischer Kompetenz. Eine Untersuchung von Bedingungen für Berufserwartungen, S. 76f.

[83] Eigene Darstellung entnommen aus: Niedersächsisches Kultusministerium: Berufs- und Studienorientierung, S. 13.

[84] Vgl. Niedersächsisches Kultusministerium: Berufs- und Studienorientierung, S. 7-10.

[85] Vgl. Niedersächsisches Kultusministerium: Berufs- und Studienorientierung, S. 7-10.

[86] Vgl. Niedersächsisches Kultusministerium: Berufs- und Studienorientierung, S. 22.

[87] Vgl. Bundesagentur für Arbeit: Studien- und Berufsorientierung an Gymnasien. Warum eigentlich?, S. 5.

[88] Vgl. Niedersächsisches Kultusministerium: Kerncurriculum für das Gymnasium Schuljahrgänge 5-10. Naturwissenschaften, S. 5.

[89] Vgl. Niedersächsisches Kultusministerium: Kerncurriculum für das Gymnasium Schuljahrgänge 5-10. Naturwissenschaften, S. 5.

[90] Vgl. Niedersächsisches Kultusministerium: Kerncurriculum für das Gymnasium Schuljahrgänge 5-10. Naturwissenschaften, S. 7.

[91] Vgl. Niedersächsisches Kultusministerium: Kerncurriculum für das Gymnasium Schuljahrgänge 5-10. Naturwissenschaften, S. 48, 57, 61.

[92] S. Niedersächsisches Kultusministerium: Kerncurriculum für das Gymnasium Schuljahrgänge 5-10. Naturwissenschaften, S. 51.

[93] Vgl. Niedersächsisches Kultusministerium: Kerncurriculum für das Gymnasium Schuljahrgänge 5-10. Naturwissenschaften, S. 65.

[94] Vgl. Niedersächsisches Kultusministerium: Kerncurriculum für das Gymnasium – gymnasiale Oberstufe. Chemie, S. 16-18, 22.

[95] Vgl. Bortz, Jürgen/Döring, Nicola: Forschungsmethoden und Evaluation für Human- und Sozialwissenschaftler, S. 236f.

[96] Vgl. Bußhoff, Ludger: Berufswahl. Theorien und ihre Bedeutung für die Praxis der Berufsberatung, S. 18f.

[97] Der Lehrerfragebogen ist als Anlage 1 der Arbeit beigefügt.

[98] Vgl. Niedersächsisches Kultusministerium: Kerncurriculum für das Gymnasium Schuljahrgänge 5-10. Naturwissenschaften, S. 7.

[99] Der Schülerfragebogen ist als Anlage 2 für Jg. 9/10 und als Anlage 3 für Jg. 11 der Arbeit beigefügt.

Ende der Leseprobe aus 190 Seiten

Details

Titel
Berufsorientierung im Chemieunterricht. Durchführung einer empirischen Studie in den Sekundarstufen I und II
Hochschule
Universität Osnabrück  (Institut für Chemie neuer Materialien)
Note
1,0
Autor
Jahr
2017
Seiten
190
Katalognummer
V412850
ISBN (eBook)
9783668642447
ISBN (Buch)
9783668642454
Dateigröße
4872 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Die CD ist nicht im Lieferumfang enthalten!
Schlagworte
Berufsorientierung, Beruf, Studie
Arbeit zitieren
Katharina Beuleke (Autor:in), 2017, Berufsorientierung im Chemieunterricht. Durchführung einer empirischen Studie in den Sekundarstufen I und II, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/412850

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