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Transkulturalität als Alternative zur Interkulturalität

Ein Versuch, transkulturelle Strukturen in populärer Musik zu verdeutlichen

Titre: Transkulturalität als Alternative zur Interkulturalität

Dossier / Travail de Séminaire , 2012 , 24 Pages , Note: 1,3

Autor:in: Diplom Pädagogin Lisa Hartmann (Auteur)

Pédagogie - Pédagogie interculturelle
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Résumé Extrait Résumé des informations

Diese Arbeit behandelt das Konzept der Transkulturalität als alternatives Kulturkonzept zur Interkulturalität und/oder Multikulturalität. Der Begriff der Transkulturalität wurde von dem Philosophen Wolfgang Welsch konzipiert. Laut Welsch sei ein „interkultureller Dialog“ eine wertvolle Aufgabe, doch ist es seiner Meinung nach zweifelhaft, ob Interkulturalität das richtige Konzept sei, um den Intentionen dieses Dialogs gerecht werden zu können. Der Begriff der Interkulturalität besäße, laut Welsch, eine „kategoriale Vorentscheidung“ über die Beschaffenheit von Kulturen, welche im Hinblick auf heutige Phänomene kaum haltbar sei. Solche Kulturen, von denen Interkulturalität aufgrund des traditionellen Kulturbegriffs ausgeht, existieren heute kaum noch. Im Folgenden soll eine Einführung in die Geschichte des Begriffs „Kultur“ stattfinden. Nach einer knappen Erläuterung des Wortursprungs folgt ein Umriss des Kulturbegriffs nach Pufendorf. Hierauf wird der traditionelle, herdersche Kulturbegriff dargestellt, um ihn dann von der derzeitigen Ebene der kulturellen Evolution abzugrenzen. Als aktuelles Konzept der Kultur schlägt Dr. Wolfgang Welsch Transkulturalität vor. Mit diesem Konzept versucht Welsch den veränderten Zustand von Kulturen herauszuheben und deskriptiv richtig zu beschreiben.

Die Hinführung zum Konzept der Transkulturalität soll über dessen Abgrenzung vom traditionellen Kulturkonzept und durch Abhebung von Interkulturalitäts- und Multikulturalitätsvorstellungen geführt werden. Auch der antreibende Aspekt der Globalisierung und die Angst vor der Uniformierung der Kulturen soll in dieser Arbeit schlaglichtartig beleuchtet werden. Außerdem soll festgestellt werden, ob das Konzept der Transkulturalität umzusetzen ist oder bereits in Teilaspekten des menschlichen Zusammenlebens und der kulturellen Ausdrucksform umgesetzt wurde, wie etwa in populärer Musik. Nach der Darstellung des Transkulturalitätskonzeptes soll deshalb versucht werden, dieses Konzept auf Musik zu übertragen.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1.Einführung in die Fragestellung

2. Knappe Historie des Kulturbegriffs

2.1. Interkulturalität

2.2. Multikulturalität

3. Gewandelte Welt

3.1. Kritik am traditionellen Kulturbegriff

3.2. Globalisierung

4. Transkulturalität nach Wolfgang Welsch

4.1. Externe Transkulturalität

4.2. Interne Transkulturalität

5. Transkulturalität in der Musik

5.1. Transkulturalität der Genres

5.2. Transkulturalität der Lieder

6. Fazit und weiterführende Gedanken

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht das Konzept der Transkulturalität nach Wolfgang Welsch als alternatives Kulturverständnis zu den traditionellen Konzepten der Inter- und Multikulturalität. Ziel ist es, die Eignung dieses Modells zur Beschreibung gegenwärtiger, durch Globalisierung geprägter Lebenswelten zu prüfen und die Transkulturalität anhand von Strukturen in der populären Musik zu verdeutlichen.

  • Kritische Auseinandersetzung mit dem traditionellen, "kugelhaften" Kulturbegriff
  • Analyse der Auswirkungen von Globalisierung und kultureller Hybridisierung
  • Erläuterung des Transkulturalitätskonzepts nach Wolfgang Welsch (externe und interne Ebene)
  • Übertragung der Transkulturalitätsthese auf Genres und Lieder der populären Musik
  • Diskussion des Nutzens eines transkulturellen Verständnisses für das gesellschaftliche Zusammenleben

