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Naturlyrik. Eine Sachanalyse und Didaktikanalyse. "Mailied" von Goethe, "Nachtzauber" von Eichendorff, "Komm in den totgesagten park und schau" von George

Titre: Naturlyrik. Eine Sachanalyse und Didaktikanalyse. "Mailied" von Goethe, "Nachtzauber" von Eichendorff, "Komm in den totgesagten park und schau" von George

Dossier / Travail , 2017 , 10 Pages , Note: 2,0

Autor:in: B.A. Elisabeth Monika Hartmann (Auteur)

Didactique de l'Allemand - Pédagogie, Linguistique
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Das 1771 entstandene Gedicht „Mailied“ gehört zur Erlebnislyrik des jungen Goethe. Diese Zeit ist stark von einer Gefühlsintensität geprägt, da Goethe auf der Suche nach dem Ursprünglichen beziehungsweise Volkstümlichen in der Dichtung war und Emotionen die Rationalität unterdrückt haben. Diese Emotionalität wird durch die vielen Ausrufezeichen verstärkt.
Bei der Analyse des „Mailieds“ stellt sich die Frage nach der formalen Einheit. Das Gedicht ist in zweihebigen Kurzzeilen geschrieben und wirkt auf den Leser deshalb etwas stürmisch und atemlos. Das lyrische Ich scheint hier voller Enthusiasmus zu stecken und gibt seine Freude dem Leser kund. Die Alternation von Hebung und Senkung bildet eine gewisse Kontinuität und Regelmäßigkeit. Der Parallelismus und die Anapher als Wiederholung des Versanfangs verstärken die Kontinuität und steigern zugleich ebenso den Augenblick. Durch den Daktylus – einem Hintereinander einer schweren und zwei leichten Silben – gewinnt das Gedicht jedoch auch wieder an Unregelmäßigkeit und ein subjektiver Eindruck wird erweckt. Es gibt eine Unausgewogenheit beziehungsweise Bewegung, aber zugleich auch eine Ordnung. Bei dem Ausruf „Mir die Natur!“ ist alles immer betont und man kann diesen als einzigen Vers betrachten, der auftaktlos ist. Hier kommt das Gefühl des „In-der-Welt-Seins“ auf („die volle Welt“) als aufklärerisches Denken und kalkulierte Unmittelbarkeit. Der zuweilen unregelmäßige Kreuzreim, der keine Kontinuität bildet, ist von Goethe bedacht und bewusst eingesetzt worden.

In diesem Gedicht der Emotion wird ein Kosmos aufgebaut, der sich organisch über die Strophen eins bis vier erstreckt. Das Wörtchen „dringen“ erhält eine Sinnaufgabe für mehrere Strophen. Auch die Strophen sind keine fest gegeneinander abgegrenzten Einheiten; die meisten öffnen sich zur jeweils folgenden Zeile als sogenannten Zeilensprung oder Enjambement. Dies zeigt den Schaffensrausch des lyrischen Ichs, als ob es mündlich mitgeteilt werde. Der Grundrhythmus soll aufgehoben werden, da der Satz über das Versende hinaus in den nächsten Vers hinein läuft. Auch die Satzstruktur wird zerstört und die Sprache löst sich auf, wobei eine Grenze zu sehen ist. Die Volksliedstrophe des „Mailied“ ist holprig und nicht ganz regelmäßig.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1 Sachanalyse

1.1 Unterrichtssequenz: Gedichtanalysen

1.1.1 Mailied (Johann Wolfgang von Goethe)

1.1.2 Nachtzauber (Joseph von Eichendorff)

1.1.3 „Komm in den totgesagten park und schau:“ (Stefan George)

1.2 Gedichtvergleich

2 Legitimation und Didaktikanalyse

3 Bibliografie

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit analysiert drei ausgewählte Gedichte verschiedener Epochen, um deren thematische Schwerpunkte – Liebe, Natur und Religiosität – herauszuarbeiten und die literaturgeschichtliche Entwicklung von der Aufklärung über die Romantik bis zur Moderne didaktisch aufzubereiten.

  • Sachanalyse der Gedichte „Mailied“, „Nachtzauber“ und „Komm in den totgesagten park und schau:“
  • Vergleichende Untersuchung der zentralen Motive (Naturwahrnehmung, Todessehnsucht, Ästhetizismus)
  • Entwicklung didaktischer Konzepte für den Literaturunterricht der Klasse 10
  • Förderung der Lernautonomie durch kompetenzorientierte Aufgabenstellungen
  • Berücksichtigung von Heterogenität und Binnendifferenzierung im Deutschunterricht

Auszug aus dem Buch

1.1.1 Mailied (Johann Wolfgang von Goethe)

Das 1771 entstandene Gedicht „Mailied“ gehört zur Erlebnislyrik des jungen Goethe. Diese Zeit ist stark von einer Gefühlsintensität geprägt, da Goethe auf der Suche nach dem Ursprünglichen beziehungsweise Volkstümlichen in der Dichtung war und Emotionen die Rationalität unterdrückt haben. Diese Emotionalität wird durch die vielen Ausrufezeichen verstärkt.

Bei der Analyse des „Mailieds“ stellt sich die Frage nach der formalen Einheit. Das Gedicht ist in zweihebigen Kurzzeilen geschrieben und wirkt auf den Leser deshalb etwas stürmisch und atemlos. Das lyrische Ich scheint hier voller Enthusiasmus zu stecken und gibt seine Freude dem Leser kund. Die Alternation von Hebung und Senkung bildet eine gewisse Kontinuität und Regelmäßigkeit. Der Parallelismus und die Anapher als Wiederholung des Versanfangs verstärken die Kontinuität und steigern zugleich ebenso den Augenblick. Durch den Daktylus – einem Hintereinander einer schweren und zwei leichten Silben – gewinnt das Gedicht jedoch auch wieder an Unregelmäßigkeit und ein subjektiver Eindruck wird erweckt. Es gibt eine Unausgewogenheit beziehungsweise Bewegung, aber zugleich auch eine Ordnung. Bei dem Ausruf „Mir die Natur!“ ist alles immer betont und man kann diesen als einzigen Vers betrachten, der auftaktlos ist. Hier kommt das Gefühl des „In-der-Welt-Seins“ auf („die volle Welt“) als aufklärerisches Denken und kalkulierte Unmittelbarkeit. Der zuweilen unregelmäßige Kreuzreim, der keine Kontinuität bildet, ist von Goethe bedacht und bewusst eingesetzt worden.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Sachanalyse: Dieses Kapitel liefert eine detaillierte textanalytische Untersuchung von drei Gedichten unter Berücksichtigung ihrer jeweiligen Epochenzugehörigkeit.

1.1 Unterrichtssequenz: Gedichtanalysen: Hier werden die Gedichte „Mailied“ von Goethe, „Nachtzauber“ von Eichendorff und das Gedicht von Stefan George einzeln hinsichtlich Form, Inhalt und Symbolik analysiert.

1.1.1 Mailied (Johann Wolfgang von Goethe): Die Analyse fokussiert sich auf die emotionale Intensität und pantheistischen Züge des Frühwerks Goethes sowie die naturlyrischen Motive.

1.1.2 Nachtzauber (Joseph von Eichendorff): Dieses Kapitel beleuchtet das romantische Motiv der Todessehnsucht und die Verschmelzung von Natur und Innenwelt in Eichendorffs Lyrik.

1.1.3 „Komm in den totgesagten park und schau:“ (Stefan George): Der Text befasst sich mit dem Ästhetizismus der Moderne, der Abgrenzung vom Naturalismus und der Konstruktion einer künstlichen Gegenwelt.

1.2 Gedichtvergleich: Die drei behandelten Gedichte werden in eine synoptische Beziehung gesetzt, um Gemeinsamkeiten und Unterschiede in der Thematisierung von Liebe, Natur und der Überwindung der rationalen Weltsicht aufzuzeigen.