Auszug aus dem Buch

5.1. Transkulturalität der Genres

Da außereuropäische Einflüsse auch in der westlichen populären Musik bemerkt werden, wächst die Vermutung, dass Transkulturalitätsprozesse hier zu finden sind. Populäre Musik kann negativ definiert werden, indem sie weder der Volksmusik noch der Kunstmusik zugerechnet wird. Schon hierin ist die Transkulturalität der populären Musik zu erahnen. Populäre Musik nimmt, laut normativen Definitionen, einen minderwertigen, kulturellen Status ein hat aber einen funktionalen und damit gesellschaftlich relevanten Charakter. Deshalb erscheint es sinnvoll in ihr nach Transkulturalität zu suchen, denn Transkulturalität soll ein gesamt Gesellschaftliches Konzept darstellen. Populäre Musik ist nicht mit einem klanglichen Kanon festzulegen. Vielmehr bewegt sich der Begriff der populären Musik in einer musikalischen Landschaft, umspült und geformt durch ästhetische, soziale und technologische Veränderungen und Unterscheidungen, welche den Begriff jeweils neu formen. Populäre Musik wird gesellschaftlich, historisch und technisch immer wieder neu definiert, weshalb unter diesem Begriff sämtliche Phänomene und Genres von Marsch- und Tanzmusik, über Filmmusik, Jazz, bis hin zu Rockmusik und noch viel mehr zusammengefasst werden können.

Die Zuordnung von musikalischen Erscheinungsformen zu gesellschaftlichen Gruppen, wie es in der soziologischen Definition versucht wurde, erscheint, aufgrund der massenmedialen Verteilung auf dem globalisierten Musik-Markt und der Durchlässigkeit der Grenzen, nicht nur auf nationalen Ebenen, sondern auch auf der Ebene der Genres, unmöglich und sinnlos. Die Auswahl der Lieblingsmusik kann zur kulturellen Identitätsbildung eines Individuums gehören. Dies stellt einen weiteren Grund dar, weshalb bei musikalischen Genres keine stereotypischen Zuordnungen zu Lebensweisen oder Individuen stattfinden können. Das Nebeneinander unterschiedlichster Stilformen und das Nacheinander der verschiedensten Stilperioden verdeutlicht die Vielschichtigkeit und den Hybrid-Charakter der populären Musik und somit ihre Transkulturalität.

Zusammenfassung der Kapitel

1.Einführung in die Fragestellung: Diese Einführung erläutert das UNESCO-Übereinkommen zur kulturellen Vielfalt und leitet daraus die Forschungsfrage ab, das Konzept der Transkulturalität als Alternative zu Inter- und Multikulturalität zu untersuchen.

2. Knappe Historie des Kulturbegriffs: Das Kapitel zeichnet die etymologische Entwicklung des Kulturbegriffs von "colere" bis hin zu Herders klassischem Kugelmodell nach, das Identität über ethnische Fundierung und Abgrenzung definiert.

2.1. Interkulturalität: Hier wird kritisiert, dass Interkulturalität trotz des Wunsches nach Dialog am traditionellen Modell separierter, kugelhafter Kulturen festhält und somit strukturell blind für moderne Phänomene bleibt.

2.2. Multikulturalität: Dieses Kapitel zeigt auf, dass Multikulturalität ebenso wie Interkulturalität von homogenen, klar unterschiedenen Kulturen ausgeht und daher oft in Gettoisierung oder Kulturfundamentalismus mündet.

3. Gewandelte Welt: Es wird festgestellt, dass das traditionelle, separierte Kulturmodell der globalisierten Realität nicht mehr gerecht wird und durch Mischungen und Durchdringungen geprägt ist.

3.1. Kritik am traditionellen Kulturbegriff: Dieses Kapitel argumentiert, dass soziale Homogenisierung deskriptiv falsch ist, da Lebensformen heute länderübergreifend sind und ethnische Fundierung durch Migration und globale Prozesse obsolet wird.

3.2. Globalisierung: Die Hybridisierung durch Globalisierung wird erläutert, wobei Welsch argumentiert, dass diese nicht zu einer uniformen, sondern zu einer neuen, differenzierten Identitätsbildung führt.

4. Transkulturalität nach Wolfgang Welsch: Einführung in das Konzept der Transkulturalität, welches Kulturen nicht mehr als Kugel, sondern als verflochtenes Netzwerk betrachtet und die Bedeutung territorialer Grenzen minimiert.

4.1. Externe Transkulturalität: Dieses Kapitel beschreibt, dass Gesellschaften heute durch globale Vernetzung keine strikt eigenen oder fremden Kulturen mehr aufweisen, sondern durch Austauschprozesse und Individualisierung geprägt sind.

4.2. Interne Transkulturalität: Hier wird verdeutlicht, dass Identität heute als "Patchwork-Identität" zu verstehen ist, da Individuen vielfältige kulturelle Muster zur Persönlichkeitsbildung heranziehen.

5. Transkulturalität in der Musik: Die Musikwelt dient als Exempel, um die Unhaltbarkeit der Idee reiner, kugelhafter Kulturen aufzuzeigen, da musikalische Mischformen bereits gelebte Transkulturalität darstellen.

5.1. Transkulturalität der Genres: Es wird dargelegt, dass eine Zuordnung von Musikgenres zu spezifischen Gruppen aufgrund der globalen Diffusion und Durchlässigkeit von Grenzen sinnlos ist.

5.2. Transkulturalität der Lieder: Dieses Kapitel schließt, dass fast jedes moderne Pop-Lied ein hybrides, transkulturelles Produkt ist, das sich einer eindeutigen Zuordnung zu einer spezifischen Kultur oder einem Genre entzieht.

6. Fazit und weiterführende Gedanken: Das Fazit fasst zusammen, dass das Konzept der Transkulturalität eine notwendige Perspektivänderung bietet, auch wenn es hohe Anforderungen an das kognitive Vermögen stellt und eine Utopie hinsichtlich der Auflösung von Nationalstaaten darstellt.

Schlüsselwörter

Transkulturalität, Wolfgang Welsch, Interkulturalität, Multikulturalität, Kultur, Globalisierung, Hybridisierung, Populäre Musik, Identität, Patchwork-Identität, kulturelle Evolution, soziale Homogenisierung, Kulturkonzept, kulturelle Vielfalt, Musikwissenschaft.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der Überwindung traditioneller Kulturkonzepte durch das Modell der Transkulturalität nach Wolfgang Welsch und untersucht dessen Anwendbarkeit in einer globalisierten Welt.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind die Kritik am traditionellen Kulturbegriff, die Auswirkungen der Globalisierung, die Herausbildung von Hybrid-Identitäten und die Manifestation dieser Prozesse in der populären Musik.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, das Konzept der Transkulturalität als ein gegenüber Inter- und Multikulturalität überlegenes, zeitgemäßes Modell vorzustellen und dessen Validität anhand von Strukturen in der populären Musik zu verdeutlichen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf Literaturanalyse basiert, um das Konzept der Transkulturalität nach Welsch aufzuarbeiten und durch Analogien aus der populären Musik zu veranschaulichen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil erarbeitet zunächst die Mängel der Konzepte Inter- und Multikulturalität, erläutert Welschs Theorie der Transkulturalität auf Mikro- und Makroebene und überträgt diese Erkenntnisse auf Musikgenres und Lieder.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Transkulturalität, Hybridisierung, Patchwork-Identität, Globalisierung, kulturelle Evolution und populäre Musik charakterisiert.

Inwiefern ist laut der Arbeit der traditionelle Kulturbegriff gescheitert?

Der traditionelle Kulturbegriff ist gescheitert, da er Kulturen als abgeschlossene, homogene "Kugeln" betrachtet, was die heutige Realität der Durchdringung, Migration und globalen Vernetzung deskriptiv nicht mehr erfassen kann.

Was bedeutet "interne Transkulturalität" für das Individuum?

Interne Transkulturalität bedeutet, dass das Individuum nicht mehr als Vertreter einer einzigen Kultur gilt, sondern eine "Patchwork-Identität" aus unterschiedlichsten, teils bewusst gewählten, teils unbewusst übernommenen kulturellen Mustern konstruiert.

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Résumé des informations

Titre
Transkulturalität als Alternative zur Interkulturalität
Sous-titre
Ein Versuch, transkulturelle Strukturen in populärer Musik zu verdeutlichen
Université
University of Trier
Note
1,3
Auteur
Diplom Pädagogin Lisa Hartmann (Auteur)
Année de publication
2012
Pages
24
N° de catalogue
V412884
ISBN (ebook)
9783668641853
ISBN (Livre)
9783668641860
Langue
allemand
mots-clé
Transkulturalität Musik Multikulturalität Interkulturaltitä Wolfgang Welsch Globalisierung Uniformierung Kultur Nationalität Jugend Wolfgang Welsch Kulturalität Postmoderne Kulturkonflikt Integration Assimilationstheorie Multikulturalismus Interkulturelle Pädagogik Hybridität cultural turn Assimilation Kampf der Kulturen Entkulturalisierung Transnationalität Ordnungsmuster Ordnung Postmodern Umbruch Dekonstrutkion Kulturwissenschaft kulturelle Evolution Johann Gottfried Herder Herder Konzept traditioneller Kulturbegriff Kulturbegriff Kritik Interkulturalität Extern Intern Entgrenzung Musikalischer Dialog Identifikation Identität
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Citation du texte
Diplom Pädagogin Lisa Hartmann (Auteur), 2012, Transkulturalität als Alternative zur Interkulturalität, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/412884
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Extrait de  24  pages
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