2 Legitimation und Didaktikanalyse: Dieser Teil begründet die Auswahl der Gedichte für den Literaturunterricht und entwirft ein methodisches Vorgehen zur Vermittlung von Lyrik in der 10. Klasse.

3 Bibliografie: Hier werden die herangezogenen Primär- und Sekundärquellen sowie Internetquellen übersichtlich aufgelistet.

Schlüsselwörter

Naturlyrik, Goethe, Eichendorff, Stefan George, Ästhetizismus, Romantik, Gedichtanalyse, Literaturunterricht, Epochenvergleich, Didaktik, Kompetenzorientierung, Heterogenität, Gedichtvergleich, Erlebnislyrik, Moderne

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der literaturwissenschaftlichen Analyse dreier Gedichte aus verschiedenen Epochen und deren didaktischer Aufbereitung für den Literaturunterricht in der zehnten Jahrgangsstufe.

Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?

Die zentralen Felder umfassen die literarische Analyse von Naturlyrik, die historische Entwicklung literarischer Epochen (Sturm und Drang, Romantik, Moderne) sowie didaktische Unterrichtskonzepte.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Ziel ist es, die ästhetischen Merkmale der ausgewählten Gedichte herauszuarbeiten und gleichzeitig aufzuzeigen, wie diese im Rahmen einer motivierenden und schülerzentrierten Unterrichtssequenz vermittelt werden können.

Welche wissenschaftliche Methode wird zur Untersuchung verwendet?

Die Arbeit kombiniert textimmanente Analysen (Gedichtinterpretation) mit fachdidaktischen Ansätzen der Unterrichtsplanung, um einen Bogen zwischen literaturwissenschaftlicher Theorie und praktischer Anwendung zu spannen.

Welche Aspekte werden im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Sachanalyse der drei Gedichte, einen vergleichenden Abschnitt sowie eine ausführliche didaktische Legitimation und methodische Vorschläge für den Unterricht.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die vorliegende Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Naturlyrik, Ästhetizismus, Epochenvergleich, Kompetenzorientierung und Binnendifferenzierung charakterisiert.

Wie unterscheidet sich die Naturdarstellung bei Goethe von der bei Eichendorff?

Während Goethe im „Mailied“ die Natur lebensbejahend als Ausdruck pantheistischer Schöpfungskraft und göttlicher Präsenz feiert, zeigt Eichendorff im „Nachtzauber“ eine eher melancholische Sicht, in der die Natur als Raum für Todessehnsucht und mentale Projektion fungiert.

Warum ist die Wahl des Gedichts von Stefan George für den Unterricht besonders interessant?

Das Gedicht verdeutlicht den Übergang zur Moderne und die Abgrenzung zur sozialen Realität durch eine „zweckfreie“ Ästhetik (l’art pour l’art), was Schülern einen Zugang zur bewussten Gestaltung von Sprache und Form ermöglicht.

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Résumé des informations

Titre
Naturlyrik. Eine Sachanalyse und Didaktikanalyse. "Mailied" von Goethe, "Nachtzauber" von Eichendorff, "Komm in den totgesagten park und schau" von George
Université
University of Constance
Cours
Fachdidaktik Deutsch I
Note
2,0
Auteur
B.A. Elisabeth Monika Hartmann (Auteur)
Année de publication
2017
Pages
10
N° de catalogue
V412951
ISBN (ebook)
9783668639706
ISBN (Livre)
9783668639713
Langue
allemand
mots-clé
naturlyrik eine sachanalyse didaktikanalyse mailied goethe nachtzauber eichendorff komm george
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
B.A. Elisabeth Monika Hartmann (Auteur), 2017, Naturlyrik. Eine Sachanalyse und Didaktikanalyse. "Mailied" von Goethe, "Nachtzauber" von Eichendorff, "Komm in den totgesagten park und schau" von George, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/412951
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